Gegen Fremdenfeindlichkeit
In einer gemeinsamen Erklärung äußerten sich im Februar dieses Jahres die brandenburgischen Hochschulrektoren zur Fremdenfeindlichkeit in Brandenburg. Den Anaß dafür bildeten aktuelle ausländerfeindiche Übergriffe im Land und Anzeichen eines fremdenfeindlichen Klimas. Die Rekoren betonten die internationale Ausrichtung ihrer Einrichtungen. Qualifizierte Nachwuchskräfte aus anderen Kulturen seien eine Bereicherung für Brandenburg. ene von ihnen gesammelten Eindrücke stellten einen bedeutsamen Faktor für das Verhältnis zu wichtigen Wirtschaftspartnern dar. Es gäbe ein vitales politisches und wirtschaftliches Interesse, junge Akademiker und spätere Investoren zu Freunden dieses Landes zu machen. Deshalb forderten die Hochschulrektoren ein tätiges Bündnis gegen Gewalt und Vorurteil, eine landesweite Initiative für ein fremdenfreundliches und gastliches Brandenburg, die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen ausländischer Gäste sowie die Solidarisierung aller Bürger und insbesondere der politisch Verantwortlichen im Land mit den Opfern fremdenfeindlichen Verhaltens. mt.
Forschungsinitiative Brandenburg gegründet
Vor dem Hintergrund wissenschaftspolitischer Auseinandersetzungen erfolgte im Dezember vergangenen Jahres im Potsdamer Einstein Forum die Gründung der Forschungslnitiative Brandenburg. Die Initiaive steht unter der Schirmherrschaft des Präsidenten des Brandenburger Landtags, Dr. Herbert Knoblich. Wissenschaftler und Ingenieure haben sich in ihr zusammengeschlossen, um in der Öffentlichkeit zugunsten von Forschung und Technologie-Entwicklung zu wirken. Zum Vorsitzenden der Forschungslnitiative Brandenburg wurde Prof. Dr. Günther Rüdiger, Astrophysikalisches Institut Potsdam, gewählt. Als stellvertretende Vorsitzende fungieren Prof. Dr. Bernd Scholz-Reiter, Technische Universität Cottbus, und Prof. Dr. Jürgen Kurths, Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät an der Universität Potsdam, sowie Schatzmeister Dr. Michael Wollmeyer, Vorstandsmitglied bei der AnalytiCon AG.
Die insgesamt 14 Gründungsmitglieder wollen als Mittler zwischen Politik, Wissenschaft und Wirtschaft auftreten, aber auch die offensive Auseinandersetzung mit Tendenzen der Ablehnung von Wissenschaft und Technik führen. Dabei setzen sie insbesondere auf das Zusammenwirken von universitären und außeruniversitären Einrichtungen. Aufgaben für das Jahr 1998 bestehen für die Forschungslnitiative Brandenburg unter anderem in Gesprächen mit Persönlichkeiten
aus Politik und Wirtschaft und in einem öffentlichen wissenschaftspolitischen Forum. Schwerpunkte sind vor allem die Unterstützung zukunftsweisender stukturpolitischer und technologischer Konzepte und die Förderung des Prinzips der Interdisziplinarität. „Brandenburg braucht vor allem fachlich attraktive Studienplätze und gute BerufsChancen für begabte junge Wissenschaftler und Ingenieure,“ so Günther Rüdiger bei der Gründungsversammlung, es sei jedoch sehr die Frage, ob Kürzungen im ohnehin zu knappen Wissenschaftsetat sowie voreilige Entscheidungen bei der Frage der Studiengebühren dem Lande helfen könnten. mt.
