Heft 
(1.1.2019) 05
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Kontakte

TEE Partnerschaft mit Hochschuleinrichtungen von Paris

Zum Ausbau der im Frühjahr 1990 aufgenommenen Arbeitsbeziehungen zur Ecole Normale d* Institu­t+eurs von Bonneuil/Paris und zur Universität Paris XII von Creteil/Paris fanden im November 1990 in Pots­dam und im Februar 1991 in Paris Gespräche mit der Zielstellung statt, Vertragsvereinbarungen und Austauschprogramme vorzubereiten. Diese Aktivi­täten sollen auch genutzt werden, um den vorge­sehenen Aufbau eines Fachbereichs Romanistik an unserer Hochschule zu fördern.

Im Ergebnis der Beratungen liegen Vertragsvor­schläge sowie erste Vereinbarungen zum Studentenaustausch vor. Darüber hinaus wurden Vorstellungen zur Einwerbung von Drittmitteln aus EG- Programmen durch gemeinsame Forschungs­projekte entwickelt.

Vom 5.5. bis zum 11.5.91 wird eine Studentengrup­pe unserer Hochschule in Paris ein interessantes Programmangebot wahrnehmen können. Persön­

liche Begegnungen mit Studenten aus Paris, QuUs Belgien und aus Karlsruhe, Diskussionsrunden zum Bildungswesen, zur Hochschulbildung, zum studen­tischen Leben, Fragen der Entwicklung der Europä­ischen Gemeinschaft und Teilnahme an Ausbildungsveranstaltungen und an Unterrichts­stunden sowie vielfältige Möglichkeiten des Ken­nenlernens der historischen und kulturellen Einrich­tungen von Paris gehören zum Angebot.

Diese Begegnung wird durch das Deutsch- Franzö­sische Jugendwerk(DFJW) subventioniert. Dieses DFJW, das 1963 durch den Vertrag über die Zu­sammenarbeit zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Frankreich als autonome binatio­nale Organisation gegründet wurde und sein Bud­get von mehr als 40 Mio DM/Jahr zu gleichen Teilen von den Regierungen beider Länder erhält, fördert die deutsch- französische Zusammenarbeit in den

Bereichen der beruflichen, schulischen und außer­schulischen Bildung. Aufgabe des DFJW ist es, die Beziehungen zwischen jungen Deutschen und Franzosen enger zu gestalten und das gegenseitige Verständnis zu vertiefen. Deshalb steht im Mit­telpunkt unseres Programms die studentische Be­gegnung. Viel Freiraum wurde gelassen, um indivi­duelle Programmgestaltungen nach dem ersten Kennenlernen zu ermöglichen.

Leider sind die Subventionsmittel beschränkt, so daß nur 10 Studenten der insgesamt 41 Bewerber an diesem 1. Programm teilnehmen können. Die Auswahl wurde auf der Grundlage der auf die öffentliche Ausschreibung vom 2.1.1991 terminge­recht eingegangenen Anträge unter Leitung des Prorektors für Bildung getroffen. In der Woche vom 12.5. bis 18.5. 91 erwarten wir den Gegenbesuch der Studenten aus Paris,

Im Juni Normale zur Vertragsunterzeichnung an unsere Hochschule kommen.

Zur Konkretisierung der Forschungsthemen für eine

Zusammenarbeit im Rahmen von EG-Projekten wird am 14.3.91 eine Beratung an unserer Hoch­schule mit dem Projektleiter der Ecole Normale von Bonneuil stattfinden. Schwerpunkte sind die Ent­wicklung und Produktion didaktischer Mittel sowie der Einsatz von Computern in Lehr und Lernprozes­sen. Interessenten melden sich bitte unter Tel. 910 594.

Informationen zur Struktur der Universität Paris XII sind im Referat für Öffentlichkeits und Pressearbeit und Internationale Zusammenarbeit erhältlich.

Prof. Dr. sc. A. Gzik FB Biologie

Vier Wochen Wolfenbüttel- Gast einer Bibliothek

Im Januar 1991 ergab sich für mich die Möglichkeit zu einem vierwöchigen Studienaufenthalt in Wol­fenbüttel. Die dortige"Herzog August Bibliothek ist eine Quellensammlung zur europäischen Buchge­schichte vom Ausgang der Antike bis zur Gegen­wart, Sie zählt ca. 750 000 Bände. Darunter befin­den sich ca. 350 000 Drucke vor 1830: ca. 3 000 Inkunabeln, 75 000 Drucke des 16. Jahrhunderts, 150 000 Drucke des 17. Jahrhunderts, 120 000 Druk­ke des 18, Jahrhunderts... Die Handschriftensamm­lung zählt ca, 12 000 Handschriften, darunter 3 000 aus dem Mittelalter. Soweit ein Auszug aus der Selbstvorstellung der Bibliothek, entnommen dem Jahresprogramm 1991.

Wer mit Handschriften arbeitet, sitzt im Lesesaal der Bibliotheca Augusta. Ich selbst arbeitete überwie­gend im Zeughaus. Dieser Bau von 1619 beherbergt die Kataloge, eine sehr große Handabibliothek, den Lesesaal und vieles mehr. Etliches wäre noch zu sagen über das Leibnizhaus, das Lessinghaus, das

Nr.05/91

Anna- Vorwerk- Haus und die dort beherbergten Forschungseinrichtungen. Aber das findet der Inter­essierte in den entsprechenden Prospekten.

