SE Der Botanische Garten der Brandenburgischen
Landeshochschule
Der Botanische Garten unserer Hochschule ist mit einem Alter von 41 Jahren einer der jüngsten Gärten der insgesamt 58 Botanischen Gärten Deutschlands. Auf einer Fläche von ca. 5 ha werden etwa 9 000 verschiedene Pflanzenarten aller Klimabereiche kultiviert. In den Schauhäusern mit einer Gesamtfläche von 3 500 m? sind über 4 000 Pflanzenarten aus tropischen und subtropischen Gebieten Afrikas, Amerikas, Asiens, Australiens, Neuseelands und des Mittelmeergebietes untergebracht. Vom Palmenhaus mit z.T. IOOjährigen Zwergpalmen (Chamaerops humilis) gelangt man über einen Verbindungsgang in die einzelnen Häuser mit Farnen, Ananas- und Aronstabgewächsen, Wasserpflanzen, Nutzpflanzen, Begonien, Orchideen, Gesneriengewächsen und Sukkulenten. Ein besonderer Anziehungspunkt im Wasserpflanzenhaus ist in den Sommermonaten die Riesenseerose(Victoria cruciana), die mit ihren etwa 1,5 m breiten Blättern fast das ganze Wasserbecken füllt. Interessante und nützliche tropische Pflanzen kann man im Nutzpflanzenhaus bewundern. Zur Zeit tragen die Kaffeesträucher reichlich Früchte, Die roten und gelben*Kaffeekirschen” enthalten in der Regel zwei Kaffebohnen. In unmittelbarer Nähe befinden sich Baumwollsträucher mit zahlreichen aufgeplatzten Kapselfrüchten, aus denen die weißen Baumwollfäden wie Wattebüschel heraushängen. In wenigen Wochen beginnt die Blütezeit der Kakteen. Sie werden wie viele andere an trockene Klimate angepaßte Pflanzen, z.B. Aloe-, Agave-, Wolfsmilcharten und Mittagsblumengewächse, im Sukkulentenhaus kultiviert, Sehr abwechslungs- und lehrreich ist ein Rundgang durch das Freilandgelände, besonders auf der anderen Seite der Maulbeerallee. In dem vom Hofgärtner Sello um 1840 angelegten Paradiesgarten befindet sich die systematische Abteilung des Botanischen Gartens. Auf ca. 130 Beeten sind rund 2 000 Pflanzenarten nach phylogenetischen Gesichtspunkten angeordnet. Zusammen mit der biologisch-morphologischen Abteilung dient diese Einrichtung vor allem der Ausbildung unserer Studenten im Fach Botanik. Sehr reizvoll ist in dieser Jahreszeit der Heidegarten. Mehrere Sorten der Schnee-Heide bilden schon seit Januar dichte weiße und rote Blütenpolster. In wenigen Tagen beginnt auch die Blütezeit im Alpinum. Hier werden Pflanzen aus den Gebirgen Nordamerikas, Europas und Asiens gezeigt. Sehr Artenreich ist die Flora der Alpen.
In der biologisch-morphologischen Abteilung, die sich westlich des Gewächshauskomplexes befindet, werden u.a. für die menschliche Ernährung wichtige Nutzpflanzen kultiviert, darunter auch seltene Gemüsearten. In unmittelbarer Nähe sind Beete mit Heil- und Gewürzpflanzen. Kleine Anschauungstafeln informieren. über-einzelne Gruppen, die nach den Inhaltsstoffen der Pflanzen zusammengestellt wurden. Auf einem besonderen
Beet werden einige der wichtigsten in Deutschland geschützten Pflanzen gezeigt. Im Botanischen Garten unserer Hochschule weilen jährlich etwa 100 000 Besucher aus dem In- und Ausland, Offnungszeiten:Die Gewächshäuser sind täglich und ganzjährig von 9.30 Uhr bis 16.00 Uhr geöffnet(Mittagspause von 12.00 Uhr bis 13.00 Uhr). Die Freilandanlagen können nur im Sommerhalbjahr(1. April bis 31. Oktober) besichtigt werden. Eintrittspreise: 1,— DM(Erwachsene) 0,50 DM(Schüler, Studenten und Rentner) Für Kinder bis zum 10. Lebensjahr und für Studenten der Fachrichtung Biologie unserer Hochschule ist der Besuch kostenlos. Für die Besichtigung der Freilandanlagen werden keine Gebühren erhoben. Führungen sind nach entsprechender Vereinbarung möglich(Tel.Nr.: 910 586/910 576). Ein soeben erschienener Führer informiert ausführlich über die einzelnen Abteilungen des Gartens.
