Heft 
(1.1.2019) 02
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KULTUR

Qualität ist oberster Maßstab

Sperl Galerie im Zentrum Potsdams

Wir sind uns einig darüber, daß Ausstel­lungseröffnungen für viele Anwesende nurVorzeigeveranstaltungen sind, die Kunst an diesem Tage folglich eine unter­geordnete Rolle spielt. Einige Vernissa­gen gab es seit der Einweihung der Gale­rie Sperl im April 1991. Die Potsdamer Mittelstraße 30 im Holländischen Viertel ist trotz ungünstiger äußerer Bedingun­gen Rekonstruktion des Areals bei Kunstinteressierten und-liebhabern eine gute und bekannte Adresse.

Es ist wichtig durchzuhalten, damit die Kunst erhalten bleibt so der Galerist und freischaffende Bildhauer Rainer Sperl. Der Wahlpotsdamer lebt seit 1976 in unserer Stadt. Er gehört zu den Mitbegründern des Potsdamer Kabaretts.

Sperl möchte sich bei der Auswahl der Genre und Künstler nicht einengen las­sen, will allerdings gelegentlich auch nein sagen. Malerei, Grafik, Fotogra­fie und Bildhauerei(beispielsweiseDer Putsch in Moskau von russischen Pres­sefotografen begleitet, Arbeiten auf Pa­pier von Squaw Hildegard Rose, Fotodo­kumentation über Südafrika) werden auch zukünftig in seiner Galerie in etwa sechs­wöchigen Abständen vertreten sein. Es kommt ihm auf unterschiedliche Hand­schriften, auf verschiedene Auffassungen, auf optische Abwechslung an. Trotz die­ser Breite und Vielfalt sollen brandenbur­gische und holländische Künstler den Schwerpunkt bilden.

Mit einer Schau von Holländern hatte 1991 alles angefangen. Zweimal im Jahr gehören die Räume den Werken interna­tionaler Künstler.

Als oberstes Kriterium betrachtet Sperl die Qualität der Werke, daran will er auch in Zukunft und trotz der Tatsache, daß der Galerist wirtschaftlicher Vertreter der Künstler ist, keine Abstriche zulas­

sen. Er gesteht dabei sofort zu, daß diese Maßstäbe subjektiv zu bewerten sind.

Der Entscheidung darüber, wer und was ausgestellt wird, gehen Gespräche, Aus­stellungsbesuche voraus. Seine Beschäf­tigung mit den Werken ist intensiv. Er sucht bewußt nach jüngeren, noch unbe­kannten Leuten. Auch in der Galerie wird sich ein Stamm von Künstlern herausbil­

den, dem auf diese Weise Förderung zu­teil wird.

Heute das Wagnis einer Galerieeröffnung einzugehen, erfordert Gelassenheit und vor allem harte Arbeit. Ungeklärte Eigen­tumsverhältnisse, Wertekrise, veränderte Kaufbedürfnisse, starke Konkurrenz... Dennoch antwortet Rainer Sperl selbst­bewußt auf die Frage nach der Perspekti­ve und den Chancen.Wer will, der macht

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es auch, wer sich durchsetzt, schafft es! Nach einjährigerProbephase fängt es jetzt an zu laufen, meint er. Erfahrungen besagen, daß drei bis fünf Jahre Anlauf­zeit für eine gut gehende Galerie der Normalfall ist. Daß viele Galerien im Entstehen sind, beunruhigt Sperl nicht, er glaubt auch, daß die Einheimischen durch­aus im Vorteil sind.

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Foto: privat

Für die Zukunft, wenn die Eigentumsver­hältnisse seines Hauses geklärt sind, sol­len Lesungen u.a. Veranstaltungen statt­finden, ein Kaffee eingerichtet werden. Auf der Hand liegt natürlich auch die Frage nach der Ausstellung eigener Werke. Dies ist für 1993 geplant. Bis zum 1. März können Sie in der täglich außer montags (12-18 Uhr) geöffnteten Galerie Malerei von Imrich Tomäs anschauen.

Dr. Barbara Eckardt

Veranstaltungsreihe der URANIA

Die Baugeschichte in Potsdam nach 1945 Architektur zwischen Hoffnung und Wirklichkeit

dargestellt von Thomas Wernicke, Mu­seologe-Potsdam-Museum und Rainer

Globisch, Stadtarchitekt im Stadtentwick­lungsamt Potsdam

27. Februar und 26. März 1992, jeweils um 19.30 Uhr im Haus der URANIA in der Brandenburger Straße 38.

Nr. 2/92