Heft 
(1.1.2019) 07
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SEE Standpunkte/Informationen Ab

Ministerium für Wissenschaft- Forschung- Kultur in Brandenburg Aus der Bilanz der ersten 100 Tage

I. Wissenschaft

Leistungsfähige Hochschulen sind für das Land Brandenburg unerläßliche Voraussetzung für Ent­wicklung und Fortschritt. Deshalb muß die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit der beste­henden Institute und Hochschulen gestärkt wer­den, um stabile Bedingungen für eine quantitative und qualitative Weiterentwicklung des Hochschul­wesens des Landes zu schaffen. Wichtige Schritte zur Erhöhung des Leistungsniveaus der Hochschu­len waren:

= Die Umstrukturierung der Fächer und die Er­Neuerung von Lehrinhalten nach der Auflösung der Hochschule für Recht und Verwaltung Pots­dam-Babelsberg. Dabei ist es gelungen, allen Studierenden eine unmittelbare Fortsetzung ih­res Studiums zu ermöglichen.

= Der Neuaufbau des juristischen Fachbereiches an der Landeshochschule Brandenburg. Mit der unmittelbar bevorstehenden Gründung weiterer Fachbereiche, z.B. des Fachbereiches Politikwissenschaften und des Fachbereiches Informatik und Dokumentation,sind die Vor­aussetzungen für einen zügigen Ausbau der Landeshochschule zur Landesuniversität Pots­dam geschaffen worden....

- Vorbereitende Arbeiten zur Gründung und fachlichen Ausrichtung von Fachhochschulen in Zusammenarbeit mit dem Evaluationsaus­schuß des Wissenschaftsrates sind in Angriff ge­nommen worden. Mit der Gründung der Fach­hochschulen kann umgehend nach Vorliegen

der Gutachten des Wissenschaftsrates gerech­net werden.

= Sicherung von Dienstleistungen auf sozialem, wirtschaftlichem, gesundheitlichem und kul­turellem Gebiet für die Studenten der Hoch­schulen durch Gründung von Studentenwer­ken in Potsdam und Cottbus. Das MWFK nimmt bis zur Wahl des Verwaltungsrates die Dienstauf­sicht gegenüber den Studentenwerken wahr.

= Das Landeshochschulgesetz, das Gesetz über die Zulassung zum Hochschulstudium und das Studentenwerkgesetz sollen noch in diesem Jahr im Landtag verabschiedet werden.

Il. Forschung

= Der Vollzug der Deutschen Einheit eröffnet die einmalige Chance, die von der Hochschul- und Universitätslandschaft getrennte außeruni­versitäre Forschung, insbesondere die der ehe­maligen Institute der AdW, wieder zu inte­grieren, um damit gleichzeitig neue Impulse für eine positive wirtschaftliche Entwicklung im Lan­de Brandenburg zu geben....

- Auf der Sitzung des Wissenschaftsrates im Ja­nuar wurde die erste Empfehlung zu einem In­stitut im Lande Brandenburg, dem Institut für Hochenergiephysik in Zeuthen, gegeben. Die­ser Empfehlung folgend, wird dieses Institut Teil des Deutschen Elektronen-Synchrontrons(DE­SY)- Hamburg. Um den entsprechenden Integrationsprozeß zeitlich sehr kurz zu gestal­ten, fand die erste Verhandlungsrunde zwi­

Die Bildnachricht

Foto: Rüffert

Frau Dr. Antje Zapf wurde am 20. März von den Mitgliedern des Gleichstellungsrates und den nebenamtli­chen Gleichstellungsbeauftragten aus den FB zur Gleichstellungsbeauftragten an der BLH gewählt. Frau Dr. Monika Stein wird die Aufgabe ihrer Stellvertreterin übernehmen. In diesen Funktionen sind die genannten Kolleginnen zur Teilnahme und zur Mitsprache in allen Hochschulgremien berechtigt, um die Interessen der

Frauen unserer Einrichtung zu vertreten,

schen dem Land Brandenburg, der Hansestadt Hamburg, dem DESY-Direktorium und dem BMFT am 20.02.1991 in Bonn statt,

= Wissenschaftlich weitreichende Empfehlungen des Wissenschaftsrates zur Fachdisziplin Geo­und Kosmoswissenschaften, die insbesondere die Wissenschaftseinrichtungen des Potsdamer Telegrafenbergs betreffen, werden Mitte März erwartet. Auch in diesem Bereich sind nach den gegebenen Empfehlungen des Wissenschafts­rates schnelle Entscheidungen notwendig, um der Abwanderung qualifizierten wissenschaftli­chen Personals entgegenzuwirken und dem wissenschaftlichen Nachwuchs eine Zukunftsperspektive zu geben.

= In diesen Prozeß wird sich die beabsichtigte Errichtung von Forschungsgruppen der Max-­Planck-Gesellschaft, insbesondere zur astro­physikalischen Forschung, einbetten.

