ZZ Standpunkte/ Angebote VE
Kooperativ und kompliziert
Auf den Personalversammlungen Anfang Januar
hat Dr. Fred Albrecht, Vorsitzender des Personalra
tes, betont, daß die Öffentlichkeitsarbeit. objektiv bedingt nur in eingeschränktem Maße möglich ist.
Dennoch sind wir der Auffassung, daß bestimmte
Sachverhalte der Hochschulöffentlichkeit mitge
teilt werden müßten. Aus diesem Grunde trafen wir
uns mit Dr. Albrecht.
HSN: Sicherlich gibt es in der Zusammenarbeit zwischen Hochschulleitung und Personalrat Reserven. Worin sehen Sie diese?
Dr. Albrecht: Im Vergleich zu anderen Einrichtun
gen des Öffentlichen Dienstes ist die Zusammenar
beit mit unserem Rektor, Prof, Dr. Mitzner, als konstruktiv einzuschätzen. Beide Seiten sind bestrebt, vernünftige Lösungen zu finden, auch wenn das nicht immer einfach ist. Regelmäßig finden die gesetzlich vorgeschriebenen Gespräche zwischen
Personalrat und Rektor statt. Der Rektor legt Wert
auf unser Urteil und ist jederzeit bereit, seiner Infor
mationspflicht gegenüber dem Personalrat nachzukommen.
HSN: Auf welchem Wege erhalten Sie Auskunft über die Probleme der Mitarbeiter in den Fachbereichen und anderen Struktureinheiten unserer Einrichtung?
Dr. Albrecht: Hauptinformationsquelle sind die Ge
spräche mit den Betroffenen. An dieser Stelle
möchten wir nochmals alle aufrufen, bei Problemen, Fragen und Kontroversen sich an uns zu wenden. Denn nur wenn wir Faktenkenntnisse haben, können wir reagieren. Außerdem sind natürlich die
Gespräche mit Prof, Dr. Mitzner sehr wichtig für
unsere Arbeit. Wir bemühen uns also um eine ob
jektive Zusammenarbeit mit"beiden Seiten”, um so möglichst ausgleichende Gerechtigkeit herzustellen.
HSN: Bei welchen Sachverhalten konnten Sie für die Beteiligten positive Ergebnisse erzielen?
- Gespräch mit Dr. Albrecht
Dr. Albrecht: Wir konnten erreichen, daß die dreimMmonatige Kündigungsfrist zum Studienjahresende für wissenschaftliche Mitarbeiter entsprechend den noch gültigen gesetzlichen Grundlagen be
Dr. Albrecht auf der Personalversammlung am 9. Januar.
Foto: Rüffert
achtet wird. Bei den Entlassungen im wissenschaftlichen Bereich hat der Rektor zugesagt, daß die Betroffenen für 1 Jahr eine ArbeitsbeschaffungsMaßnahme erhalten werden bzw. erhielten. Außerdemließ es sich vor allem durch die Anstrengungen der verantwortlichen Leiter realisieren, daß den 120
Angebote der Universität von Jyväskylä
Gern kommen wir der von finnischer Seite an uns herangetragenen Bitte nach, über Bil dungsangebote der Universität JyVäskylä zu informieren. So führt die Mathematische und RN N) NaturwissenschaftX liche Fakultät in den US Fächern Physik, MaSe SO thematik und CheR mie in der Zeit vom 1. bis 31. August 1991 ein Sommersemester durch. Es werden 5 Kurse in Mathematik, 4 in Physik und 2 in Chemie angeboten. Die Unterbringung erfolgt in modernen Wohnheimen. Die Universität gewährt ein Stipendium von 350 FIM (ca. 100 US Dollar) für jeden ausländischen Studenten. Die Kosten für die Reise und den Aufenthalt sind selbst zu tragen. Die Universität von Jyväskylä befindet sich in Zen
tral-Finnland, welches bekannt ist für seine wunderschönen Seen, Felder, Wälder, Hügel- und Berglandschaften.
Studenten, Forschungsstudenten und Aspiranten können sich für dieses Sommersemester bewerben. Bis zum 31. März 1991 haben die Anmeldungen zu erfolgen. Sie sind an folgende Adresse zu richten: Soili Leskinen
University of Jyväskylä
Faculty of Mathematics and Natural Sciences P,O. Box 35, SF- 40351 Jyväskylä
FINLAND
Des weiteren wird von der Fakultät für Sport und Gesundheitswissenschaften ein Akademisches Jahr 1991-92 angeboten. Das Programm umfaßt Vorlesungen, Seminare, Prüfungen und schriftliche Arbeiten. Voraussetzungen für Bewerbungen sind die Kenntnis der englischen Sprache und die nachweisbare Immatrikulation an einer höheren Bildungseinrichtung. Für die Unterbringung werden Wohnheimplätze zur Verfügung gestellt. Eine Anmeldung ist bis zum 31. März 1991 möglich. Weitere Auskünfte kann man bei folgender Adresse erhalten: Tulia Koponen,
International Study Coordinator,
University of Jyväskylä
P.O. Box 35, SF- 40351 Jyväskylä
tel. 358-41-601069
telefax 358-41-601021.
