Heft 
(1.1.2019) 12
Einzelbild herunterladen

EZ zz

Zusammenarbeit mit Tradition und Perspektive

Im Auftrag des Rektors besuchte Frau Dr. sc. Ange­lika Niesler vom 10. bis 22. April 1991 die Russische Staatliche Pädagogische UniversitätHerzen (RSPU), um Verhandlungen über die weitere Zu­sammenarbeit mit unserer Einrichtung zu führen. Die Umwandlung des Herzen-Institutes Leningrad in die RSPU ist mit folgenden Zielen verbunden: Auf­nahme der Diplomausbildung in einzelnen Fä­chem, Übernahme des amerikanischen Ausbil­dungssystems, Einführung von Magister­studiengängen mit starker Fremdsprachenorien­tierung, vor allem deutsch. Wir unterhielten uns mit Frau Niesler.

HSN: Wie wird die Zukunft der für beide Seiten älte­sten Auslandsvertragsbeziehungen von sow­jetischer Seite eingeschätzt?

A.N.: Bei meinen sehr intensiven Gesprächen mit dem Prorektor Monachow der RSPU, mit Frau Stru­jewa und allen anderen Gesprächspartnern in den Fakultäten und Lehrstühlen wurde zum Ausdruck gebracht, daß man an einer weiteren engen Zu­sammenarbeit mit unserer Einrichtung interessiert ist und ihr den Vorrang gegenüber anderen Partnern gibt. Dieses Interesse resultiert nicht zuletzt aus den persönlichen Kontakten und der genauen Kenntnis der Bedürfnisse des Partners,

HSN: Welche konkreten Kontakte haben Sie auf­genommen?

A.N.: Mit dem Ziel der Weiterführung und Aus­weitung der Vertragsbeziehungen nahm ich Kon­takt auf mit den Lehrstuhlleitern bzw. Dekanen fol­gender Fakultäten bzw. Lehrstühle: Fakultät für rus­sische Sprache und Literatur, Lehrstühle für Organi­sche Chemie, für deutsche Sprache, für Okonomie, für Psychologie, für Analysis, Interesse an der Zu­sammenarbeit gab es auch bei sowjetischen Mit­arbeitern, mit denen bisher von unserer Seite aus nicht kooperiert wurde, wo ich nicht beauftragt war, Gespräche zu führen. Vertragsentwürfe von sowjetischer Seite existieren also außer den genannten auch noch mit den Lehrstühlen für An­organische Chemie, für Geometrie, für Algebra, für Methodik des Mathematikunterrichts,

HSN: Welche greifbaren Ergebnisse konnten Sie er­zielen? ae A.N.: Überall, wo ich hinkam, bestand ein riesiger Informationsbedarf, herrschte eine interessierte und äußerst aufgeschlossene Atmosphäre. Die?) RSPU versteht die derzeitigen Probleme der BLH in der Zusammenarbeit und ist bereit, dem soweit wie möglich Rechnung zu tragen. Ich habe von zehn Lehrstühlen jeweils sowjetische Fassungen eines Vertragsentwurfes, der die Wünsche unserer Mitar­beiter berücksichtigt, mitgebracht.

HSN: Welche konkreten nächsten Schritte sind zu erwarten, damit aus diesen Entwürfen Verträge werden?

A.N.: Die sowjetische Seite orientiert auf kurze, kon­krete Rahmenvereinbarungen, auf konkrete Ar­beitsprogramme zwischen den Fachbereichen und Lehrstühlen, Als Vorbereitung eines Gesamt­vertrages besteht der Wunsch nach einem Delega­tionsaustausch. Weiterhin liegt die Bereitschaft der sowjetischen Seite vor, Studenten unseres Fachbe­reiches Slawistik zu einem integrierten Teilstudium aufzunehmen. Perspektivisch könnten sowjetische Studenten im Austausch ein integriertes Teilstudium an der BLH absolvieren.

(Das Gespräch führte B. Eckardt.)

Nr. 12/91

Mit modernster Technik ausgerüstet

Am 4. Juni fand in anspruchsvollem Rahmen die Übergabe eines Computer-Lehrsaales an die BLH, Fachbereich Technische Bildung, durch die Firma Apple Computer Deutschland GmbH(Berlin) statt. Gleichzeitig wurde im Gebäude Hegelallee das HSD Uni Center eingeweiht. In diesem Center ste­hen dem Kunden modernste Geräte von Apple für Beratung und Verkauf zur Verfügung. Vom Unter­nehmen ist der Standort Potsdam als eine Möglich­keit der weiteren Aufbereitung des Marktes, des Aufbaus eines erweiterten, neuen Kundenkreises gewählt worden. Wie bereits vor der"Wende von der Firma praktiziert, werden durch sie vor allem Interessenten in Hochschulen, Universitäten und Großforschungsinstituten angesprochen. Der be­reits erwähnte Computer-Lehrsaal ist als Spende, vorwiegend von der Apple Computer GmbH, über­

