Heft 
(1.1.2019) 06
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Roman Herzog-Stipendien für osteuropäische Wissenschaftler

Die Alexander von Humboldt-Stiftung hat 44 Roman Herzog-Stipendien an jüngere her­ausragende Nachwuchswissenschaftler aus Mittel- und Osteuropa verliehen.

Zehn Stipendien gingen an polnische Wis­senschaftler, neun an Forscher aus Ungarn und sieben Verleihungen nach Rumänien. Angesichts der äußerst schwierigen Situa­tion der Wissenschaft in Rumänien wurde dieses gute Abschneiden besonders posi­tiv gewertet, ebenso die jeweils fünf Stipen­dien für den wissenschaftlichen Nach­wuchs aus Bulgarien und Jugoslawien. Das Sonderprogramm stand Bewerbern aller Disziplinen offen. Aus den Naturwissen­schaften erhielten 20 Bewerber ein Stipen­dium, 19 Stipendien gingen an Wissen­schaftler aus Geistes- und Sozialwissen­schaften, und fünf Stipendien wurden Inge­nieurwissenschaftlern verliehen. In der Ausschreibung waren die Rechts- und Wirt­Schaftswissenschaften besonders erwähnt worden. Dennoch konnten nur zwei Stipen­dien an Wirtschaftswissenschaftler verge­ben werden. Aus diesem Bereich gingen nur fünf Bewerbungen ein- ein Indiz, daß die Wirtschaftswissenschaften in den Re­formstaaten Mittel- und Osteuropas noch dringenden Aufbaubedarf haben. Die Mit­tel für das einmalige Sonderprogramm stellten Sponsoren aus der deutschen Wirt­schaft zur Verfügung. Mit dem Roman Her­zog-Stipendium erhalten die jungen Wis­senschaftler die Gelegenheit zu einem Forschungsaufenthalt in Deutschland an einem Gastinstitut ihrer Wahl. Der For­schungsaufenthalt gliedert sich in einen Erstaufenthalt von sechs Monaten im Lau­fe des Jahres 1998 sowie von je zwei weite­ren Monaten in den Jahren 1999 und 2000. Diese Aufteilung soll den Stipendiaten ei­nerseits den langfristigen Kontakt zu den deutschen Fachkollegen, andererseits aber auch den Verbleib am Heimatinstitut er­möglichen, um so dembrain drain quali­fizierter Wissenschaftler aus ihren Heimat­ländern entgegenzuwirken. AvH

Dramatische Talfahrt des BAföG

Zu den ersten Ergebnissen der 15. Sozialer­hebung des Deutschen Studentenwerks (DSW) äußerte sich der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz(HRK), Prof. Dr. Klaus Landfried.

Die Studie belege, daß die Dringlichkeit und Notwendigkeit einer grundlegenden BAföG-Reform größer denn je sei. Der An­teil der geförderten Studierenden sei mit 17 Prozent in den alten und knapp über 30 Prozent in den neuen Bundesländern viel

zu gering. Wenn 1997 Bund und Länder 25 Prozent weniger Finanzmittel für die Aus­bildungsförderung aufwendeten als 1994, müsse man sich über die Sorgen und die Verunsicherung bei den BAföG-berechtig­ten Studierenden nicht wundern, die die ständige Diskussion um sich laufend ver­ändernde Förderungsbedingungen und ­modelle kaum noch nachvollziehen könn­ten.

Das BAföG macht bei Studierenden im Erst­studium, die außerhalb des Elternhauses leben, durchschnittlich nur noch zehn Pro­zent(alte Länder) bzw. 17 Prozent(neue Länder) der monatlichen Gesamteinnah­men aus. Die restlichen Einnahmen kom­men entweder von den Eltern oder aus ei­gener Erwerbstätigkeit, die sowohl in der Vorlesungszeit als auch in den Semesterfe­rien stattfindet. Der erneute Anstieg der Erwerbsquote der Studierenden auf inzwi­schen 66 Prozent in West- und 56 Prozent in Ostdeutschland ist daher für Landfried ein weiteres, deutliches Signal für die Talfahrt des BAföG.Die Hochschulen fordern die politischen Parteien auf, die grundlegende Reform der Studienfinanzierung weit oben auf der Prioritätenliste für politisches Han­deln in der nächsten Legislaturperiode des Deutschen Bundestags zu plazieren, so der HRK-Präsident. Die HRK begrüßt es, daß die Attraktivität der ostdeutschen Hochschulen für westdeutsche Abiturien­tinnen und Abiturienten deutlich zunimmt und 1997 bereits 23 Prozent der Studieren­den an ostdeutschen Hochschulen aus Westdeutschland stammen. Dies sei auch Ausdruck der Qualität von Studienan­geboten und-bedingungen an ostdeut­schen Hochschulen. HRK

