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(1.1.2019) 12
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Nr. 12/ 24. Jahrgang 10. Juni 1991

Preis: 10 Pfennige

Wir sind auf dem Wege zu einer UNIVERSITÄT

V.l.n.r, Prof, Spur, Minister Enderlein und Prof. Mitzner auf der Landespressekonferenz

Mit der Verabschiedung des Hochschulgesetzes durch den Landtag von Brandenburg wurde am 16. Mai 1991 der erste Schritt in Richtung Universität getan. Damit wurden die gesetzlichen Vorausset­zungen geschaffen, um die bereits in der Regie­rungserklärung des Ministerpräsidenten vom 6. De­zember 1990 angekündigten drei Universitäten in Brandenburg gründen zu können. Nunmehr wurde unverzüglich am 24. Mai 1991 vom Minister für Wis­senschaft, Forschung und Kultur, Hinrich Enderlein, der zweite Schritt dazu eingeleitet. In einer für uns bedeutsamen und historischen Pressekonferenz stellte der Minister die drei berufenen Vorsitzenden der Gründungsausschüsse vor. Er sei besonders glücklich darüber, daß er als Gründungsrektoren drei hervorragende Wissenschaftler und Wissenschaftsorganisatoren gewonnen habe, denn es gehe bei der Bewältigung der bevorste­henden Aufgaben auch darum, die Dinge im or­ganisatorischen und auch im menschlichen Be­reich auf den Weg zu bringen. Alle drei Herren verfügen über ein hohes Maß an menschlicher In­tegrität, Allen drei Professoren dankte der Minister namens der Landesregierung für ihre engagierte und spontane Bereitschaft, sich für die Entwicklung der Wissenschaft in Brandenburg einzusetzen.

Für Cottbus ist das Prof, Dr. Dr. h.c. Günter Spur, Professor für Produktionstechnik an der Techni­schen Universität Berlin und Leiter des Fraunhofer­Instituts für Produktionsanlagen und Automa­tisierungstechnik. Herr Prof, Dr. Knut Ipsen, Professor für Internationales und Öffentliches Recht an der Universität Bochum und langjähriger Rektor der Ruhr-Universität, wurde als Vorsitzender des Grün­dungsausschusses der Europa-Universität Frank­furt/Oder ernannt,

Besonders froh sei er, so konstatierte der Minister, daß er für die Universität Potsdam Herrn Prof, Dr. Mitzner als Gründungsrektor habe gewinnen kön­nen, denn dieser sei eine Persönlichkeit, die sich in der Wissenschafts- und Forschungsszene des Pots­damer Raumes so gut auskenne, daß ihm diese

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Foto: Rüffert

übertragene Aufgabe auf den Leib zugeschnitten sei."Ich freue mich persönlich für Sie, Herr Mitzner, daß Sie in einem späten Stadium Ihrer wissenschaft­lichen Karriere noch die Möglichkeit haben, mit der Gründung der Universität Potsdam noch einmal t einen Höhepunkt zu erreichen, und ich denke, daß wir unsere Zusammenarbeit in der bisherigen be­reits begonnenen Weise fortsetzen können, sagte der Minister Enderlein. Auch wir an der Landeshochschule dürfen uns freuen und über die Berufung glücklich sein, denn mit Prof. Mitzner ist jener Mann nominiert worden, der durch seine Wahl zum Rektor der Brandenburgischen Landes­hochschule nicht erst seit dem Herbst des vergan­genen Jahres unser aller Vertrauen genießt. Die HSN gratulieren Prof, Mitzner zu dieser ehrenvollen Ernennung und wünschen ihm bei der Erfüllung der enormen Aufgaben eine unverwüstliche Gesund­heit, schöpferische Kraft und eine glückliche Hand bei den Entscheidungsfindungen. In gemeinsamer Arbeit mit den weiteren zehn renommierten Persön­lichkeiten des Gründungsausschusses steht ihm die Erarbeitung von Vorschlägen für die Ge­samtkonzeption der Universität Potsdam, für das an ihr vertretene Fächerspektrum und für Konzeptio­nen für die einzelnen Fakultäten und Studiengänge bevor. Für die Forschungsschwerpunkte muß ein der Aufgabenstellung der Universität entsprechen­des Profil entwickelt werden, Zu den weiteren Auf­gaben des Gründungsausschusses zählt die Erar­beitung von Vorschlägen für die Einsetzung von Gründungsdekanen und Gründungskommissionen für die Fakultäten sowie die Unterbreitung von Emp­fehlungen hinsichtlich der Zusammenarbeit mit re­gionalen und überregionalen Wirtschafts-, Indu­strie-, Forschungs- und Bildungseinrichtungen.

Die aus der Brandenburgischen Landeshochschule entstehende Universität soll eine Universität im tra­ditionellen, geisteswissenschaftlichen Sinne sein. An ihr soll die klassische Fächerstruktur vertreten sein, u.a. mit Rechtswissenschaft, Wirtschaftswissen­schaft, Sozial- und Erziehungswissenschaften(Päd­

Die Redaktion wünscht allen Lesern derHoch­schulnachrichten ei­nen erholsamen Urlaub und bedankt sich bei denjenigen, die im ver­gangenen Studienjahr unsere Arbeit unterstützt haben.

Unsere nächste Ausga­be erscheint im Sep­

tember.

agogik, Psychologie, Sportwissenschaft, Politikwis­senschaft, Soziologie), Geschichte, Geographie und mit philosophischen sowie nicht zuletzt naturwissenschaftlichen Fachbereichen. An nicht mehr als 10 000 Studenten ist dabei gedacht.

Vor uns liegt ein noch weiter Weg! Lets go- packen wir es an! Unterstützen wir die Arbeit des Grün­dungsausschusses, ein jeder an seinem Platz und auf seinem Arbeitsgebiet, denn eine Universität steht unserer fast IOOOjährigen Landeshaupstadt sehr gut zu Gesicht,

Dr. Rammelt

In dieser Ausgabe:

ochschule