Heft 
(1.1.2019) 07
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Welche Lösungen sind die besten für die Kinder?

Die Arbeitsgemeinschaft Bildung und Lebensgestaltung e.V. i.S. führte eine vierstündige Diskussion zum Thema*Lebensgestaltung- Ethik ­Religionskunde- neue Inhalte in den Schulen Bran­denburgs durch.

Nach eigenem Verständnis strebt die am 8. De­zember 1990 in Berlin gegründete AG eine fördern­de Tätigkeit auf folgenden Gebieten an:

= Bildungspolitik, = Forschung, einschließlich Curriculumentwick­lung, Modell- und Schulversuche,

= Aus-, Fort- und Weiterbildung, = Dokumentation,

= Informationsaustausch und Zusammenarbeit im nationalen und internationalen Rahmen. Das Ziel dieser Veranstaltung am 8. März bestand darin, einen Gedankenaustausch zu führen. Ca. 60 an der Entwicklung der lebenskundlich-ethi­schen und religionskundlichen Bildung Interessierte, ein nicht geringer Teil aus verschiedenen Landkrei­sen Potsdams, kamen deshalb der Einladung nach. Auch unsere Einrichtung wurde durch Studenten, die sich an der Initiativgruppe der BLH beteiligen, sowle Vertreter der Fachbereiche Psychologie, Pädagogik, Sozialwissenschaften vertreten. Frau Prof, Dr. Lüllepop-Medack machte darauf auf­mMerksam, daß das Fach"Lebensgestaltung- Ethik - Religionskunde erstmalig in dieser Kombination in Deutschland existieren würde, D.h., daß erstmalig auch eine entsprechende Ausbildung bzw. eine Fachdidaktik konzipiert werden müßten. Frau Dr. Witzsche legte in ihren'einführenden Be­trachtungen dar, wie sich, basierend auf der Volks­initiative, die AG bildete und welche Aufgaben sie sich gestellt hat, Um ein neues Fach erfolgversprechend in der Schule installieren zu können, muß der bisherge pädagogische Ansatz generell überdacht und ver­ändert werden. Unbestritten ist, daß es in diesem Bereich Defizite gibt. Die Lebenswirklichkeit spielte oftmals, trotz vorhandener Bezüge, keine Rolle in

Foto: Eckardt

der Schule, die realen Konflikte wurden weitestge­hend verdrängt. Sinnvoll ist die Einführung des neu­en Schulfaches demnach nur im Zusammenhang mit diesem prinzipiellen theoretischen und prakti­schen Uberarbeiten des Verhältnisses von Leben und Schule,

Alle Anwesenden, Lehrer, Hochschullehrer, Stu­denten und Kirchenvertreter, waren sich einig, daß mit diesem Fach ein Beitrag zum Uben von Toleranz und kulturvollem Meinungsstreit geleistet werden kann. Deshalb sollten alle Kinder teilnehmen und ihre Bedürfnisse der Ausgangspunkt für konzep­tionelle Uberlegungen sein.

Mehrheitlich sprach man sich auch dafür aus, Ex­perten, wie z.B. Kirchenvertreter, Drogenberater, Mediziner, Psychologen direkt und indirekt einzube­ziehen.

In einem avisierten Modellversuch im Land Bran­denburg ab September können und müssen prak­tische Erfahrungen gesammelt und verallge­meinert, Eltern und Schüler sowie die Öffentlichkeit weiter aktiviert werden. Dann kann geklärt werden, ob es sich um ein obligatorisches Fach handeln wird, ob Noten gegeben werden, wie die Abgren­zung zum Fach Gesellschaftskunde erfolgen soll, wie die Lehrpläne aussehen. Bedenken wurden bei dieser Diskussion selbstverständlich auch geäußert, so wurde nehrmals nach dem Ziel dieses Faches und dessen Nutzen gefragt. Der sachlichen und konstruktiven Atmosphäre dieser Veranstaltung schadete eigentlich nur, daß kein Vertreter des zuständigen Ministeriums anwesend war. Leider sind die Vertreter der politischen Parteien(mit Aus­nahme der PDS) trotz Einladung nicht erschienen. Alle am Projekt"Lebensgestaltung..." interessierte können sich an Herrn Prof. Dr. Bergstedt(Bereich KULTUR) wenden. An dieser Stelle sei nochmals an das Treffen der Projektgruppe(siehe HSN Nr. 6/91) mit Prof, Bergstedt und Frau Dr. Witzsche am 2. April, 16.00 Uhr im Bereich KULTUR erinnert,

