Heft 
(1.1.2019) 05
Einzelbild herunterladen

Hochschulzusammenarbeit mit der Ukraine

Die Hochschulrektorenkonferenz(HRK) hat mit dem Rektorenverband der Ukraine ein Abkommen über die Anerkennung von Stu­dienleistungen und Abschlüssen geschlos­sen. Dies ist das erste Abkommen mit einem osteuropäischen Land. Die Vereinbarung wird durch Empfehlungen für die Anerken­nung von Studienleistungen und Abschlüs­se den Austausch von Studierenden und Nachwuchswissenschaftlern zwischen der Bundesrepublik und der Ukraine erleichtern, so HRK-Präsident Prof. Dr. Klaus Landfried. ‚Vor dem Hintergrund der Vielzahl von neu gegründeten privaten, noch nicht akkredi­tierten Hochschulen kann die Vereinbarung auch der Qualitätssicherung von Studienan­geboten dienen. Die Empfehlungen basie­ren auf der Arbeit einer gemischten Kommis­sion, die sich zuvor mit den Studieninhalten und Prüfungsordnungen in beiden Ländern intensiv auseinandergesetzt hat. Mit dem Beitritt zu dem Abkommen können sich die Mitgliedshochschulen beider Organisatio­nen auf die darin enthaltenen Regelungen berufen, ohne zusätzliche bilaterale Abspra­chen treffen zu müssen. HRK

HRK-Jahresversammlung

Die Jahresversammlung der Hochschulrek­torenkonferenz(HRK) im Mai 1998 an der Freien Universität Berlin stand unter dem zentralen ThemaProfilbildung und Zusam­menarbeit.

HRK-Präsident Prof, Dr. Klaus Landfried hat­te im Vorfeld mehr Selbststeuerungsmög­lichkeiten für die Hochschulen auch bei Fi­nanzen, Personal und Organisation ange­mahnt, Die Ziele der Hochschulentwicklung sollten zwischen Hochschulen und Land partnerschaftlich vereinbart werden.Der Staat sollte dabei Planungssicherheit und mittelfristig verläßliche Rahmenbedingun­gen insbesondere in rechtlicher und finanzi­eller Hinsicht gewährleisten, sagte er.Inso­fern ist Berlin mit der großzügig bemessenen Experimentierklausel für das Hochschulge­setz und den Hochschulverträgen unter dem Druck der finanziellen Entwicklung einen Weg gegangen, der für die Hochschulen trotz aller finanziellen Restriktionen zum Er­folg führen könnte.

Gleichzeitig plädierte Landfried dafür, von der Vorstellung Abschied zu nehmen, eine Hochschule könne jeweils ein vollständiges Fächerspektrum mit all seinen Differenzie­rungen auf international konkurrenzfähigem Niveau anbieten.Die Universität der Zu­kunft wird eine in diesem Sinne unvollstän­dige Universität sein und daher Kooperati­onspartner suchen, so seine Einschätzung. Dies bedeute aber keineswegs das Ende der Verbindung von Lehre und Forschung.

| nrormer N

Auch die sogenanntenkleinen Fächer dürf­ten im Zuge der Profilierung nicht erdrückt werden. Landfried regte an zu prüfen, ob Sonderforschungsbereiche oder Forscher­gruppen mit fachlich ähnlichen Schwer­punktprogrammen verknüpft werden soll­ten. In solchen Fällen könnten Sonderfor­schungsbereiche als lokale Konzentrationen von ForschungsvorhabenLeitprojekte in Schwerpunktprogrammen darstellen und zu einer engeren überregionalen Forschungs­vernetzung führen. pm

Neuer Blick auf kleinste Strukturen

Der Hauptausschuß der Deutschen For­schungsgemeinschaft(DFG) hat eine Groß­geräteinitiativeHochauflösende Elektronen­mikroskopie beschlossen. Mit rund 13 Mil­lionen Mark fördert die DFG in den nächsten Jahren acht neue Geräte, darunter drei Sub­ängström-Transmissions-Elektronenmikro­Sskope(SATEM), mit denen eine bislang un­erreichte Auflösung erzielt werden kann.