Foto: Tribukelt

geben worden. Alleiniger Eigentümer ist die Bran­denburgische Landeshochschule. 10 Computer mit insgesamt 20 Arbeitsplätzen sind in Zukunft sinn­voll zu nutzen. Vorgesehen ist ihr Einsatz vor allem in der Lehre(in Seminaren, Kursen), wobei man z.B. auf die Bereiche Konstruktion(mittels CAD) und die Simulation von Steuer- und Regelungsprozessen besonderen Wert legen wird. Selbstverständlich werden aber auch den Apple Fachleuten diese Geräte zur Verfügung stehen. Es gibt bereits*die Vorstellung, Weiterbildungsveranstaltungen, Grundlagenkurse, Qualifikationshilfen in jeder Wei­se geben zu wollen.

P. GÖörlich

NEE EN EEE EEE

Rezension

f

Scheuch, K.; Schröder, H.: Mensch unter Belastung = Streß als ein humanwissenschaftliches Integra­tionskonzept.- Berlin: Dt. Verl. der Wiss.- 1990. ­2455.

Dieses Buch faßt die Untersuchungsergebnisse der beiden Autoren zusammen. Deshalb wurde, aus­gehend von der Aufgliederung wesentlicher, die Streßforschung kennzeichnende Theorievorstellun­gen, über die Darstellung methodologischer Kon­sequenzen, zunächst thesenhaft die Kenn­zeichnung der eigenen Auffassung von*Streß vor­genommen. D.h., im ersten Teil des Buches werden die bekanntesten Streßtheorien ausschließlich in ih­ren Wesenszügen vorgestellt und immer im Hinblick auf die Konsequenzen für die Auffassung der Auto­ren, so daß dieser Teil nur ausschnitthaft den Raum der Streßforschung ausleuchtet und nicht als Lehr­buch dienen kann. Diese Vorgehensweise wird konsequent weitergeführt, wenn im folgenden me­thodologische Konsequenzen abgeleitet werden, welche immer den Bezug zur eigenen empirischen Arbeit herstellen. Hier wird eine der wesentlichen Leistungen dieses Buches vollbracht! Die methodo­logischen Grundprinzipien werden auf die Streßfor­schung angewandt und somit eine wichtige Grundlage geschaffen, um die Vielfalt desschil­lernden Modewortes Streß(Scheuch) zu begren­zen, und zwar so zu begrenzen, daß eine mit dem Tätigkeitskonzept stimmige- welchem sich die Au­toren verpflichtet fühlen- und operationalisierungs­bezogene Begriffsbestimmung des einzeltheoreti­schen KonzeptesStreß möglich wird. Die zweite wichtige Leistung der Autoren ist die thesenhafte Darstellung ihrer eigenen Standpunkte zum Ge­genstand. Es gelingt, durch eine konsequent tätig­keitsorientierte Stellungnahme zu den wichtigsten Problemen der Streßforschung, die Komplexität des Gegenstandes operationalisierbar einzugrenzen. Damit liegt ein geschlossenes einzeltheoretisches Konzept"Streß" vor, welches mittels empirischer Untersuchungsergebnisse abzusichern ist, Erste Schritte in dieser Richtung stellen die Autoren im abschließenden Kapitel vor. Hier wird nochmals

deutlich, daß sich die Autoren eine interdisziplinäre Sichtweise zu eigen machten und sowohl somati­sche Parameter als auch persönlichkeitspsyCcholo­gische Aspekte sowie Wechselwirkungsaspekte berücksichtigten. Die Vervollständigung hier- so­wohl bezüglich der berücksichtigten Bereiche als auch die außer Acht gelassenen Bereiche(z.B. ent­wicklungspsychologische Aspekte)- muß wohl wei­teren Untersuchungen vorbehalten bleiben. Es

7 7 K.Scheuch H. Schröder

Deutscher Verlag der Wissenschaften

bleibt zu bemerken, daß es den Autoren gelungen ist, einen wichtigen Beitrag zur Beseitigung der be­grifflichen Unschärfe des Streßkonzeptes zu leisten, Damit ist ein Schritt in Richtung eines Rahmenkon­zeptes getan, welches die interdisziplinäre Annähe­rung gestattet, die zur Erforschung der Streßerschei­nungen seit längerem vonnöten wäre,

Dr. Lutz Marschner Fachbereich Psychologie