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(1.1.2019) 07
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SE Der Botanische Garten der Brandenburgischen

Landeshochschule

Der Botanische Garten unserer Hochschule ist mit einem Alter von 41 Jahren einer der jüngsten Gär­ten der insgesamt 58 Botanischen Gärten Deutsch­lands. Auf einer Fläche von ca. 5 ha werden etwa 9 000 verschiedene Pflanzenarten aller Klimaberei­che kultiviert. In den Schauhäusern mit einer Ge­samtfläche von 3 500 m? sind über 4 000 Pflanzen­arten aus tropischen und subtropischen Gebieten Afrikas, Amerikas, Asiens, Australiens, Neuseelands und des Mittelmeergebietes untergebracht. Vom Palmenhaus mit z.T. IOOjährigen Zwergpalmen (Chamaerops humilis) gelangt man über einen Verbindungsgang in die einzelnen Häuser mit Far­nen, Ananas- und Aronstabgewächsen, Wasser­pflanzen, Nutzpflanzen, Begonien, Orchideen, Gesneriengewächsen und Sukkulenten. Ein beson­derer Anziehungspunkt im Wasserpflanzenhaus ist in den Sommermonaten die Riesenseerose(Victo­ria cruciana), die mit ihren etwa 1,5 m breiten Blättern fast das ganze Wasserbecken füllt. Interessante und nützliche tropische Pflanzen kann man im Nutzpflanzenhaus bewundern. Zur Zeit tra­gen die Kaffeesträucher reichlich Früchte, Die ro­ten und gelben*Kaffeekirschen enthalten in der Regel zwei Kaffebohnen. In unmittelbarer Nähe befinden sich Baumwollsträucher mit zahlreichen aufgeplatzten Kapselfrüchten, aus denen die wei­ßen Baumwollfäden wie Wattebüschel heraushän­gen. In wenigen Wochen beginnt die Blütezeit der Kakteen. Sie werden wie viele andere an trockene Klimate angepaßte Pflanzen, z.B. Aloe-, Agave-, Wolfsmilcharten und Mittagsblumengewächse, im Sukkulentenhaus kultiviert, Sehr abwechslungs- und lehrreich ist ein Rundgang durch das Freilandgelän­de, besonders auf der anderen Seite der Maulbeer­allee. In dem vom Hofgärtner Sello um 1840 ange­legten Paradiesgarten befindet sich die systemati­sche Abteilung des Botanischen Gartens. Auf ca. 130 Beeten sind rund 2 000 Pflanzenarten nach phylogenetischen Gesichtspunkten angeordnet. Zusammen mit der biologisch-morphologischen Abteilung dient diese Einrichtung vor allem der Ausbildung unserer Studenten im Fach Botanik. Sehr reizvoll ist in dieser Jahreszeit der Heidegarten. Mehrere Sorten der Schnee-Heide bilden schon seit Januar dichte weiße und rote Blütenpolster. In we­nigen Tagen beginnt auch die Blütezeit im Alpinum. Hier werden Pflanzen aus den Gebirgen Nordame­rikas, Europas und Asiens gezeigt. Sehr Artenreich ist die Flora der Alpen.

In der biologisch-morphologischen Abteilung, die sich westlich des Gewächshauskomplexes be­findet, werden u.a. für die menschliche Ernährung wichtige Nutzpflanzen kultiviert, darunter auch sel­tene Gemüsearten. In unmittelbarer Nähe sind Beete mit Heil- und Gewürzpflanzen. Kleine An­schauungstafeln informieren. über-einzelne Grup­pen, die nach den Inhaltsstoffen der Pflanzen zu­sammengestellt wurden. Auf einem besonderen

Beet werden einige der wichtigsten in Deutschland geschützten Pflanzen gezeigt. Im Botanischen Garten unserer Hochschule weilen jährlich etwa 100 000 Besucher aus dem In- und Ausland, Offnungszeiten:Die Gewächshäuser sind täglich und ganzjährig von 9.30 Uhr bis 16.00 Uhr geöffnet(Mittagspause von 12.00 Uhr bis 13.00 Uhr). Die Freilandanlagen können nur im Sommerhalb­jahr(1. April bis 31. Oktober) besichtigt werden. Eintrittspreise: 1, DM(Erwachsene) 0,50 DM(Schüler, Studenten und Rentner) Für Kinder bis zum 10. Lebensjahr und für Studenten der Fachrichtung Biologie unserer Hochschule ist der Besuch kostenlos. Für die Besichtigung der Frei­landanlagen werden keine Gebühren erhoben. Führungen sind nach entsprechender Vereinba­rung möglich(Tel.Nr.: 910 586/910 576). Ein soeben erschienener Führer informiert aus­führlich über die einzelnen Abteilungen des Gar­tens.

