Heft 
(1.1.2019) 08
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IDENTITÄT FINDEN

Unter den Talaren Muff von 1000 Jahren. Mit einem Spruchband diesen Inhalts, das Hamburger Studenten im Herbst 1967 vor Professoren hertrugen, die gravitätisch zur Rektoratsübergabe schritten, wurde die letz­te große Reform der Universitäten eingeläu­tet. Die Errungenschaft der 68er Studenten­bewegung war eine Demokratisierung der Universität, die auf die gesamte Gesellschaft wirkte. Soviel reformerische Bewegung hat es aus den geistigen Kaderschmieden in diesem Jahrhundert noch nicht gegeben. Zugleich wird die Generation der 68er für die Massen universitäten verantwortlich gemacht. Gewiß die Studentenzahlen stiegen im Zuge der Bil­dungsreform sprunghaft an. Wer das moniert, vergißt, daß es einen Nachholbedarf an wis senschaftlich ausgebildeten Kräften gab. Ge­wiß, Eliten werden an den Massenunive sitäten nicht auf den ersten Blick erkennbar geformt. Als Bildungsmaschine und akade­mische Legebatterie und Elfenbeintürme ver­schrien, wird nun versucht, den überfüllten Hochschulen eine Entschlackungskur zu ver­ordnen. Peinlicherweise ausgerechnet mit dem Blick nach Amerika proklamiert auch Kulturminister Steffen Reiche eine marktge­recht windschnittige Hochschule, um der neuen Medien- und Informationsgesellschaft halbwüchsige Fachidioten zuzuführen. Abge­sehen davon, daß Reformen notwendig sind, es aber in Brandenburg keine Massenun versitäten gibt, stellen die Reformpläne de Wissenschaftsministers das vom preußische Kulturminister Wilhelm von Humboldt orgaı satorisch bis heute gültige Modell der10 schenden Lehre und lehrenden Forschung i Frage. Humboldts Ideal war das einer umfas­senden Menschenbildung, die wiederum nur in Freiheit geschehen kann. Daß dieser päda­gogische Aspekt auch den Universitäten weit­gehend abhanden gekommen ist, bietet An­laß zu einer Binnenbesinnung. Dafür ist aber für die Universität Potsdam erst einmal wich­tig, sich ihrer ganz eigenen Qualitäten bewußt zu werden und sich der Frage zu stellen: Was haben wir, was andere nicht haben? Was macht uns aus, unwiderruflich? Es geht um das Erscheinungsbild der Alma mater, um die eigene Identität, das Wir-Gefühl.

Vieles ist nach wie vor in den Universitäte Tradition. Und das ist gut SO. Tradition ver­mittelt Verbindlichkeit und Kontinuität. Bei­des Werte, die in einer Zeit ständigen Um­bruchs wieder gefragt sind. Universitäten waren nie namenlose Gebilde. Das Patronat, das früher die Bindung an den Stifter unter­strich, wurde abgelöst durch Namen ver­dienstvoller Persönlichkeiten. Über deren Namen definiert sich eine Universität als Rechtsperson nach außen mehr als durch alles andere. Das Land Brandenburg hat diesbezüglich allerdings bisher nur eine kümmerliche Auswahl. Ansgar Oswald

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Ans Rote Meer, nach Safaga in Ägypten, reiste kürzlich die ProjektgruppeTauchen mit Behin­

derten und Nichtbehinderten des Instituts für

Sportwissenschaft der Uni Potsdam. Sechs be­

hinderte und vier nichtbehinderte Sportler

machten sich gemeinsam auf den Weg. Die Fahrt und das damit verbundene Freiwasser­tauchen bildeten Höhepunkt und zugleich Ab­

TAUCHER GINGEN INS MEER

schluß der praktischen Arbeit im Projekt. Seit Oktober 1997 hatten sich die Exkursionsteilneh­mer um Tauchlehrer Ulrich Wefers(4.v.r.) darauf vorbereitet. Sie fühlten sich schließlich unter Wasser fast so wohl wie die Fische. Tauchlehrer vor Ort nutzten die Gelegenheit, um ebenfalls für den Integrativen Behindertensport zu werben. J.B./Foto: Thomas

Brot

für die Welt

PUTZ 8/98

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