Dr. P. Scharf (Kustos des Botanischen Gartens)
Blick in den Heidegarten
Foto: Scharf
Ausdruck gewachsenen Umweltbewußtseins
Zu den Veränderungen, die sich in den letzten Monaten in unserer Hochschule vollzogen haben, gehört die Entwicklung eines verstärkten Interesses vieler Mitarbeiter für Fragen der Umweltverträglichkeit unserer Einrichtung. Jeder von uns weiß, daß allein mit der Bewirtschaftung eines Geländes, egal in welcher Form auch immer, eine Belastung der Umwelt verbunden ist, besonders wenn man weiß, daß allein an unserer Hochschule in ca. 10 Instituten in der Laborpraxis mit Gefahrstoffen gearbeitet Wird und gearbeitet werden muß, um angemessene Ausbildungsergebnisse zu erreichen. Die Mehrzahl dieser Gefahrstoffe tritt in irgendeiner Form als “Rest oder Abfall” auf.
Gefahr- oder Schadstoffe werden aber auch in anderen Bereichen* produziert”, so z.B. in der Fahrbereitschaft, in verschiedenen Handwerksbereichen oder der Sportmedizin. Eine umweltgerechte Entsorgung der Abfälle schließt deshalb ihre vollständige Erfassung, sichere Zwischenlagerung und geordnete Abführung ein. Was ist in diesem Zusammenhang in den vergangenen Wochen und Monaten an der Brandenburgischen Landeshochschule geschehen bzw. wie weit sind Wir in unseren Bemühungen vorangekommen?
Seit dem 1.12.90 gibt es an der BLH einen Gefahrstoffbeauftragten. Er sieht seine Hauptaufgabe darin, in Zusammenarbeit mit dem Territorium ein Ent
Nr.07/91
sorgungssystem aufzubauen, da bisher abgesehen von mehr oder weniger individuellen Bemühungen- kaum ernsthafte Anstrengungen zur Lösung dieser Aufgaben unternommen wurden.
Wenn es auch anfangs bei mir eine gewisse Besorgnis hinsichtlich der erforderlichen Resonanz für ein solches Unterfangen gab, so kann heute vermerkt werden, daß bei meiner ersten Situationsanalyse in allen Gefahrstoffbereichen große Erleichterung und vor allem viel Bereitschaft zur Mitwirkung zu erkennen war. Ich sehe darin eine bestimmte Garantie dafür, dieses Vorhaben an der BLH mit Erfolg zu realisieren. Schwierigkeiten bestehen nach wie vor bei der Gewinnung von Entsorgungspartnern im Bereich der örtlichen Unternehmen, auch wenn der Ehrlichkeit halber gesagt werden Muß, daß eine erste Bereitschaft bei der Potsdamer Stadtreinigung sichtbar ist. Im Zusammenhang mit der Durchführung der Situationsanalyse mußten wir ein großes Informationsdefizit bezüglich der neuen gesetzlichen Regelungen registrieren. Das ist entstanden, weil mit dem Einigungsvertrag eine Reihe von Gesetzen der ehemaligen DDR, darunter auch das*Gesetz über den Verkehr mit Giften- Giftgesetz“, das in diesem Bereich den Umgang mit toxischen Stoffen regelte, seit dem 1.1.1991 keine Gültigkeit mehr haben. Für unser Territorium gelten vom genannten Termin an das Chemikaliengesetz
“Sächsisches Experten Netz Umwelt” SENU
1. Gründungsintentionen und Darstellung der Absichten. Die Integration der unterschiedlichen Umweltbereiche ist ein ö&konomisches und&kologisches Erfordernis.
