Heft 
(1.1.2019) 05
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3. Geburtstag von Space-Trabbi

Der Kugelsatellit GFZ-1 des GeoForschungs­Zentrums Potsdam feierte seinen dritten Ge­burtstag im All und hat damit seine Lebens­dauer überschritten. Seit seinem spektaku­lären Auswurf aus der Raumstation MIR am 19. April 1995 hat der Mini-Satellit aus Pots­dam über 17.000 mal die Erde umrundet. Prof. Dr. Christoph Reigber, der Leiter des Satellitenprojektes am GeoForschungsZen­{cum(GFZ), teilte mit, daß die Flughöhe in (rei Jahren um 30 Kilometer abgenommen hat. GFZ-1 fliegt jetzt noch 370 Kilometer hoch, so daß die weitere Lebensdauer noch ein bis zwei Jahre betragen wird.

FZ-1 ist ein passiver, mit 60 Laser-Retro­reflektoren ausgerüsteter Kleinsatellit. Der 'Minisatellit ist kugelsymmetrisch und hat eine Masse von ungefähr 21 kg, einen Durchmesser von circa 22 cm. Derartige atelliten werden dazu genutzt, das Gravita­tonsfeld der Erde, die Lage von Punkten auf c'er Erdoberfläche und das Rotationsver­halten der Erde mit Hilfe von cm-genauen Veilungen der Entfernung Bodenstation-Sa­tallit auszumessen. GFZ-1 wurde speziell für cie Schwerefelderkundung entworfen.

Um Details des Schwerefeldes ausmessen zu können, muß ein Satellit möglichst nied­ng fliegen. GFZ-1 wurde daher in eine nur 00 km hohe Bahn eingeschossen und ist (lamit der bisher niedrigste mit Lasern ange­Inessene geodynamische Satellit. Die nied­rge Flugbahn von GFZ-1 bringt mit sich, daß c'er Satellit schnell über den Himmel wan­clert. Die Beobachtungszeiten, zum Beispiel en der Laser-Meßstation des GFZ auf dem "kelegrafenberg zu Potsdam, liegen daher rur bei drei bis vier Minuten pro Überflug. Die 25 weltweit verteilten und von unabhän­cigen Institutionen betriebenen Laser­bodenstationen konnten dennoch bisher ıehr als 5000 Überflüge messen. Die 5000. assage gelang kürzlich, am 6. April, der Station der Universität von Hawaii auf dem Vulkan Haleakala auf der Insel Maui. Schon >tzt wird von der internationalen geowis­senschaftlichen Gemeinde der Datenschatz cer GFZ-1-Mission als einzigartig bezeich­ıet. Die Potsdamer Wissenschaftler hoffen indessen auf noch viel interessantere Ergeb­isse in der restlichen Missionsphase, wenn GFZ-1 der Erde immer näher kommt. GFZ

Geschäftsführer des Hahn­Meitner-Instituts ernannt

Der Physiker und Neutronenstreuexperte Prof. Dr. Michael Steiner wurde zum Wis­senschaftlichen Geschäftsführer des Hahn­Meitner-Instituts ernannt. Steiner ist 54 Jah­te alt und Inhaber des Lehrstuhls für Neu­tronenstreuung am Institut für Festkörper­Physik der Technischen Universität Berlin.

HMI

Potsdam im Internet

Unter der Adressepotsdam.de kann der Interessierte seit 12. Mai 1998 Potsdam vir­tuell in Augenschein nehmen. Der Vorteil dieser Neuerung besteht in der Bündelung von Informationen über die Stadt. Touris­mus, Wirtschaft, Veranstaltungen, Stadt und Politik, Marktplatz, Stadtverwaltung, Treff­punkt, das sind die Stichworte, unter denen Wissenswertes abrufbar ist. Viele dieser Angebote gab es bisher auch. Jetzt sind sie jedoch unter einer Adresse vereint. Somit entfällt die teilweise längere Suche nach der gewünschten Auskunft. Nun existiert also ein Netzwerk, in dem die lokalen Teil­nehmer miteinander verbunden sind. Prä­sent ist dabei auch die Universität Potsdam mit ihrer Homepage. B.E.

Rektor der FH Potsdam gewählt

Prof. Dr. Helmut Knüppel(56) ist mit über­wältigender Konzil-Mehrheit als Rektor der Fachhochschule Potsdam(FHP) wiederge­wählt worden.