REGISTRATION FORM FOR INTERNATIONAL SUMMER SEMESTER
Institution: ER RL ER
Address A ar n
Telephone: I plan to take following courses: Mathematics: Physics: Chemistry:
MA1.O0) MA2.0) MA3.0) MA4.O MA5.0O PH1.0 PH2.0) PH3.0) PH4.0)
CHi 0. CH2 0
A letter of recommendation from your supervisor would be appreciated.
Nr.04/91
Kollegen, die aus dem nichtwissenschaftlichen Bereich auf Grund neuer Personalstrukturen auszugliedern waren, neue Arbeitsplätze angeboten worden sind. So konnten hier*echte” Entlassungen, die ja immer soziale Härten bedeuten, vermieden werden.
HSN: Mit welchen, die Hochschulangehörigen betreffenden Problemen beschäftigen Sie sich im Moment, und welche Lösungsansätze sind gefunden worden?
Dr. Albrecht: Wichtigstes Aufgabenfeld ist zur Zeit
die Einglierung der Rechtswissenschaftlichen Fakul
tät in unsere Hochschule. Gesichert ist z.B., daß 4
Kollegen des Personalrates der ehemaligen Hoch
schule für Recht und Verwaltung als Berater unseres
Personalrates fungieren.
Außerdem sind Entscheidungen über Entlassungen
in den drei Bereichen(Fachsprachliche Ausbil
dung, Institut für Medienpädagogik, Hochschulsport) herbeizuführen. Die davon betroffenen Kollegen wandten sich an den Personalrat. Ihre Argumente wurden aufgenommen und an den Rektor
Weitergeleitet, Der Rektor wird seine Entscheidung
vor den entsprechenden Mitarbeitern begründen!
Außerdem gab und gibt es Anfragen zu Fragebö
gen. Die Fragebögen werden vom Land an den
Personalrat gehen; dies hat der Rektor so akzep
tiert, um mit zu sichern, daß Mitbestimmungsrechte
eingehalten werden,
Im übrigen ist beabsichtigt, einen Hauptpersonalrat
aller Einrichtungen, die dem Ministerium für Wissen
schaft, Forschung und Kultur unterstehen, wählen zu lassen, um noch effektivere und kompetentere
Arbeit leisten zu können. Zur Zeit scheitert dieses
Vorhaben noch am Widerstand des zuständigen
Ministers.
Vielen Dank für dieses Gespräch.
Die Fragen stellten Dr. Barbara Eckardt und Petra Görlich.
DAAD fordert Gastdozenten
(DAAD) Mehr als 400 westdeutsche Hochschullehrer haben im laufenden Wintersemester mit Unterstützung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes(DAAD) eine Lehrtätigkeit an ostdeutschen Hochschulen aufgenommen. Die Gastdozenten wurden im Rahmen eines Sonderprogramms vermittelt, das vom Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft mit 5,8 Millionen Mark finanziert wird, Sie sollen helfen, Defizite in der Hochschulausbildung der ehemaligen DDR zu überwinden. Bisher sind 65 Gastdozenten mit voller Lehrverpflichtung an einen neuen akademischen Arbeitsplatz in Ostdeutschland übergewechselt. Für weitere 20 Vollzeitdozenturen haben Hochschullehrer und künftige Gasthochschulen eine DAAD-Zusage für 1991 schon in der Tasche.
Fast die Hälfte(30) der bisherigen Vollzeitdozenten sind Geisteswissenschaftler; 18 kommen aus den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften; 9 sind Juristen. In diesen Fachgebieten erwarten die ostdeutschen Hochschulen besonders dringlich Hilfe bei der Erneuerung der Studiengänge. Unter den Gasthochschulen sind die Humboldt-Universität Berlin und die Universität Leipzig mit je 12 Gastdozenten am stärksten vertreten.
Eine noch weitaus größere Zahl westdeutscher Hochschullehrer, bisher rund 350, geht im Rahmen des Sonderprogramms*Hochschulförderung der DDR” zu einzelnen Lehraufträgen, Blockseminaren und Vorlesungsreihen oder auch mit Beratungsaufgaben in die neuen Bundesländer, Diese TeilzeitDozenten sind im Hauptamt weiter an der Heimathochschule tätig. Viele reisen wöchentlich für ein Oder zwei Tage, manche auch zwei oder dreimal im Semester für ein oder zwei Wochen nach Ostdeutschland...
Für die Vollzeitdozenten übernimmt der DAAD die Gehalts- oder Vertretungskosten. Bei den Teilzeitdozenten zahlt er Reisekosten und Tagegelder sowie ein Pauschalhonorar. Oft beteiligen sich auch die Gasthochschulen mit einem finanziellen Zuschuß oder durch Bereitstellung einer Wohnung an den Kosten. Das Sonderprogramm, in dem auch Kurzaufenthalte ostdeutscher Studenten im Westen und gemeinsame Forschungsprojekte gefördert werden können, soll mindestens bis zum Ende des Hochschuljahres 1990/91 fortgesetzt werden. Anfang Dezember wird eine Hochschullehrer-Kommission im DAAD über weitere Vorhaben entscheiden, die noch bis zum 30. November beantragt werden können.(aus TU intern 1/91)