Dr. Barbara Eckardt

Jahreskongreß der SETAC bei uns

An die Brandenburgische Landeshochschule wur­de Anfang März der internationale Jahreskongreß der Society of Environmental Toxicology and Che­mistry- Europe(SETAC) für 1992 vergeben. Mit der organisatorischen Vorbereitung wurde der FB Bio­logie unter Leitung von Doz, Dr. sc. Scheel beauf­tragt. Wie Prof, Dr. P.-D. Hansen vom Institut für Okologie der TU Berlin, ein Vorstandsmitglied der Gesellschaft, in einem Vorbereitungsgespräch in Potsdam erklärte, soll sich der Kongreß mit Fragen der Umweltchemie, Okologie und Toxikologie be­fassen. Gemeinsam mit dem Ministerium für Wissen­schaft, Forschung und Kultur des Landes Branden­burg habe man bewußt einen Standort in den neuen deutschen Bundesländern favorisiert, Von

den anwesenden Vertretern der Brandenburgi­schen Landeshochschule und Naturwissenschaft­lern von Forschungsinstituten im Potsdamer Umfeld wurde die Entscheidung begrüßt. Mehrheitlich wur­de betont, daß auf Grund vorhandener, teilweise bisher wenig an die Öffentlichkeit gekommener Forschungsergebnisse reichlich Möglichkeiten: für eine wissenschaftliche Fundierung der.Tagung vor­handen seien. Der Potsdamer Kongreß im Mai 1992 soll auch die Kontakte zwischen Ost und West be­fördern sowie junge Wissenschaftler, darunter auch in Behörden, in ihrer Arbeit unterstützen. Diesem Anliegen dient auch der jährlich von SETAC verge­bene Preis für Hochschullehrer und junge Wissen­schaftler. Derdack, Pressestelle

Fortbildungsangebote

Folgende Themenangebote der AG"Bildung und Lebensgestaltung stehen u.a. zur Auswahl:

= Soziale Erziehung in der Grundschule - Umwelterziehung in Mythen und Märchen

="Mutter Erde Denkanstöße aus dem indiani­schen Naturverständnis

= Die Natur mit Kindern erleben = Begegnung mit der Behindertenproblematik = Sexualerziehung mit Kindern und Jugendlichen

= Flucht in die Medienwirklichkeit- heile Welten, Machos, Monster

= Soziales Lernen- handlungs- und produkt­orientiert

= SCHREIBEN als Medium der Selbstverständi­gung, Selbstfindung und- erkenntnis

= Kann KUNST(Literatur)*Lebenshilfe sein? - Wege zum Kunstwerk durch Kunstrezeption = Körpersprache- Emotionen

= Psychische Entwicklungsaufgaben und ihre Be­wältigung im Jugendalter

= Konfliktbewältigungsstrategien und Möglich­keiten zu deren Ausbildung bei älteren Schülern

= Verhaltenstraining

= Autoritäten und Umgang mit der eigenen Au­torität

= Kirche- Macht und Mächtige

= Entstehung des Christentums- seine Wurzeln im jüdischen Glauben

= Wozu brauchen wir Mythen?

- Zugehen auf andere- Momente von Interkulturalität

= Philosophisch- ethische Deutungen des Men­schen

Zusammenarbeit mit französischer Hochschule weiter vertieft

Unter Versammlungsleitung Prof, Gziks, der bereits in seiner früheren Funktion als Rektor Kontakte zu französischen Hochschuleinrichtungen angebahnt hat, trafen sich am 14. März in der Professorenmen­sa Vertreter verschiedener Bereiche der Hochschu­le, um dort in Gegenwart eines französischen Ga­stes, Herrn Sabourdy( Ecole Normale d instituteurs Bonneuil/ Paris), über Möglichkeiten der Zusam­menarbeit zu debattieren, Ziel war eine Verständi­gung über anzustrebende gemeinsame Projekte, vor allem auf den Gebieten der Entwicklung und Produktion didaktischer Mittel sowie des Einsatzes von Computern in Lehr- und Lernprozessen.

Eine länderübergreifende Zusammenarbeit, durch die EG subventioniert, ist im Rahmen der TEMPUS­und ERASMUS-Programme möglich. Bedingung hierfür ist zum einen die Beteiligung von mindestens 3 Ländern, zum anderen muß eines dieser Länder ein osteuropäischer Staat sein.

Grundsätzlich gab es volle Übereinstimmung in der Befürwortung einer Partnerschaft innerhalb der ge­nannten Programme. Beziehungen sollen(einge­bunden in weitere Vorhaben wie Studenten­austausch, Sprachausbildung usw.) nun insbeson­dere auf dem Gebiet der Didaktikforschung, hier gibt es lediglich im Bereich der Primarstufe von französischer Seite eine intensive Beschäftigung mit diesem Gegenstand, hergestellt werden. So ist vor­gesehen, daß bis zum 22. April Projektvorstellungen in den jeweiligen Didaktikbereichen zu konkretisie­ren sind, Dabei sollte eine Uberprüfung von Weiter­führungsmöglichkeiten bereits angelegter, begon­nener Forschung erfolgen. Also kein zusätzlicher Aufbau, sondern Ausbau vorhandener Forschungs­leistung. Anfang Mai sind dann in Paris konkrete Verhandlungen, in denen für jedes einzelne Projekt entsprechende kompetente Fachleute als Koope­rationspartner festzulegen sind, zu führen. Der Nächste Schritt, die Suche nach geeigneten Part­nern an osteuropäischen Hochschulen muß sich dem unmittelbar anschließen. Vorgesehen ist für Mitte Juni ein erneutes Zusammentreffen mit Herrn Sabourdy hier in Potsdam, das dann die Beantra­gung von Mobilitätsgeldern innerhalb des ERAS­MUS- Programms bei der EG zur Folge hat, Für den Zeitraum September/Oktober ist die Beantragung der einzelnen Projekte bei der EG geplant.

P. Görlich

Nr.07/91