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(1.1.2019) 06
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der verbundenen, viergeschossigen Einzel­gebäuden, die sich mit ihrer Bauhöhe unter­halb der Baumwipfel halten. Die Fassade der modernen Bauten benutzt die gleichen gelben Klinker mit roten Zierstreifen wie die historischen Gebäude. So lehnt sich der Neubau mit seinen Stilelementen unter Wahrung des Landschaftsschutzes an die Solitärbauten der traditionsreichen Institu­‚je des Telegrafenberges an. GFZ

Wissenschaftsrat zum Teilzeitstudium

Seit einigen Jahren zeichnet sich der Trend ab, daß die Studierenden die für das Studi­ım aufgebrachte Zeit zugunsten von Er­werbstätigkeiten reduzieren. Mit den Emp­fehlungen zur Differenzierung des Studi­ıms durch Teilzeitstudienmöglichkeiten trägt der Wissenschaftsrat diesen Verände­rungen im Studierverhalten Rechnung.

Für Studierende mit Familienpflichten und für diejenigen, die eine Verbindung mit be­ruflicher Praxis während ihres Studiums ıalten oder aufbauen wollen, sollten da­ıach Teilzeitstudienmöglichkeiten eröffnet werden. Niveau, Art und Umfang der Stu­ldienanforderungen sollten dabei insge­zamt nicht von einem vergleichbaren Voll­zeitstudium abweichen. Deshalb sei auch Jei Teilzeitstudien eine zeitliche Obergren­ze notwendig. Nach Auffassung des Wis­zenschaftsrates kann sie die für ein Voll­zeitstudium vorgesehene Regelstudienzeit ım bis zu zwei Drittel überschreiten. Die vom Wissenschaftsrat empfohlene Modu­arisierung von Studiengängen in Verbin­lung mit Leistungspunktsystemen erhöht lie Transparenz der Studiengangsstruktur, stärkt die Selbstverantwortung der Studie­‚enden und ermöglicht die Anerkennung von in der beruflichen Praxis erbrachten, studiengangsbezogenen Leistungen. Auch lie Einführung eines Studiensystems mit gestuften Abschlüssen kann die Möglich­keiten der individuellen Studien- und Be­rufsplanung erweitern. WR

Neue Personalstellen­statistik vorgelegt

Im Jahr 1996 standen den Hochschulen 323.259 Personalstellen zur Verfügung. Ge­genüber dem Vorjahr ist der Stellenbestand leicht zurückgegangen. Dies geht aus den Zahlen der neuesten Umfrage des Wissen­schaftsrates bei den Ländern hervor, die in dem BandPersonalstellen der Hochschu­len 1996 veröffentlicht sind. Die seit 1992 deutlichen Stellenverluste in den neuen Ländern haben sich in abgeschwächter Form fortgesetzt. In den alten Ländern hat sich der Stellenbestand auf dem Niveau der Vorjahre gehalten. Die Statistiken zeigen, daß sich die Personalstellenstruktur an den

Hochschulen der neuen Länder sukzessiv an die des früheren Bundesgebietes ange­glichen hat. Die Entwicklung des Stellen­bestandes verlief nach Hochschularten un­terschiedlich. So ist der Stellenbestand an den Fachhochschulen seit 1992 kontinuiertlich gestiegen. 1996 gab es ge­genüber dem Vorjahr einen Anstieg um 973 Stellen(3,7 Prozent) auf 27.287. In den neu­en Ländern hat sich die Stellenentwicklung mit dem im wesentlichen abgeschlossenen Ausbau der Fachhochschulen verlangsamt. Trotz Stellenrückgangs hat sich die Betreu­ungsrelation an den Hochschulen seit An­fang der 90er Jahre geringfügig verbessert. Auf eine Stelle wissenschaftliches Personal entfielen im Jahr 1991 in den alten Ländern noch 21 Studierende; 1996 waren es für das gesamte Bundesgebiet 18 Studierende. Mit dem sukzessiven Stellenabbau in den neu­en Ländern bei gleichzeitig steigenden Studentenzahlen nähert sich die Betreu­ungsrelation für das Bundesgebiet langsam an die ungünstigen Werte der alten Länder vor der deutschen Vereinigung an.

Auch an den Fachhochschulen ist die Zahl der Studierenden pro Stelle wissenschafftli­Ches Personal zurückgegangen, von 28 im Jahr 1993 auf 26 in 1996. Während sich in den neuen Ländern die Betreuungsrelatio­nen mit der Nachfrage nach dieser Hoch­schulart verschlechtert haben, führten in den alten Ländern spezielle Ausbaupro­gramme für Fachhochschulen zu günstige­ren personellen Ausstattungszahlen.

