Heft 
(1.1.2019) 04
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ZZ Standpunkte/ Angebote VE

Kooperativ und kompliziert

Auf den Personalversammlungen Anfang Januar

hat Dr. Fred Albrecht, Vorsitzender des Personalra­

tes, betont, daß die Öffentlichkeitsarbeit. objektiv bedingt nur in eingeschränktem Maße möglich ist.

Dennoch sind wir der Auffassung, daß bestimmte

Sachverhalte der Hochschulöffentlichkeit mitge­

teilt werden müßten. Aus diesem Grunde trafen wir

uns mit Dr. Albrecht.

HSN: Sicherlich gibt es in der Zusammenarbeit zwi­schen Hochschulleitung und Personalrat Re­serven. Worin sehen Sie diese?

Dr. Albrecht: Im Vergleich zu anderen Einrichtun­

gen des Öffentlichen Dienstes ist die Zusammenar­

beit mit unserem Rektor, Prof, Dr. Mitzner, als kon­struktiv einzuschätzen. Beide Seiten sind bestrebt, vernünftige Lösungen zu finden, auch wenn das nicht immer einfach ist. Regelmäßig finden die ge­setzlich vorgeschriebenen Gespräche zwischen

Personalrat und Rektor statt. Der Rektor legt Wert

auf unser Urteil und ist jederzeit bereit, seiner Infor­

mationspflicht gegenüber dem Personalrat nach­zukommen.

HSN: Auf welchem Wege erhalten Sie Auskunft über die Probleme der Mitarbeiter in den Fachbereichen und anderen Struktureinhei­ten unserer Einrichtung?

Dr. Albrecht: Hauptinformationsquelle sind die Ge­

spräche mit den Betroffenen. An dieser Stelle

möchten wir nochmals alle aufrufen, bei Proble­men, Fragen und Kontroversen sich an uns zu wen­den. Denn nur wenn wir Faktenkenntnisse haben, können wir reagieren. Außerdem sind natürlich die

Gespräche mit Prof, Dr. Mitzner sehr wichtig für

unsere Arbeit. Wir bemühen uns also um eine ob­

jektive Zusammenarbeit mit"beiden Seiten, um so möglichst ausgleichende Gerechtigkeit herzustel­len.

HSN: Bei welchen Sachverhalten konnten Sie für die Beteiligten positive Ergebnisse erzielen?

- Gespräch mit Dr. Albrecht

Dr. Albrecht: Wir konnten erreichen, daß die drei­mMmonatige Kündigungsfrist zum Studienjahresende für wissenschaftliche Mitarbeiter entsprechend den noch gültigen gesetzlichen Grundlagen be­

Dr. Albrecht auf der Personalversammlung am 9. Januar.

Foto: Rüffert

achtet wird. Bei den Entlassungen im wissenschaft­lichen Bereich hat der Rektor zugesagt, daß die Betroffenen für 1 Jahr eine Arbeitsbeschaffungs­Maßnahme erhalten werden bzw. erhielten. Außer­demließ es sich vor allem durch die Anstrengungen der verantwortlichen Leiter realisieren, daß den 120

Angebote der Universität von Jyväskylä

Gern kommen wir der von finnischer Seite an uns heran­getragenen Bitte nach, über Bil dungsangebote der Universität Jy­Väskylä zu informie­ren. So führt die Mathe­matische und RN N) Naturwissenschaft­X liche Fakultät in den US Fächern Physik, Ma­Se SO thematik und Che­R mie in der Zeit vom 1. bis 31. August 1991 ein Sommerse­mester durch. Es werden 5 Kurse in Mathematik, 4 in Physik und 2 in Chemie angebo­ten. Die Unterbringung erfolgt in modernen Wohnhei­men. Die Universität gewährt ein Stipendium von 350 FIM (ca. 100 US Dollar) für jeden ausländischen Studen­ten. Die Kosten für die Reise und den Aufenthalt sind selbst zu tragen. Die Universität von Jyväskylä befindet sich in Zen­

tral-Finnland, welches bekannt ist für seine wunder­schönen Seen, Felder, Wälder, Hügel- und Berg­landschaften.

Studenten, Forschungsstudenten und Aspiranten können sich für dieses Sommersemester bewerben. Bis zum 31. März 1991 haben die Anmeldungen zu erfolgen. Sie sind an folgende Adresse zu richten: Soili Leskinen

University of Jyväskylä

Faculty of Mathematics and Natural Sciences P,O. Box 35, SF- 40351 Jyväskylä

FINLAND

Des weiteren wird von der Fakultät für Sport und Gesundheitswissenschaften ein Akademisches Jahr 1991-92 angeboten. Das Programm umfaßt Vorlesungen, Seminare, Prüfungen und schriftliche Arbeiten. Voraussetzungen für Bewerbungen sind die Kenntnis der englischen Sprache und die nach­weisbare Immatrikulation an einer höheren Bildungseinrichtung. Für die Unterbringung werden Wohnheimplätze zur Verfügung gestellt. Eine An­meldung ist bis zum 31. März 1991 möglich. Weitere Auskünfte kann man bei folgender Adresse erhal­ten: Tulia Koponen,

International Study Coordinator,

University of Jyväskylä

P.O. Box 35, SF- 40351 Jyväskylä

tel. 358-41-601069

telefax 358-41-601021.

