„TAG DER INNOVATIONEN“ IN BERLIN
Uni mit Deutsch-Französischem Studiengang Rechtswissenschaften dabei
„Wo vor nicht allzu langer Zeit Erstarrung und Mutlosigkeit zu beobachten waren, | gibt es inzwischen neuen Optimismus und Tatendrang.“ Bundespräsident Roman Herzog sieht Deutschland in Bewegung geraten. Im Bildungsbereich, in der Wirtschaft, in Staat und Verwaltung sei ein gewaltiger Modernisierungsschub sichtbar. | Am 23. Juli 1998, dem„Tag der Innovationen“, kamen deshalb Vertreter von Unternehmen, Kommunen, Schulen und Universitäten ins Schloß Bellevue Berlin. Dabei bot Prof. Dr. Roman Herzog 50 Ausstellern unter dem Motto„Schaufenster Bellevue— Ideen, Initiativen und Reformen“ Gelegenheit, sich in Expositionen und Gesprächen vorzustellen. Der Bundespräsident lud nınd 1.500 Gäste dazu ein, mit ihm gemeinsam„in den‘Ruck’-Spiegel unserer Gesellschaft“ zu schauen. Zu den Ausgewählten gehörte auch die Universität Potsdam mit ihrem Deutsch-Französischen Studiengang Rechtswissenschaften.
Ein umfangreiches Themenspektrum verxutlichte das Anliegen des Tages. Ausstelngen zu den Bereichen Bildung, Arbeit und irtschaft sowie zur Verwaltung wurden im ’hloß und in Zelten im Schloßpark gezeigt. Gesprächsrunden äußerten sich Experten )eispielsweise zu solchen Themen wie„Kojeration von Schule und Industrie“,„Auch >cChbegabte brauchen Förderung“ oder „Innovative Tarıfpolitik— Flexibilität der Arbeitszeit“ und„Schlanker Staat— Verwalungsreform— Bürgernähe“.
Hochschulen experimentierten mit neuen Organisationsmodellen und praktizierten 1eue Studiengänge, so Herzog in seinem Eröffnungsstatement. Genau dieses Anliegen verfolgen Potsdamer Juristen. Die Juristischen Fakultäten der Universitäten Potsdam und Paris X- Nanterre verbindet ein gemeinsamer Studiengang. Werner Merle, Professor für Bürgerliches Recht, Zivilprozeß- und Insolvenzrecht, initiierte ihn. Er wird für jeweils eine Gruppe deutscher und französischer Studierender durchgeführt. Finanzielle
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Roman Herzog lud im Juli zum„Tag der Innovationen“ in seinen Berliner Amtssitz. Foto: Fritze
Unterstützung gewährt das Deutsch-Französische Hochschulkolleg. Das Programm soll
den deutschen und französi- m
schen Studierenden neben dem Studium des nationalen Rechts eine Zusatzausbildung im Recht des jeweils anderen Landes in der Landessprache vermitteln. Das gesamte Studium wird daher durch intensiven Sprachunterricht, insbesondere in der Fachsprache, begleitet. Für die besten aus-/ ländischen Studierenden eines Universitätsjahres stifteten Wolf-Rüdiger Bub und die Unternehmensgruppe Plastic Omnium Preise. Menschen mit Ideen, mit Initiative, mit Engagement habe er auf dem „Sommerfest der Innovationen“ getroffen, sagte Roman
Herzog. Vertreter der Universität Potsdam BE:
gehörten dazu.
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Prof. Dr. Werner Merle von der Juristischen Fakultät, Uni-Rektor Prof. Dr. Wolfgang Loschelder und Dr. Otmar Seul von der Universität Paris X- Nanterre(v.l.n.r.) vertraten die Universität Potsdam im Schloß Bellevue.
Foto: Fritze
KOOPERATIONSVERTRAG UNTERZEICHNET
Als ein Markenzeichen der Universität Potsdam gestaltet sich zunehmend die Kooperation mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Jetzt wurde auch die bereits praktizierte und an Bedeutung gewinnende Zusammenarbeit mit dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung e.V.(PIK) Mitte September dieses Jahres auf eine vertragliche Grundlage gestellt. Prof. Dr. Wolfgang Loschelder(l.) unterzeichnete für die Hochschule und Prof. Dr. Hans-Joachim Schellnhuber(r.) für das PIK einen Kooperationsvertrag. Ziel der Vereinbarung ist es, die Zusammenarbeit in Forschung und Lehre auf den Gebieten der Klimawirkungsforschung und der Erdsystemanalyse weiter zu befördern. Formen des Miteinanders werden gemeinsame Berufungen, Schellnhuber ist seit 1993 Professor für Theoretische Physik an der Uni, weitere gemeinsame wissenschaftliche Veranstaltungen und Vorhaben, Lehrveranstaltungen sowie die beidseitige Konzentration auf den wissenschaft
lichen Nachwuchs sein. Thematisch ist das Spektrum der Kooperation breit gefächert. Gegenwärtig geht es beispielsweise schwerpunktmäßig um das Teilprojekt„Instabilität und Steuerungsproblematik der nichtlinearen Dynamik der Ozeanzirkulation“ im DFG(Deutsche Forschungsgemeinschaft)-Sonderforschungsbereich„Komplexe Nichtlineare Prozesse“ und ein Gemeinschaftsprojekt zur Entwicklung von neuen mathematischen Ansätzen zur Erstellung regionaler Klimaszenarien. Neben verschiedenen laufenden gemeinsamen Veranstaltungen und Vorhaben in den Bereichen Physik, Informatik und Ökologie sollen zukünftig auch ökonomische Themen zusammen bearbeitet werden. Beide Vertragsunterzeichner verwiesen während des feierlichen Aktes im PIK auf die großen Ressourcen, die in den zwei beteiligten Einrichtungen liegen, und wünschten der nun auch vertraglich sanktionierten Beziehung fruchtbares Gedeihen. RG./Foto: Fritze
PUTZ 7/98
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