Die VeröffentlichungPersonalstellen der Hochschulen 1996(Drs. 3502/98) kann bei der Geschäftsstelle des Wissenschaftsrates schriftlich angefordert werden. pm.

Hochschulbau bleibt unterfinanziert

Der Wissenschaftsrat hat in Mainz Empfeh­lungen für den Hochschulbau in den Jahren 1999-2002 verabschiedet. Im Ergebnis be­ziffert das Gremium den Finanzbedarf für empfohlene Vorhaben von 1999 bis zum Jahr 2002 auf 15,8 Mrd. DM. Allein für 1999 sind danach 4,7 Mrd. DM erforderlich. Da­von entfallen rund 32 Prozent auf die Medi­zin und rund 17 Prozent auf die Fachhoch­schulen. Zu den empfohlenen neuen Vorha­ben zählen beispielsweise der erste Bauab­schnitt für das Klinikum Jena-Lobeda und ein Neubau für die Universitätsbibliothek in Greifswald.

Die Finanzsituation der Gemeinschaftsauf­gabe Hochschulbau bleibt auch weiterhin außerordentlich angespannt. Zwar liegt das Empfehlungsvolumen um rund 600 Mio. DM unterhalb dessen, was für das erste Jahr des vorausgegangenen Rahmenplans empfohlen worden war. Diese Reduktion geht jedoch fast vollständig zu Lasten der Großgeräte, deren Finanzanteile gegen­

über den Anmeldungen der Länder erst­mals deutlich gekürzt wurden. Der Wissen­schaftsrat reagiert damit auf die Praxis des zuständigen Bund-Länder-Gremiums, das in den vergangenen Jahren die vom Wis­senschaftsrat erforderlich erachteten Fi­nanzansätze für Großgeräte zuletzt um mehr als 50 Prozent gekürzt hatte, um den festgeschriebenen Rahmen der mittelfristi­gen Finanzplanung einhalten zu können. Der Bund hat den Empfehlungen zum Rah­menplan für den Hochschulbau in der Sa­che, nicht jedoch im Hinblick auf das für erforderlich erachtete Mittelvolumen von 4,7 Mrd. DM zugestimmt. Für das erste Jahr des Rahmenplans werden voraussichtlich nur 3,6 Mrd. DM zur Verfügung stehen. Darüber hinaus zeichnet sich ab, daß die Einbeziehung von Finanzierungskosten bei Leasingvorhaben in die Gemeinschaftsauf­gabe Hochschulbau zu erheblichen zusätz­lichen Belastungen des ohnehin unterkri­tischen Mittelkontingents von 3,6 Mrd. DM führen wird. Der Wissenschaftsrat hat von Beginn an auf diese Gefahr hingewiesen, sich jedoch mit seinem Anliegen, Zinslasten auch bei Leasingvorhaben aus dem Etat der Finanzminister zu finanzieren, nicht durchsetzen können. WR

DAAD-Außenstelle eröffnet

Am 9. Juni 1998 wurde in Warschau die Au­Benstelle des Deutschen Akademischen Austauschdienstes(DAAD) offiziell eröffnet. Polen sei für den DAAD mittlerweile der wichtigste Partner in Mittel- und Osteuropa geworden, so DAAD-Präsident Berchem bei der Einweihung.

Bereits vor 40 Jahren vergab der DAAD die ersten Stipendien an polnische Studieren­de für einen Studienaufenthalt in der Bun­desrepublik. Bis 1970 wurden insgesamt rund 600 Personen gefördert. Im Laufe von nur zehn Jahren stieg schließlich die Zahl der Studienaufenthalte um das Fünffache auf insgesamt 3.200. Seit dem Inkrafttreten des deutsch-polnischen Vertrages im Jahre 1991 sind es inzwischen jährlich rund 3.200 Wissenschaftler, Graduierte und Studenten, deren Studien und Forschungen der DAAD im jeweils anderen Land fördert. Dabei entfallen circa 75 Prozent auf den Aufenthalt polnischer Gäste an deutschen Hochschu­len und Forschungsstätten sowie 25 Prozent auf den von Deutschen an polnischen Uni­versitäten. Von 322 unterschiedlichsten Ko­operationen zwischen deutschen und pol­nischen Hochschulen fördert der DAAD 130 vertraglich besiegelte Partnerschaften. Zur Zeit arbeiten 26 DAAD-Lektoren im Fachge­biet Deutsche Sprache, Literatur und Lan­deskunde an polnischen Universitäten und Hochschulen. Damit ist Polen im Vergleich zu den übrigen Ländern Mittel- und Ost­europas Spitzenreiter. pm.

PUTZ 6/98

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