Heft 
(1.1.2019) 05
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Stiftung Solidaritätsdienst international e. V.

Mit Beginn des neuen Jahres erscheint nach länge­rer Pause das Informationsbulletin der Stiftung Soli­daritätsdienst international e.V.(SODI) in verän­dertem Gewand. Die Autoren wollen damit auch in den Publikationen des Vereins jenen Wandel des vergangenen Jahres deutlich machen, in dessen Verlauf aus dem Solidaritätskomitee der DDR die Stiftung Solidaritätsdienst international hervor­gegangen ist.

Carl Ordnung, Vorsitzender der Stiftung, äußert sich zu Situation, Leistung und Vorhaben von SODI wie folgt:

Das Bekenntnis zur eigenen Geschichte erfordert die kritische Auseinandersetzung mit Fehlern und Versäumnissen der Vergangenheit. In diesem Lern­prozeß muß es uns aber auch darum gehen, die positiven Erfahrungen unserer Solidaritätsarbeit für die Bewältigung der neuen Herausforderungen fruchtbar zu machen und in absehbarer Zeit ein neues Konzept für unser solidarisches Wirken in der Gegenwart zu erarbeiten.

Die Stiftung konnte mit den noch verfügbaren bis­herigen und neuen Spendengeldern auch in dem so bewegten Jahr 1990 notleidenden Menschen in anderen Ländern helfen. Als Beispiele seien hier genannt: umfangreiche Hilfssendungen für das ru­mMänische Volk, die Fortführung langfristiger Solida­ritätsobjekte wie Berufsausbildungsprojekte in An­gola, Nikaragua, Tansania und Jemen, die Finan­zierung von Ausbildungsleistungen für ca. 250 Bür­ger aus Entwicklungsländern, die Mitarbeit beim Wiederaufbau des durch einen Wirbelsturm zerstör­ten nikaraguanischen EI Rama, die Lieferung von Schulausrüstung nach Kambodscha oder Wasser­pumpen nach Mocambique, Ferienaktionen für Kinder aus Rumänien, Palästina und Äthiopien, Heil­behandlung von kurdischen Giftgasopfern, Hilfe für

Kinder Namibias, Erntehilfe für Äthiopien und meh­rere Lasttransporte mit Medikamenten für Opfer der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl.. ,. Der wirtschaftliche und soziale Umbruch in unserem Land droht die Probleme der Entwicklungsländer in den Hintergrund öffentlicher Diskussion treten zu lassen. Angesichts eigener sozialer Belastungen ist die Bereitschaft jedes einzelnen zu solidarischem Handeln gegenüber anderen um so höher zu schätzen. Auch im neuen Jahr wird diese Bereit­schaft entscheiden, in welchem Umfange SODI Hilfe zur Selbsthilfe organisieren kann.

Im vor uns liegenden Jahr wollen wir auch unsere Bemühungen fortsetzen, im Kreise einer Vielzahl von erfahrenen und öffentlich anerkannten Ent­wicklungshilfeeinrichtungen Deutschlands unseren Platz zu finden. Einen Schwerpunkt soll dabei die Fortführung von Entwicklungsprojekten, die sich in der der Vergangenheit bewährt haben, bilden. Vor allem in den Ländern, für die nach dem Beitritt der DDR zur BRD ein spürbarer Ausfall an deutscher Entwicklungshilfe entstanden ist, wollen wir weiter helfen. Nahezu 50 Projekte, die das Streben von Staaten in Afrika, Asien und Lateinamerika nach eigenständiger Meisterung ihrer Probleme auf den Gebieten der Erziehung, Gesundheit und Arbeits­beschaffung unterstützen, wollen wir in die Wege leiten. Dazu brauchen wir Ihre Mithilfe. Durch bil­dungspolitische Arbeit möchte SODI PartnerInnen für solidarisches Verhalten und Handeln in Deutsch­land gewinnen und staatliche Entwicklungspolitik kritisch begleiten.

(aus: Stiftung Solidaritätsdienst-international e. V., Rundbrief 1/91)

Weiterbildung

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Fachspezialist für Landwirtschaftsmanagement

Mit diesem Abschluß werden sich mehr als 40 ehe­malige leitende Mitarbeiter der Land-, Forst und Nahrungsgüterwirtschaft für eine zukünftige Tätig­keit in landwirtschaftlichen Unternehmen und Ver­bänden bzw. in der Unternehmensberatung oder Landwirtschaftsverwaltung bewerben. Noch aber haben sie ein anspruchsvolles AUus­bildungsprogramm an unserer Hochschule zu ab­solvieren, das sie täglich von 8.00 bis 17.00 Uhr an die Hörsaalbank bindet.

