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dd Perspektiven
Angesichts der enormen Bedeutung, die eine Umwandlung der Brandenburgischen Landeshochschule in eine Universität Potsdam für uns als Hochschulangehörige und für das Territorium hat, erachton wir es als notwendig, die Öffentlichkeit über die ersten konzeptionellen Vorstellungen des Rektors zum Thema Universitätsgründung zu Informieren. Hier die Aufzeichnung der Ansprache von Prof. Dr. Mitzner auf der Landespressekonferenz am 24. Mai 1991. Herr Minister, meine Damen und Herren, ich möchte mich bei Ihnen für die freundlichen Worte bedanken und sagen, daß das, was hier passiert, der Ausdruck einer guten Zusammenarbeit ist. Sie haben es ermöglicht, daß das Potential, welches in den neuen Ländern vorhanden ist, hier wirksam geworden ist. Ich bedanke mich für die Art und Weise der bisherigen Zusammenarbeit. Ich bin 1950 an die Brandenburgische Landeshochschule geworben worden mit dem schönen Satz: das wird bald eine Universität werden. Nun erlebe ich das zu meiner Freude noch! Ziemlich schnell ist dann die Länderstruktur zerschlagen worden. Eine gewisse Einengung und auch Spezialisierung haben dazu geführt, daß ein Teil der Forschung In die umliegenden Akademie-Institute gegangen ist. Meine Kenntnis der Forschungslandschaft rührt daher, daß ich einen großen Teil der unbescholtenen und qualifizierten Wissenschaftler aus diesen Instituten persönlich kenne, weil sie igendwann einmal bei uns an der Landeshochschule studiert haben. Wenn man eine Universität in Potsdam gründet, dann muß man davon ausgehen, daß die Brandenburgische Landeshochschule_un ‚GGgemMIe- Jafür die Basis sind. Erst einmal müssen die Möglichkeiten, die im Potsdamer Wissenschaftsraum vorhanden sind, vernünftig für eine Universität geordnet werden. Der Vorteil ist wohl der, daß ein Bestand an wissenschaftlicher und materieller Kapazität vorhanden ist, was Gebäude und gewisse Strukturen anbetrifft, Es geht nun darum, etwas Neues zu machen und dabei das Alte, Verwertbare einzubauen. Das sind die beiden Dinge, die beachtet werden müssen. Ich kann darüber sprechen, mit welchen Vorstellungen ich in die Gründungskommission gehe, aber wenn Sie sich die Liste der Mitglieder ansehen, sind bereits einige Schwerpunkte zu erkennen. Es sind eine Reihe von naturwissenschaftlich orientierten Kollegen aus Potsdam benannt. Die Akademie-Institute im Potsdamer Raum sind vom Wissenschaftsrat überdurchschnittlich gut evaluiert worden. Es gibt auch von diesem Gremium eine Reihe von Empfehlungen, welche Gruppen im Rahmen des Hochschulerneuerungsprogramms und nach den von der Hochschulrektorenkonferenz vorgesehenen Ritualen an Hochschulen überführt werden können. Die Zusammenarbeit mit solchen wissenschaftlichen Einrichtungen, ob das nun FraunhoferInstitute oder Max-Planck-Arbeitsgruppen sind, die irgendwann mal an die Universität gebunden sein werden, ist ein deutlicher Schwerpunkt, Wenn man die Gelegenheit hat, eine neue Universität zu strukturieren, geht es auch darum, die Erfahrungen, die sich an alten Universitäten angesammelt haben, zu berücksichtigen, und zwar sowohl die positiven als auch die negativen. Ein zweiter großer Kreis, der sich aus den Kommissionsmitgliedern darstellt, umfaßt alles das, was man als Komme ar seht betrachten kann. Das sind Bereiche, In eine Umstrukturierung und personelle Ergänzung In weit höherem Maßstab stattfinden mußte als bei den Naturwissenschaften. Das ist im Land Brandenburg und an der Landeshochschule durch Evaluierungsverfahren erfolgt. Wir haben also die Möglichkeit, jetzt schon die im Haushalt vorhandenen Stellen auszuschreiben. Aber das ist nur eine Seite, Die andere Seite ist die, daß es dazu einer Konzeption bedarf, Die Herren Schoeps, Hermann und andere, die auf der Liste stehen und mit denen ich schon gesprochen SW.