Dr. P. Scharf (Kustos des Botanischen Gartens)

Blick in den Heidegarten

Foto: Scharf

Ausdruck gewachsenen Umweltbewußtseins

Zu den Veränderungen, die sich in den letzten Monaten in unserer Hochschule vollzogen haben, gehört die Entwicklung eines verstärkten Interesses vieler Mitarbeiter für Fragen der Umweltverträglich­keit unserer Einrichtung. Jeder von uns weiß, daß allein mit der Bewirtschaftung eines Geländes, egal in welcher Form auch immer, eine Belastung der Umwelt verbunden ist, besonders wenn man weiß, daß allein an unserer Hochschule in ca. 10 Instituten in der Laborpraxis mit Gefahrstoffen gearbeitet Wird und gearbeitet werden muß, um angemesse­ne Ausbildungsergebnisse zu erreichen. Die Mehr­zahl dieser Gefahrstoffe tritt in irgendeiner Form als Rest oder Abfall auf.

Gefahr- oder Schadstoffe werden aber auch in anderen Bereichen* produziert, so z.B. in der Fahr­bereitschaft, in verschiedenen Handwerks­bereichen oder der Sportmedizin. Eine umwelt­gerechte Entsorgung der Abfälle schließt deshalb ihre vollständige Erfassung, sichere Zwischenla­gerung und geordnete Abführung ein. Was ist in diesem Zusammenhang in den vergangenen Wo­chen und Monaten an der Brandenburgischen Landeshochschule geschehen bzw. wie weit sind Wir in unseren Bemühungen vorangekommen?

Seit dem 1.12.90 gibt es an der BLH einen Gefahr­stoffbeauftragten. Er sieht seine Hauptaufgabe da­rin, in Zusammenarbeit mit dem Territorium ein Ent­

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sorgungssystem aufzubauen, da bisher ­abgesehen von mehr oder weniger individuellen Bemühungen- kaum ernsthafte Anstrengungen zur Lösung dieser Aufgaben unternommen wurden.

Wenn es auch anfangs bei mir eine gewisse Be­sorgnis hinsichtlich der erforderlichen Resonanz für ein solches Unterfangen gab, so kann heute ver­merkt werden, daß bei meiner ersten Situationsan­alyse in allen Gefahrstoffbereichen große Erleichte­rung und vor allem viel Bereitschaft zur Mitwirkung zu erkennen war. Ich sehe darin eine bestimmte Garantie dafür, dieses Vorhaben an der BLH mit Erfolg zu realisieren. Schwierigkeiten bestehen nach wie vor bei der Gewinnung von Entsorgungs­partnern im Bereich der örtlichen Unternehmen, auch wenn der Ehrlichkeit halber gesagt werden Muß, daß eine erste Bereitschaft bei der Potsdamer Stadtreinigung sichtbar ist. Im Zusammenhang mit der Durchführung der Situationsanalyse mußten wir ein großes Informationsdefizit bezüglich der neuen gesetzlichen Regelungen registrieren. Das ist ent­standen, weil mit dem Einigungsvertrag eine Reihe von Gesetzen der ehemaligen DDR, darunter auch das*Gesetz über den Verkehr mit Giften- Giftge­setz, das in diesem Bereich den Umgang mit to­xischen Stoffen regelte, seit dem 1.1.1991 keine Gültigkeit mehr haben. Für unser Territorium gelten vom genannten Termin an das Chemikaliengesetz

Sächsisches Experten Netz Umwelt SENU

1. Gründungsintentionen und Darstellung der Ab­sichten. Die Integration der unterschiedlichen Um­weltbereiche ist ein ö&konomisches und&kologi­sches Erfordernis.

