KONSENS IN SICHT
Semesterticket mit Anlaufproblemen
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Viele Potsdamer Studierende wohnen in Berlin oder nutzen zumindest das dortige Angebot der Bildungs- und Kultureinrichtungen. Ihr Votum ist deshalb klar: Sie wollen das geplante Semesterticket, aber zum annehmbaren Preis. Jetzt scheint eine Einigung in Sicht, nach der Potsdamer Studierende
219,00 DM für das Ticket bezahlen müssen.
Nur schwer kommt offensichtlich das geplante Semesterticket in die richtige Bahn. Dabei gibt es bereits seit 1993 Verhandlungen, erste Ideen dazu sind noch älter. Mit Helge Weidenbach, Referent für Verkehr und Umwelt beim ReferentInnenrat der Uni Potsdam, sprach PUTZ-Redakteurin Petra Görlich über den schwierigen Geburtsprozeß.
PUTZ: Die Diskussion um die Einführung des Semestertickets scheint endlos. Was ist der Knackpunkt?
Helge Weidenbach: Der Preis. Das letzte Angebot vom Verkehrsverbund BerlinBrandenburg(VBB) lautete 227,50 DM für Studierende in Berlin/Potsdam, 152,00 DM im übrigen Brandenburg.
Das wurde von den insgesamt 20 betroffenen Studierendenparlamenten der beiden Länder als zu hoch und damit sozial unverträglich zurückgewiesen.
PUTZ: Offenbar sind die Sichten verschieden...
Helge Weidenbach: Das Problem ist das Berechnungsmodell. Die studentische Länderkoordination für ein Semesterticket Berlin-Brandenburg(Semtix) stützt sich auf Zahlen der Verkehrsbetriebe und der Industrie- und Handelskammern. Demnach müßte der Fahrschein etwa 175,00 DM kosten. Einigkeit herrscht unter den Studi-Vertretern zugleich bezüglich der politischen
Foto: Fritze
Schallgrenze. Die liegt zum gegenwärtigen Zeitpunkt bei 190,00 DM.
PUTZ: Sie haben bisher immer mit dem Verkehrsverbund verhandelt, haben nicht auch die Verkehrsbetriebe ein Wörtchen mitzureden?
Helge Weidenbach: Ja, natürlich. Auf die einzelnen Unternehmen will man jetzt verstärkt zugehen. Bereitschaft dazu wurde von der anderen Seite bereits signalisiert. Bewegung ist ja auch schon zu erkennen. Immerhin gibt die aktuelle Berechnung der BVG, die für die Berliner Tarifzonen A/B 215,00 DM plus optional 15,00 DM pro Monat für die Zone C verlangt, Anlaß zu Optimismus. Bei einem Ausgangswert von ehemals 305,00 DM stellt das allemal einen Fortschritt dar. Wir gehen nichtsdestotrotz davon aus, daß es hier weiteren Spielraum gibt.
PUTZ: Die Verhandlungen brachten neben dem vorhandenen Klärungsbedarf aber auch schon konkrete Ergebnisse zutage. Welche sind das?
Helge Weidenbach: Ja, klar sind beispielsweise Details über Geltungsbereich, Nutzer, Kündigungsgründe, Ausnahmen oder Zahlungsmodalitäten. Das unterstreicht letztlich auch die Notwendigkeit, noch offene Fragen tatsächlich zur allgemeinen Zufriedenheit aller Beteiligten zu lösen. Schließlich stimmt die breite Mehrheit der
Studierenden für die baldige Realisierung des Tickets.
PUTZ: Die Zeit verstreicht zunehmend. Halten Sie die Einführung des Semestertickets im April’99 für wahrscheinlich?
Helge Weidenbach: Ehrlich gesagt, nein. Ursprüngliche Planungen sahen allerdings diesen Termin vor. Wir werden ihn jedoch kaum halten können, schon aufgrund vorgegebener Fristen für die Urabstimmung, Beitragsordnungsänderung und anderes. Ich denke, das Semesterticket kommt zum Wintersemester 1999/2000.
PUTZ: Vielen Dank für das Gespräch.
Inzwischen haben sich der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg(VBB) und die beteiligten Verkehrsunternehmen auf einen gemeinsamen Preisvorschlag für ein Semesterticket geeinigt. Danach sollen die Berliner Studenten für ein verbundweit gültiges Semesterticket 275 Mark pro Semester zahlen. Potsdamer Studenten können dagegen ein verbundweites Ticket schon für 219 Mark kaufen, alle übrigen Brandenburger Studenten für 150 Mark. Die Studenten müssen über die Einführung des Semestertickets jedoch noch in Urabstimmungen entscheiden.
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PUTZ 9/98
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