3. Geburtstag von Space-Trabbi
Der Kugelsatellit GFZ-1 des GeoForschungsZentrums Potsdam feierte seinen dritten Geburtstag im All und hat damit seine Lebensdauer überschritten. Seit seinem spektakulären Auswurf aus der Raumstation MIR am 19. April 1995 hat der Mini-Satellit aus Potsdam über 17.000 mal die Erde umrundet. Prof. Dr. Christoph Reigber, der Leiter des Satellitenprojektes am GeoForschungsZen{cum(GFZ), teilte mit, daß die Flughöhe in (rei Jahren um 30 Kilometer abgenommen hat. GFZ-1 fliegt jetzt noch 370 Kilometer hoch, so daß die weitere Lebensdauer noch ein bis zwei Jahre betragen wird.
FZ-1 ist ein passiver, mit 60 Laser-Retroreflektoren ausgerüsteter Kleinsatellit. Der 'Minisatellit ist kugelsymmetrisch und hat eine Masse von ungefähr 21 kg, einen Durchmesser von circa 22 cm. Derartige “atelliten werden dazu genutzt, das Gravitatonsfeld der Erde, die Lage von Punkten auf c'er Erdoberfläche und das Rotationsverhalten der Erde mit Hilfe von cm-genauen Veilungen der Entfernung Bodenstation-Satallit auszumessen. GFZ-1 wurde speziell für cie Schwerefelderkundung entworfen.
Um Details des Schwerefeldes ausmessen zu können, muß ein Satellit möglichst niedng fliegen. GFZ-1 wurde daher in eine nur ‘00 km hohe Bahn eingeschossen und ist (lamit der bisher niedrigste mit Lasern angeInessene geodynamische Satellit. Die niedrge Flugbahn von GFZ-1 bringt mit sich, daß c'er Satellit schnell über den Himmel wanclert. Die Beobachtungszeiten, zum Beispiel en der Laser-Meßstation des GFZ auf dem "kelegrafenberg zu Potsdam, liegen daher rur bei drei bis vier Minuten pro Überflug. Die 25 weltweit verteilten und von unabhäncigen Institutionen betriebenen Laserbodenstationen konnten dennoch bisher ıehr als 5000 Überflüge messen. Die 5000. assage gelang kürzlich, am 6. April, der Station der Universität von Hawaii auf dem Vulkan Haleakala auf der Insel Maui. Schon >tzt wird von der internationalen geowissenschaftlichen Gemeinde der Datenschatz cer GFZ-1-Mission als einzigartig bezeichıet. Die Potsdamer Wissenschaftler hoffen indessen auf noch viel interessantere Ergebisse in der restlichen Missionsphase, wenn GFZ-1 der Erde immer näher kommt. GFZ
Geschäftsführer des HahnMeitner-Instituts ernannt
Der Physiker und Neutronenstreuexperte Prof. Dr. Michael Steiner wurde zum Wissenschaftlichen Geschäftsführer des HahnMeitner-Instituts ernannt. Steiner ist 54 Jahte alt und Inhaber des Lehrstuhls für Neutronenstreuung am Institut für FestkörperPhysik der Technischen Universität Berlin.
HMI
Potsdam im Internet
Unter der Adresse„potsdam.de“ kann der Interessierte seit 12. Mai 1998 Potsdam virtuell in Augenschein nehmen. Der Vorteil dieser Neuerung besteht in der Bündelung von Informationen über die Stadt. Tourismus, Wirtschaft, Veranstaltungen, Stadt und Politik, Marktplatz, Stadtverwaltung, Treffpunkt, das sind die Stichworte, unter denen Wissenswertes abrufbar ist. Viele dieser Angebote gab es bisher auch. Jetzt sind sie jedoch unter einer Adresse vereint. Somit entfällt die teilweise längere Suche nach der gewünschten Auskunft. Nun existiert also ein Netzwerk, in dem die lokalen Teilnehmer miteinander verbunden sind. Präsent ist dabei auch die Universität Potsdam mit ihrer Homepage. B.E.
Rektor der FH Potsdam gewählt
Prof. Dr. Helmut Knüppel(56) ist mit überwältigender Konzil-Mehrheit als Rektor der Fachhochschule Potsdam(FHP) wiedergewählt worden.
