Heft 
(1.1.2019) 04
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Nr. 4/92 Seite 12

KULTUR

Wir müssen uns durchbeißen POTSDAM GALERIE AM STAUDENHOF MIT VIELFÄLTIGEM AUSSTELLUNGSPROGRAMM

Rund 5000 Gemälde, Grafiken, Plastiken, Fotografien und Ge­brauchsgrafiken befinden sich im Besitz der einzigen kommunalen Galerie Potsdams. 1976 alsGa­lerie Sozialistische Kunst ent­standen, wurde die heutige Pots­dam Galerie am 1. März 1990 vom Potsdam-Museum getrennt und ist

seither eine eigenständige Einrich-|

tung, die ihre Ausstellungsräume Am Staudenhof* hat.

Das Magazin der Galerie und die Arbeitsräume der Galerieleiterin Renate Bergerhoff sind in der Tieckstraße 4 untergebracht. Die

Sammlung setzt nach dem 2.|8

Weltkrieg ein. Die Ankäufe wa­ren abhängig von den finanziellen Mitteln und teilweise auch von politisch-ideologischen Vorgaben. Einige Exponate stammen aus Nachlässen, bei anderen handelt es sich um Auftragskunst. Bekann­te Potsdamer Maler wie Christian Heinze und Wolfgang Wegener sind im Fundus zu sehen. Die Verpflichtung bestand darin, eine regionale Sammlung mit dem möglichst Besten der Künstler aus dem damaligen Bezirk Potsdam aufzubauen. Außerdem wurden zum Thema:Mensch-städtische

Umwelt ebenso Arbeiten von Nicht-Potsdamern erworben. Aufgabe der Galerie war es, aus Mitteln des Kulturfonds Angekauf­tes oder im Auftrag Entstandenes zu erfassen und aufzubewahren.

Zwei Drittel der Werke sind Gra­

nicht alles ist schlecht, äußert die Galerieleiterin.So besitzen wir heute Werke sehr unterschied­licher Qualität, darunter eine Rei­he von typischen Werken des ‚sozialistischen Realismus. Es wäre kulturpolitisch unverantwort­lich, würde die Aufarbeitung die­ses Bestandes und damit die

| Darstellung eines Teils der Kunst­

entwicklung unserer Zeit unter­

| bleiben.(Renate Bergerhoff:

Galerie im Herzen der Stadt, in: Postdam heute 1/91, S. 60)

| Die Potsdam Galerie ist keine

Verkaufsgalerie, vermittelt aber gelegentlich zwischen Publikum

| und Künstler. Die Entscheidung,

Die Galerie ist montags bis freitags von 10.00 bis 18.00 Uhr und sonntags von 14.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Foto: Petra Walter-Moll

fiken, Plastiken und Skulpturen sind zahlenmäßig am schwäch­sten vertreten.Ich überschätze unseren Bestand keinesfalls, aber

zu welchem Zeitpunkt welcher Künstler ausgestellt wird, hängt von vielen Faktoren ab.

Frau Bergerhoff, studierte Kunst­historikerin, erwarb sich im Laufe der vielen Jahre ihrer Tätigkeit ein Auge für Qualität, maßt sich aber kein absolutes Urteil an.Ich habe eine Haltung zu einem Gemälde oder einer Grafik, die ich begründen kann oder auch nicht. Sich zu objektivieren ist sehr schwer. Ich würde nichts ausstel­len, was ich selber nicht für wich­tig, für richtig halte. Die größte

Sorge von Frau Bergerhoff und ihren neun MitarbeiterInnen(da­von drei in einer ABM) besteht darin, die nächsten Vorhabenhaus­haltslos* vorbereiten zu müssen. Bisher haben es die Stadtväter auch noch nicht ermöglichen können, ein geeignetes Haus für ständige Ausstellungen, Sonderausstellun­gen und das Magazin zur Verfü­gung zu stellen. Das würde jedoch zweifellos zur Erhöhung der At­traktivität beitragen und den Be­sucherandrang heute 40 bis 50 Personen pro Tag erhöhen. Frau Bergerhoff begrüßt sehr die Initiative der Studenten und Mit­arbeiter des Fachbereiches Primar­stufe, die Galerieräume für künst­lerische Betätigung von Kindern zu nutzen.Es sind die Rezipien­ten der Zukunft. So wie in der Vergangenheit, ist die Galerieleiterin um Vielseitig­keit und Breite bemüht. Die lau­fende Exposition beispielsweise zeigt Kunst aus Finnisch-Lapp­land unter dem ThemaJenseits des Polarkreises. Ab 25. April sind dann Malerei und Objekte der Brandenburgerin Erika Stürmer-Alex zu sehen. Dr. Barbara Eckardt

.

Nach Redaktionsschluß: In der MAZ vom 4. März wird mitgeteilt, daß der 31. Mai 1992 der letzte Tag der Potsdam Galerie sein soll.

Es läßt sich nicht behaupten, daß das Weib an Geistestalenten unter dem Manne stehe; aber es läßt sich behaupten, daß der Geist beider von Natur einen ganz verschiedenen Charakter habe. Der Mann bringt alles, was in ihm und für ihn ist, auf deutliche Be­griffe... Das Weib hat ein natürliches Unterscheidungsgefühl für

das Wahre, Schickliche, Gute... Man kann sagen, der Mann muß sich erst vernünftig machen; aber das Weib ist schon von Natur vernünftig.

Johann Gottlieb Fichte

(1762-1814)

urban

Konzert am Heiligen See

Ort: Kulturbundhaus Kellermann Musik:

Wo soll ich mich hinkeh­ren.

Renaissancemusik auf alten Instrumenten

Gruppe:

Antiqua Potsdam

Bernhard