Am Forschungszentrum in Jülich und am Max-Planck-Institut für Metallforschung in Stuttgart sollen die beiden weltweit ersten Mikroskope dieser Art im Wert von vier und 5,5 Millionen Mark nach ihrer Fertigstellung in drei bis fünf Jahren in Betrieb genommen werden. Ein weiteres Cerät erhält später die Universität Münster. Die höchstauflösenden Mikroskope werden erstmals einen Einblick in die Größenordnung unterhalb eines Äng­ströms erlauben. Ein Ängström ist die Maß­einheit für einen zehnmilliardstel Meter und wird als Einheit für Lichtwellenlängen und Atomradien verwendet. DFG

Weiterbildung für jedermann

Im Wintersemester 1997/98 nutzten insge­samt 127 Gasthörer die Möglichkeit, auch ohne formelle Hochschulzugangsberechti­gung, wie Abitur oder Fachhochschulreife, einzelne Kurse oder Lehrveranstaltungen an brandenburgischen Hochschulen zu besuchen. Fast die Hälfte waren Frauen, etwa jeder siebente besaß eine ausländi­sche Staatsangehörigkeit.

Der bundesweit beobachtete Trend des Gaststudiums von älteren Menschen ist in Brandenburg noch nicht erkennbar. Wäh­rend der Anteil der Casthörer im Alter von 60 Jahren und älter im Bundesdurchschnitt in den vergangenen Wintersemestern immer über 20 Prozent lag, nahmen die Caststudie­renden dieser Altersgruppe im Land Bran­denburg nicht einmal 10 Prozent ein. Zwei Drittel aller Gasthörer belegten Lehrveran­staltungen der Fächergruppen Sprach- und Kulturwissenschaften und Rechts-, Wirt­schafts- und Sozialwissenschaften. Weitere 20 Prozent entfielen auf die Fächergruppe Kunst und Kunstwissenschaft. DS

Sonderprogramm Biowissenschaften

Der Deutsche Akademische Austausch­dienst(DAAD) bietet hervorragenden deut­schen promovierten Nachwuchswissen­schaftlern auf dem Gebiet der Biowissen­schaften Stipendien für Forschungsaufen:­halte in Brasilien, der VR China(einschlieh­lich Hongkong) und Indonesien an. Umge­kehrt steht das Programm auch Wisser:­schaftlern aus diesen Ländern für Aufen:­halte in Deutschland offen.

Ein bis maximal zwei Jahre können sie aın Institut des ausländischen bzw. deutschen Gastgebers intensiv forschen und künftigs größere Projekte im Rahmen der Wisse::­schaftlich-Technologischen Zusammena-­beit(WTZ) vorbereiten. Vorhaben, die ein: industrielle Verwertbarkeit erwarten lasse: werden vom DAAD bevorzugt gefördert. Bewerber sollten bei Stipendienantritt nic}:t älter als 38 Jahre sein und ihre Promotion vcr Vollendung des 30. Lebensjahres mit sel r gutem Ergebnis abgeschlossen haben. Di: Kontakte zum vorgesehenen ausländischen Gastgeber muß der Bewerber selbst knür­fen. Bei der Beurteilung der Bewerbung wir 1 besonderes Gewicht auf eine klare und au: führliche Begründung des Forschungsvorhe­bens gelegt. Der monatliche Grundbetra 7 der Stipendien für Deutsche beträgt run 2.500 Mark zuzüglich des Auslands- un 1 gegebenenfalls Familienzuschlages. Bewerbungstermin für 1998 ist der 15. Ol­tober. Bewerbungsunterlagen und weiter? Informationen sind erhältlich bei Ludwi 7 Becker, DAAD, Referat 423, Postfach 20040: 53134 Bonn, Tel. 0228/882-560, E-ma': biotech@daad.de oder im Internet unter http://www.daad.de/aktuelles. DAA)

A 1

Seite 28

PUTZ 5/98