Knüppel leitet die FHP seit ihrer Gründung 1991. Davor war er Dekan des Fachbereichs Sozialwesen an der Fachhochschule Bielefeld. Seit September 1993 ist der Wissenschaftler Professor für Sozialpolitik am Fachbereich Sozialwesen der Fachhochschule Potsdam. FHP
Ideen aus den USA
Der„Transatlantische Ideen-Wettbewerb Usable“ der Körber-Stiftung richtet sich an alle, die bei einem USA-Besuch auf eine onginelle Idee stoßen, die sich auf deutsche Verhältnisse übertragen läßt und hier zur Lösung von wirtschaftlichen, sozialen oder politischen Problemen beitragen kann. Preise im Wert von 300.000 DM sind zu gewinnen. Teilnehmen können alle, die zum Urlaub, zum Arbeiten, für einen Studien- oder Forschungsaufenthalt in die USA fahren. Ein Projekt machte bereits Schule: Die Hamburger Tafel entstand 1994 nach dem Vorbild der City Harvest in New York. Beide Einrichtungen verteilen überschüssige Lebensmittel an Bedürftige.
Zu den Mitgliedern der deutsch-amerikanischen Jury zählt der Astronaut Dr. Ulf Merbold, der an den Amerikanern vor allem die Unvoreingenommenheit und Tatkraft schätzt, mit der diese sich an komplexe Probleme heranwagen. Die Körber-Stiftung plant außerdem ein Förderprogramm, um die preisgekrönten Wettbewerbsideen zu verwirklichen. Einsendeschluß ist der 31. Dezember 1998. Die ausführlichen Teilnahmebedingungen sind bei der Körber-Stiftung, Stichwort USable, 21027 Hamburg, Tel. 040/7250-4475, Fax 040/7250-3922 oder unter http:\\www. usable.de erhältlich. Zg.
Ernährungsberatung am DIfE
Das Deutsche Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke(DIfE) eröffnete kürzlich sein Ernährungsberatungszenrum wieder, Dr. Wolfgang Lüder, Ernährungswissenschaftler, und Christine Hofmann, Diätassistentin, bieten wissenschaftich begründete Ernährungsberatung für jedermann an.
Ernährungsberatung hat die Aufgabe, auf die Ursachen von ernährungsabhängigen Gesundheitsgefährdungen aufmerksam zu machen und auf deren Beseitigung durch Aufklärung und persönliche Beratung hinzuwirken. Angeboten werden neben Kursen zur Gewichtsreduktion auch individuelle Ernährungsberatungen, insbesondere für Personen mit ernährungsabhängigen Gesundheitsstörungen sowie genetisch bedingten Stoffwechselerkrankungen. Weitere Informationen sind zu erhalten beim Ernährungsberatungszentrum am Deutschen Institut für Ernährungsforschung, Arthur-Scheunert-Allee 155, 14558 Bergholz-Rehbrücke, Tel. 033200/88469. Sprechstunden finden montags, dienstags, mittwochs von 12.00 bis 18.00 Uhr, donnerstags und freitags von 9.00 bis 15.00 Uhr und nach Vereinbarung statt. DIE
Nachwuchswissenschaftler auf der EXPO 2000
300 junge Wissenschaftler aus aller Welt erhalten die Möglichkeit, auf der„EXPO 2000 Hannover“ ihre Ideen zu präsentieren. Auf die weltweite öffentliche Ausschreibung können sich angehende Wissenschaftler bis 35 Jahre bewerben, deren Arbeiten sich mit dem zentralen Thema der EXPO „Mensch— Natur— Technik“ beschäftigen. Das Vorhaben wendet sich unter dem Titel „Shaping the Future“(Die Zukunft gestalten) an Geistes- und Sozialwissenschaftler, Naturwissenschaftler, Mediziner und Ingenieure,
Finanziell wird„Shaping the Future“ durch die Volkswagen-Stiftung ermöglicht, die dafür eine Million Mark zur Verfügung gestellt hat. Die eingereichten Arbeiten werden einem international besetzten Gutachtergremium aus renommierten Wissenschaftlern zur Endauswahl vorgelegt.
Die Verfasser der 300 besten Arbeiten werden eingeladen, zur EXPO 2000 zu kommen und ihre Ergebnisse in einem Forum im Themenpark vorzustellen. Dieses Forum soll das Publikum an Forschungsthemen und Ergebnisse aus Forschungseinrichtungen der ganzen Welt heranführen. Weitere Informationen sind zu erhalten bei Dr. Hans Schroeder und Susanne Oetzmann von der Universität Hannover, Forschungs- und Technologiekontaktstelle, Tel. 0511/762-2994, VW
PUTZ 5/98
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