SEE Standpunkte/Informationen Ab
Ministerium für Wissenschaft- Forschung- Kultur in Brandenburg Aus der Bilanz der ersten 100 Tage
I. Wissenschaft
Leistungsfähige Hochschulen sind für das Land Brandenburg unerläßliche Voraussetzung für Entwicklung und Fortschritt. Deshalb muß die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Institute und Hochschulen gestärkt werden, um stabile Bedingungen für eine quantitative und qualitative Weiterentwicklung des Hochschulwesens des Landes zu schaffen. Wichtige Schritte zur Erhöhung des Leistungsniveaus der Hochschulen waren:
= Die Umstrukturierung der Fächer und die ErNeuerung von Lehrinhalten nach der Auflösung der Hochschule für Recht und Verwaltung Potsdam-Babelsberg. Dabei ist es gelungen, allen Studierenden eine unmittelbare Fortsetzung ihres Studiums zu ermöglichen.
= Der Neuaufbau des juristischen Fachbereiches an der Landeshochschule Brandenburg. Mit der unmittelbar bevorstehenden Gründung weiterer Fachbereiche, z.B. des Fachbereiches Politikwissenschaften und des Fachbereiches Informatik und Dokumentation,sind die Voraussetzungen für einen zügigen Ausbau der Landeshochschule zur Landesuniversität Potsdam geschaffen worden....
- Vorbereitende Arbeiten zur Gründung und fachlichen Ausrichtung von Fachhochschulen in Zusammenarbeit mit dem Evaluationsausschuß des Wissenschaftsrates sind in Angriff genommen worden. Mit der Gründung der Fachhochschulen kann umgehend nach Vorliegen
der Gutachten des Wissenschaftsrates gerechnet werden.
= Sicherung von Dienstleistungen auf sozialem, wirtschaftlichem, gesundheitlichem und kulturellem Gebiet für die Studenten der Hochschulen durch Gründung von Studentenwerken in Potsdam und Cottbus. Das MWFK nimmt bis zur Wahl des Verwaltungsrates die Dienstaufsicht gegenüber den Studentenwerken wahr.
= Das Landeshochschulgesetz, das Gesetz über die Zulassung zum Hochschulstudium und das Studentenwerkgesetz sollen noch in diesem Jahr im Landtag verabschiedet werden.
Il. Forschung
= Der Vollzug der Deutschen Einheit eröffnet die einmalige Chance, die von der Hochschul- und Universitätslandschaft getrennte außeruniversitäre Forschung, insbesondere die der ehemaligen Institute der AdW, wieder zu integrieren, um damit gleichzeitig neue Impulse für eine positive wirtschaftliche Entwicklung im Lande Brandenburg zu geben....
- Auf der Sitzung des Wissenschaftsrates im Januar wurde die erste Empfehlung zu einem Institut im Lande Brandenburg, dem Institut für Hochenergiephysik in Zeuthen, gegeben. Dieser Empfehlung folgend, wird dieses Institut Teil des Deutschen Elektronen-Synchrontrons(DESY)- Hamburg. Um den entsprechenden Integrationsprozeß zeitlich sehr kurz zu gestalten, fand die erste Verhandlungsrunde zwi
Die Bildnachricht
Foto: Rüffert
Frau Dr. Antje Zapf wurde am 20. März von den Mitgliedern des Gleichstellungsrates und den nebenamtlichen Gleichstellungsbeauftragten aus den FB zur Gleichstellungsbeauftragten an der BLH gewählt. Frau Dr. Monika Stein wird die Aufgabe ihrer Stellvertreterin übernehmen. In diesen Funktionen sind die genannten Kolleginnen zur Teilnahme und zur Mitsprache in allen Hochschulgremien berechtigt, um die Interessen der
Frauen unserer Einrichtung zu vertreten,
schen dem Land Brandenburg, der Hansestadt Hamburg, dem DESY-Direktorium und dem BMFT am 20.02.1991 in Bonn statt,
= Wissenschaftlich weitreichende Empfehlungen des Wissenschaftsrates zur Fachdisziplin Geound Kosmoswissenschaften, die insbesondere die Wissenschaftseinrichtungen des Potsdamer Telegrafenbergs betreffen, werden Mitte März erwartet. Auch in diesem Bereich sind nach den gegebenen Empfehlungen des Wissenschaftsrates schnelle Entscheidungen notwendig, um der Abwanderung qualifizierten wissenschaftlichen Personals entgegenzuwirken und dem wissenschaftlichen Nachwuchs eine Zukunftsperspektive zu geben.
= In diesen Prozeß wird sich die beabsichtigte Errichtung von Forschungsgruppen der Max-Planck-Gesellschaft, insbesondere zur astrophysikalischen Forschung, einbetten.