Ich möchte etwas hervorheben, das ich bisher so eben nur in Wolfenbüttel gefunden habe und das die Faszination eines solchen Aufenthaltes aus­macht. Es ist die ganz besondere Atmosphäre einer Bibliothek, die,verglichen mit den großen Berliner Bibliotheken, noch immer klein ist, familiär bleibt. Den Lesesaal benutzt man gemeinsam mit Stipen­diaten aus allen Teilen der Welt oder Gästen, die auf eigene Kosten in Wolfenbüttel weilen. Theolo­gen, Philosophen, Germanisten, Kunsthistoriker, Hi­storiker, Philologen, die Gäste der Bibliothek sind, sehen sich beim gemeinsamen Mittagessen und anschließendem Kaffee, Gelegenheit zu fachli­chem, zu. politischem Gespräch oder zum Aus­tausch über Persönliches. Es ist ein bißchen Gelehr­tenrepubilik; die reale Welt scheint sich zu entfer­nen, wenn man, die Arbeit unterbrechend, auf die

dieses Jahres wird der Rektor der Ecole

AZ

Lebensgestaltung

Die Verstärkung lebenskundlicher, ethischer und religionskundlicher Bildung in der Schule ist eine Forderung, die von Lehrern, Erziehern, Eltern, Wis­senschaftlern und Kirchenvertretern ebenso getra­gen wird wie von Schülern und Studenten(siehe auch OKTOBER 15/90).

Bemühungen, diese Forderung zu realisieren, gibt es schon längere Zeit, besonders natürlich seit Herbst 1989. Mehrere Ebenen müssen bei den Uber­legungen Berücksichtigung finden: Durchsetzung als Unterrichtsprinzip, Etablierung eines neuen Fa­ches, d.h., daß Lehrer aus- und weitergebildet wer­den müssen.

Seit Ende 1990 arbeitet, initiiert durch die Arbeitsge­meinschaft"Bildung und Lebensgestaltung e.V.,, in Brandenburg ein Arbeitskreis, in dem Positionen zu einem Schulfach Lebensgestaltung/Ethik/Religion erarbeitet und an das zuständige Ministerium wei­tergeleitet wurden. Frau Dr. Witzsche aus unserer Hochschule ergriff die Initiative, weil sie der Mei­nung ist, daß sich Hochschulangehörige aktiv in diesen Prozeß einbringen sollten. Wenn man sich das Vorlesungs- und Seminarverzeichnis vieler Be­reiche betrachtet, stellt man fest, daß sich bereits viele Angebote mit Themen der Lebensgestaltung auseinandersetzen(z.B. Konfliktbewältigung, Um­welterziehung, Drogenfragen). Eine Initiativgruppe von Studenten(fakultative Veranstaltungen im Be­reich Kultur) beschäftigt sich seit dem letzten Seme­ster mit Fragen des neuen Faches, vorrangig im Selbstversuch. Frau Dr. Witzsche ist darum bemüht, einige Mitarbeiter aus verschiedenen Bereichen der BLH zu einer interdisziplinären Arbeitsgruppe, die dem Rektor direkt unterstellt ist, zusammenZU­führen, um konkrete Angebote für die Aus- und Weiterbildung sowie für die Etablierung des neuen Faches(evt. schon ab September als Modellver­such) zu unterbreiten. Entsprechende Vorschläge für Forschungsprojekte werden unterbreitet,

Am 12. Februar fand die erste Diskussionsrunde statt. Bis zum nächsten Treffen am 4.März wird kon­kret festgestellt, welche Angebote es bereits an der Hochschule gibt und wie diese erweitert werden können.

Dr. Barbara Eckardt

a Studentenreiseservice

Hauptsächlich besonders günstige Flugtickets für Jugendliche und Studenten bietet die Stu­dentenreiseservice GmbH i.G.(SR$)... in einem Büro in Berlin(1026 Berlin, Marienstr. 25, Tel. 2126523 ­Redaktion) an. Ebenso können auch Interessenten außerhalb der genannten Zielgruppe günstige Flugscheine in alle Welt buchen, sagte Geschäfts­führer Peter Menten. Man verstehe sich als Vollrei­sebüro, das vor allem die individuell Reisenden un­terstütze. So kostet ein Hinflug nach New York zirka 220 DM. Zum Angebot gehören außerdem das Ausstellen des internationalen Studentenausweises (ISIC), Reissangebote in Zusammenarbeit mit Her­bergsverbänden und Sprachreisen. Gesellschafter des Unternehmens sind das Reisebüro Deutscher Studentenschaften(RDS), das australische Reiseun­ternehmen S.T.A. sowie Jugendtourist,

(MAZ, 12.2.91)

neuen Dächer der alten Häuser und das Schloß blickt. Für meine Arbeit zur Literatur des 17. Jahr­hunderts waren die Gespräche mit Kirchenhisto­rikern aus Heidelberg ebenso wichtig wie die Dis­kussionen mit Barockforschern und Altphilologen. Die Bibliothek vergibt ein Stipendium der Dr. Günt­her Findel- Stiftung an Nachwuchswissenschaftler. Die Findel- Kinder sind bei uns heilige Kühe, sagte mir eine Angestellte. Ich habe in Wolfenbüttel Zu­wendung und Hilfe erfahren zur Beförderung mei­ner Forschungsarbeit, wie ich es nicht erwarten konnte. Das Leben dort ist so organisiert, daß alle Alltagssorgen von einem abfallen und man mit freiem Kopf forschen kann. Da schluckt man dann ein wenig, wenn man ins Abwicklungsgebiet zu­rückkehrt.

Rüdiger Ziemer FB Germanistik