LUST AN KUNST
Angehörige der Universität Potsdam vorzustellen, die künstlerisch arbeiten, teils professionell, teils„nebenberuflich“, ist das Anliegen der Reihe„Lust an Kunst“. Jene interessierten und engagierten Mitarbeiter und Studierenden sind aus eigenem Antrieb und nicht zuletzt zum eigenen Vergnügen kulturellkünstlerisch tätig. Deutlich werden soll auch die Motivation für diese Arbeit.
Frühzeitig hat sich Kerstin Mohr von der landschaftlichen Schönheit des Havellandes inspineren lassen. Seit 1976 gilt ihr Interesse der näheren Umgebung von Werder, Caputh und— immer wieder— Petzow. Diese reizvolle Landschaft setzte sie in zahlreiche fotografische Arbeiten um. Dabei geht sie jahres- und tageszeitlichen Impressionen— Herbstfärbung, Wasserspiegelungen, Sonnenuntergängen— nach. Gleichfalls sind Bäume und Alleen, aber auch Stilleben ihre bevorzugten Motive.
„Die Schönheit des naturhaften und figürli
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cD-TIıP: HERBSTMUSIK
Saftig und musikhungrig klingen„Die Art“ auf ihrem aktuellen Longplayer„mellow versions“ nun wirklich nicht mehr..Die rotzigen, gitarrenlastigen Zeiten der ostdeutschen Joy Division sind endgültig vorbei, sie hoben bei der Single„Ein Schiff geht auf die Reise“ und der dazugehörigen letzten Veröffentlichung— vor zwei Jahren— kurzzeitig wieder an. Jetzt sind Holger„Makarios“ Oley abgeklärt— mellow. Ruhig, flüssige Popstücke, die den Hauch klassischer Independent-Rock-Einflüsse erahnen lassen. Zumindest weiß man bei diesem Tonträger, warum„Die Art“ klingen, wie es für sie charakteristisch ist. Auch wenn sie keine Rock’ n’Roll-Rebellion mehr veranstalten. Man trinkt gemeinsam Tee und schaut auf die fallenden Blätter. Herbstmusik— hart am Wind, noch bläst er nicht ins Gesicht. hst
Die Art mellow versions, Rough Trade/our choice
chen Details in Licht, Luft und Landschaft eingebunden zu sehen, fasziniert mich. So gibt es zwischen Hell und Dunkel, Licht und Schatten, Werden und Vergehen mehrere Etappen, die ich entdeckt habe.“ Kerstin Mohr ist ihren fotografischen Themen seit über 20 Jahren treu geblieben. Die gelernte Bauzeichnerin, die im Dezernat für Per
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Foto: Tribukeit
sonal- und Rechtsangelegenheiten tätig ist, vermag die Unverwechselbarkeit von Motiven, wie Fenster, Türen, Torbögen oder Bildausschnitten, Stilleben und Landschaften auf bildkünstlerische, fotografische Weise anschaulich zu machen. Eine kleine Auswahl dieser Fotos in ihrem Büro belegt dies eindrucksvoll. Über das Fotografieren hinaus beschäftigt sich Kerstin Mohr seit sechs Jahren mit der Töpferei. 14täglich ist sie in einer Werkstatt im Zentrum Ost Potsdam kreativ.„Beim Töpfern reizt mich— im Gegensatz zum Fotografieren, da hier das Motiv, beispielsweise der Landschaft, ‚nur festgehalten‘ werden muß— die Formbarkeit/Veränderbarkeit des Materials Ton.“ Es entsteht eine ganz andere Kreativität. Inzwischen erlernte Kerstin Mohr autodidaktisch verschiedene Techniken der Töpferkunst. So schuf sie in ihrer Freizeit Gebrauchskeramik und auch künstlerische Objekte. Dabei verwendet sie Materialien der Natur, beispielsweise Abdrücke von Blättern, Rinden und Pflanzen. Mo./Fr.
WEIHNACHTSGANS AUGUSTE
Kindermusiktheater mit Weihnachtsprogramm
Wie schon über Jahre hinweg hält das Kindermusiktheater KiMuThe Potsdam e.V. eine Neuinszenierung zur Weihnachtszeit bereit.„Die Weihnachtsgans Auguste- Oder wie man einen Braten auf Eis legt“ heißt das in sehr freier Bearbeitung nach Friedrich Wolf am„Treffpunkt Freizeit“ Potsdam gezeigte Stück. Premiere war am 29. November. Insgesamt bietet die aus Kindern sowie Studierenden und Mitarbeitern der Universität bestehende Company zehn Vorstellungen. Das KiMuThe Potsdam e.V. ist längst zur Institution in dieser Stadt geworden. Der Verein gründete sich 1994, tatsächlich wird seit 1991 gespielt.
Einige, die seit Anbeginn zum KiMuThe gehörten, sind auch heute noch wichtige Anreger, Förderer und Akteure des Theaterspiels für Kinder. Zu ihnen gehören Rita und
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In glänzende Kinderaugen können die Akteure des Kindermusiktheaters bei der Aufführung ihrer Stücke schauen. Foto: Fritze
Wolfgang Westphal, Ellen Thuge, Dorit Lieberwirt und Bringfried Löffler. Insgesamt zählt der Verein 33 Mitglieder, wovon neun Studierende jede Woche mit den Kindern arbeiten und vier Mitglieder ebenso regelmäßig mit Bühnenbau, Technikcheck und der Musikrealisation zu tun haben. Auf diese Weise gelingt es dem Potsdamer Kindermusiktheater drei bis vier Produktionen in jedem Jahr vorzulegen. Wenn Theater als die Kunst der Erneuerung schlechthin gilt, dann haben die aus dem Institut für Musik und Musikpädagogik kommenden Protagonisten dies längst bestätigt. Weil die Partizipation an der darstellerischen, musikalischen und pädagogischen Qualität oft schon viele Kinder, ganze Schulklassen samt Eltern und Lehrern überzeugen konnte, kommen sie immer wieder und wollen die jeweils aktuelle Inszenierung auf keinen Fall verpassen. Die Erfolgsbilanz ist mit etwa 25 Produktionen daher beeindrukkend.
Für die aktuelle Inszenierung„Die Weihnachtsgans Auguste“ schrieb Ellen Thuge die Textversion. Musikalisch ist das Stück mit Klavier, Vibraphon, Cello und Querflöte besetzt, Bringfried Löffler zeichnet erneut für Kompositionen und Arrangements verantwortlich.
Zur Profilierung der Arbeit führt Kı:MuThe immer donnerstags zwischen 10.45 und 13.45 Uhr Theaterworkshops im„Treffpunkt Freizeit“ durch. Weitere Studierende, die selbst gern Theater spielen oder ein Faible für das Theaterspiel mit Kindern haben, sind willkommen. Th.F.
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