- Weitere tragende Konzepte für die Forschung und Entwicklung im Institut für Polymeren­chemie(Teltow-Seehof) sind durch die Errich­tung von drei Fraunhofer-Einrichtungen im Lan­de Brandenburg vorgegeben....

I. Kultur

Brandenburg ist eine der reichsten Kulturland­schaften Deutschlands. Dies gilt es zu erhalten und weiterzuentwickeln. Die Förderung von Kunst und Kultur wird als Staatsziel und Verpflichtung in die Landesverfassung aufgenommen werden....

Nach-Betrachtungen

Man kann sicherlich über das*Für und*Wider der Demontage der Karl-Liebknecht-Büste vor dem Au­dimax der BLH Potsdam streiten. Aber selbst Karl Liebknecht wurde schon Opfer der stalinistischen Traditionspflege der ehemaligen SED und ihrer legitimationswissenschaftlichen Geschichts­klitterung wie-fälschung mit ihren Weglassungen. Man stelle sich nur einmal vor, der Führer der deut­schen Linken hätte im Mauerstaat"DDR, in Honek­kers privatem Gefängnisstaat gelebt! Wie wäre wohl sein Hochverratsprozeß vor dem Leipziger Reichsgericht 1907 ausgegangen!? Als personifi­zierte Inkarnation derkaiserlichen Klassenjustiz beantragte Oberreichsanwalt Dr. Olshausen 2(in Worten: zwei) Jahre(!) Freiheitsentzug, fünf Jahre Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte und die sofortige Verhaftung des Angeklagten. Die Ver­treter derKlassenjustiz folgten dem staatsanwalt­lichen Antrag nicht, sondern stellten klar, daß Lieb­knecht nicht aus ehrloser Gesinnung gehandelt hätte. Die bürgerlichen Ehrenrechte konnte er be­halten, und er durfte damit weiter seinen Beruf als Rechtsanwalt ausüben. Er wurde zu eineinhalb Jah­ren Festung nach Glatz verurteilt. Am Prozeß hatte die Öffentlichkeit einen regen Anteil. Wie wäre wohl und unter welchen Bedingungen(Ausschluß der Öffentlichkeit) ein solcher Prozeß in der ehema­ligen staatssozialistischen DDR verlaufen? Laut StGB der DDR 8 96 wurde Hochverrat mit einer Freiheits­strafe nicht unter zehn Jahren oder mit lebenslan­ger Freiheitsstrafe bestraft bzw. in besonderen Fäl­len konnte die Todesstrafe zur Anwendung ge­bracht werden(bis zum Zeitpunkt ihrer Abschaf­fung).

Noch etwas: Wie oft wurde der Kaiser im*Simplicis­simus karikiert, wie oft Honecker imrealsozialisti­schenEulenspiegel?(aufgeschrieben von ei­nem ehemaligen Staatsleibeigenen Honeckers)

Dr. D. Gentsch

Informationen zur Wärmeversorgung(Zeitraum: 1. Mai bis 15. September)

Die Instandsetzung und Modernisierung der Hei­zungsaniagen im Rahmen des 1987 begonnenen GesamtvorhabensRekonstruktion des Heizungs­systems einschließlich einer Energieträgerum­stellung am Standort Neues Palais wird auch in der diesjährigen Sommerperiode mit hoher Intensität fortgesetzt.

Nachdem am 29. Januar 1991 die Gebäude S,F, Verkaufsstelle, Sporthaus, A, B und dasBauhaus an das neue stationäre Heizhaus angeschlossen wurden und seitdem problemlos beheizt werden, geht es im 0.g. Zeitraum um folgende weitere Ar­

Nr.07/91

beitsschritte: Erneuerung des Rohrleitungsnetzes der Wärmeversorgung zwischen den Gebäuden L, K, H und I; Einbau von UÜbergabestationen in diesen Gebäuden; Anschluß des Gebäudes Südtor an das Wärmeversorgungsnetz; Demontage des Transpor­tablen Gasheizwerkes(THW). Damit zur neuen Heiz­periode ab September 1991 die Wärmeversorgung der Gebäude L, K, H,| und Südtor wieder gesichert ist, Muß das THW am 30. April seinen Betrieb einstel­len und müssen entscheidende Abschnitte der Wärmeversorgungsaniagen demontiert werden, um die nötige Baufreiheit zu schaffen. Eine Behei­

zung dieser Gebäude ist damit in dem angegebe­nen Zeitraum nicht möglich, obwohl das bei kalter Witterung vor allem in den Monaten Mai und Juni des öfteren notwendig ist. Wir bitten alle betroffe­nen Hochschulangehörigen für eventuell auftre­tende Härten im Sinne der planmäßigen Fortfüh­rung der Bauarbeiten um Verständnis.

D. V. Pohl Verwaltungsdirektor