Heft 
(1.1.2019) 03
Einzelbild herunterladen

Gegen Fremdenfeindlichkeit

In einer gemeinsamen Erklärung äußerten sich im Februar dieses Jahres die branden­burgischen Hochschulrektoren zur Frem­denfeindlichkeit in Brandenburg. Den An­ dafür bildeten aktuelle ausländerfeind­iche Übergriffe im Land und Anzeichen eines fremdenfeindlichen Klimas. Die Rek­oren betonten die internationale Ausrich­tung ihrer Einrichtungen. Qualifizierte Nachwuchskräfte aus anderen Kulturen seien eine Bereicherung für Brandenburg. ene von ihnen gesammelten Eindrücke stellten einen bedeutsamen Faktor für das Verhältnis zu wichtigen Wirtschaftspartnern dar. Es gäbe ein vitales politisches und wirt­schaftliches Interesse, junge Akademiker und spätere Investoren zu Freunden dieses Landes zu machen. Deshalb forderten die Hochschulrektoren ein tätiges Bündnis ge­gen Gewalt und Vorurteil, eine landeswei­te Initiative für ein fremdenfreundliches und gastliches Brandenburg, die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen aus­ländischer Gäste sowie die Solidarisierung aller Bürger und insbesondere der politisch Verantwortlichen im Land mit den Opfern fremdenfeindlichen Verhaltens. mt.

Forschungsinitiative Brandenburg gegründet

Vor dem Hintergrund wissenschafts­politischer Auseinandersetzungen erfolgte im Dezember vergangenen Jahres im Pots­damer Einstein Forum die Gründung der Forschungslnitiative Brandenburg. Die Initia­ive steht unter der Schirmherrschaft des Präsidenten des Brandenburger Landtags, Dr. Herbert Knoblich. Wissenschaftler und Ingenieure haben sich in ihr zusammenge­schlossen, um in der Öffentlichkeit zugun­sten von Forschung und Technologie-Ent­wicklung zu wirken. Zum Vorsitzenden der Forschungslnitiative Brandenburg wurde Prof. Dr. Günther Rüdiger, Astrophysika­lisches Institut Potsdam, gewählt. Als stell­vertretende Vorsitzende fungieren Prof. Dr. Bernd Scholz-Reiter, Technische Universität Cottbus, und Prof. Dr. Jürgen Kurths, Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät an der Universität Potsdam, sowie Schatzmeister Dr. Michael Wollmeyer, Vor­standsmitglied bei der AnalytiCon AG.

Die insgesamt 14 Gründungsmitglieder wol­len als Mittler zwischen Politik, Wissenschaft und Wirtschaft auftreten, aber auch die offen­sive Auseinandersetzung mit Tendenzen der Ablehnung von Wissenschaft und Technik führen. Dabei setzen sie insbesondere auf das Zusammenwirken von universitären und außeruniversitären Einrichtungen. Aufgaben für das Jahr 1998 bestehen für die Forschungslnitiative Brandenburg unter an­derem in Gesprächen mit Persönlichkeiten

aus Politik und Wirtschaft und in einem öf­fentlichen wissenschaftspolitischen Forum. Schwerpunkte sind vor allem die Unterstüt­zung zukunftsweisender stukturpolitischer und technologischer Konzepte und die För­derung des Prinzips der Interdisziplinarität. Brandenburg braucht vor allem fachlich attraktive Studienplätze und gute Berufs­Chancen für begabte junge Wissenschaftler und Ingenieure, so Günther Rüdiger bei der Gründungsversammlung, es sei jedoch sehr die Frage, ob Kürzungen im ohnehin zu knappen Wissenschaftsetat sowie voreilige Entscheidungen bei der Frage der Studien­gebühren dem Lande helfen könnten. mt.

Einführung von Bachelor­und Master-Graden

Zur Einführung von Bachelor- und Master­studiengängen/-abschlüssen an deutschen Hochschulen hat das Plenum der Hoch­schulrektorenkonferenz(HRK) im Novem­ber in Bonn zehn Grundsätze formuliert. Ba­Chelor- und Masterstudienangebote sollten in einem an internationalen Standards ori­entierten, bundeseinheitlichen Verfahren evaluiert und akkreditiert werden. Bis zur Realisierung eines solchen Akkreditie­rungsverfahrens sollten Bachelor- und Ma­sterprogramme modellhaft erprobt werden. Den Universitäten und Fachhochschulen bleibt es überlassen, ob und in welchen Fä­chern berufsqualifizierende Bachelor­und Masterprogramme eingeführt werden, auch Masterprogramme im Bedarfsfall BAföÖG-fähig sein müssen, das Leistungs­profil der jeweiligen Hochschule durch ein diploma supplement(auf der Prüfungs­urkunde werden neben dem Namen der verleihenden Hochschule die wesentlichen Inhalte des Curriculums und die Studien­zeit aufgeführt) erscheint und qualifizierte Absolventinnen und Absolventen eines Masterprogramms sich um die Zulassung zum Promotionsstudium bewerben können. Die Entscheidung über die Annahme als Doktorand soll der Promotionsausschuß der jeweiligen Fakultät oder des Fach­bereiches treffen. pm