Ganzheitliche Konzepte sind notwendig, um unse­re Lebensgrundlagen zu erhalten. In allen Umwelt­bereichen des Landes Sachsen stehen drängende Aufgaben zur Lösung an. Umweltbelastungen müs­sen verhindert werden, die Folgen vergangenen Handelns sind zu beseitigen. Entscheidend ist eine effektive Umsetzung des sich entwickelnden Know - hows.

... SENU wird bei den Landesbehörden des Landes Sachsen als eingetragener Verein registriert.

Sitz der Interessengemeinschaft ist Dresden.

SENU unterstützt Behörden, Verbände sowie kleine und mittlere Unternehmen durch ein ganzheitliches Umweltspektrum

- im integrierten Ansatz: Betreuung aller fach­lichen Problemstellungen

= und im interdisziplinären Ansatz: Berücksich­tigung aller entscheidungsrelevanten Aspekte (Technik, Technologien, Recht, Finanzierung, Management). ... Leistungen von SENU werden sowohl projekt­bezogen, d.h.*Problemlösungen von A- Z, als auch kontinuierlich, z.B. in Form eines externen Um­weltschutzbeauftragten angeboten. Das Ziel der SENU-Experten ist, interdisziplinär für das gesamte Territorium des Landes Sachsen ein Netz qualifizier­ter Beratung und aktiven Umweltschutzes aufzu­bauen. Inhaltlich geht es darum, gemeinsam Stra­tegien zur Umweltentlastung, Vorsorge und Entsor­ge insbesondere bei Produktionsprozessen zu kon­zipieren, diese schwerpunktmäßig zuerst punktuell, später schrittweise, flächendeckend realisieren zu helfen. 2. Mitglieder. SENU umfaßt wissenschaftliche For­schungsinstitute, universitäre Einrichtungen, Oko­Beratungsunternehmen, Industrieunternehmen so­wie territoriale und kommunale Umweltschuftz­einrichtungen. Damit präsentiert SENU eine beach­tenswerte Breite des theoretischen und pra­xisrelevanten Wissens zum Schutz unserer natür­lichen Umwelt, 3. Grundsätze der Zusammenarbeit. SENU ist eine Organisation von gleichberechtigten Mitgliedern, die eine unabhängige und eigenständige Tätigkeit abwickeln. Die Gemeinsamkeit im SENU ist auf der Abstimmung von Strategien begründet. Solche Strategien sind für die eigenständige Tätigkeit ver­bindlich. ... Für die Lösung der Umweltschutzaufgabe ent­wickelt SENU Programme der Ausbildung und Wei­terbildung, der Umweltmeßgerätetechnik und der Analytik, Methoden und Verfahren der Bewertung, EDV-Konzepte und Projekte der Prozeß, Produkt­und Warentests, Expertisen, Fachberatung, Be­gutachtung gehören neben komplexen Okologie­recherchen und Umweltschutzprojekten zum An­gebot von SENU:... (aus: Hb. Umweltforschung Dresden, 1990, S.58/59)

der Bundesrepublik, die Gefahrstoffverordnung so­wie eine Reihe weiterer Gesetze und Verordnun­gen, die unmittelbar unsere Arbeit in der Branden­burgischen Landeshochschule tangieren und be­stimmen. Der Bereich Betriebssicherheit sah es des­halb mit als seine vordringliche Aufgabe an, die Gefahrstoffbereiche mit den erforderlichen Geset­zen und Verordnungen auszurüsten. Bisher haben wir es erreicht- mit großer Unterstützung der Hoch­schulleitung besonders in materieller Hinsicht-, daß jeder Gefahrstoffbereich das Chemikaliengesetz und die Gefahrstoffverordnung von uns erhalten konnte.

Andere, das Chemikaliengesetz tangierende Ver­ordnungen, Regeln bzw. Gesetze können bei mir im Gebäude T1, Zimmer 125 eingesehen und genutzt werden,

Besonders glücklich sind wir darüber, daß auch den Instituten für Didaktik der Naturwissenschaften die TRGS 450(Technische Regeln für den Umgang mit Gefahrstoffen im Schulbereich) zur Verfügung ge­stellt werden konnte, um über die schulpraktische Ausbildung unserer Studenten die Anpassungspro­bleme der Schulen im Rahmen unserer Möglichkei­ten wirksam zu unterstützen.

Dr. Hellmut Buchs Gefahrstoffbeauftragter