REGISTRATION FORM FOR INTERNATIONAL SUMMER SEMESTER

Institution: ER RL ER

Address A ar n

Telephone: I plan to take following courses: Mathematics: Physics: Chemistry:

MA1.O0) MA2.0) MA3.0) MA4.O MA5.0O PH1.0 PH2.0) PH3.0) PH4.0)

CHi 0. CH2 0

A letter of recommendation from your supervisor would be appreciated.

Nr.04/91

Kollegen, die aus dem nichtwissenschaftlichen Be­reich auf Grund neuer Personalstrukturen auszuglie­dern waren, neue Arbeitsplätze angeboten wor­den sind. So konnten hier*echte Entlassungen, die ja immer soziale Härten bedeuten, vermieden wer­den.

HSN: Mit welchen, die Hochschulangehörigen betreffenden Problemen beschäftigen Sie sich im Moment, und welche Lösungsansätze sind gefunden worden?

Dr. Albrecht: Wichtigstes Aufgabenfeld ist zur Zeit

die Einglierung der Rechtswissenschaftlichen Fakul­

tät in unsere Hochschule. Gesichert ist z.B., daß 4

Kollegen des Personalrates der ehemaligen Hoch­

schule für Recht und Verwaltung als Berater unseres

Personalrates fungieren.

Außerdem sind Entscheidungen über Entlassungen

in den drei Bereichen(Fachsprachliche Ausbil­

dung, Institut für Medienpädagogik, Hochschul­sport) herbeizuführen. Die davon betroffenen Kol­legen wandten sich an den Personalrat. Ihre Argu­mente wurden aufgenommen und an den Rektor

Weitergeleitet, Der Rektor wird seine Entscheidung

vor den entsprechenden Mitarbeitern begründen!

Außerdem gab und gibt es Anfragen zu Fragebö­

gen. Die Fragebögen werden vom Land an den

Personalrat gehen; dies hat der Rektor so akzep­

tiert, um mit zu sichern, daß Mitbestimmungsrechte

eingehalten werden,

Im übrigen ist beabsichtigt, einen Hauptpersonalrat

aller Einrichtungen, die dem Ministerium für Wissen­

schaft, Forschung und Kultur unterstehen, wählen zu lassen, um noch effektivere und kompetentere

Arbeit leisten zu können. Zur Zeit scheitert dieses

Vorhaben noch am Widerstand des zuständigen

Ministers.

Vielen Dank für dieses Gespräch.

Die Fragen stellten Dr. Barbara Eckardt und Petra Görlich.

DAAD fordert Gastdozenten

(DAAD) Mehr als 400 westdeutsche Hochschulleh­rer haben im laufenden Wintersemester mit Unter­stützung des Deutschen Akademischen Austausch­dienstes(DAAD) eine Lehrtätigkeit an ostdeut­schen Hochschulen aufgenommen. Die Gastdo­zenten wurden im Rahmen eines Sonderpro­gramms vermittelt, das vom Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft mit 5,8 Millionen Mark finanziert wird, Sie sollen helfen, Defizite in der Hoch­schulausbildung der ehemaligen DDR zu überwin­den. Bisher sind 65 Gastdozenten mit voller Lehrverpflichtung an einen neuen akademischen Arbeitsplatz in Ostdeutschland übergewechselt. Für weitere 20 Vollzeitdozenturen haben Hoch­schullehrer und künftige Gasthochschulen eine DAAD-Zusage für 1991 schon in der Tasche.

Fast die Hälfte(30) der bisherigen Vollzeitdozenten sind Geisteswissenschaftler; 18 kommen aus den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften; 9 sind Juri­sten. In diesen Fachgebieten erwarten die ostdeut­schen Hochschulen besonders dringlich Hilfe bei der Erneuerung der Studiengänge. Unter den Gast­hochschulen sind die Humboldt-Universität Berlin und die Universität Leipzig mit je 12 Gastdozenten am stärksten vertreten.

Eine noch weitaus größere Zahl westdeutscher Hochschullehrer, bisher rund 350, geht im Rahmen des Sonderprogramms*Hochschulförderung der DDR zu einzelnen Lehraufträgen, Blockseminaren und Vorlesungsreihen oder auch mit Beratungsauf­gaben in die neuen Bundesländer, Diese Teilzeit­Dozenten sind im Hauptamt weiter an der Heimat­hochschule tätig. Viele reisen wöchentlich für ein Oder zwei Tage, manche auch zwei oder dreimal im Semester für ein oder zwei Wochen nach Ost­deutschland...

Für die Vollzeitdozenten übernimmt der DAAD die Gehalts- oder Vertretungskosten. Bei den Teilzeitdozenten zahlt er Reisekosten und Tagegel­der sowie ein Pauschalhonorar. Oft beteiligen sich auch die Gasthochschulen mit einem finanziellen Zuschuß oder durch Bereitstellung einer Wohnung an den Kosten. Das Sonderprogramm, in dem auch Kurzaufenthalte ostdeutscher Studenten im Westen und gemeinsame Forschungsprojekte gefördert werden können, soll mindestens bis zum Ende des Hochschuljahres 1990/91 fortgesetzt werden. An­fang Dezember wird eine Hochschullehrer-Kommis­sion im DAAD über weitere Vorhaben entscheiden, die noch bis zum 30. November beantragt werden können.(aus TU intern 1/91)