Hochschulzusammenarbeit mit der Ukraine
Die Hochschulrektorenkonferenz(HRK) hat mit dem Rektorenverband der Ukraine ein Abkommen über die Anerkennung von Studienleistungen und Abschlüssen geschlossen. Dies ist das erste Abkommen mit einem osteuropäischen Land. Die Vereinbarung wird durch Empfehlungen für die Anerkennung von Studienleistungen und Abschlüsse den Austausch von Studierenden und Nachwuchswissenschaftlern zwischen der Bundesrepublik und der Ukraine erleichtern, so HRK-Präsident Prof. Dr. Klaus Landfried. ‚Vor dem Hintergrund der Vielzahl von neu gegründeten privaten, noch nicht akkreditierten Hochschulen kann die Vereinbarung auch der Qualitätssicherung von Studienangeboten dienen.“ Die Empfehlungen basieren auf der Arbeit einer gemischten Kommission, die sich zuvor mit den Studieninhalten und Prüfungsordnungen in beiden Ländern intensiv auseinandergesetzt hat. Mit dem Beitritt zu dem Abkommen können sich die Mitgliedshochschulen beider Organisationen auf die darin enthaltenen Regelungen berufen, ohne zusätzliche bilaterale Absprachen treffen zu müssen. HRK
HRK-Jahresversammlung
Die Jahresversammlung der Hochschulrektorenkonferenz(HRK) im Mai 1998 an der Freien Universität Berlin stand unter dem zentralen Thema„Profilbildung und Zusammenarbeit“.
HRK-Präsident Prof, Dr. Klaus Landfried hatte im Vorfeld mehr Selbststeuerungsmöglichkeiten für die Hochschulen auch bei Finanzen, Personal und Organisation angemahnt, Die Ziele der Hochschulentwicklung sollten zwischen Hochschulen und Land partnerschaftlich vereinbart werden.„Der Staat sollte dabei Planungssicherheit und mittelfristig verläßliche Rahmenbedingungen insbesondere in rechtlicher und finanzieller Hinsicht gewährleisten“, sagte er.„Insofern ist Berlin mit der großzügig bemessenen Experimentierklausel für das Hochschulgesetz und den Hochschulverträgen unter dem Druck der finanziellen Entwicklung einen Weg gegangen, der für die Hochschulen trotz aller finanziellen Restriktionen zum Erfolg führen könnte.“
Gleichzeitig plädierte Landfried dafür, von der Vorstellung Abschied zu nehmen, eine Hochschule könne jeweils ein vollständiges Fächerspektrum mit all seinen Differenzierungen auf international konkurrenzfähigem Niveau anbieten.„Die Universität der Zukunft wird eine in diesem Sinne unvollständige Universität sein und daher Kooperationspartner suchen“, so seine Einschätzung. Dies bedeute aber keineswegs das Ende der Verbindung von Lehre und Forschung.
| nrormer— N
Auch die sogenannten„kleinen Fächer“ dürften im Zuge der Profilierung nicht erdrückt werden. Landfried regte an zu prüfen, ob Sonderforschungsbereiche oder Forschergruppen mit fachlich ähnlichen Schwerpunktprogrammen verknüpft werden sollten. In solchen Fällen könnten Sonderforschungsbereiche als lokale Konzentrationen von Forschungsvorhaben„Leitprojekte“ in Schwerpunktprogrammen darstellen und zu einer engeren überregionalen Forschungsvernetzung führen. pm
Neuer Blick auf kleinste Strukturen
Der Hauptausschuß der Deutschen Forschungsgemeinschaft(DFG) hat eine Großgeräteinitiative„Hochauflösende Elektronenmikroskopie“ beschlossen. Mit rund 13 Millionen Mark fördert die DFG in den nächsten Jahren acht neue Geräte, darunter drei Subängström-Transmissions-ElektronenmikroSskope(SATEM), mit denen eine bislang unerreichte Auflösung erzielt werden kann.
Am Forschungszentrum in Jülich und am Max-Planck-Institut für Metallforschung in Stuttgart sollen die beiden weltweit ersten Mikroskope dieser Art im Wert von vier und 5,5 Millionen Mark nach ihrer Fertigstellung in drei bis fünf Jahren in Betrieb genommen werden. Ein weiteres Cerät erhält später die Universität Münster. Die höchstauflösenden Mikroskope werden erstmals einen Einblick in die Größenordnung unterhalb eines Ängströms erlauben. Ein Ängström ist die Maßeinheit für einen zehnmilliardstel Meter und wird als Einheit für Lichtwellenlängen und Atomradien verwendet. DFG
Weiterbildung für jedermann
Im Wintersemester 1997/98 nutzten insgesamt 127 Gasthörer die Möglichkeit, auch ohne formelle Hochschulzugangsberechtigung, wie Abitur oder Fachhochschulreife, einzelne Kurse oder Lehrveranstaltungen an brandenburgischen Hochschulen zu besuchen. Fast die Hälfte waren Frauen, etwa jeder siebente besaß eine ausländische Staatsangehörigkeit.
Der bundesweit beobachtete Trend des Gaststudiums von älteren Menschen ist in Brandenburg noch nicht erkennbar. Während der Anteil der Casthörer im Alter von 60 Jahren und älter im Bundesdurchschnitt in den vergangenen Wintersemestern immer über 20 Prozent lag, nahmen die Caststudierenden dieser Altersgruppe im Land Brandenburg nicht einmal 10 Prozent ein. Zwei Drittel aller Gasthörer belegten Lehrveranstaltungen der Fächergruppen Sprach- und Kulturwissenschaften und Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Weitere 20 Prozent entfielen auf die Fächergruppe Kunst und Kunstwissenschaft. DS
Sonderprogramm Biowissenschaften
Der Deutsche Akademische Austauschdienst(DAAD) bietet hervorragenden deutschen promovierten Nachwuchswissenschaftlern auf dem Gebiet der Biowissenschaften Stipendien für Forschungsaufen:halte in Brasilien, der VR China(einschliehlich Hongkong) und Indonesien an. Umgekehrt steht das Programm auch Wisser:schaftlern aus diesen Ländern für Aufen:halte in Deutschland offen.
Ein bis maximal zwei Jahre können sie aın Institut des ausländischen bzw. deutschen Gastgebers intensiv forschen und künftigs größere Projekte im Rahmen der Wisse::schaftlich-Technologischen Zusammena-beit(WTZ) vorbereiten. Vorhaben, die ein: industrielle Verwertbarkeit erwarten lasse: werden vom DAAD bevorzugt gefördert. Bewerber sollten bei Stipendienantritt nic}:t älter als 38 Jahre sein und ihre Promotion vcr Vollendung des 30. Lebensjahres mit sel r gutem Ergebnis abgeschlossen haben. Di: Kontakte zum vorgesehenen ausländischen Gastgeber muß der Bewerber selbst knürfen. Bei der Beurteilung der Bewerbung wir 1 besonderes Gewicht auf eine klare und au: führliche Begründung des Forschungsvorhebens gelegt. Der monatliche Grundbetra 7 der Stipendien für Deutsche beträgt run 2.500 Mark zuzüglich des Auslands- un 1 gegebenenfalls Familienzuschlages. Bewerbungstermin für 1998 ist der 15. Oltober. Bewerbungsunterlagen und weiter? Informationen sind erhältlich bei Ludwi 7 Becker, DAAD, Referat 423, Postfach 20040: 53134 Bonn, Tel. 0228/882-560, E-ma’': biotech@daad.de oder im Internet unter http://www.daad.de/aktuelles. DAA)
A 1
Seite 28
PUTZ 5/98