Roman Herzog-Stipendien für osteuropäische Wissenschaftler
Die Alexander von Humboldt-Stiftung hat 44 Roman Herzog-Stipendien an jüngere herausragende Nachwuchswissenschaftler aus Mittel- und Osteuropa verliehen.
Zehn Stipendien gingen an polnische Wissenschaftler, neun an Forscher aus Ungarn und sieben Verleihungen nach Rumänien. Angesichts der äußerst schwierigen Situation der Wissenschaft in Rumänien wurde dieses gute Abschneiden besonders positiv gewertet, ebenso die jeweils fünf Stipendien für den wissenschaftlichen Nachwuchs aus Bulgarien und Jugoslawien. Das Sonderprogramm stand Bewerbern aller Disziplinen offen. Aus den Naturwissenschaften erhielten 20 Bewerber ein Stipendium, 19 Stipendien gingen an Wissenschaftler aus Geistes- und Sozialwissenschaften, und fünf Stipendien wurden Ingenieurwissenschaftlern verliehen. In der Ausschreibung waren die Rechts- und WirtSchaftswissenschaften besonders erwähnt worden. Dennoch konnten nur zwei Stipendien an Wirtschaftswissenschaftler vergeben werden. Aus diesem Bereich gingen nur fünf Bewerbungen ein—- ein Indiz, daß die Wirtschaftswissenschaften in den Reformstaaten Mittel- und Osteuropas noch dringenden Aufbaubedarf haben. Die Mittel für das einmalige Sonderprogramm stellten Sponsoren aus der deutschen Wirtschaft zur Verfügung. Mit dem Roman Herzog-Stipendium erhalten die jungen Wissenschaftler die Gelegenheit zu einem Forschungsaufenthalt in Deutschland an einem Gastinstitut ihrer Wahl. Der Forschungsaufenthalt gliedert sich in einen Erstaufenthalt von sechs Monaten im Laufe des Jahres 1998 sowie von je zwei weiteren Monaten in den Jahren 1999 und 2000. Diese Aufteilung soll den Stipendiaten einerseits den langfristigen Kontakt zu den deutschen Fachkollegen, andererseits aber auch den Verbleib am Heimatinstitut ermöglichen, um so dem„brain drain“ qualifizierter Wissenschaftler aus ihren Heimatländern entgegenzuwirken. AvH
Dramatische Talfahrt des BAföG
Zu den ersten Ergebnissen der 15. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks (DSW) äußerte sich der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz(HRK), Prof. Dr. Klaus Landfried.
Die Studie belege, daß die Dringlichkeit und Notwendigkeit einer grundlegenden BAföG-Reform größer denn je sei. Der Anteil der geförderten Studierenden sei mit 17 Prozent in den alten und knapp über 30 Prozent in den neuen Bundesländern viel
zu gering. Wenn 1997 Bund und Länder 25 Prozent weniger Finanzmittel für die Ausbildungsförderung aufwendeten als 1994, müsse man sich über die Sorgen und die Verunsicherung bei den BAföG-berechtigten Studierenden nicht wundern, die die ständige Diskussion um sich laufend verändernde Förderungsbedingungen und modelle kaum noch nachvollziehen könnten.
