BUNDESLIGA IM VISIER
Schon seit dem vorletzten Spieltag Anfang März dieses Jahres steht es fest: die USVVolleyballer der Universität Potsdam sind Meister in der Regionalliga Nordost. Damit scheint der Weg nun frei in die 2. Bundesliga. Noch allerdings gilt es zumindest eine Hürde zu nehmen. Das Scheitern bei etwaigen Relegationsspielen nämlich kann jenen Aufstieg schnell stoppen. Die acht Spieler um Trainer Volker Knedel sowie Mannschaftsleiter Jürgen Rabe sehen jedoch der sportlichen Herausforderung durchaus optimistisch entgegen. Mehr Sorgen bereitete ihnen schließlich in der Vergangenheit die finanzielle Situation.„Den notwendigen Etat für Startgebühren, Schiedsrichtergebühren und anderes haben wir längst nicht zusammen“, erläutert Rabe noch Mitte März und meint damit fehlende 20.000 DM in der Kasse.
Finanzielle Unterstützung hat jetzt zum Glück der USV Potsdam signalisiert. Der Verein zahlt die das Bundesliga-Projekt begleitenden Pflichtkosten. Jenes grüne Licht eröffnet zugleich möglicherweise die Chance, die Mannschaft personell zu verstärken. Erste Verhandlungen hierfür versprechen Hoffnung. Etwa drei neue Spieler sollen hinzukommen. Klarheit herrscht dagegen über die veränderte Spielstätte. Statt in Golm treten die Akteure künftig in der Sporthalle Heinrich-Mann-Allee ans Netz. Geplant sind die Relegationsspiele für die Zeit vom 24. bis 26. April’98. Ausgetragen werden sie nur, wenn alle vier RegionalligaVertreter tatsächlich melden. Die im Nordwesten Deutschlands stattfindenden Matches bringen dann für ein Team das Aus. Mannschaft und Umfeld aus Potsdam jedenfalls brennen trotz dieser noch zu meisternden Klippe auf die Auseinandersetzung mit den Gegnern der höheren Spielklasse. PG.
Jens Fischer aus dem USV-Sechser in voller Aktion, Foto: Tribukeit
ERFOLGREICHES ABSCHNEIDEN
Bei den jüngsten internationalen Deutschen — Hallenhochschulmeisterschaften im Januar dieses Jahres stellten einmal mehr auch Potsdamer Leichtathleten ihr Können unter Beweis. Die an der Uni Potsdam studierenden jungen Leute nahmen immerhin insgesamt fünf Medaillen mit nach Hause. Gleich zweimal stand Claudine Szendrei auf dem Ehrenpodest. Sie holte sich mit 5,80 Meter im Weitsprung Bronze, das ersehnte Gold gab es schließlich für 12,79 Meter im Dreisprung. Knapp am Sieg vorbei lief dagegen Jörg Regenaermel über die 400 Meter. Die Uhr blieb bei 48,56 Sekunden stehen. Das reichte für Platz zwei. Sein Team-Gefährte Holger Laube belegte auf dieser Strecke Rang acht. Über 60 Meter Hürden gewann Jens Buchholz mit einer Zeit von 8,17 Sekunden Bronze. Zum guten Abschneiden der Mannschaft trug auch die Bronzemedaille in der Olympischen Staffel bei. Für die Uni Potsdam gingen hier Jörg Regenaermel, Kai-Uwe Meier, Jens Buchholz und Holger Laube an den Start. PG.