Juristenausbildung in Brandenburg

Im Justizprüfungsamt des Landes Branden­burg liegen jetzt die statistischen Ergebnis­se über das Abschneiden der Kandidaten in den beiden juristischen Staatsprüfungen im Jahr 1997 vor. Im abgelaufenen Jahr haben sich 348 Kandidaten, Studenten der Univer­sität Potsdam und der Europa Universität Viadrina in Frankfurt(Oder), der ersten juri­stischen Staatsprüfung gestellt. Die Ergeb­nisse können sich sehen lassen. Rund 70 Prozent der Kandidaten haben die Prüfung bestanden. Erfreulich ist auch, daß mehr als

ein Drittel mit der Notebefriedigend oder besser abgeschlossen haben, für Juristen ein respektables Ergebnis. Die Leistungen der Brandenburger Studenten liegen damit durchgängig im Bundesdurchschnitt. Das brandenburgische Examen hat sich inzwi­schen einen guten Ruf erworben. Studieren­de wechseln sogar vor dem Examen an eine der hiesigen Universitäten, da sie das bran­denburgische Examenszeugnis für beson­ders aussagekräftig halten.

Im zweiten juristischen Staatsexamen, mit dem der juristische Vorbereitungsdienst im Anschluß an das Studium abschließt, wur­den 228 Kandidaten geprüft. Die Ergebnis­se sind im Hinblick auf die Vorauswahl na­turgemäß besser. Von diesen Kandidaten haben 85 Prozent die Prüfung bestanden, mehr als die Hälfte mit der Notebefriedi­gend oder besser. Die Examensergeb­nisse liegen über denen des Vorjahres. Dies mag auch ein Hinweis auf eine weite­re Verbesserung der Referendarausbildung im Lande sein, die ebenfalls zusehends für Studenten aus der ganzen Bundesrepublik attraktiv wird.

Sorgen bereiten dem Justizprüfungsamt die weiter steigenden Studentenzahlen bei den Juristen, die sich im Vergleich zum Winterse­mester 1996/97 um 15 Prozent erhöht haben. Entsprechend steigt auch die Anzahl der Rechtsreferendare von zur Zeit rund 590 auf ca. 900 zum Jahrtausendwechsel. Eine gute Juristin oder ein guter Jurist werden auch in Zukunft einen Arbeitsplatz finden. Für Kan­didaten mit nur ausreichenden Ergebnissen werden die Aussichten indes zusehends schlechter.Das Jurastudium mit seinen ho­hen Anforderungen taugt nicht als Verlegen­heitslösung, so der Präsident des Justiz­prüfungsamtes Dr. Jürgen Schatzmann. pm

IMPRESSUM

PUTZ. Die Potsdamer Universitätszeitung

ISSN 0947-1650

Herausgeber: Der Rektor der Universität Potsdam, Prof. Dr. Wolfgang Loschelder

Redaktion: Referat für Presse-, Öffentlichkeits- und Kulturarbeit; Myriam Hönig(Hg.)(v.i.S.d.P), Dr. Barbara Eckardt(B.E.), Petra Görlich(PG.), Michael Fischer(mcf)

Texterfassung: Andrea Benthien Titelfoto: Karla Fritze

Anschrift der Redaktion:

Am Neuen Palais 10, 14469 Potsdam,

Telefon(03 31) 9 77-1474 oder-1496, 1665,-1675 Telefax(03 31) 9 77-1145 oder-1130

E-mail: putz@rz.uni-potsdam.de

Internet: http://www.uni-potsdam.de/u/putz/index.htm

Redaktionsschluß

der Mai-Ausgabe: Donnerstag, 9. April 1998 Nachdruck gegen Belegexemplar bei Quellen- und Autorenangabe frei.

Verlag und Anzeigenverwaltung

News& Media Public Relations, Marcus v. Amsberg Perelsplatz 18, D-12159 Berlin

Telefon(0 30) 85 96 13 77, Telefax(0 30) 85 96 13 76 E-mail: info@newsmedia.de

Es gilt Anzeigen-Preisliste Nr. 2(1.7.1997)

Anzeigenschluß der Mai-Ausgabe: Montag, 4. Mai 1998

PUTZ 3/98

Seite 35