INNOVATIONSKOLLEGS VERLÄNGERT
Moleküle gezielt auswählen zu können oder sogar bestimmte Regionen einer biologisch aktiven Verbindung selektiv zu erkennen, ist Voraussetzung für eine moderne hochempfindliche biochemische Analytik. Das 1995 eingerichtete Innovationskolleg„Biomolekulare Erkennungssysteme für die biochemische Analytik“(Sprecher: Prof. Dr. Frieder Scheller) an der Universität Potsdam untersucht, wie sich Moleküle erkennen und wie sie wechselwirken; die Erkenntnisse dienen der Entwicklung von Biosensoren und molekularen Speichern oder Schaltern.
Um die molekulare Erkennung zu optimieren, setzen die Wissenschaftler beispielsweise gekoppelte Enzymsysteme und Antikörper ein, oder sie bauen Schichten aus synthetischen Polymeren und natürlich vorkommenden Biopolymeren auf. Solche neuartigen biomolekularen Erkennungssysteme spielen nicht nur in der Umweltanalytik oder in den Lebensmittelwissenschaften eine Rolle, sondern auch in der Biomedizin. Die biochemische Analytik ist von großer wirtschaftlicher Bedeutung; So arbeiten Wissenschaftler aus kleinen und mittleren Unternehmen zeitweilig in einzelnen Projekten mit, um diese dann in ihrer Firma zur Anwendung weiterzuentwickeln. Das Innovationskolleg trägt somit gezielt zum Technologietransfer von der Universität in regionale Unternehmen bei.
Während die Leber als Entgiftungsorgan bereits gut erforscht ist, sind die„Mechanismen der gastrointestinalen Bioaktivierung und-inaktivierung“(Sprecher: Prof. Dr. Jürgen Kroll) noch weitgehend unbekannt. Ein erheblicher Teil der menschlichen Nahrung besteht aus Stoffen, die nicht der Ernährung dienen und häufig Sogar schädlich sind. Diese Fremdstoffe werden teilweise von körpereigenen Enzymen verändert, wobei wenig erforscht ist, welche Mechanismen dabei im Darm eine Rolle spielen. Das Innovationskolleg an der Universität Potsdam will diese Lücke schlieBen.
Dies sind zwei von elf Innovationskollegs, die 1995 eingerichtet wurden und deren Verlängerung um zwei Jahre der Hauptausschuß der Deutschen Forschungsgemeinschaft(DFG) jetzt beschlossen hat. Die Förderungssumme im Verlängerungszeitraum beträgt für alle elf Kollegs gemeinsam mehr als 30 Millionen Mark, Das Programm Innovationskollegs wurde 1994 speziell für die neuen Bundesländer entwickelt und wird aus Sondermitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung finanziert.
pm.
INFORMATIONEN ZUR FORSCHUNGSFÖRDERUNG
Preise der Stiftung Industrieforschung Die Stiftung Industrieforschung hat einen „Initiativpreis“ für die erfolgreiche Durchsetzung neuer Ideen ausgeschrieben. Diese sollen unkonventionelle Lösungsansätze für bestehende Innovationsprobleme zeigen, neue Wege zur Überwindung von Innovationshemmnissen weisen, VorbildCharakter haben und noch nicht von anderer Seite ausgezeichnet worden sein. Das Preisgeld beträgt 50.000 DM.
Die Stiftung prämiert weiterhin jährlich bis zu drei wissenschaftlich hervorragende Arbeiten(Diplomarbeiten, Dissertationen und Habilitationsschriften) und sonstige wissenschaftlich fundierte Arbeiten. Voraussetzungen sind dafür die interdisziplinäre Ausrichtung auf technische bzw. betriebswirtschaftliche Fragen, insbesondere Informationstechnik und Unternehmenskooperation. Die Arbeit sollte möglichst in enger Kooperation mit einem oder mehreren mittelständischen Unternehmen entstanden sein und eine originelle Fragestellung beinhalten. Das Vorschlagsrecht liegt beim Verfasser einer entsprechenden Arbeit selbst oder bei dem Unternehmen, das mit dem Verfasser zusammengearbeitet hat. Antragsfrist ist der 31. Dezemer 1998. Weitere Auskünfte erteilt die Geschäftsstelle der Stiftung Industrieforschung, Marktstraße 8, 50968 Köln, Tel. 0221/9370270. ri.