Das BAföG macht bei Studierenden im Erststudium, die außerhalb des Elternhauses leben, durchschnittlich nur noch zehn Prozent(alte Länder) bzw. 17 Prozent(neue Länder) der monatlichen Gesamteinnahmen aus. Die restlichen Einnahmen kommen entweder von den Eltern oder aus eigener Erwerbstätigkeit, die sowohl in der Vorlesungszeit als auch in den Semesterferien stattfindet. Der erneute Anstieg der Erwerbsquote der Studierenden auf inzwischen 66 Prozent in West- und 56 Prozent in Ostdeutschland ist daher für Landfried ein weiteres, deutliches Signal für die Talfahrt des BAföG.„Die Hochschulen fordern die politischen Parteien auf, die grundlegende Reform der Studienfinanzierung weit oben auf der Prioritätenliste für politisches Handeln in der nächsten Legislaturperiode des Deutschen Bundestags zu plazieren“, so der HRK-Präsident. Die HRK begrüßt es, daß die Attraktivität der ostdeutschen Hochschulen für westdeutsche Abiturientinnen und Abiturienten deutlich zunimmt und 1997 bereits 23 Prozent der Studierenden an ostdeutschen Hochschulen aus Westdeutschland stammen. Dies sei auch Ausdruck der Qualität von Studienangeboten und-bedingungen an ostdeutschen Hochschulen. HRK
DAAD-Jahresbilanz 1997
„Die Gesamtbilanz des Deutschen Akademischen Austauschdienstes(DAAD) für das Jahr 1997 stellt sich trotz des enormen Einspardrucks der öffentlichen Haushalte insgesamt erfreulich dar“, stellte dessen Präsident Prof. Dr. Theodor Berchem bei der Vorstellung des DAAD-Jahresberichts in Bonn fest. Mit insgesamt 56.652 geförderten Personen wurden erneut mehr Stipendiaten ins Ausland geschickt und nach Deutschland eingeladen als im Jahr zuvor. Der DAAD hat 1997 sein Förderungsinstrumentarium erweitert und eine ganze Reihe neuer Programme aufgelegt, wobei Asien, Mittel- und Osteuropa sowie Lateinamerika im Vordergrund standen. Bei vielen dieser Programme gab es ausländische Finanzierungsbeiträge, oder die deutsche Wirtschaft leistete Hilfe. Die wichtigste Orientierung für die künftige Arbeit des DAAD bildet nun das„Aktionsprogramm zum Studien- und Wissenschaftsstandort Deutschland“ mit 30 konkreten Maßnahmen.
Deutschland als Studien- und Wissen Schaftsstandort sollte, so Berchem dazu, wieder eine der ersten Adressen für die akademischen Nachwuchseliten aus dem Ausland werden. Der Anteil ausländischer Studierender und Graduierter an deutschen Hochschulen müsse sich deshalb in den nächsten zehn Jahren auf zehn Prozent ver doppeln.
Auch in der internationalen Ausbildung des eigenen Nachwuchses sollte die Bun desrepublik eine führende Rolle spielen Zu diesem Zweck strebe man in den näch sten zehn Jahren eine Erhöhung des An teils der Hochschulabsolventen mit minde stens einem Semester Auslandsstudium um etwa das Doppelte an. Zudem bleibe eine stärkere Internationalisierung de: Hochschulen eines der Ziele. Internationa lität müsse ein integraler Bestandteil eine: wettbewerbsorientierten Profilbildunc werden. Voraussetzung für alle Vorhaber allerdings seien ihnen förderliche Rah menbedingungen, die entscheidend de: Bund beeinflußt. Dies gelte zunächst vor dergründig für die politisch-administrative Ebene. Notwendige Verbesserungen be den finanziellen Gegebenheiten stünder außerdem auf der Tagesordnung. ‚Wir be grüßen ausdrücklich die Erklärung vor Bundesaußenminister Dr. Klaus Kinkel, be den Einsparungen im Budget der Auswär tigen Kulturpolitik sei nunmehr das Ende der Fahnenstange erreicht“, so Berchem „Was wir jetzt brauchen, ist eine Trend wende zugunsten zukunftsinvestiver Poli tikbereiche, zu denen der akademische Austausch gehört. Nur so lassen sich die genannten anspruchsvollen Zielsetzunger verwirklichen.“ DAAL
IMPRESSUM ISSN 0947-1650 PUTZ. Die Potsdamer Universitätszeitung
Herausgeber: Der Rektor der Universität Potsdam, Prof. Dr. Wolfgang Loschelder
Redaktion: Referat für Presse-, Öffentlichkeits- und Kulturarbeit; Dr. Barbara Eckardt(B.E.)(v.i.S.d.P), Petra Görlich (PG.), Dr. Antonia Rötger(ar)
Texterfassung: Andrea Benthien Titel: Nils Zimmermann, Eska Tribukeit
Anschrift der Redaktion:
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Internet: http://www.uni-potsdam.de/u/putz/index.htm
Redaktionsschluß
der Oktober-Ausgabe: Freitag, 11. September 1998 Nachdruck gegen Belegexemplar bei Quellen- und Autorenangabe frei.
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Es gilt Anzeigen-Preisliste Nr. 2(1.7.1997)
Anzeigenschluß der Oktober-Ausgabe: Montag, 28, September 1998
Seite 32
PUTZ 6/98