DAAD-Jahresbilanz 1997

Die Gesamtbilanz des Deutschen Akade­mischen Austauschdienstes(DAAD) für das Jahr 1997 stellt sich trotz des enormen Einspardrucks der öffentlichen Haushalte insgesamt erfreulich dar, stellte dessen Präsident Prof. Dr. Theodor Berchem bei der Vorstellung des DAAD-Jahresberichts in Bonn fest. Mit insgesamt 56.652 geförder­ten Personen wurden erneut mehr Stipen­diaten ins Ausland geschickt und nach Deutschland eingeladen als im Jahr zuvor. Der DAAD hat 1997 sein Förderungsinstru­mentarium erweitert und eine ganze Reihe neuer Programme aufgelegt, wobei Asien, Mittel- und Osteuropa sowie Lateinamerika im Vordergrund standen. Bei vielen dieser Programme gab es ausländische Finan­zierungsbeiträge, oder die deutsche Wirt­schaft leistete Hilfe. Die wichtigste Orientie­rung für die künftige Arbeit des DAAD bil­det nun dasAktionsprogramm zum Studi­en- und Wissenschaftsstandort Deutsch­land mit 30 konkreten Maßnahmen.

Deutschland als Studien- und Wissen Schaftsstandort sollte, so Berchem dazu, wieder eine der ersten Adressen für die akademischen Nachwuchseliten aus dem Ausland werden. Der Anteil ausländischer Studierender und Graduierter an deutschen Hochschulen müsse sich deshalb in den nächsten zehn Jahren auf zehn Prozent ver doppeln.

Auch in der internationalen Ausbildung des eigenen Nachwuchses sollte die Bun desrepublik eine führende Rolle spielen Zu diesem Zweck strebe man in den näch sten zehn Jahren eine Erhöhung des An teils der Hochschulabsolventen mit minde stens einem Semester Auslandsstudium um etwa das Doppelte an. Zudem bleibe eine stärkere Internationalisierung de: Hochschulen eines der Ziele. Internationa lität müsse ein integraler Bestandteil eine: wettbewerbsorientierten Profilbildunc werden. Voraussetzung für alle Vorhaber allerdings seien ihnen förderliche Rah menbedingungen, die entscheidend de: Bund beeinflußt. Dies gelte zunächst vor dergründig für die politisch-administrative Ebene. Notwendige Verbesserungen be den finanziellen Gegebenheiten stünder außerdem auf der Tagesordnung. ‚Wir be grüßen ausdrücklich die Erklärung vor Bundesaußenminister Dr. Klaus Kinkel, be den Einsparungen im Budget der Auswär tigen Kulturpolitik sei nunmehr das Ende der Fahnenstange erreicht, so Berchem Was wir jetzt brauchen, ist eine Trend wende zugunsten zukunftsinvestiver Poli tikbereiche, zu denen der akademische Austausch gehört. Nur so lassen sich die genannten anspruchsvollen Zielsetzunger verwirklichen. DAAL

IMPRESSUM ISSN 0947-1650 PUTZ. Die Potsdamer Universitätszeitung

Herausgeber: Der Rektor der Universität Potsdam, Prof. Dr. Wolfgang Loschelder

Redaktion: Referat für Presse-, Öffentlichkeits- und Kultur­arbeit; Dr. Barbara Eckardt(B.E.)(v.i.S.d.P), Petra Görlich (PG.), Dr. Antonia Rötger(ar)

Texterfassung: Andrea Benthien Titel: Nils Zimmermann, Eska Tribukeit

Anschrift der Redaktion:

Am Neuen Palais 10, 14469 Potsdam,

Telefon(03 31) 9 77-1474 oder1496,-1665,-1675 Telefax(03 31) 9 77-1145 oder-1130

E-mail: putz@rz.uni-potsdam.de

Internet: http://www.uni-potsdam.de/u/putz/index.htm

Redaktionsschluß

der Oktober-Ausgabe: Freitag, 11. September 1998 Nachdruck gegen Belegexemplar bei Quellen- und Autorenangabe frei.

Verlag und Anzeigenverwaltung

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Es gilt Anzeigen-Preisliste Nr. 2(1.7.1997)

Anzeigenschluß der Oktober-Ausgabe: Montag, 28, September 1998

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