Deutsch-Russische Begegnungen im Zeitalter der Aufklärung
Die Stiftung Preußische Schlösser und Cärten zeigt noch bis 16. August 1998 in der Orangerie im Neuen Garten in Potsdam die Ausstellung„Deutsch-Russische Begegnungen im Zeitalter der Aufklärung“. Anhand von Reproduktionen zeitgenössischer Dokumente und Porträts aus deutschen und russischen Archiven und Bibliotheken berichtet die Ausstellung über die Begegnungen von Deutschen und Russen im Zeitalter der Aufklärung. Sie wurde initiiert vom Schriftsteller und Menschenrechtler Lew Kopelew, der seit 1982 an der Wuppertaler Universität ein Projekt zur Erforschung deutsch-russischer Fremdenbilder leitete. Nach Wupptertal, Berlin, Halle, Speyer, Gotha, Eutin, Darmstadt, Köln und München ist die Exposition nun in Potsdam zu sehen. Sie war das letzte große Projekt von Lew Kopelew, der damit das Anliegen verband:„Deutsche und Russen müssen endlich die wahre Geschichte der gegenseitigen Beziehungen kennenlernen. Deshalb wandert unsere Ausstellung von Stadt zu Stadt in Rußland und Deutschland. Sie soll das Licht der Aufklärung ausstrahlen, die Ideen der geschwisterlichen Verbindungen zwischen unterschiedlichen Völkern. Heutzutage sind die Erkenntnisse aus der Vergangenheit, die Traditionen der freundschaftlichen Verbindungen zwischen Leibniz und Peter dem Großen, zwischen dem russischen Universalgelehrten LomonNOoSsow und seinen deutschen Kollegen und Freunden eben die guten Lehren der Geschichte, die eine fniedliche und humane Gegenwart und Zukunft aufzubauen helfen.“ Die Ausstellung ist täglich außer montags von 10.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Der Eintmitt ist frei. Stiftung
Allegorie auf die Versöhnung Friedrichs II. mit König Adolf Friedrich von Schweden und dem
russischen Zaren Peter II.(1762). Abb.: zg.
Grundsteinlegung für Internationales Begegnungszentrum
Kürzlich legte der brandenburgische Wissenschaftsminister Steffen Reiche den Grundstein für das Internationale Begegnungszentrum(IBZ). Wissenschaftler und Gastwissenschaftler der Potsdamer Hochschulen erhalten auf dem Campus der Fachhochschule in der Pappelallee ein neues Domizil. Gegenwärtig verfügen die Hochschulen nur über geringe Unterbringungsmöglichkeiten für Gäste. Räumliche Möglichkeiten für die Kommunikation der internationalen Gastwissenschaftler untereinander und mit ihren deutschen Kollegen fehlen völlig. Das Objekt soll zum Jahresende 1998 übergeben werden. Die Innutzungnahme ist für Anfang 1999 vorgesehen.
Das IBZ Potsdam wird über 24 Wohneinheiten verfügen, davon vier Einraum-, fünf Zweiraum-, vier Dreiraum- und eine Vierraumwohnung. Hinzu kommen 120 qm Begegnungsfläche. Das IBZ Potsdam wurde aus Mitteln des Hochschulentwicklungsprogramms(HEP) finanziert und auf vertraglicher Basis von der Alexander von Humboldt-Stiftung vorbereitet und ausgeführt. Der finanzielle Aufwand ohne Grundstück beträgt ca. 5,1 Mio. DM.
