KULTUR
„Kunst ist Tat, nicht Kontemplation“(witkiewisz)
Begegnung mit der Galeristin Ute Samtleben
Konsequent das Glück des Augenblicks nutzend, eröffnete Frau Ute Samtleben am 24. April 1990 ihre Galerie in der Brandenburger Straße 66.
Seit 35 Jahren lebt die 48jährige in Potsdam, immer in Kontakt mit bildenden Künstlern. Sie sagt von sich, auch in der Vergangenheit in„Luxusberufen‘“ gearbeitet zu haben. In kulturellen und journalistischen Tätigkeiten konnte sie sich ausleben.
Heute als Jungunternehmerin im Kulturbereich zu bestehen, ist ein risikoreiches Unternehmen. Hindernisse und Rückschläge bei diesem Unterfangen schrekken sie nicht. Es bleibt nicht nur Frau Samtleben unverständlich, daß die beiden von ihr beim Arbeitsamt beantragten ABMStellen abgelehnt wurden. Freier Eintritt bei Veranstaltungen und AusstellungserÖffnungen, konzipierte Projekte mit Behinderten, mit Kindern und Jugendlichen, mit älteren Bürgern— diese Fakten sprechen deutlich für die Gemeinnützigkeit. Bedarf ist vorhanden! Den Sinn ihrer Arbeit sieht die Galeristin in erster Linie in der Unterstützung der Künstler. Sie ist der Überzeugung, daß diese Bevölkerungsgruppe die am wenigsten geschäftstüchtige ist. Deshalb will sie mit ihrer Galerie den Künstlern, die in keiner Weise auf den freien Markt vorbereitet waren, unter die Arme greifen. Publikum und Künstler sollen ins Gespräch kommen.
Im Gespräch in der WAB
Freitag, 29. November, 19.30 Uhr„Die Große Magie der Vereinigung und das plötzliche Verschwinden der Roten Fahne“.
Eine magisch-literarische Performance Zu Gast: Michael Schneider, Autor des Buches„Die abgetriebene Revolution‘ Von der Staatsfirma in die DM-Kolonie. Grenzen nicht die deutsch-deutschen Entwicklungen irgendwie an Zauberei? Michael Schneider hat nicht nur ein hochaktuelles Buch geschrieben, sondern auch eine neue Disziplin erfunden: politisches Zaubern. Ob Kanzler Kohl ihn engagiert? Als einziger Magier unter Deutschlands schreibender Zunft sieht Schneider das Ende der Spaltung der Nation mit„gespaltenem“ Blick: mit dem Auge des Illusionisten und mit dem Auge des in aufklärerischer Absicht schreibenden Desillusionisten.(aus WAB-Info)
12
Frau Samtleben in ihrer Galerie
So wird sie in Zukunft mit maximal zehn zusammenarbeiten, sie fördern, ihr Werk begleiten, sie ermutigen, Öffentlichkeit herstellen, sie an Käufer heranführen.
Früher sei Galeriearbeit Kulturarbeit gewesen, heute kommerzielle Handelstätigkeit, sagt Frau Samtleben.„Die Kunden kann ich mir nicht mehr aussuchen.“ Wichtig ist ihr, die Galerie zu einem Kommunikationspunkt werden zu lassen. Bei der Eröffnung der Ausstellung„Berliner wie Du und ich— Bilder aus der
Spielplan Monat November
Mi::13."20.00 Uhr
„Hau mir in die Augen, Kleines‘ Do. 14. 20.00. Uhr
„Hau mir in die Augen, Kleines‘ Fr. 15: 20.00/Uhr
„Hau mir in die Augen, Kleines‘ Mi. 20.1: 20.00.Uhr
„Licht am Ende des Tunnels‘ Do.24.1420.00:Uhr
„Licht am Ende des Tunnels“ Fr.22.- 20.00 Uhr
„Licht am Ende des Tunnels“ Sa. 23: 720.00 Uhr
„Licht am Ende des Tunnels‘ Mi. 27. 20.00 Uhr
„Hau mir in die Augen, Kleines“ Do: 28:"20.00 Uhr
„Hau mir in die Augen, Kleines“ Fr/29; 920.00 Uhr
„Hau mir in die Augen, Kleines‘ Sa. 30. 20.00 Uhr.
„Hau mir in die Augen, Kleines“
Foto: Frank Buschner
Provinz‘(Sigurd Wendland) konnte ich mich davon überzeugen, daß sich ein durchaus, in Alter und Beruf, gemischter Interessentenkreis einstellte. „Ich kann Bilder sehen, kann Bilder beurteilen.“ Schlechte Qualität habe bei ihr keine Chance! Über entsprechende Kriterien und Maßstäbe läßt sich kontrovers und konstruktiv streiten— und dazu hat jeder in ihrer Galerie Gelegenheit.
Dr. Barbara Eckardt
POTSDAMER
KABAREI Zu AREN
Kartenvorverkauf
— im Foyer des Kabaretts Di.—Sa. von 17.00-19.00 Uhr
— in der Potsdam-Information täglich von 9.00-18.00 Uhr
— im Hof des Kabaretts(Büro) Mo.-Fr. 8.00-16.30 Uhr Tel.(00.37.33) 21.069 oder. 21.738
Nr. 16/91