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Welche Lösungen sind die besten für die Kinder?
Die Arbeitsgemeinschaft Bildung und Lebensgestaltung e.V. i.S. führte eine vierstündige Diskussion zum Thema*Lebensgestaltung- Ethik Religionskunde- neue Inhalte in den Schulen Brandenburgs” durch.
Nach eigenem Verständnis strebt die am 8. Dezember 1990 in Berlin gegründete AG eine fördernde Tätigkeit auf folgenden Gebieten an:
= Bildungspolitik, = Forschung, einschließlich Curriculumentwicklung, Modell- und Schulversuche,
= Aus-, Fort- und Weiterbildung, = Dokumentation,
= Informationsaustausch und Zusammenarbeit im nationalen und internationalen Rahmen. Das Ziel dieser Veranstaltung am 8. März bestand darin, einen Gedankenaustausch zu führen. Ca. 60 an der Entwicklung der lebenskundlich-ethischen und religionskundlichen Bildung Interessierte, ein nicht geringer Teil aus verschiedenen Landkreisen Potsdams, kamen deshalb der Einladung nach. Auch unsere Einrichtung wurde durch Studenten, die sich an der Initiativgruppe der BLH beteiligen, sowle Vertreter der Fachbereiche Psychologie, Pädagogik, Sozialwissenschaften vertreten. Frau Prof, Dr. Lüllepop-Medack machte darauf aufmMerksam, daß das Fach"Lebensgestaltung- Ethik - Religionskunde” erstmalig in dieser Kombination in Deutschland existieren würde, D.h., daß erstmalig auch eine entsprechende Ausbildung bzw. eine Fachdidaktik konzipiert werden müßten. Frau Dr. Witzsche legte in ihren'einführenden Betrachtungen dar, wie sich, basierend auf der Volksinitiative, die AG bildete und welche Aufgaben sie sich gestellt hat, Um ein neues Fach erfolgversprechend in der Schule installieren zu können, muß der bisherge pädagogische Ansatz generell überdacht und verändert werden. Unbestritten ist, daß es in diesem Bereich Defizite gibt. Die Lebenswirklichkeit spielte oftmals, trotz vorhandener Bezüge, keine Rolle in
Foto: Eckardt
der Schule, die realen Konflikte wurden weitestgehend verdrängt. Sinnvoll ist die Einführung des neuen Schulfaches demnach nur im Zusammenhang mit diesem prinzipiellen theoretischen und praktischen Uberarbeiten des Verhältnisses von Leben und Schule,
Alle Anwesenden, Lehrer, Hochschullehrer, Studenten und Kirchenvertreter, waren sich einig, daß mit diesem Fach ein Beitrag zum Uben von Toleranz und kulturvollem Meinungsstreit geleistet werden kann. Deshalb sollten alle Kinder teilnehmen und ihre Bedürfnisse der Ausgangspunkt für konzeptionelle Uberlegungen sein.
Mehrheitlich sprach man sich auch dafür aus, Experten, wie z.B. Kirchenvertreter, Drogenberater, Mediziner, Psychologen direkt und indirekt einzubeziehen.
In einem avisierten Modellversuch im Land Brandenburg ab September können und müssen praktische Erfahrungen gesammelt und verallgemeinert, Eltern und Schüler sowie die Öffentlichkeit weiter aktiviert werden. Dann kann geklärt werden, ob es sich um ein obligatorisches Fach handeln wird, ob Noten gegeben werden, wie die Abgrenzung zum Fach Gesellschaftskunde erfolgen soll, wie die Lehrpläne aussehen. Bedenken wurden bei dieser Diskussion selbstverständlich auch geäußert, so wurde nehrmals nach dem Ziel dieses Faches und dessen Nutzen gefragt. Der sachlichen und konstruktiven Atmosphäre dieser Veranstaltung schadete eigentlich nur, daß kein Vertreter des zuständigen Ministeriums anwesend war. Leider sind die Vertreter der politischen Parteien(mit Ausnahme der PDS) trotz Einladung nicht erschienen. Alle am Projekt"Lebensgestaltung..." interessierte können sich an Herrn Prof. Dr. Bergstedt(Bereich KULTUR) wenden. An dieser Stelle sei nochmals an das Treffen der Projektgruppe(siehe HSN Nr. 6/91) mit Prof, Bergstedt und Frau Dr. Witzsche am 2. April, 16.00 Uhr im Bereich KULTUR erinnert,
Dr. Barbara Eckardt
Jahreskongreß der SETAC bei uns
An die Brandenburgische Landeshochschule wurde Anfang März der internationale Jahreskongreß der Society of Environmental Toxicology and Chemistry- Europe(SETAC) für 1992 vergeben. Mit der organisatorischen Vorbereitung wurde der FB Biologie unter Leitung von Doz, Dr. sc. Scheel beauftragt. Wie Prof, Dr. P.-D. Hansen vom Institut für Okologie der TU Berlin, ein Vorstandsmitglied der Gesellschaft, in einem Vorbereitungsgespräch in Potsdam erklärte, soll sich der Kongreß mit Fragen der Umweltchemie, Okologie und Toxikologie befassen. Gemeinsam mit dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg habe man bewußt einen Standort in den neuen deutschen Bundesländern favorisiert, Von