LANDESMEISTERTITEL FÜR KATHLEEN KATSCHER
Eigentlich hätte sie gar nicht an der Landesmeisterschaft im Schach der Altersklasse U20 teilnehmen können, denn für die an der Uni Potsdam im dritten Semester Biologie studierende Kathleen Katscher(19) vom USV Potsdam standen Klausurarbeiten an. Sie erhielt jedoch vom Veranstalter in Guben die Chance, drei ihrer Partien vorzuspielen. So konnte Kathleen bereits am Anreisetag ihre erste Partie am Abend absolvieren. In einer dramatischen Begegnung bezwang sie zu mitternächtlicher Stunde Nadine Brock, die bereits Bundesligaerfahrung in der Mannschaft von Chemie Guben hat und somit ein „schwerer Brocken“ war. Mit einer Energieleistung gelang es schließlich dem in Thünngen beheimateten Energiebündel Kathleen, trotz des zeitlichen Handicaps aus insgesamt sieben Runden sechs Punkte zu holen und verlustlos den Landesmeistertitel in der AK U20 zu erringen. Damit verwies sie die Titelverteidigerin Julia Dahms aus Rathenow, die mit 5,5 Zählern durchs Ziel ging, auf den Ehrenplatz. Für Kathleens Vereinskameradin Nina Schumer lief das Turnier dagegen nicht ganz so gut, wie sie es sich selbst vorgestellt hatte. Sie teilte sich aufgrund erreichter 3,5 Punkte mit Nadine Brock aus Guben und Antje Lehmann aus Rüdersdorf die Plätze drei bis fünf. Für„Kati“ ist das ihr bisher größter Schacherfolg. Nun freut sie sich schon auf die Deutsche Meisterschaft in der AK U 20, die im Sommer ausgetragen wird. Siegfried Augustat
GIPFELSTURM AUF DEN ACONCAGUA
Das neue Jahr begann für die Potsdamer Anett Franke und Thomas Kotsch mit einem besonderen Höhepunkt. Die beiden begeisterten Bergwanderer erklommen mit zwei Freunden in Südamerika den Aconcaqua, der mit seinen fast 7000 Metern die Grenze zwischen Chile und Argentinien überragt. 1897 erstmals bezwungen, ist der Aconcagua trotz heftiger Stürme und Windgeschwindigkeiten bis über 200 Kilometer pro Stunde Anziehungspunkt für zahlreiche Bergsteiger. Die Idee, den Aconcaqua zu besteigen, wurde von den an der Uni Potsdam ausgebildeten Sportlehrern 1996 auf einer Himalaja-Tour geboren. Das Jahr 1997 nutzten sie dann zur Vorbereitung: Organisation aller Formalitäten, Streckenplanung, Konditions- und Bergtraining, Besteigung des fast 5000 Meter hohen Mt. Blanc u.a. Viertausender.
Anfang Januar 1998 stürzten sich die vier Freunde, jeder mit ca. 25 bis 30 kg Gepäck auf dem Rücken, ins Bergabenteuer. Fünfzehn Tage dauerte das Unternehmen„Aconcagua“, wobei die meiste Zeit, dreizehn Tage, für den Aufstieg gebraucht wurde, um sich in der Höhe gut akklimatisieren zu kön nen. Gestartet auf 2400 Meter Höhe, erreich ten die Sportler nach vier Tagen das Basis lager am Plaza Argentina. Das Wetter zeigte sich von verschiedenen Seiten— mal So nenschein, blauer Himmel und 30 bis 35°C mal wolkenverhangener Himmel und Sturm der an den Zelten rüttelte. Nach dreizehn Tagen wagten die Vier den Gipfelsturm über die linke Polish Glacier Route. Ausgelaugt und später als erwartet, nach ca. 13 Stunden erreichten die gebürtigen Sachsen am 23 Januar 1998 den Gipfel. Die 6960 Meter stell ten für die Bergsteiger eine große Herausfor derung dar. Ist doch das Erreichen des Gip fels nicht selbstverständlich. Treten weder Höhenkrankheit noch Maternialprobleme ein so spielt vor allem das Wetter eine wichtige Rolle. Treffen hier die Sportler falsche Ent scheidungen, kann das für ihre Gesundheit Probleme bringen, mitunter sogar das Le ben kosten. T.K
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— PUTZ 3/98