Heft 
(1.1.2019) 06
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Avalon

AVALON ist der dritte Film in Barry Levinsons Baltimo­re-Trilogie und zugleich sein persönlichster Film. AVALON basiert auf Erinnerungen an Erzählungen seines Großvaters Sam Krichinsky, der 1914 als jüdi­scher Emigrant aus Rußland nach Amerika kam. AVALON überspannt drei Generationen: Die Ein­wanderer legen die Basis für den Wohlstand der Familie, die sie aus Rußland nachkommen lassen. Ihre Söhne geben sich amerikanische Nachnamen und kehren dem Lebensmittelpunkt AVALON den Rücken zu. Sie ziehen in die grünen Vorstädte und verdienen ihr Geld mit Fernsehern., Die Generation der Enkel wendet sich auf der Suche nach ihrem AVALON wieder den Alten zu, erfährt von ihnen aus den Zeiten vor dem Fernsehen, von dem Hort und der Solidarität der Familie und von der guten alten Zeit in AVALON.

Sam und seine Brüder Hymie, Nathan und Gabriel lassen sich zu Beginn dieses Jahrhunderts in einer Reihenhaussiedlung in Baltimore nieder, Sie nen­nen ihr Viertel AVALON. Frisch verheiratet und mit viel Respekt vor der neuen Umgebung packen sie als Tapezierer den amerikanischen Traum an. Regelmäßig versammeln sie sich zu Familientreffen, um über Dinge zu sprechen, die einen oder die ganze Familie betreffen. Der Zusammenhalt der Brüder sorgt dafür, daß sich jeder für die Familie verantwortlich fühlt. Zum Thanksgivingsday Iau­schen die Jungen vor dem Festessen Sams span­nenden Geschichten aus der Zeit, als er nach Ame­rika kam. Eva, Sams Frau, streut die Details ein. Trotz allem Respekt für die Familientradition stürzt sich die nachfolgende Generation begierig auf neue Ide­en. Sie ist fasziniert von den scheinbar unbegrenz­ten Möglichkeiten, die ihnen Amerika bietet, Sams Sohn Jules nennt sich nun Kaye, sein Neffe Izzy Kirk. Die beiden gründen ihre eigenen Familien und er­Öffnen ein gemeinsames Ladengeschäft. Sie neh­men nur ein Produkt ins Angebot- Fernseher. Ob­wohl das Medium noch in den Kinderschuhen steckt, bestimmt das Fernsehen den Weg der Zu­kunft ihrer Familien, wie auch aller anderen Familien auf der Welt, Jules zieht mit seiner Frau Ann, seinem Sohn Michael und seinen Eltern in einen Vorort von Baltimore, weit weg von AVALON.

Das neue Discount-Warenhaus, das er mit Izzy be­treibt, floriert, Die Veränderungen in ihrem Leben wirken sich auf die gesamte Familie aus. Einige Traditionen gehen sangund klanglos unter, an anderen wird immer noch festgehalten. Verwand­te ziehen weg, bleiben einfach weg oder brechen den Kontakt ab. Doch Sam hält eisern am Erzählen der Geschichten fest, wenn sich der Rest der Fami­lie trifft, Er hat aber längst Konkurrenz bekommen ­vom. Fernsehen.

Jules Sohn Michael liebt nicht nur Großvaters aben­teuerliche Familiengeschichten, sondern auch das Zündeln. Beim Thanksgivings-Essen legen die Kinder im Keller Zündschnüre, um selbstgebastelte Nazi­Flugzeuge in Brand zu setzen,ohne daß allerdings ein größeres Unglück passiert, Jules und Izzy sind von ihrem Glauben an das freie Unternehmertum wie berauscht und eröffnen ein noch größeres Dis­count-Warenhaus., Die festliche Eröffnung nutzt Mi­Cchael, um mit Freunden im Keller des Warenhauses zu zündeln. In letzter Sekunde gelingt es ihnen, einen Brand zu verhindern,

Während nach Feierabend Jules und Izzy den Dol­lar-Regen feiern, den ihnen der Eröffnungsverkauf eingebracht hat, bricht im Warenhaus ein Brand

aus, Fassungslos müssen sie zuschauen, wie ihr Traum niederbrennt. Das Geld für die Versicherung steckt in der TV-Werbung.

Michael fühlt sich schuldig an dem Brand und läuft in der Nacht zum Großvater, um sich auszuweinen. Die Feuerwehr stellt allerdings fest, daß ein Kurz­schluß im vierten Stock den Brand ausgelöst hat. Die Zeit der Familienfeste ist nun endgültig vorbei. Im Mittelpunkt des Familienlebens steht der Fernse­

her, das Familienleben richtet sich nach dem TV­Programm.

Sams Frau Evastirbt, und Sam geht in ein Altersheim, wo ihn Michael mit seinem Sohn in den 60er Jahren ein letztesmal vor seinem Tod besucht, AVALON ist für Sam nur noch eine Legende. Seine letzten Worte zu Michael sind:"Wenn man weiß, daß Dinge nicht länger existieren, sollte man versuchen, sich an sie genauer zu erinnern.

Noch hält die Familie zusammen(v. 1. n. r.): Eva Krichinsky(Joan Plowright), Sam(Armin Mueller-Stahl), Jules

Kaye(Aidan Quinn) und Izzy Kirk(Kevin Pollak).

Rusalka

Am Sonntag, dem 24.2. hatte das Iyrische Märchen *Rusalka Premiere am Hans-Otto-Theater, Hier wird ein musikalisch wertvolles Werk des tschechi­schen Komponisten Antonin Dvorak vorgestellt, Er­zählt wird die Geschichte der schönen Nixe Rusal­ka, die sich in einen Menschen verliebt und das Woasserreich verläßt. Als sensibles Naturwesen wird sie bitter enttäuscht, ausgestoßen von der Men­schenwelt, geächtet von ihresgleichen kann sie nicht mehr in ihr früheres Leben zurückkehren und ist dazu verbannt, als Irrlicht Menschen in den Ab­grund des Sees zu ziehen.

Die zweite Premiere der Oper"Rusalka war am 9.3., weitere Vorstellungen sind am 21.3. und 31.3.

Inszeniert hat Peter Brähmig, die musikalische Lei­tung liegt in den Händen von Stefan Sanderling.

Im gleichnamigen Iyrischen Märchen spielt Gabrie­

le Näther die Rusalka, Foto: Jutta Oloff

Artothek

Kunst zum Nulltarif für die eigenen vier Wän­de- wer das begehrt, sollte sich an die Arto­thek der Wissenschaftlichen Allgemeinbiblio­thek Potsdam am Platz der Einheit wenden.

Zur Auswahl stehen neben Plakaten und dem obligatorischen Rembrandt oder Spitz­weg auch Grafiken solcher brandenbur­gischer Künstler wie Ursula Wendorff-Weidt, Peter Panzner, Gottfried Höfer oder Christian Heinze. Aber auch Arbeiten überregionaler Künstler sind im Angebot.

Wer Benutzer der Bibliothek ist, darf zugreifen.

Das Bild muß allerdings nach einer Leihfrist von 3 Monaten wieder zurück.

Nr.06/91