- Weitere tragende Konzepte für die Forschung und Entwicklung im Institut für Polymerenchemie(Teltow-Seehof) sind durch die Errichtung von drei Fraunhofer-Einrichtungen im Lande Brandenburg vorgegeben....
I. Kultur
Brandenburg ist eine der reichsten Kulturlandschaften Deutschlands. Dies gilt es zu erhalten und weiterzuentwickeln. Die Förderung von Kunst und Kultur wird als Staatsziel und Verpflichtung in die Landesverfassung aufgenommen werden....
Nach-Betrachtungen
Man kann sicherlich über das*Für” und*Wider” der Demontage der Karl-Liebknecht-Büste vor dem Audimax der BLH Potsdam streiten. Aber selbst Karl Liebknecht wurde schon Opfer der stalinistischen “Traditionspflege” der ehemaligen SED und ihrer legitimationswissenschaftlichen Geschichtsklitterung wie-fälschung mit ihren Weglassungen. Man stelle sich nur einmal vor, der Führer der deutschen Linken hätte im Mauerstaat"DDR”, in Honekkers privatem Gefängnisstaat gelebt! Wie wäre wohl sein Hochverratsprozeß vor dem Leipziger Reichsgericht 1907 ausgegangen!? Als personifizierte Inkarnation der“kaiserlichen Klassenjustiz” beantragte Oberreichsanwalt Dr. Olshausen 2(in Worten: zwei) Jahre(!) Freiheitsentzug, fünf Jahre Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte und die sofortige Verhaftung des Angeklagten. Die Vertreter der“Klassenjustiz” folgten dem staatsanwaltlichen Antrag nicht, sondern stellten klar, daß Liebknecht nicht aus ehrloser Gesinnung gehandelt hätte. Die bürgerlichen Ehrenrechte konnte er behalten, und er durfte damit weiter seinen Beruf als Rechtsanwalt ausüben. Er wurde zu eineinhalb Jahren Festung nach Glatz verurteilt. Am Prozeß hatte die Öffentlichkeit einen regen Anteil. Wie wäre wohl und unter welchen Bedingungen(Ausschluß der Öffentlichkeit) ein solcher Prozeß in der ehemaligen staatssozialistischen DDR verlaufen? Laut StGB der DDR 8 96 wurde Hochverrat mit einer Freiheitsstrafe nicht unter zehn Jahren oder mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft bzw. in besonderen Fällen konnte die Todesstrafe zur Anwendung gebracht werden(bis zum Zeitpunkt ihrer Abschaffung).
Noch etwas: Wie oft wurde der Kaiser im*Simplicissimus” karikiert, wie oft Honecker im”realsozialistischen““Eulenspiegel”?(aufgeschrieben von einem ehemaligen Staatsleibeigenen Honeckers)
Dr. D. Gentsch
Informationen zur Wärmeversorgung(Zeitraum: 1. Mai bis 15. September)
Die Instandsetzung und Modernisierung der Heizungsaniagen im Rahmen des 1987 begonnenen Gesamtvorhabens“Rekonstruktion des Heizungssystems einschließlich einer Energieträgerumstellung am Standort Neues Palais” wird auch in der diesjährigen Sommerperiode mit hoher Intensität fortgesetzt.
Nachdem am 29. Januar 1991 die Gebäude S,F, Verkaufsstelle, Sporthaus, A, B und das”Bauhaus” an das neue stationäre Heizhaus angeschlossen wurden und seitdem problemlos beheizt werden, geht es im 0.g. Zeitraum um folgende weitere Ar
Nr.07/91
beitsschritte: Erneuerung des Rohrleitungsnetzes der Wärmeversorgung zwischen den Gebäuden L, K, H und I; Einbau von UÜbergabestationen in diesen Gebäuden; Anschluß des Gebäudes Südtor an das Wärmeversorgungsnetz; Demontage des Transportablen Gasheizwerkes(THW). Damit zur neuen Heizperiode ab September 1991 die Wärmeversorgung der Gebäude L, K, H,| und Südtor wieder gesichert ist, Muß das THW am 30. April seinen Betrieb einstellen und müssen entscheidende Abschnitte der Wärmeversorgungsaniagen demontiert werden, um die nötige Baufreiheit zu schaffen. Eine Behei
zung dieser Gebäude ist damit in dem angegebenen Zeitraum nicht möglich, obwohl das bei kalter Witterung vor allem in den Monaten Mai und Juni des öfteren notwendig ist. Wir bitten alle betroffenen Hochschulangehörigen für eventuell auftretende Härten im Sinne der planmäßigen Fortführung der Bauarbeiten um Verständnis.
D. V. Pohl Verwaltungsdirektor