Bei der Grundsteinlegung betonte Minister Reiche:„Erst die persönlichen Begegnungen und Beziehungen zwischen Wissenschaftlern und nicht schon deren bloße Kommunikation, selbst mittels Bildtelefon oder Videokonferenzschaltung schaffen eine angenehme und erfolgreiche Atmosphäre.“ Aufgabe des IBZ sei nicht allein die Lösung der Wohnprobleme der Gastwissenschaftler. Vielmehr bilde erst die Verbindung des Wohnens mit den räumlichen Möglichkeiten des Gedankenaustausches die Voraussetzung für ein intensives Gespräch. MWFK
Institut für Medienpraxis und Medienwissenschaft gegründet
Neu etabliert in der Potsdamer Wissenschafts- und Forschungslandschaft hat sich das Erich Pommer Institut e.V. für Medienpraxis und Medienwissenschaft(EPI). Finanzielle Förderung kommt von der AGICOA Urheberschutz GmbH. Die Installierung des Instituts geht auf eine Initiative der Landesregierung Brandenburg zurück. Hauptanliegen des EPI ist die praxisnahe Weiterbildung am Standort Babelsberg. Gemeinsam mit seinen Partnern aus Wissenschaft und Praxis wird das Institut markt- und praxisorientierte Fortbildungskonzepte entwickeln. Aufgabenschwerpunkte sind zunächst Medienmanagement und Medienrecht.
Als Forum von Medien, Politik, Wirtschaft,
Kultur und Wissenschaft will man sich auch mit medienpolitischen Fragestellungen be schäftigen und so eine institutionalisierte, unabhängige Politikberatung ermöglichen Den Mitarbeitern der Einrichtung geht es um ein flexibles Reagieren auf neue Ent wicklungen. Grundlage hierfür bildet die Vernetzung mit Medienunternehmen und Hochschulen sowie eine schlanke Organi sation. Bei der Entwicklung seiner Weiter bildungsprogramme arbeitet das EPI mi zahlreichen Partnern, wie beispielsweise der Universität Potsdam, der Freien Univer sität Berlin, der Hochschule für Film unc Fernsehen„Konrad Wolf“ in Potsdam-Ba belsberg, dem Studio Babelsberg, den Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg unc vielen anderen zusammen. Ein erstes Semi nar gemeinsam mit dem IHK Bildungszen trum Potsdam zu„Existenzgründung in Medienbereich“ findet Ende Septembeı statt. Die Entwicklung eines internationaler Aufbaustudiengangs„Medienmanagement‘ beginnt im Herbst dieses Jahres.
Das Institut ist nach dem wichtigsten Ba belsberger Produzenten der zwanziger Jah re benannt. Pommer war verantwortlich fü: Filme wie„Das Cabinet des Dr. Caligarıi“ „Die Nibelungen“,„Der Blaue Engel“,„Me tropolis“,„Die Drei von der Tankstelle“ Nach seiner Emigration 1933 arbeitete er ir Frankreich, England und den USA und för derte nach 1945 den Wiederaufbau de deutschen Filmindustrie. mt
Neubauten des GeoForschungsZentrums eingeweiht
Am 2. Juni dieses Jahres übergab Dr. Jürger Rüttgers, der Bundesminister für Bildung Wissenschaft, Forschung und Technologie im Beisein des brandenburgischen Mini sterpräsidenten, Dr. Manfred Stolpe, unc Wissenschaftsminister Steffen Reiche Neu bauten des GeoForschungsZentrums. Drei einhalb Jahre baute größtenteils heimi schen Firmen an einem der größten Vorha ben in Potsdam. 83 Mio. DM kostete da: neue Zentrum. Weitere zwölf Mio. DM wur den in ein Nebengebäude investiert, wel ches zentrale Einrichtungen des Wissen schaftsparkes, wie Kongreßzentrum, Hör saal und Kantine, beherbergt. Die ungefäh' 570 Mitarbeiter des Zentrums arbeiteter seit der Gründung der Institution 1992 in verschiedenen Gebäuden auf dem gesam ten Telegrafenberg und in Potsdam. Die da maligen Räumlichkeiten entsprachen nicht den Anforderungen an einen modernen Laborbetrieb. Mit dem modernen Neubau schufen die Bauherren nun die Voraussetzung für ein gemeinsames Dach der Geowissenschaftler.
Die neuen Institutsgebäude bestehen aus sechs durch Brückenbauwerke miteinan
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