Heft 
(1.1.2019) 09
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INNOVATIONSKOLLEGS VERLÄNGERT

Moleküle gezielt auswählen zu können oder sogar bestimmte Regionen einer biologisch aktiven Verbindung selektiv zu erkennen, ist Voraussetzung für eine moderne hochemp­findliche biochemische Analytik. Das 1995 eingerichtete InnovationskollegBiomole­kulare Erkennungssysteme für die bioche­mische Analytik(Sprecher: Prof. Dr. Frie­der Scheller) an der Universität Potsdam untersucht, wie sich Moleküle erkennen und wie sie wechselwirken; die Erkenntnis­se dienen der Entwicklung von Biosensoren und molekularen Speichern oder Schaltern.

Um die molekulare Erkennung zu optimie­ren, setzen die Wissenschaftler beispiels­weise gekoppelte Enzymsysteme und An­tikörper ein, oder sie bauen Schichten aus synthetischen Polymeren und natürlich vor­kommenden Biopolymeren auf. Solche neu­artigen biomolekularen Erkennungssyste­me spielen nicht nur in der Umweltanalytik oder in den Lebensmittelwissenschaften eine Rolle, sondern auch in der Biomedizin. Die biochemische Analytik ist von großer wirtschaftlicher Bedeutung; So arbeiten Wissenschaftler aus kleinen und mittleren Unternehmen zeitweilig in einzelnen Pro­jekten mit, um diese dann in ihrer Firma zur Anwendung weiterzuentwickeln. Das Inno­vationskolleg trägt somit gezielt zum Tech­nologietransfer von der Universität in regio­nale Unternehmen bei.

Während die Leber als Entgiftungsorgan bereits gut erforscht ist, sind dieMecha­nismen der gastrointestinalen Bioaktivie­rung und-inaktivierung(Sprecher: Prof. Dr. Jürgen Kroll) noch weitgehend unbe­kannt. Ein erheblicher Teil der menschli­chen Nahrung besteht aus Stoffen, die nicht der Ernährung dienen und häufig Sogar schädlich sind. Diese Fremdstoffe werden teilweise von körpereigenen Enzymen ver­ändert, wobei wenig erforscht ist, welche Mechanismen dabei im Darm eine Rolle spielen. Das Innovationskolleg an der Uni­versität Potsdam will diese Lücke schlie­Ben.

Dies sind zwei von elf Innovationskollegs, die 1995 eingerichtet wurden und deren Verlängerung um zwei Jahre der Hauptaus­schuß der Deutschen Forschungsgemein­schaft(DFG) jetzt beschlossen hat. Die Förderungssumme im Verlängerungszeit­raum beträgt für alle elf Kollegs gemeinsam mehr als 30 Millionen Mark, Das Programm Innovationskollegs wurde 1994 speziell für die neuen Bundesländer entwickelt und wird aus Sondermitteln des Bundesministe­riums für Bildung und Forschung finanziert.

pm.

INFORMATIONEN ZUR FORSCHUNGSFÖRDERUNG

Preise der Stiftung Industrieforschung Die Stiftung Industrieforschung hat einen Initiativpreis für die erfolgreiche Durch­setzung neuer Ideen ausgeschrieben. Die­se sollen unkonventionelle Lösungsansätze für bestehende Innovationsprobleme zei­gen, neue Wege zur Überwindung von Innovationshemmnissen weisen, Vorbild­Charakter haben und noch nicht von ande­rer Seite ausgezeichnet worden sein. Das Preisgeld beträgt 50.000 DM.

Die Stiftung prämiert weiterhin jährlich bis zu drei wissenschaftlich hervorragende Arbeiten(Diplomarbeiten, Dissertationen und Habilitationsschriften) und sonstige wissenschaftlich fundierte Arbeiten. Vor­aussetzungen sind dafür die interdisziplinä­re Ausrichtung auf technische bzw. be­triebswirtschaftliche Fragen, insbesondere Informationstechnik und Unternehmens­kooperation. Die Arbeit sollte möglichst in enger Kooperation mit einem oder mehre­ren mittelständischen Unternehmen ent­standen sein und eine originelle Fragestel­lung beinhalten. Das Vorschlagsrecht liegt beim Verfasser einer entsprechenden Ar­beit selbst oder bei dem Unternehmen, das mit dem Verfasser zusammengearbeitet hat. Antragsfrist ist der 31. Dezemer 1998. Weitere Auskünfte erteilt die Geschäftsstel­le der Stiftung Industrieforschung, Markt­straße 8, 50968 Köln, Tel. 0221/9370270. ri.