Knüppel leitet die FHP seit ihrer Gründung 1991. Davor war er Dekan des Fachbe­reichs Sozialwesen an der Fachhochschu­le Bielefeld. Seit September 1993 ist der Wissenschaftler Professor für Sozialpolitik am Fachbereich Sozialwesen der Fach­hochschule Potsdam. FHP

Ideen aus den USA

DerTransatlantische Ideen-Wettbewerb Usable der Körber-Stiftung richtet sich an alle, die bei einem USA-Besuch auf eine on­ginelle Idee stoßen, die sich auf deutsche Verhältnisse übertragen läßt und hier zur Lösung von wirtschaftlichen, sozialen oder politischen Problemen beitragen kann. Prei­se im Wert von 300.000 DM sind zu gewin­nen. Teilnehmen können alle, die zum Ur­laub, zum Arbeiten, für einen Studien- oder Forschungsaufenthalt in die USA fahren. Ein Projekt machte bereits Schule: Die Ham­burger Tafel entstand 1994 nach dem Vorbild der City Harvest in New York. Beide Einrich­tungen verteilen überschüssige Lebensmit­tel an Bedürftige.

Zu den Mitgliedern der deutsch-amerikani­schen Jury zählt der Astronaut Dr. Ulf Mer­bold, der an den Amerikanern vor allem die Unvoreingenommenheit und Tatkraft schätzt, mit der diese sich an komplexe Probleme heranwagen. Die Körber-Stiftung plant au­ßerdem ein Förderprogramm, um die preis­gekrönten Wettbewerbsideen zu verwirkli­chen. Einsendeschluß ist der 31. Dezember 1998. Die ausführlichen Teilnahmebedingun­gen sind bei der Körber-Stiftung, Stichwort USable, 21027 Hamburg, Tel. 040/7250-4475, Fax 040/7250-3922 oder unter http:\\www. usable.de erhältlich. Zg.

Ernährungsberatung am DIfE

Das Deutsche Institut für Ernährungsfor­schung Potsdam-Rehbrücke(DIfE) eröffne­te kürzlich sein Ernährungsberatungszen­rum wieder, Dr. Wolfgang Lüder, Ernäh­rungswissenschaftler, und Christine Hof­mann, Diätassistentin, bieten wissenschaft­ich begründete Ernährungsberatung für jedermann an.

Ernährungsberatung hat die Aufgabe, auf die Ursachen von ernährungsabhängigen Gesundheitsgefährdungen aufmerksam zu machen und auf deren Beseitigung durch Aufklärung und persönliche Beratung hin­zuwirken. Angeboten werden neben Kursen zur Gewichtsreduktion auch individuelle Ernährungsberatungen, insbesondere für Personen mit ernährungsabhängigen Ge­sundheitsstörungen sowie genetisch be­dingten Stoffwechselerkrankungen. Weitere Informationen sind zu erhalten beim Ernährungsberatungszentrum am Deutschen Institut für Ernährungsfor­schung, Arthur-Scheunert-Allee 155, 14558 Bergholz-Rehbrücke, Tel. 033200/88469. Sprechstunden finden montags, dienstags, mittwochs von 12.00 bis 18.00 Uhr, donners­tags und freitags von 9.00 bis 15.00 Uhr und nach Vereinbarung statt. DIE

Nachwuchswissenschaftler auf der EXPO 2000

300 junge Wissenschaftler aus aller Welt er­halten die Möglichkeit, auf derEXPO 2000 Hannover ihre Ideen zu präsentieren. Auf die weltweite öffentliche Ausschreibung können sich angehende Wissenschaftler bis 35 Jahre bewerben, deren Arbeiten sich mit dem zentralen Thema der EXPO Mensch Natur Technik beschäftigen. Das Vorhaben wendet sich unter dem Titel Shaping the Future(Die Zukunft gestal­ten) an Geistes- und Sozialwissenschaftler, Naturwissenschaftler, Mediziner und Inge­nieure,

Finanziell wirdShaping the Future durch die Volkswagen-Stiftung ermöglicht, die dafür eine Million Mark zur Verfügung ge­stellt hat. Die eingereichten Arbeiten wer­den einem international besetzten Gutach­tergremium aus renommierten Wissen­schaftlern zur Endauswahl vorgelegt.

Die Verfasser der 300 besten Arbeiten wer­den eingeladen, zur EXPO 2000 zu kom­men und ihre Ergebnisse in einem Forum im Themenpark vorzustellen. Dieses Forum soll das Publikum an Forschungsthemen und Ergebnisse aus Forschungseinrich­tungen der ganzen Welt heranführen. Weitere Informationen sind zu erhalten bei Dr. Hans Schroeder und Susanne Oetz­mann von der Universität Hannover, For­schungs- und Technologiekontaktstelle, Tel. 0511/762-2994, VW

PUTZ 5/98

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