Die AnpassungsfortbildungLandwirtschafts­Management, so heißt der Lehrgang, begann am 10.12.1990 und war notwendig geworden, nach­dem die meisten der Auszubildenden ihren Arbeits­platz verloren hatten. Kurzfristig waren führende

Vertreter unserer Hochschule, allen voran Magnifi­zenz Prof, Dr. Mitzner und leitende Mitarbeiter land­wirtschaftlicher Forschungsbetriebe unseres Lan­des aufgerufen, ein Ausbildungskonzept zu Fragen des Agrar- und Steuerrechts sowie zur Agrarökolo­gie und zum Integrierten Landbau zu erarbeiten. Gefördert und finanziell abgesichert wird die Aus­bildung vom Arbeitsamt Potsdam mit besonderer Unterstützung durch Frau Ministerin Dr. Regine Hil­debrandt und Bundesminister Norbert Blum. Nahe­zu einmalig ist die Zahl hochrangiger Dozenten, die an der Ausbildung beteiligt sind. Sie reicht von Mitarbeitern unserer Hochschule aus den Fachbe­reichen Rechtswissenschaft, Geographie, Chemie und Biologie über leitende Mitarbeiter landwirt­schaftlicher Akademieinstitute in Potsdam- Pau­

linenaue, Bornim, Kleinmachnow und Müncheberg bis hin zu erfahrenen Rechtsanwälten und Agrarpo­litikern aus den alten Bundesländern. Die Hörer wer­den dabei aus erster Hand mit wissenschaftlichen Fakten vertraut gemacht, die ihnen in der bisheri­gen Ausbildung aus den bekannten bildungs­politischen Gründen weitgehend vorenthalten blieben. Auf dem neu entstandenen Arbeitsmarkt

sind jedoch Kenntnisse zu agrarrechtlichen, betriebswirtschaftlichen und agrarökologischen Sachverhalten in jeder Hinsicht vonnöten. Deshalb besteht auch eine große Nachfrage für den Kurs, der möglicherweise im Herbst dieses Jahres ein zweites Mal an unserer Hochschule durchgeführt werden muß. Das Programm ist außerordentlich vielgestaltig. Fast 300 Stunden sind für agrar- und steuerrechtliche Fragen sowie für Betriebswirtschaft vorgesehen. Regelung offener Vermögensfragen in der Landwirtschaft, Reorganisation der LPG, kooperative Formen einzelbäuerlicher Wirtschaft, Betriebsverfassungsgesetz, Grundstücksverkehrs­ordnung, Landpachtrecht, Erbrecht, gemeinsame Agrarpolitik und Gemeinschaftsrecht der EG sind nur einige wichtige Themen, die durch Übungen ZU Methoden der Gesprächsführung zur Lösung sozia­ler Konflikte u.a. von pädagogisch- psychologi­scher Seite ergänzt werden. Die juristische und betriebswirtschaftliche Ausbildung wird durch ein Nicht minder interessantes Programm in Agraröko­logie und Integriertem Landbau, für das je 180 Stun­den vorgesehen sind, begleitet. Okologisch sinn­volle Gestaltung ländlicher Räume, Umweltverträglichkeitsprüfung, Regeneration zer­

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AZ

störter Bodenstrukturen, biologisches Monitoring, Okosystem- Management, ökologisch sinnvolle Fruchtfolgegestaltung, nützlingsschonender Pflan­zenschutz, Umweltanalytik, Gentechnik, Vermark­tung landwirtschaftlicher Produkte, Naturschutz, Umwelterziehung und Umweltbildung mögen auch hier wieder aus einer großen Palette an The­men genannt sein.

Der Kurs schließt mit einer 4wöchigen Informatik­ausbildung am 14.6.1991 ab. Wünschen wir den Teilnehmern, daß sie mit dem dann erworbenen Hochschulzertifikat gute Chancen bei der Bewer­bung auf dem Arbeitsmarkt haben.

Dr. sc. Joachim Pötsch FB Biologie

Die Bildnachricht

Prof. Gordesch und Dr. Gärtner(stehend) aus dem Bereich Sozialwissenschaften gaben in entsprechenden Kursen für Kollegen, die sich in einer ABM befinden(auch nicht an der Hochschule tätige), eine Einführung in das Computer-Betriebssystem MS-DOS und in das Textverarbeitungssystem WordPerfect,

Hochschulangehörige, die an einem solchen Kurs Interesse haben, können sich im Sekretariat des Fachbe­

reiches Sozialwissenschaften melden(Tel. 774).

Foto: Rüffert

Nr.05/91