Heft 
(1.1.2019) 09
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ORDNUNG UND SICHERHEIT GEHT ALLE AN

1. Schließ- und Schlüsselordnung soll helfen

Die Universität Potsdam verfügt in den Ge­bäuden ihrer Standorte über eine ganze Palette von Schließanlagen. Diese reicht vonantiquarisch-wertvollen Stücken bis zu dem Modernsten, was der Markt auf dem Gebiet der Sicherungstechnik zu bie­ten hat. In Abhängigkeit vom Alter der Ge­bäude oder deren Rekonstruktion, ihrer weiteren perspektivischen Nutzung bzw. Funktion wird mit Konsequenz daran gear­beitet, überalterte, nicht mehr den Sicher­heitsstandards entsprechende Schließsy­steme auszuwechseln.

Die Sicherheit, insbesondere größerer Schließanlagen, wie sie an der Einrichtung vorhanden sind, bleibt aber nur dann ge­währleistet, wenn die Schlüsselaus- und -rückgabe sowie die Schließordnung orga­nisiert und realisiert werden.

Ständig muß ein umfassender Überblick über Bestand und Verbleib der Schlüssel vorhanden sein. In jüngster Zeit mußte fest­gestellt werden, daß aus verschlossenen Räumen Gegenstände gestohlen wurden, ohne daß Spuren einer Beschädigung an Türen oder Fenstern vorhanden waren. Aus dieser Sachlage ist abzuleiten, daß ein oder mehrere Täter zumindest zeitweilig im Besitz eines Originalschlüssels waren

bzw. über einen Nachschlüssel verfügen. Eine derartige kriminelle Vorgehensweise ist sehr brisant, da selbst bei Innen­kontrollen der Gebäude durch die Wach­schutzkräfte kein Hinweis auf eine Dieb­stahlhandlung vorliegt. Jedes Mitglied und jeder Angehörige der Universität sollte es sich deshalb zu eigen machen, sorgsam mit den ihm ausgehändigten Schlüsseln umzugehen. Kommt es dennoch zum Schlüsselverlust, ist dies sofort melde­pflichtig. Durch Auswechseln des Schließ­zylinders und andere Maßnahmen lassen sich Schäden und Diestähle verhindern, zumindest aber begrenzen.

Um diese Problemein den Griff zu be­kommen, wurde eine Schließ- und Schlüs­selordnung für die Universität Potsdam er­arbeitet. Sie enthält die wichtigsten Fragen über Empfangsberechtigungen für Schlüs­sel, deren Ausgabe/Rücknahme, Nach­weisführung, Verwahrung und Schließ­zeiten. Auch auf die Problematik von Schloßreparaturen, Veränderungen an Schlössern und Schließtechnik, Nach­fertigen von Schlüsseln usw. wird in diesen Festlegungen aufmerksam gemacht. Die­se Festlegungen werden in den Amtlichen Bekanntmachungen der Universität veröf­fentlicht.

2.Ordnung im Haus

Um im universitären Bereich Ordnung und Sicherheit gewährleisten zu können, bedarf es bestimmter Regelungen. Zu ihnen gehö6ö­ren die Raumvergabe-, die Dekorations­und die Abfallordnung. Die Raumvergabe­ordnung regelt die stundenweise Vermie­tung von Räumen, Einrichtungen oder Flä­chen der Universität Potsdam. Über die Raumvergabe an Fremdnutzer(Dritte) ent­scheidet im Rahmen des Hausrechts der Kanzler. Die Vermietung ist grundsätzlich auf die reguläre Dienstzeit des jeweils zu­ständigen Hauspersonals des jeweiligen Universitätsgebäudes beschränkt.

Außerhalb der Zeiten können Räume dann vergeben werden, wenn das erforderliche Hauspersonal zur Verfügung steht und kei­ne übergeordneten Interessen der Univer­sität entgegenstehen. Das Dokument trifft alle erforderlichen Festlegungen zur An­tragstellung und-bearbeitung, Nutzungs­entgelt, deren Berechnungsgrundlagen sowie mögliche Ausnahmeregelungen.