Start des 5. Rahmenprogramms
Unter deutscher Ratspräsidentschaft wird eine Konferenz zum Start des 5. Rahmenprogramms in der Grugahalle in Essen am 25. und 26.02.1999 stattfinden. Die Generaldirektion XII der Europäischen Kommission hat im Internet ein vorläufiges Programm, ein Kurzprofil der Konferenz und praktische Informationen unter der Adresse: http;//europa.eu.int/comm/dg12/fp5_de.html aufgelegt. Die Teilnahmegebühr für beide Tage beträgt 100 ECU. Organisator der Veranstaltung ist die Europäische Kommission, Gemeinsamer Dolmetscher-Konferenzdienst, SCIC B1— DM 24 1/83, Rue de la Loi 200, B-1049 Brüssel, Fax 0032-2295.37.36 oder 296.49.92. Informationen zu
dieser Veranstaltung erhalten Interessenten_
bei der Europäischen Kommission. gr.
Studien zur Wirtschafts-, Währungsund Finanzpolitik der EU
Die Europäische Kommission, Generaldirektion II(Wirtschaft, Finanzen) hat einen „Aufruf zur Interessenbekundung“ für Personen, Organisationen oder unabhängige Berater veröffentlicht, die in den nächsten drei Jahren im Auftrag der Kommission Studien und Forschungsprojekte zur Wirtschafts-, Währungs- und Finanzpolitik der
EU durchführen könnten. Auf der Basis der Rückmeldungen schließt die Kommission entweder freihändig Verträge ab oder führt beschränkte Ausschreibungen durch. Bewerber sollten Erfahrungen in folgenden Bereichen haben: Analysewerkzeuge und Datenbanken; Makroökonomische Politiken in der WWU: Internationale Wirtschaftsund Währungsfragen: Strukturpolitik sowie Finanzmärkte. Die notwendigen Aufnahmeformulare können angefordert werden unter: Europäische Kommission, Generaldirektion II, Referat II-02, BU1 4/170, Vermerk: Appel a manifestation d’inter&t, Rue de la Loi 200, B-1049 Bruxelles oder im Internet unter: http;//europa.eu.int/comm/dg02/ tenders/call9801.htm. gr.
Wissenschaftslandschaft Brandenburg
In einem Interview gegenüber dem„Tagesspiegel“(3.12.1998) äußerte sich Brandenburgs Wirtschaftsminister Burkhard Dreher zur Wissenschaftslandschaft in Brandenburg:
„Die schlimmsten Probleme der Nachwendezeit, insbesondere der dramatische Rückgang von Arbeitsplätzen im Forschungs- und Entwicklungsbereich, wurden inzwischen überwunden. Heute sind im Land wieder rund 1.000 Unternehmen im Technologiebereich tätig, dazu gehören 4.500 Arbeitsplätze in Forschung und Entwicklung. In Brandenburg wächst eine junge und dynamische Wissenschaftslandschaft heran. Es existiert inzwischen ein funktionierendes Technologienetzwerk zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. An dieser Entwicklung'hat das Landestechnologiegesetz entscheidenden Anteil.“
Auf die Frage, welche Rahmenbedingungen im Land Brandenburg der Minister in eigener Regie gestalten wolle, antwortete Dreher, daß er unter anderem die Förderinstrumentarien straffen und profilieren werde. Außerdem solle die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft neue Impulse erhalten und die Gründung technologieorientierter Unternehmen, insbesondere in Zusammenarbeit mit den Hochschulen, weiter unterstützt werden. Schließlich wolle man aber auch das brandenburgische Technologiekonzept weiterentwickeln.
Aus der Zusammenarbeit zwischen Brandenburg und Berlin hob Dreher die Initiative„Prozeßbegleitende Unternehmensgründungen PUG“ im direkten Umfeld der Hochschulen sowie gemeinsame Auftritte auf überregionalen Messen hervor. PUTZ
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PUTZ 9/98