Heft 
(1.1.2019) 04
Einzelbild herunterladen

Trotz der klaren Worte des Rektors über die Per­spektive der Hochschule in der 1. Personalver­sammlung brodelt es in der Gerüchteküche weiter. So auch im Vorfeld des Besuches einer Arbeits­gruppe des Wissenschaftsrates der Bundesrepubik Deutschlands, der den Auftrag hat, Empfehlungen zu den außeruniversitären Forschungsein­richtungen und zur Entwicklungsplanung der Hoch­schulen in den neuen Bundesländern vorzulegen. Zur Vorbereitung seiner Stellungnahme hat der Wis­senschaftsrat verschiedene Arbeitsgruppen gebil­det. Die Arbeitsgruppe Lehrerbildung konstituierte sich am 3. Dezember 1990. Sie soll im Auftrage der Regierungen von Bund und Ländern Empfehlun­gen zur Neuordnung der Lehrerbildung erarbeiten, Dazu wird sie alle Hochschulen besuchen, an de­nen Lehrer ausgebildet werden. Auf diese Weise wollen die Teilnehmer versuchen, sich vor Ort ein genaues Bild vom Entwicklungsstand, der fach­lichen Ausrichtung und den der künftigen Ent­wicklung geltenden Planungen zu verschaffen. Am 31. Januar 1991 besuchte diese Kommission auch unsere Hochschule. Ihr gehörten 12 Hoch­schullehrer aus Berlin, Essen, Hamburg, Heidelberg, Konstanz, Mannheim, Oxford und Saarbrücken an. Den Gesprächen bei uns war zunächst eine Bespre­chung mit Vertretern der Landesregierung voraus­gegangen. Die beteiligten Sachverständigen hat­ten sich zuvor aus den vom Rektorat erarbeiteten Unterlagen, die dem Wissenschaftsrat in Vorberei­tung des Besuches zugesandt worden waren, infor­miert.

Wir betreiben keine Evaluierung, sondern wün­schen Informationsgespräche und wären für einen regen Informationsaustausch. Mit diesen Worten eröffnete der Leiter der Arbeitsgruppe, Prof. Dr. Max

Nr.04/91

Be. N aA * Mu# 5 si. A

Kaase von der Universität Mannheim, die Ausspra­che.

Entsprechend umfangreich war dann auch der Themenkatalog: Gegenwärtige Aufgaben und Arbeitsschwerpunkte, Struktur, Auftragsforschung, Ausstattung und Finanzierung, Zusammenarbeit mit anderen Hochschulen im.In und Ausland, Quali­fizierung des wissenschaftlichen Personals und Per­spektiven für die künftige Entwicklung.

In einer ersten Gesprächsrunde, an der die Hoch­schulleitung und einige Fachbereichsdirektoren teilnahmen, wurde der Rektor um die Darstellung des gegenwärtigen Entwicklungsstandes der BLH gebeten. Bemerkenswert und von den Päd­agogischen Hochschulen der alten Bundesländer stark abweichend, erschien der Kommission die Tatsache, daß bei uns eine fruchtbare Forschung betrieben wird, die bis zu 50% der personellen Ka­pazität bindet. Insbesondere die geisteswissen­schaftliche und didaktische Forschung fanden star­kes Interessse, dazu wurden gezielte Nachfragen gestellt. In einer zweiten Runde mit 12 Vertretern des akademischen Mittelbaues und in einer dritten mit Studenten rundeten die Gäste ihre Eindrücke ab.

Zu einem ursprünglich vorgesehenen Rundgang durch einige Fachbereiche kam es leider wegen der bereits fortgeschrittenen Zeit nicht mehr. Ledig­lich eine Untergruppe informierte sich noch vertie­fend bei einigen Erziehungswissenschaftlern."Wir sind entspannt herausgegangen, charakterisierte Frau Prof. Dr. Kirsch die verbindliche und kollegiale Atmosphäre der Gesprächsführung. Der Besuch wurde mit einer internen Sitzung der Arbeitsgruppe abgeschlossen, bei der es um die Nachlese der gewonnenen Eindrücke ging.

Den Haupterfolg der Aussprache faßte der Rektor

Hochschulnachrichten Nr. 04/ 24. Jahrgang_18. Februar 1991 Preis: 10 Pfennige

Foto: Rüffert

im Senat zusammen: Die Kommission weiß jetzt, wie wir zusammengesetzt sind und welche Struktur wir besitzen, welche Veränderungen sich bei uns voll­zogen haben, wie und welche Lehrer wir ausbilden und welchen Umfang und Breite unsere Forschung hat.

Bis März wird die Arbeitsgruppe ihren Bericht ab­schließen und ihre Empfehlungen über die weitere Entwicklung der Lehrerausbildung abgeben. Beim Abschied brachte Professor Kaase die wohl­wollende Meinung der Mitglieder der Arbeitsgrup­pe und seinen Dank für die kooperative Zusammenarbeit gegenüber dem Rektor zum Aus­druck.

Dr. Rammelt