Die Dekorationsordnung gilt für alle Veran­staltungen in Räumlichkeiten der Universität,

bei denen Blumendekorationen/Grünpflan­zen benötigt werden. Sie wurde auf der Grundlage eines Rundschreibens des Kanz­lers vom 15.04.1997 erarbeitet. Dieses Doku­ment beinhaltet die Grundsätze zur Nutzung der personellen und materiellen Möglichkei­ten des Botanischen Gartens der Universität Potsdam sowie die Realisierung der ge­wünschten Dekoration bei Veranstaltungen aller Art. Dazu ist vorher ein schriftlicher Antrag beim Mitarbeiter für Veranstaltungs­management im Referat für Presse-, Öffent­lichkeits- und Kulturarbeit, Dr. Norbert Rei­chelt(Tel. 977-1423), zu stellen.

Die Abfallordnung regelt den Umgang mit Abfällen in Diensträumen und Außen­geländen der Universität. Das Dokument nimmt Stellung und trifft Festlegungen zu abfallwirtschaftlichen Prinzipien, Abfall­sammlung, geforderten Abfallbehältern, Entsorgung und Ausnahmefällen. Wolfgang Winges

Weiter Informationen erteilt der Leiter des Referates Hausverwaltung im Dezernat 5, Wolfgang Winges, Tel. 977-2475.

EINBLICK IN DIE RENAISSANCE

Tibaldo hat ein großes Problem, über das die Erwachsenen nur den Kopf schütteln können: Bei der großen Kalenderreform im Jahr 1582 soll Tibaldos zwölfter Geburtstag ausfallen. Zehn Tage im Monat Oktober, darunter auch Tibaldos Geburtstag, müs­sen übersprungen werden, damit die Tag­und Nachtgleichen wieder mit Herbst- und Frühlingsanfang übereinstimmen.

Dieses Unglück treibt den gescheiten Jun­gen dazu an, sich mit den Tücken der Astro­nomie und der Zeitrechnung zu beschäfti­gen. Mit Phantasie, Geschicklichkeit und Überzeugungskraft schlägt Tibaldo dem Papst Gregor XIII. persönlich eine praktika­ble Lösung für alle Geburtstagskinder in den gestrichenen Tagen vor. Quasi nebenbei erfährt der Leser, wie stark das Weltbild der Renaissance im Umbruch war: Noch galt die Astronomie als niedere Hilfswissenschaft der Astrologie. Auch in der Medizin hatten abgehobene Theorien und antike Überliefe­rungen einen weit höheren Stellenwert als der Augenschein, praktische Fertigkeiten und Erfahrung. Während Tibaldos Vater als bescheidener Hilfsarbeiter an der Medizi­nischen Fakultät die Kranken behandelt, be­schränkt sich der angesehene Medizin­professor in Gegenwart des Kranken auf Spekulationen über das Gleichgewicht von Blut, Schleim, gelber und schwarzer Calle, Von seinem Vater und seiner Schwester, die als Hebamme schon die Bedeutung des Händewaschens erkannt hat, lernt Tibaldo jedoch die Gabe der Beobachtung schät­zen und wird einer der ersten Ärzte, der die Erfahrung nicht verachtet. Abner Shimony ist eine schöne Erzählung gelungen, die das Aufleuchten der empirischen Metho­den in der Naturwissenschaft und der Ver­nunft am Horizont der Renaissance detail­reich sichtbar macht und trotzdem leicht lesbar ist. Auch die Gestaltung ist gelun­gen: Ein fester Einband, rotbraune Schrift auf gutem Papier und zahlreiche Hand­zeichnungen machen es zu einem schönen Weihnachtsgeschenk. ar

Abner Shimony: Der Kampf um den ver­lorenen Tag, Birkhäuser Verlag, Basel, 162 S., 39,80 DM.

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PUTZ 9/98