den anwesenden Vertretern der Brandenburgischen Landeshochschule und Naturwissenschaftlern von Forschungsinstituten im Potsdamer Umfeld wurde die Entscheidung begrüßt. Mehrheitlich wurde betont, daß auf Grund vorhandener, teilweise bisher wenig an die Öffentlichkeit gekommener Forschungsergebnisse reichlich Möglichkeiten: für eine wissenschaftliche Fundierung der.Tagung vorhanden seien. Der Potsdamer Kongreß im Mai 1992 soll auch die Kontakte zwischen Ost und West befördern sowie junge Wissenschaftler, darunter auch in Behörden, in ihrer Arbeit unterstützen. Diesem Anliegen dient auch der jährlich von SETAC vergebene Preis für Hochschullehrer und junge Wissenschaftler. Derdack, Pressestelle
Fortbildungsangebote
Folgende Themenangebote der AG"Bildung und Lebensgestaltung” stehen u.a. zur Auswahl:
= Soziale Erziehung in der Grundschule - Umwelterziehung in Mythen und Märchen
="Mutter Erde” Denkanstöße aus dem indianischen Naturverständnis
= Die Natur mit Kindern erleben = Begegnung mit der Behindertenproblematik = Sexualerziehung mit Kindern und Jugendlichen
= Flucht in die Medienwirklichkeit- heile Welten, Machos, Monster
= Soziales Lernen- handlungs- und produktorientiert
= SCHREIBEN als Medium der Selbstverständigung, Selbstfindung und- erkenntnis
= Kann KUNST(Literatur)*Lebenshilfe” sein? - Wege zum Kunstwerk durch Kunstrezeption = Körpersprache- Emotionen
= Psychische Entwicklungsaufgaben und ihre Bewältigung im Jugendalter
= Konfliktbewältigungsstrategien und Möglichkeiten zu deren Ausbildung bei älteren Schülern
= Verhaltenstraining
= Autoritäten und Umgang mit der eigenen Autorität
= Kirche- Macht und Mächtige
= Entstehung des Christentums- seine Wurzeln im jüdischen Glauben
= Wozu brauchen wir Mythen?
- Zugehen auf andere- Momente von Interkulturalität
= Philosophisch- ethische Deutungen des Menschen
Zusammenarbeit mit französischer Hochschule weiter vertieft
Unter Versammlungsleitung Prof, Gziks, der bereits in seiner früheren Funktion als Rektor Kontakte zu französischen Hochschuleinrichtungen angebahnt hat, trafen sich am 14. März in der Professorenmensa Vertreter verschiedener Bereiche der Hochschule, um dort in Gegenwart eines französischen Gastes, Herrn Sabourdy( Ecole Normale d’ instituteurs Bonneuil/ Paris), über Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu debattieren, Ziel war eine Verständigung über anzustrebende gemeinsame Projekte, vor allem auf den Gebieten der Entwicklung und Produktion didaktischer Mittel sowie des Einsatzes von Computern in Lehr- und Lernprozessen.
Eine länderübergreifende Zusammenarbeit, durch die EG subventioniert, ist im Rahmen der TEMPUSund ERASMUS-Programme möglich. Bedingung hierfür ist zum einen die Beteiligung von mindestens 3 Ländern, zum anderen muß eines dieser Länder ein osteuropäischer Staat sein.
Grundsätzlich gab es volle Übereinstimmung in der Befürwortung einer Partnerschaft innerhalb der genannten Programme. Beziehungen sollen(eingebunden in weitere Vorhaben wie Studentenaustausch, Sprachausbildung usw.) nun insbesondere auf dem Gebiet der Didaktikforschung, hier gibt es lediglich im Bereich der Primarstufe von französischer Seite eine intensive Beschäftigung mit diesem Gegenstand, hergestellt werden. So ist vorgesehen, daß bis zum 22. April Projektvorstellungen in den jeweiligen Didaktikbereichen zu konkretisieren sind, Dabei sollte eine Uberprüfung von Weiterführungsmöglichkeiten bereits angelegter, begonnener Forschung erfolgen. Also kein zusätzlicher Aufbau, sondern Ausbau vorhandener Forschungsleistung. Anfang Mai sind dann in Paris konkrete Verhandlungen, in denen für jedes einzelne Projekt entsprechende kompetente Fachleute als Kooperationspartner festzulegen sind, zu führen. Der Nächste Schritt, die Suche nach geeigneten Partnern an osteuropäischen Hochschulen muß sich dem unmittelbar anschließen. Vorgesehen ist für Mitte Juni ein erneutes Zusammentreffen mit Herrn Sabourdy hier in Potsdam, das dann die Beantragung von Mobilitätsgeldern innerhalb des ERASMUS- Programms bei der EG zur Folge hat, Für den Zeitraum September/Oktober ist die Beantragung der einzelnen Projekte bei der EG geplant.
P. Görlich
Nr.07/91