Start des 5. Rahmenprogramms

Unter deutscher Ratspräsidentschaft wird eine Konferenz zum Start des 5. Rahmen­programms in der Grugahalle in Essen am 25. und 26.02.1999 stattfinden. Die General­direktion XII der Europäischen Kommissi­on hat im Internet ein vorläufiges Pro­gramm, ein Kurzprofil der Konferenz und praktische Informationen unter der Adresse: http;//europa.eu.int/comm/dg12/fp5_de.html aufgelegt. Die Teilnahmegebühr für beide Tage beträgt 100 ECU. Organisator der Veranstaltung ist die Europäische Kommis­sion, Gemeinsamer Dolmetscher-Konfe­renzdienst, SCIC B1 DM 24 1/83, Rue de la Loi 200, B-1049 Brüssel, Fax 0032-295.37.36 oder 296.49.92. Informationen zu

dieser Veranstaltung erhalten Interessenten_

bei der Europäischen Kommission. gr.

Studien zur Wirtschafts-, Währungs­und Finanzpolitik der EU

Die Europäische Kommission, Generaldi­rektion II(Wirtschaft, Finanzen) hat einen Aufruf zur Interessenbekundung für Per­sonen, Organisationen oder unabhängige Berater veröffentlicht, die in den nächsten drei Jahren im Auftrag der Kommission Stu­dien und Forschungsprojekte zur Wirt­schafts-, Währungs- und Finanzpolitik der

EU durchführen könnten. Auf der Basis der Rückmeldungen schließt die Kommission entweder freihändig Verträge ab oder führt beschränkte Ausschreibungen durch. Be­werber sollten Erfahrungen in folgenden Bereichen haben: Analysewerkzeuge und Datenbanken; Makroökonomische Politi­ken in der WWU: Internationale Wirtschafts­und Währungsfragen: Strukturpolitik sowie Finanzmärkte. Die notwendigen Aufnahme­formulare können angefordert werden un­ter: Europäische Kommission, Generaldi­rektion II, Referat II-02, BU1 4/170, Vermerk: Appel a manifestation dinter&t, Rue de la Loi 200, B-1049 Bruxelles oder im Internet unter: http;//europa.eu.int/comm/dg02/ tenders/call9801.htm. gr.

Wissenschaftslandschaft Brandenburg

In einem Interview gegenüber demTa­gesspiegel(3.12.1998) äußerte sich Bran­denburgs Wirtschaftsminister Burkhard Dreher zur Wissenschaftslandschaft in Brandenburg:

Die schlimmsten Probleme der Nachwen­dezeit, insbesondere der dramatische Rück­gang von Arbeitsplätzen im Forschungs- und Entwicklungsbereich, wurden inzwischen überwunden. Heute sind im Land wieder rund 1.000 Unternehmen im Technologie­bereich tätig, dazu gehören 4.500 Arbeits­plätze in Forschung und Entwicklung. In Brandenburg wächst eine junge und dyna­mische Wissenschaftslandschaft heran. Es existiert inzwischen ein funktionierendes Technologienetzwerk zwischen Wissen­schaft und Wirtschaft. An dieser Entwick­lung'hat das Landestechnologiegesetz ent­scheidenden Anteil.

Auf die Frage, welche Rahmenbedingun­gen im Land Brandenburg der Minister in eigener Regie gestalten wolle, antwortete Dreher, daß er unter anderem die Förder­instrumentarien straffen und profilieren werde. Außerdem solle die Zusammenar­beit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft neue Impulse erhalten und die Gründung technologieorientierter Unternehmen, ins­besondere in Zusammenarbeit mit den Hochschulen, weiter unterstützt werden. Schließlich wolle man aber auch das bran­denburgische Technologiekonzept weiter­entwickeln.

Aus der Zusammenarbeit zwischen Bran­denburg und Berlin hob Dreher die Initiati­veProzeßbegleitende Unternehmensgrün­dungen PUG im direkten Umfeld der Hochschulen sowie gemeinsame Auftritte auf überregionalen Messen hervor. PUTZ

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