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(1.1.2019) 07
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TAG DER INNOVATIONEN IN BERLIN

Uni mit Deutsch-Französischem Studiengang Rechtswissenschaften dabei

Wo vor nicht allzu langer Zeit Erstarrung und Mutlosigkeit zu beobachten waren, | gibt es inzwischen neuen Optimismus und Tatendrang. Bundespräsident Roman Herzog sieht Deutschland in Bewegung geraten. Im Bildungsbereich, in der Wirt­schaft, in Staat und Verwaltung sei ein ge­waltiger Modernisierungsschub sichtbar. | Am 23. Juli 1998, demTag der Innovatio­nen, kamen deshalb Vertreter von Unter­nehmen, Kommunen, Schulen und Univer­sitäten ins Schloß Bellevue Berlin. Dabei bot Prof. Dr. Roman Herzog 50 Ausstellern unter dem MottoSchaufenster Bellevue Ideen, Initiativen und Reformen Gelegen­heit, sich in Expositionen und Gesprächen vorzustellen. Der Bundespräsident lud nınd 1.500 Gäste dazu ein, mit ihm ge­meinsamin denRuck-Spiegel unserer Gesellschaft zu schauen. Zu den Ausge­wählten gehörte auch die Universität Pots­dam mit ihrem Deutsch-Französischen Studiengang Rechtswissenschaften.

Ein umfangreiches Themenspektrum ver­xutlichte das Anliegen des Tages. Ausstel­ngen zu den Bereichen Bildung, Arbeit und irtschaft sowie zur Verwaltung wurden im hloß und in Zelten im Schloßpark gezeigt. Gesprächsrunden äußerten sich Experten )eispielsweise zu solchen Themen wieKo­jeration von Schule und Industrie,Auch >cChbegabte brauchen Förderung oder Innovative Tarıfpolitik Flexibilität der Ar­beitszeit undSchlanker Staat Verwal­ungsreform Bürgernähe.

Hochschulen experimentierten mit neuen Organisationsmodellen und praktizierten 1eue Studiengänge, so Herzog in seinem Eröffnungsstatement. Genau dieses Anlie­gen verfolgen Potsdamer Juristen. Die Juristi­schen Fakultäten der Universitäten Potsdam und Paris X- Nanterre verbindet ein gemein­samer Studiengang. Werner Merle, Profes­sor für Bürgerliches Recht, Zivilprozeß- und Insolvenzrecht, initiierte ihn. Er wird für je­weils eine Gruppe deutscher und französi­scher Studierender durchgeführt. Finanzielle

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Roman Herzog lud im Juli zumTag der Innova­tionen in seinen Berliner Amtssitz. Foto: Fritze

Unterstützung gewährt das Deutsch-Franzö­sische Hochschulkolleg. Das Programm soll

den deutschen und französi- m

schen Studierenden neben dem Studium des nationalen Rechts eine Zusatzausbildung im Recht des jeweils anderen Landes in der Landessprache vermitteln. Das gesamte Studi­um wird daher durch intensi­ven Sprachunterricht, insbe­sondere in der Fachsprache, begleitet. Für die besten aus-/ ländischen Studierenden ei­nes Universitätsjahres stifteten Wolf-Rüdiger Bub und die Unternehmensgruppe Plastic Omnium Preise. Menschen mit Ideen, mit Initiative, mit En­gagement habe er auf dem Sommerfest der Innovatio­nen getroffen, sagte Roman

Herzog. Vertreter der Universität Potsdam BE:

gehörten dazu.

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Prof. Dr. Werner Merle von der Juristischen Fakultät, Uni-Rektor Prof. Dr. Wolfgang Loschelder und Dr. Otmar Seul von der Uni­versität Paris X- Nanterre(v.l.n.r.) vertraten die Universität Potsdam im Schloß Bellevue.

Foto: Fritze

KOOPERATIONSVERTRAG UNTERZEICHNET

Als ein Markenzeichen der Universität Potsdam gestaltet sich zunehmend die Kooperation mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Jetzt wurde auch die bereits praktizierte und an Bedeutung gewinnende Zusammenarbeit mit dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung e.V.(PIK) Mitte September dieses Jahres auf eine vertragliche Grundlage gestellt. Prof. Dr. Wolfgang Loschelder(l.) unterzeichnete für die Hochschule und Prof. Dr. Hans-Joachim Schelln­huber(r.) für das PIK einen Kooperationsver­trag. Ziel der Vereinbarung ist es, die Zusam­menarbeit in Forschung und Lehre auf den Ge­bieten der Klimawirkungsforschung und der Erdsystemanalyse weiter zu befördern. Formen des Miteinanders werden gemeinsame Beru­fungen, Schellnhuber ist seit 1993 Professor für Theoretische Physik an der Uni, weitere ge­meinsame wissenschaftliche Veranstaltungen und Vorhaben, Lehrveranstaltungen sowie die beidseitige Konzentration auf den wissenschaft­

lichen Nachwuchs sein. Thematisch ist das Spektrum der Kooperation breit gefächert. Ge­genwärtig geht es beispielsweise schwerpunkt­mäßig um das TeilprojektInstabilität und Steue­rungsproblematik der nichtlinearen Dynamik der Ozeanzirkulation im DFG(Deutsche For­schungsgemeinschaft)-Sonderforschungsbe­reichKomplexe Nichtlineare Prozesse und ein Gemeinschaftsprojekt zur Entwicklung von neuen mathematischen Ansätzen zur Erstellung regionaler Klimaszenarien. Neben verschiede­nen laufenden gemeinsamen Veranstaltungen und Vorhaben in den Bereichen Physik, Informa­tik und Ökologie sollen zukünftig auch ökonomi­sche Themen zusammen bearbeitet werden. Beide Vertragsunterzeichner verwiesen wäh­rend des feierlichen Aktes im PIK auf die großen Ressourcen, die in den zwei beteiligten Einrich­tungen liegen, und wünschten der nun auch ver­traglich sanktionierten Beziehung fruchtbares Gedeihen. RG./Foto: Fritze

PUTZ 7/98

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