ORDNUNG UND SICHERHEIT GEHT ALLE AN
1. Schließ- und Schlüsselordnung soll helfen
Die Universität Potsdam verfügt in den Gebäuden ihrer Standorte über eine ganze Palette von Schließanlagen. Diese reicht von„antiquarisch-wertvollen Stücken“ bis zu dem Modernsten, was der Markt auf dem Gebiet der Sicherungstechnik zu bieten hat. In Abhängigkeit vom Alter der Gebäude oder deren Rekonstruktion, ihrer weiteren perspektivischen Nutzung bzw. Funktion wird mit Konsequenz daran gearbeitet, überalterte, nicht mehr den Sicherheitsstandards entsprechende Schließsysteme auszuwechseln.
Die Sicherheit, insbesondere größerer Schließanlagen, wie sie an der Einrichtung vorhanden sind, bleibt aber nur dann gewährleistet, wenn die Schlüsselaus- und -rückgabe sowie die Schließordnung organisiert und realisiert werden.
Ständig muß ein umfassender Überblick über Bestand und Verbleib der Schlüssel vorhanden sein. In jüngster Zeit mußte festgestellt werden, daß aus verschlossenen Räumen Gegenstände gestohlen wurden, ohne daß Spuren einer Beschädigung an Türen oder Fenstern vorhanden waren. Aus dieser Sachlage ist abzuleiten, daß ein oder mehrere Täter zumindest zeitweilig im Besitz eines Originalschlüssels waren
bzw. über einen Nachschlüssel verfügen. Eine derartige kriminelle Vorgehensweise ist sehr brisant, da selbst bei Innenkontrollen der Gebäude durch die Wachschutzkräfte kein Hinweis auf eine Diebstahlhandlung vorliegt. Jedes Mitglied und jeder Angehörige der Universität sollte es sich deshalb zu eigen machen, sorgsam mit den ihm ausgehändigten Schlüsseln umzugehen. Kommt es dennoch zum Schlüsselverlust, ist dies sofort meldepflichtig. Durch Auswechseln des Schließzylinders und andere Maßnahmen lassen sich Schäden und Diestähle verhindern, zumindest aber begrenzen.
Um diese Probleme„in den Griff“ zu bekommen, wurde eine Schließ- und Schlüsselordnung für die Universität Potsdam erarbeitet. Sie enthält die wichtigsten Fragen über Empfangsberechtigungen für Schlüssel, deren Ausgabe/Rücknahme, Nachweisführung, Verwahrung und Schließzeiten. Auch auf die Problematik von Schloßreparaturen, Veränderungen an Schlössern und Schließtechnik, Nachfertigen von Schlüsseln usw. wird in diesen Festlegungen aufmerksam gemacht. Diese Festlegungen werden in den Amtlichen Bekanntmachungen der Universität veröffentlicht.
2.„Ordnung im Haus“
Um im universitären Bereich Ordnung und Sicherheit gewährleisten zu können, bedarf es bestimmter Regelungen. Zu ihnen gehö6ören die Raumvergabe-, die Dekorationsund die Abfallordnung. Die Raumvergabeordnung regelt die stundenweise Vermietung von Räumen, Einrichtungen oder Flächen der Universität Potsdam. Über die Raumvergabe an Fremdnutzer(Dritte) entscheidet im Rahmen des Hausrechts der Kanzler. Die Vermietung ist grundsätzlich auf die reguläre Dienstzeit des jeweils zuständigen Hauspersonals des jeweiligen Universitätsgebäudes beschränkt.
Außerhalb der Zeiten können Räume dann vergeben werden, wenn das erforderliche Hauspersonal zur Verfügung steht und keine übergeordneten Interessen der Universität entgegenstehen. Das Dokument trifft alle erforderlichen Festlegungen zur Antragstellung und-bearbeitung, Nutzungsentgelt, deren Berechnungsgrundlagen sowie mögliche Ausnahmeregelungen.
Die Dekorationsordnung gilt für alle Veranstaltungen in Räumlichkeiten der Universität,
bei denen Blumendekorationen/Grünpflanzen benötigt werden. Sie wurde auf der Grundlage eines Rundschreibens des Kanzlers vom 15.04.1997 erarbeitet. Dieses Dokument beinhaltet die Grundsätze zur Nutzung der personellen und materiellen Möglichkeiten des Botanischen Gartens der Universität Potsdam sowie die Realisierung der gewünschten Dekoration bei Veranstaltungen aller Art. Dazu ist vorher ein schriftlicher Antrag beim Mitarbeiter für Veranstaltungsmanagement im Referat für Presse-, Öffentlichkeits- und Kulturarbeit, Dr. Norbert Reichelt(Tel. 977-1423), zu stellen.
Die Abfallordnung regelt den Umgang mit Abfällen in Diensträumen und Außengeländen der Universität. Das Dokument nimmt Stellung und trifft Festlegungen zu abfallwirtschaftlichen Prinzipien, Abfallsammlung, geforderten Abfallbehältern, Entsorgung und Ausnahmefällen. Wolfgang Winges
Weiter Informationen erteilt der Leiter des Referates Hausverwaltung im Dezernat 5, Wolfgang Winges, Tel. 977-2475.
EINBLICK IN DIE RENAISSANCE
Tibaldo hat ein großes Problem, über das die Erwachsenen nur den Kopf schütteln können: Bei der großen Kalenderreform im Jahr 1582 soll Tibaldos zwölfter Geburtstag ausfallen. Zehn Tage im Monat Oktober, darunter auch Tibaldos Geburtstag, müssen übersprungen werden, damit die Tagund Nachtgleichen wieder mit Herbst- und Frühlingsanfang übereinstimmen.
Dieses Unglück treibt den gescheiten Jungen dazu an, sich mit den Tücken der Astronomie und der Zeitrechnung zu beschäftigen. Mit Phantasie, Geschicklichkeit und Überzeugungskraft schlägt Tibaldo dem Papst Gregor XIII. persönlich eine praktikable Lösung für alle Geburtstagskinder in den gestrichenen Tagen vor. Quasi nebenbei erfährt der Leser, wie stark das Weltbild der Renaissance im Umbruch war: Noch galt die Astronomie als niedere Hilfswissenschaft der Astrologie. Auch in der Medizin hatten abgehobene Theorien und antike Überlieferungen einen weit höheren Stellenwert als der Augenschein, praktische Fertigkeiten und Erfahrung. Während Tibaldos Vater als bescheidener Hilfsarbeiter an der Medizinischen Fakultät die Kranken behandelt, beschränkt sich der angesehene Medizinprofessor in Gegenwart des Kranken auf Spekulationen über das Gleichgewicht von Blut, Schleim, gelber und schwarzer Calle, Von seinem Vater und seiner Schwester, die als Hebamme schon die Bedeutung des Händewaschens erkannt hat, lernt Tibaldo jedoch die Gabe der Beobachtung schätzen und wird einer der ersten Ärzte, der die Erfahrung nicht verachtet. Abner Shimony ist eine schöne Erzählung gelungen, die das Aufleuchten der empirischen Methoden in der Naturwissenschaft und der Vernunft am Horizont der Renaissance detailreich sichtbar macht und trotzdem leicht lesbar ist. Auch die Gestaltung ist gelungen: Ein fester Einband, rotbraune Schrift auf gutem Papier und zahlreiche Handzeichnungen machen es zu einem schönen Weihnachtsgeschenk. ar
Abner Shimony: Der Kampf um den verlorenen Tag, Birkhäuser Verlag, Basel, 162 S., 39,80 DM.
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PUTZ 9/98