ZIELVEREINBARUNG ZUR STRUKTURANPASSUNG ZWISCHEN DER UNIVERSITÄT UND DEM WISSENSCHAFTSMINISTERIUM
Erstmals wurde vom neuen Steuerungsinstrument der Zielvereinbarung zwischen Universität und Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur (MWFK) Gebrauch gemacht.
Anlaß war die Festlegung eines Stellenabbaus auf der Grundlage der Ausstattungskennziffern des Hochschulentwicklungsplans zur Ausstattung mit wissenschaftlichem, nichtprofessoralen Pesonal für die Universität. Das MWFK verlangte von der Universität auf der Berechnungsgrundlage einer Struktur von 209 Professuren eine personenscharfe Zuordnung der nicht in die Struktur einzuordnenden Mitarbeiter zu einem Überhang und schließlich den Abbau von 105 Stellen bis zum Jahr 2001. Ziel der Universität war es demgegenüber, eine Sonderfinanzierung der Mitarbeiter im Überhang neben der Finanzierung der Strukturstellen bis zum natürlichen Abbau zu erreichen.
Dieses Ziel der Universität konnte wegen der schwierigen Finanzlage des Landes und der Vorgabe des Parlaments zum Stellenabbau im Öffentlichen Dienst des Landes nicht realsiert werden, Da feststand, daß die ZuweiSung neuer Stellen für den Strukturausbau nicht erwartet werden konnte, galt es, einen Umbaukorridor für die Universität zur Weiterführung des Strukturausbaus und zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses aus freiwerdenden Stellen des Überhangs zu sichern.
Mit dem Abschluß der Zielvereinbarung konnte nunmehr erreicht werden, daß der Personalabbau nach Maßgabe der zur Verfügung stehenden sozialverträglichen Instrumente bis zum Jahr 2001 auf 90 Stellen begrenzt wird. Im übrigen sind betriebsbedingte Kündigungen ohne Rückgriff auf sozialverträgliche Instrumente zu vermeiden. Ferner darf die Universität aus den frei werdenden Stellen jede dritte Stelle, also insgesamt 30 Stellen, als Umbaukorridor zur Ausstattung neuer Professuren behalten. Die Vereinbarung enthält darüber hinaus eine Bemühensklausel für das Ministerum, fünf weitere Stellen zusätzlich zur Verfügung zu stellen. Für die Ausbauzielplanung ist vereinbart, jährlich mindestens fünf neue Professuren auf der Grundlage der prioritären Strukturplanung von vorläufig 190 Professorenstellen auszustatten. Für die Hochschulleitung ist diese Zielvereinbarung ein vertretbarer Kompromiß. Es ist zwar nicht gelungen, den Bedarf von noch rund 50 im Haushalt fehlenden Strukturstellen wissenschaftlichen Personals für die Verwirklichung der prioritären Struktur von vorläufig. 190 Professoren zu decken.
Dieser Bedarf setzt sich zusammen aus den nach dem Hochschulentwicklungsplan den einzelnen Professuren zugeordneten Wissenschaftlerstellen und den durch Berufungszusagen vor Erlaß des Hochschulentwicklungsplans für eine Professur gebundenen rund sechs Wissenschaftlerstellen. Die Universität gewinnt jedoch mit der Vereinbarung Planungssicherheit für den weiteren Strukturausbau bis zum Jahre 2001. Die Zielvorgabe der Einrichtung von jährlich fünf Professuren ist im Hinblick auf die mittelfristige Finanzplanung des Landes realistisch, im Hinblick auf den Investitionsbedarf und den Bedarf an laufenden Mitteln für diese Professuren, insbesondere bezogen auf die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät, sogar ehrgeizig. Zu bedenken war hierbei auch, daß die eingegangenen Verpflichtungen bei bereits abgeschlossenen Berufungsverfahren, auch
UNI POTSDAM MIT NEUEM VERTRAGSPARTNER
Ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu verstärkter Zusammenarbeit der Universität Potsdam mit außeruniversitären Forschun gseinrichtungen wurde noch im vergangenen Monat gesetzt. Nachdem bereits einer der Direktoren des GMD(Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung)-Forschungsinstituts für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik Berlin eine Honorarprofessur an der Uni bekleidet, erfolgte jetzt der Abschluß eines Kooperationsvertrages Zwischen dem GMD-Forschungszentrum für Informationstechnik und der Hochschule. Das Papier unterzeichneten Prof. Dr. Wolfgang Loschelder(Mitte) für die Universität und Prof. Dr. Stefan Jähnichen(l.) sowie Dr. Heinz-Georg Sundermann(r.) für die neue Partnereinrichtung. Zum GMD-Forschungszentrum für Infor
bei der personellen Ausstattung, noch nic t voll erfüllt sind. Die Universität hat sich mit der Zustimmung zur Begrenzung des wei. teren Ausbaus ab 1999 entschieden, dem qualitativen vor dem quantitativen Ausbau Priorität zu geben. Ausschlaggebend{ den Abschluß dieser Zielvereinbarung wa auch, daß die Universität für die Laufzeit de Vereinbarung beim wissenschaftlichen Per. sonal von weitergehenden Stellenkürzungen ausgenommen bleibt.; Die Zukunft muß zeigen, ob es mit dem neu: en Instrument der Zielvereinbarung gelingt, Planungssicherheit für einen Zeitraum z gewinnen, der über die nächste Steuerschätzung und über das laufende Haushaltsjah hinausreicht. Die Nagelprobe auf den pclhitischen und vertraglichen Bindungswille des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur kann mit dieser Zielvereinbarung gemacht werden. Alfred Klein
- Te
; N mationstechnik GmbH, einer Großforschungsstätte des Bundes mit Sitz in St. Augustin bei Bonn, gehören insgesamt acht Institute. Die nun vertraglich fixierte Zusammenarbeit betrifft in Potsdam vorrangig das Institut für Informatik. Kern der Vereinbarung ist neben der geme1nsamen Nutzung von Gegenständen und Einrichtungen und der Möglichkeit zur Mitwirkung von GMD-Mitarbeitern in der Lehre auch die gemeinsame Berufung einer Professur für Neuronale Netze/Zeitreihenanalyse. Das Fachgebiet beschäftigt sich mit der Klassifikation und AnaIyse vorhandener Datenreihen mittels Neuronaler Netze, wie sie beispielsweise bei Wetterbeobachtungen und Schadstoffmessungen anfallen, auch um Vorhersagen daraus ableiten zu können. RG./Foto:Tribukeit
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PUTZ 7/98