Am 15. März 1991 wurde Prof, Dr. Gerhard Junghähnel, Ordentlicher Professor für Experimentalphysik und langjähriger ehemaliger Rektor unserer Hochschule, 65 Jahre alt, In einer Laudatio würdigte Magnifizenz Prof, Dr. Mitzner bei einem Ehrenkolloquium das fast 27jährige Wirken des Jubilars an unserer Hochschule und übermittelte ihm, auch im Namen der Mitarbeiter und Studenten, Dank und herzliche Glückwünsche.
Prof. Junghähnels Entwicklung ist ein typisches Beispiel für seine Generation. 1945 aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt, arbeitete er zunächst bei der Eisenbahn, besuchte einen Neulehrerkurs, erwarb an der ABF in Jena 1948 die Hochschulreife und nach einem erfolgreichen Physikstudium dort auch sein Diplom. 1955 promovierte er in Jena und erhielt.ein Jahr später eine Wahrnehmungsprofessur mit Lehrauftrag an der Hochschule für Maschinenbau in Karl-Marx-Stadt, der heutigen TU Chemnitz. Nach seiner Habilitation 1962, wiederum in Jena, erhielt er eine Professur mit vollem Lehrauftrag und 1964 einen Lehrstuhl für Physik, zunächst an der Maschinenbau-Hochschule und wenig später an der PH Potsdam. Hier wirkte er von 1965 bis zum Jahre 1973 erfolgreich als Rektor,
Dank seiner Initiative kam es 1965 zur Gründung einer Forschungsgemeinschaft Organische Festkörper, an der mehrere auswärtige Forschungsgruppen beteiligt waren. Wurden anfangs opftische und thermodynamische Eigenschaften von charge-transfer-Komplexen untersucht, wandte sich Prof, Junghähnel Ende der 70er Jahre der Bearbeitung von Energieübertragungsprozessen zu.
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Insgesamt haben in seinem Bereich fünf Promovenden die Dissertation B und 16 die Dissertation A verteidigt. Als langjähriger Vorsitzender der Zentralen Fachkommission Physik beim damaligen Ministerium für Volksbildung hat er maßgeblich die hochschulmethodische Gestaltung der Physiklehrerausbildung beeinflußt sowie als Autor und Herausgeber eine speziell für Physiklehrer bestimmte Lehrbuchreihe mitgestaltet, Unbestritten und verdienstvoll ist auch seine Initiative beim Bau des Albert-Einstein-Hauses, mit dem die Lehr- und Forschungsbedingungen seiner Fachrichtung wesentlich verbessert werden konnten.
Ein weiterer Fixpunkt im Leben des Physikers war und ist der Sport. Bereits 1949 nahm er an den Studentenweltmeisterschaften in Budapest teil. 1950 konnte er im Weitsprung den Titel eines DDRStudentenmeisters erringen und ein Jahr später den eines Landesmeisters von Thüringen.
Damit hat er gezeigt, daß gleichzeitig hohe Leistungen im Sport, Studium und Beruf möglich sind, denn bis vor kurzem errang er noch mehrfach den DDRMeistertitel seiner Altersklasse im Weitsprung und leichtathletischen Dreikampf.
Als erster Redner des Ehrenkolloquiums sprach Prof, Dr. Hörz, Wissenschaftsphilosoph und Vizepräsident der ehemaligen AdW der DDR, zu vergleichenden Aspekten zwischen Physik und Philosophie unter Bezug auf zeitgeschichtliche Ereignisse. Den zweiten Festvortrag, gewissermaßen als Reverenz an den Präsidenten des Landessportbundes Brandenburg Junghähnel gedacht, hielt der Direktor der Führungs- und Verwaltungsakademie Berlin des
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Deutschen Sportbundes, Herr Dr. Preising, zur Entwicklung des Sportes in Deutschland,
Dem Jubilar, der über sich sagte, daß seine nunmehr erreichte Lebenssituation kein Ende, sondern ein neuer Anfang auf anderem Tätigkeitsfeld darstelle, sei für kommende Aufgaben Gesundheit, Schaffenskraft und persönliches Wohlergehen gewünscht.
Dr. Rammelt