Einführung von Bachelorund Master-Graden
Zur Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen/-abschlüssen an deutschen Hochschulen hat das Plenum der Hochschulrektorenkonferenz(HRK) im November in Bonn zehn Grundsätze formuliert. BaChelor- und Masterstudienangebote sollten in einem an internationalen Standards orientierten, bundeseinheitlichen Verfahren evaluiert und akkreditiert werden. Bis zur Realisierung eines solchen Akkreditierungsverfahrens sollten Bachelor- und Masterprogramme modellhaft erprobt werden. Den Universitäten und Fachhochschulen bleibt es überlassen, ob und in welchen Fächern— berufsqualifizierende— Bachelorund Masterprogramme eingeführt werden, auch Masterprogramme im Bedarfsfall „BAföÖG-fähig“ sein müssen, das Leistungsprofil der jeweiligen Hochschule durch ein „diploma supplement“(auf der Prüfungsurkunde werden neben dem Namen der verleihenden Hochschule die wesentlichen Inhalte des Curriculums und die Studienzeit aufgeführt) erscheint und qualifizierte Absolventinnen und Absolventen eines Masterprogramms sich um die Zulassung zum Promotionsstudium bewerben können. Die Entscheidung über die Annahme als Doktorand soll der Promotionsausschuß der jeweiligen Fakultät oder des Fachbereiches treffen. pm
Juristenausbildung in Brandenburg
Im Justizprüfungsamt des Landes Brandenburg liegen jetzt die statistischen Ergebnisse über das Abschneiden der Kandidaten in den beiden juristischen Staatsprüfungen im Jahr 1997 vor. Im abgelaufenen Jahr haben sich 348 Kandidaten, Studenten der Universität Potsdam und der Europa Universität Viadrina in Frankfurt(Oder), der ersten juristischen Staatsprüfung gestellt. Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Rund 70 Prozent der Kandidaten haben die Prüfung bestanden. Erfreulich ist auch, daß mehr als
ein Drittel mit der Note„befriedigend“ oder besser abgeschlossen haben, für Juristen ein respektables Ergebnis. Die Leistungen der Brandenburger Studenten liegen damit durchgängig im Bundesdurchschnitt. Das brandenburgische Examen hat sich inzwischen einen guten Ruf erworben. Studierende wechseln sogar vor dem Examen an eine der hiesigen Universitäten, da sie das brandenburgische Examenszeugnis für besonders aussagekräftig halten.
Im zweiten juristischen Staatsexamen, mit dem der juristische Vorbereitungsdienst im Anschluß an das Studium abschließt, wurden 228 Kandidaten geprüft. Die Ergebnisse sind im Hinblick auf die Vorauswahl naturgemäß besser. Von diesen Kandidaten haben 85 Prozent die Prüfung bestanden, mehr als die Hälfte mit der Note„befriedigend“ oder besser. Die Examensergebnisse liegen über denen des Vorjahres. Dies mag auch ein Hinweis auf eine weitere Verbesserung der Referendarausbildung im Lande sein, die ebenfalls zusehends für Studenten aus der ganzen Bundesrepublik attraktiv wird.
Sorgen bereiten dem Justizprüfungsamt die weiter steigenden Studentenzahlen bei den Juristen, die sich im Vergleich zum Wintersemester 1996/97 um 15 Prozent erhöht haben. Entsprechend steigt auch die Anzahl der Rechtsreferendare von zur Zeit rund 590 auf ca. 900 zum Jahrtausendwechsel. Eine gute Juristin oder ein guter Jurist werden auch in Zukunft einen Arbeitsplatz finden. Für Kandidaten mit nur ausreichenden Ergebnissen werden die Aussichten indes zusehends schlechter.„Das Jurastudium mit seinen hohen Anforderungen taugt nicht als Verlegenheitslösung“, so der Präsident des Justizprüfungsamtes Dr. Jürgen Schatzmann. pm
IMPRESSUM
PUTZ. Die Potsdamer Universitätszeitung
ISSN 0947-1650
Herausgeber: Der Rektor der Universität Potsdam, Prof. Dr. Wolfgang Loschelder
Redaktion: Referat für Presse-, Öffentlichkeits- und Kulturarbeit; Myriam Hönig(Hg.)(v.i.S.d.P), Dr. Barbara Eckardt(B.E.), Petra Görlich(PG.), Michael Fischer(mcf)
Texterfassung: Andrea Benthien Titelfoto: Karla Fritze
Anschrift der Redaktion:
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E-mail: putz@rz.uni-potsdam.de
Internet: http://www.uni-potsdam.de/u/putz/index.htm
Redaktionsschluß
der Mai-Ausgabe: Donnerstag, 9. April 1998 Nachdruck gegen Belegexemplar bei Quellen- und Autorenangabe frei.
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Es gilt Anzeigen-Preisliste Nr. 2(1.7.1997)
Anzeigenschluß der Mai-Ausgabe: Montag, 4. Mai 1998
PUTZ 3/98
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