SSR Das wird ein Kompiziertes ü be aber bei uns in der Hochschule öfters gesagt, daß ich die Geisteswissenschaften als das Herzstück einer Universität ansehe. Das muß ich ab und zu sagen, weil ich Naturwissenschaftler bin. Die Naturwissenschaften
en, aber um die Geisteswissenschaften muß mon sich tatsächlich kümi N. e Teil ist eftwas schwach vertreten. ja
Prof. Dr. Mitzner auf der Landespressekonferenz
ben And Eigengeset lichkeiten. die schon das
um Weihnachten die Studenten der ehemaligen Hochschule für Recht und Verwaltung übernommen. Mit ruhigem Gewissen kann ich dazu sagen, daß es in relativ kurzer Zeit gelungen ist, für sie einen vernünftigen Studienbetrieb mit Gastprofessoren zu organisieren. Für mich ist es in erster Linie ein Kriterium dafür, wie die Studenten reagieren. Sie haben dieses Studium trotz z.T. drakonischer Maßnahmen akzeptiert, und es läuft verhältnismäßig gut. Wir haben eine Gründungskommission für die Rechtswissenschaft und einen Gründungsdekan für die Politikwissenschaft. Ich denke, daß sich in Babelsberg eine ausgebaute Rechtswissenschaft, flankiert von einer kleineren Politikwissenschaft und Wirtschaftswissenschaft, etablieren könnte. Unser Konzept sieht diese Verzahnung mit dem pragmatischen Ziel vor, in erster Linie Absolventen zu haben, die verwendbar sind- was immer das auch bedeuten mag. In der gegenwärtigen Situation steht es dem Land Brandenburg an, Politologen auszubilden, die Kenntnisse im Verwaltungsrecht oder in der empirischen Soziologie oder in ähnlichen Dingen haben und die bald wirksam werden. Ich habe damit nicht eine Wertung anderer Konzepte gemeint. Es geht darum, hier in der Nähe von Berlin Politologen anderer Couleur auszubilden als das Otto-Suhr-Institut. Wir sind dem Otto-Suhr-Institut dankbar für die Aufrechterhaltung des Lehrbetriebes durch Bereitstellung von Gastdozenten. Dadurch, daß wesentliche Teile der Gründungskom
Umweltlabor eingeweiht
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Unsere Hochschule kann auf eine weitere Errungenschaft verweisen. Durch Prof. Barthel, Direktor des Fachbereiches Chemie, erfolgte am 24. Mai in Anwesenheit des Prorektors Dr. Berndt sowie einiger Kollegen die Inbetriebnahme eines Umweltlabors. Ziel dieser Einrichtung ist die wissenschaftliche Erstellung von Umweltdaten; vorerst ist eine Konzentration auf Wasseranalysen vorgesehen, Bodenund Luftuntersuchungen sollen später einbezogen werden. Große Unterstützung bei der VerwirkliChung dieses Projekts erfuhren die verantwortlichen Kollegen von der Fima Adam& Schäfer (Berlin), die zu finanziell günstigen Bedingungen modernste Technik zur Verfügung stellte, Ein Angebot zu weiterer Zusammenarbeit zwischen beiden Partnern liegt vor. Für die Einrichtung des Raumes zeichneten insbesondere die Kolleginnen Dr. Mederow und Knehans verantwortlich, denen an dieser Stelle ein Dank gebührt. Ebenfalls großen Anteil am Gelingen des Vorhabens hat Herr Auel vom Bezirkslabor für Wasserwirtschaft, der in den 5 Jahren der Vorbereitung dieser Einrichtung für materielle und ideelle Unterstützung sorgte.
Die zukünftige Auslastung des Labors sollte kein Problem sein, denn es steht den verschiedenen Fachbereichen offen. Naheliegend ist dessen Nutzung gegenwärtig beispielsweise durch Lehrer-Studenten der FB Chemie, Biologie, Geographie oder der geplanten Umwelterziehung bzw. durch bereits ausgebildete Lehrer in der Weiterbildung.
P. Görlich
mission aus Nordrhein-Westfalen kommen, wird es eine vernünftige Synthese werden. Ich will nöch einmal betonen: es ist unsinnig, dasselbe, was 8 km
weiter im Westen Berlins stattfindet, hier als Filiale
aufzubauen. Es geht darum, eine Alternative gegen Doppelausbildung zu bilden. Ein Beispiel aus meinem Fach: In Berlin werden an drei Stellen Chemiker ausgebildet. In Potsdam kann es nur Chemiker geben, die etwas anderes darstellen, eine andere Schwerpunktausbildung haben. Man muß allerdings vorsichtig sein, derin die Gesellschaft Deut
scher Chemiker besteht darauf, daß*Einheitschemiker” hergestellt werden, Gie’sich erst postgradual_
spezl arbeit mit dem
raunhofer- Institut in Teltow-Seehof bietet es sich z.B. an, einmalig in Deutschland, schwerpunk!mäBig Kolloidchemiker auszubilden. In ähnlicher Weise könnte ich Aussagen für die Physik machen. Es ist somit die Aufgabe der Gründungskommission, das Profil der Universität in Bezug auf die Schwerpunktbildung mit Hilfe der vorhandenen oder neu aufzubauenden Möglichkeiten festzulegen. Ich glaube, das wird gelingen. Die Voraussetzungen dafür sind im Potsdamer Raum relativ gut. Mehr möchte ich zur Einführung nicht sagen- alles andere wird die Kommission tun.
(Die schriftliche Aufzeichnung erfolgte durch Dr. Rammelt.)
Foto: Tribukelt
Die Eröffnung des Umweltiabors im Bereich der Institute Didaktik der Chemie und Physikalische Chemie im Gebäude L ist in erster Linie für die Ausbildung von Studenten und zur Fortbildung von Lehrern gedacht, ermöglicht aber auch Forschungsarbeit und Dienstleistung für Dritte. Bei der Konzipierung des Labors wurde davon ausgegangen, daß ein chemisches Umweltlabor vorrangig eine chemische Analytik der Umwelt ermöglichen muß und Aus-und Fortbildende nicht nur Fertigkeiten in der Ausführung von Messungen und Tests erwerben, sondern auch das Verständnis der chemischen Grundlagen der Analytik vertiefen können. Deshalb ist das Labor mit traditionell chemisch-analytischen Arbeitsplätzen und mit Arbeitsplätzen für Messungen mit modernen Geräten, z.B. mit GasCchromatografen, Polarimetern und Photometern, für effektive Testverfahren versehen worden. Die Einrichtung des Labors ist die Fortsetzung bereits realisierter Aktivitäten in der Vergangenheit, Studenten des 5. Studienjahres wurden in einem 20stündigen Kurs fachwissenschaftliche Aspekte der Wasseranalytik und umwelterzieherische Potenzen durch Vorlesungen, Ubungen und Praktika vermittelt, Parallel dazu bildeten sich bereits über 200 Lehrer aus den neuen Bundesländern in verschiedenen Kursen zu dieser Problematik in der Chemiedidaktik weiter,
Dr. G. Mederow FB Chemiedidaktik