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(1.1.2019) 06
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Hochschu

Das Institut zur Weiterbildung ausländischer Deutschlehrer(IWD) im Fachbereich Germanistik (Hochschulkomplex Golm) war am 15./16.02.91 Gastgeber einer Tagung zum Thema"Deutsch als Fremdsprache im Prozeß des Zusammenwach­sens, die der Verband Deutsch als Fremdsprache (DaF) e.V.(Sitz Leipzig) veranstaltete, Über 100 in­und ausländische Teilnehmer debattierten über die Zukunft dieses speziellen Zweiges der germanisti­schen Aus- und Weiterbildung an den Hochschulen und Universitäten der neuen Bundesländer. Als Gä­ste angereist waren u.a. die Vorsitzenden der Fach­verbände DaF der Altbundesländer, Österreichs und der Schweiz sowie führende Vertreter osteuro­päischer Deutschlehrerverbände. Der Rektor der Brandenburgischen Landeshochschule, Prof, Mitz­ner, und der Fachbereichsleiter Germanistik, Prof, Rieck, ließen es sich nicht nehmen, der Eröffnungsveranstaltung beizuwohnen.

Das Referat des Verbandsvorsitzenden Dr. Schu­bert und die anschließende Diskussion im Plenum ergaben folgende Lagebeschreibung: Einerseits herrschte Einigkeit darüber, daß die Aufgaben für den Bereich DaF auf längere Sicht beträchtlich wachsen werden, andererseits wurde von allen einschlägigen Instituten der neuen Bundesländer die außerordentlich schwierige Situation beschrie­ben, in der sie sich derzeit befinden. Die alten Ver­tragssysteme, nach denen ausländische Lehr­gangsteilnehmer bzw. Studenten zum DaF-Studium in die ehemalige DDR delegiert wurden, laufen aus bzw. funktionieren, vorwiegend aus finanziellen Gründen, nicht mehr. Das IWD beispielsweise wird wohl künftig seine langjährig bewährten 5-Monats­

Nr.06/91

NEUE AUFGABEN FÜR DEUTSCH ALS FREMDSPRACHE

Inachrichten

Nr. 06/ 24. Jahrgang 18. März 1991 Preis: 10 Pfennige

Lehrgänge für ausländische Deutschlehrer nicht mehr durchführen können. Stattdessen stehen zum Teil neuartige Aufgaben an, die von den Instituten, wie zu erfahren war, auch zügig und engagiert in Angriff genommen werden, allerdings mit dem Ge­spenst drohenden Personalabbaus im Nacken. Die voraussichtlichen Hauptrichtungen der zukünftigen Aufgaben wurden am zweiten Konferenztag in fünf Arbeitsgruppen unter folgenden Themen­stellungen debattiert:"DaF für Beruf und Alltag, *Studienvorbereitende DaF- Ausbildung,Stu­dienbegleitender Deutschunterricht,Studien­gänge DaF an Hochschulen und Universitäten, Landeskunde unter den neuen Bedingungen. Was speziell mögliche, neu zu installierende Stu­diengänge DaF an den Hochschulen und Univer­sitäten betrifft, so wird- in Abstimmung mit ver­gleichbaren Einrichtungen der Altbundesländer ­derzeit daran gearbeitet, insbesondere Aufbaustu­diengänge Deutsch als Fremdsprache und Ergän­zungsstudiengänge DaF bzw. Deutsch als Zweit­sprache(DaZ) anzubieten.*Gerade der Er­gänzungsstudiengang DaZ, so der Fachgruppen­vorsitzende DaF des Fachverbandes Moderne Fremdsprachen(FMF), Prof, Krumm(Uni Hamburg), >wird sich wegen der Zunahme multinationaler Schulklassen an allen Lehrerbildungseinrichtungen der neuen Bundesländer durchsetzen, auch als Fortbildungsstudium für bereits praktizierende Deutschlehrer,

Daneben wird es über viele Jahre nötig sein, die bereits an. einigen Instituten, darunter dem IWD, durchgeführten Intensivkurse für ausländische Ein­wanderer und Umschulungskurse für ausländische

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Foto: Tribukelt

Lehrer, vor allem aus Osteuropa, fortzuführen und auszubauen.

Verknüpft war die Erörterung dieser brennenden konzeptionellen Fragen mit solchen der inhaltlich­methodischen Neuorientierung des Studiums DaF, wie sie sich im Bereich Landeskunde auf besonders evidente Weise bündeln. So stand denn auch ge­rade dieser Bereich im Mittelpunkt einer lebhaften Plenardiskussion.

(Fortsetzung Seite 3)