Heft 
(1.1.2019) 09
Einzelbild herunterladen

KONSENS IN SICHT

Semesterticket mit Anlaufproblemen

I

Viele Potsdamer Studierende wohnen in Berlin oder nutzen zumindest das dortige Angebot der Bildungs- und Kultureinrichtungen. Ihr Votum ist deshalb klar: Sie wollen das geplante Semesterticket, aber zum annehmbaren Preis. Jetzt scheint eine Einigung in Sicht, nach der Potsdamer Studierende

219,00 DM für das Ticket bezahlen müssen.

Nur schwer kommt offensichtlich das ge­plante Semesterticket in die richtige Bahn. Dabei gibt es bereits seit 1993 Ver­handlungen, erste Ideen dazu sind noch älter. Mit Helge Weidenbach, Referent für Verkehr und Umwelt beim ReferentInnen­rat der Uni Potsdam, sprach PUTZ-Re­dakteurin Petra Görlich über den schwie­rigen Geburtsprozeß.

PUTZ: Die Diskussion um die Einführung des Semestertickets scheint endlos. Was ist der Knackpunkt?

Helge Weidenbach: Der Preis. Das letz­te Angebot vom Verkehrsverbund Berlin­Brandenburg(VBB) lautete 227,50 DM für Studierende in Berlin/Potsdam, 152,00 DM im übrigen Brandenburg.

Das wurde von den insgesamt 20 betrof­fenen Studierendenparlamenten der bei­den Länder als zu hoch und damit sozial unverträglich zurückgewiesen.

PUTZ: Offenbar sind die Sichten verschie­den...

Helge Weidenbach: Das Problem ist das Berechnungsmodell. Die studentische Län­derkoordination für ein Semesterticket Ber­lin-Brandenburg(Semtix) stützt sich auf Zahlen der Verkehrsbetriebe und der Indu­strie- und Handelskammern. Demnach müßte der Fahrschein etwa 175,00 DM ko­sten. Einigkeit herrscht unter den Studi-Ver­tretern zugleich bezüglich der politischen

Foto: Fritze

Schallgrenze. Die liegt zum gegenwärtigen Zeitpunkt bei 190,00 DM.

PUTZ: Sie haben bisher immer mit dem Verkehrsverbund verhandelt, haben nicht auch die Verkehrsbetriebe ein Wörtchen mitzureden?

Helge Weidenbach: Ja, natürlich. Auf die einzelnen Unternehmen will man jetzt ver­stärkt zugehen. Bereitschaft dazu wurde von der anderen Seite bereits signalisiert. Bewegung ist ja auch schon zu erkennen. Immerhin gibt die aktuelle Berechnung der BVG, die für die Berliner Tarifzonen A/B 215,00 DM plus optional 15,00 DM pro Monat für die Zone C verlangt, Anlaß zu Optimismus. Bei einem Ausgangswert von ehemals 305,00 DM stellt das allemal einen Fortschritt dar. Wir gehen nichtsdestotrotz davon aus, daß es hier weiteren Spielraum gibt.

PUTZ: Die Verhandlungen brachten neben dem vorhandenen Klärungsbedarf aber auch schon konkrete Ergebnisse zutage. Welche sind das?

Helge Weidenbach: Ja, klar sind beispiels­weise Details über Geltungsbereich, Nut­zer, Kündigungsgründe, Ausnahmen oder Zahlungsmodalitäten. Das unterstreicht letztlich auch die Notwendigkeit, noch offe­ne Fragen tatsächlich zur allgemeinen Zu­friedenheit aller Beteiligten zu lösen. Schließlich stimmt die breite Mehrheit der

Studierenden für die baldige Realisierung des Tickets.

PUTZ: Die Zeit verstreicht zunehmend. Halten Sie die Einführung des Semester­tickets im April99 für wahrscheinlich?

Helge Weidenbach: Ehrlich gesagt, nein. Ursprüngliche Planungen sahen allerdings diesen Termin vor. Wir werden ihn jedoch kaum halten können, schon aufgrund vor­gegebener Fristen für die Urabstimmung, Beitragsordnungsänderung und anderes. Ich denke, das Semesterticket kommt zum Wintersemester 1999/2000.

PUTZ: Vielen Dank für das Gespräch.

Inzwischen haben sich der Verkehrs­verbund Berlin-Brandenburg(VBB) und die beteiligten Verkehrsunter­nehmen auf einen gemeinsamen Preisvorschlag für ein Semesterticket geeinigt. Danach sollen die Berliner Studenten für ein verbundweit gülti­ges Semesterticket 275 Mark pro Se­mester zahlen. Potsdamer Studenten können dagegen ein verbundweites Ticket schon für 219 Mark kaufen, alle übrigen Brandenburger Studen­ten für 150 Mark. Die Studenten müs­sen über die Einführung des Seme­stertickets jedoch noch in Urabstim­mungen entscheiden.

ONLINE ZUM AUSLANDSSTUDIUM

Unter http://www.daad.de stellt der Deut­sche Akademische Austauschdienst (DAAD) ab sofort eine neue, komfortable Suchmaschine zum Auslandsstudium zur Verfügung. Ihr Vorteil: Interessenten erhal­ten schneller und gezielter als in der Ver­gangenheit Auskünfte über ein Auslands­studium in insgesamt 25 Ländern der Welt. Die neue Suchmaschine benötigt dabei le­diglich drei Angaben: den persönlichen Status, die Fachrichtung und das ge­wünschte Zielland. Auf einen Klick bietet sie dann alle denkbaren Informationen: die in Frage kommenden Studiengänge im Gast­land, deren Zugangsvoraussetzungen und Abschlüsse, Fördermöglichkeiten sowie praktische Hinweise zum Leben. Ein weite­rer Klick ermöglicht Einsicht in die künfti­ge Hochschule. Auch wer zunächst einmal nur seine Sprachkenntnisse im Ausland ver­tiefen möchte, findet hier alles Notwendige. Ein vergleichbarer Service für ausländische Studierende und Wissenschaftler über Stu­dienmöglichkeiten an deutschen Hoch­schulen ist geplant. mt.

PUTZ 9/98

Seite 13