Ganzheitliche Konzepte sind notwendig, um unsere Lebensgrundlagen zu erhalten. In allen Umweltbereichen des Landes Sachsen stehen drängende Aufgaben zur Lösung an. Umweltbelastungen müssen verhindert werden, die Folgen vergangenen Handelns sind zu beseitigen. Entscheidend ist eine effektive Umsetzung des sich entwickelnden Know - hows.
... SENU wird bei den Landesbehörden des Landes Sachsen als eingetragener Verein registriert.
Sitz der Interessengemeinschaft ist Dresden.
SENU unterstützt Behörden, Verbände sowie kleine und mittlere Unternehmen durch ein ganzheitliches Umweltspektrum
- im integrierten Ansatz: Betreuung aller fachlichen Problemstellungen
= und im interdisziplinären Ansatz: Berücksichtigung aller entscheidungsrelevanten Aspekte (Technik, Technologien, Recht, Finanzierung, Management). ... Leistungen von SENU werden sowohl projektbezogen, d.h.*Problemlösungen von A- Z”, als auch kontinuierlich, z.B. in Form eines externen Umweltschutzbeauftragten angeboten. Das Ziel der SENU-Experten ist, interdisziplinär für das gesamte Territorium des Landes Sachsen ein Netz qualifizierter Beratung und aktiven Umweltschutzes aufzubauen. Inhaltlich geht es darum, gemeinsam Strategien zur Umweltentlastung, Vorsorge und Entsorge insbesondere bei Produktionsprozessen zu konzipieren, diese schwerpunktmäßig zuerst punktuell, später schrittweise, flächendeckend realisieren zu helfen. 2. Mitglieder. SENU umfaßt wissenschaftliche Forschungsinstitute, universitäre Einrichtungen, OkoBeratungsunternehmen, Industrieunternehmen sowie territoriale und kommunale Umweltschuftzeinrichtungen. Damit präsentiert SENU eine beachtenswerte Breite des theoretischen und praxisrelevanten Wissens zum Schutz unserer natürlichen Umwelt, 3. Grundsätze der Zusammenarbeit. SENU ist eine Organisation von gleichberechtigten Mitgliedern, die eine unabhängige und eigenständige Tätigkeit abwickeln. Die Gemeinsamkeit im SENU ist auf der Abstimmung von Strategien begründet. Solche Strategien sind für die eigenständige Tätigkeit verbindlich. ... Für die Lösung der Umweltschutzaufgabe entwickelt SENU Programme der Ausbildung und Weiterbildung, der Umweltmeßgerätetechnik und der Analytik, Methoden und Verfahren der Bewertung, EDV-Konzepte und Projekte der Prozeß, Produktund Warentests, Expertisen, Fachberatung, Begutachtung gehören neben komplexen Okologierecherchen und Umweltschutzprojekten zum Angebot von SENU:... (aus: Hb. Umweltforschung Dresden, 1990, S.58/59)
der Bundesrepublik, die Gefahrstoffverordnung sowie eine Reihe weiterer Gesetze und Verordnungen, die unmittelbar unsere Arbeit in der Brandenburgischen Landeshochschule tangieren und bestimmen. Der Bereich Betriebssicherheit sah es deshalb mit als seine vordringliche Aufgabe an, die Gefahrstoffbereiche mit den erforderlichen Gesetzen und Verordnungen auszurüsten. Bisher haben wir es erreicht- mit großer Unterstützung der Hochschulleitung besonders in materieller Hinsicht-, daß jeder Gefahrstoffbereich das Chemikaliengesetz und die Gefahrstoffverordnung von uns erhalten konnte.
Andere, das Chemikaliengesetz tangierende Verordnungen, Regeln bzw. Gesetze können bei mir im Gebäude T1, Zimmer 125 eingesehen und genutzt werden,
Besonders glücklich sind wir darüber, daß auch den Instituten für Didaktik der Naturwissenschaften die TRGS 450(Technische Regeln für den Umgang mit Gefahrstoffen im Schulbereich) zur Verfügung gestellt werden konnte, um über die schulpraktische Ausbildung unserer Studenten die Anpassungsprobleme der Schulen im Rahmen unserer Möglichkeiten wirksam zu unterstützen.
Dr. Hellmut Buchs Gefahrstoffbeauftragter