Heft 
(1.1.2019) 06
Einzelbild herunterladen

Nr. 6/92 Seite 12

KULTUR

Mittanzen ist gefragt

Die Volkstanzgruppe Schwenk­hops organisiert unter dem Na­menPOTSDAM-FOLK'92 vom 30. 4. 1992 bis 3. 5. 1992 in Pots­dam ein Volkstanzfest. Innerhalb dieses kulturellen Projektes soll der Volkstanz als Mittel zur För­derung von Geselligkeit und mul­tikultureller Kommunikation einem breiten Publikum nahegebracht werden. Im Mittelpunkt des Pro­jektes steht das Erleben von eige­nen und ausländischen Volkstän­zen im Sinne gegenseitiger Ak­zeptanz unterschiedlicher Lebens­formen. Dazu werden etwa 10 Folktanz- und Folkmusikgruppen aus Polen, Italien, Frankreich und Deutschland erwartet: Malyje Gorzowiaci, Gorzow; Tacabanda, Milano; De Höppeflüh, Bonn; Elbraben, Hamburg; Heiko Mahn­

ke; Antiqua, Potsdam; Folkinger und Tanzgemeinschaft Hashual, Berlin; Spielfolk und Gugelhhupf, Dresden sowie als Gastgeber aus Potsdam die Gruppe Schwenkhops und die Folklore-Dick-Band. Mit wesentlicher finanzieller Unterstüt­zung des Landes, der Stiftung Kul­turfonds Berlin, der Stadt Potsdam sowie Sponsoren werden 3 öffent­liche. Volkstanzabende und 2 Workshop-Nachmittage sowie Stra­ßentanz und-musik stattfinden. Dominieren wird der Volkstanz zum Mitmachen, das heißt verein­facht, daß Tänze erklärt und an­schließend vom Publikum getanzt werden.

Folgende Veranstaltungen sind geplant:

30. 4., 20.00-1.00 Uhr im Dorfkrug in Bergholz, öffentlicher Volkstanz­abend

1.5:, 13:00 17.00 Uhr

im und am JFZ Alpha

am Schlaatz,

öffentliche Workshops und Volkstanz für Kinder 20.00 1.00 Uhr

im Alpha am Schlaatz, öffentlicher Volkstanz­

abend

10.00 12.00 Uhr Straßentanz im Zentrum 13.00 17.00 Uhr Freund­schaftsinsel/Inselspitze bzw. bei schlechtem Wet­ter im RAW-Saal, öffentliche Workshops 20.00- 1.00 Uhr im Saal des RAW, öffentlicher Volkstanzabend

2:55

Gespielt und getanzt werden u. a. israelische und englische Tänze, Balkantänze und Volkstänze aus der Heimat der jeweiligen Grup­pen. Für alle Veranstaltungen wird ein Eintrittspreis erhoben werden müssen(Volkstanzabend 8 bzw. 10 DM, Workshop 3 DM, Ge­samtkarte 23 DM). Die Karten werden zu den Veranstaltungen selbst und beim Volkstanz: im Dorfkrug in Bergholz am 27. 3. 1992 und in der Oberen Mensa der Uni am Neuen Palais am 14. 4. 92 jeweils 20.00 Uhr verkauft. Wei­tere Informationsmöglichkeiten sind Informationsblätter, die in Kul­turhäusern, Klubs, Buchhandlun­gen usw. verbreitet werden.

P.S. Die Tanzgruppe Schwenk­hops wurde 1982 an der ehemali­gen PH gebildet. Auch heute noch gehören ihr Studenten der jetzi­gen Uni an.

Michael Schuhmann

Musikinstrumente

Band-Equipment* Lichttechnik Reparatur- und Verleihservice Finanzierung° individuelle Beratung

na ANusikHaus PotspaAm

Breite Straße 16, O-1560 Potsdam, Tel. 231 33

» Zubehör* Noten

Galerie im Alten Rathaus Peter Hielscher versucht einen Spagat

Der Westberliner Peter Hielscher ist seit dem 1. September 1991 der Chef(offizielle Bezeichnung: Leitender Mitarbeiter der Einrich­tung) des Alten Rathauses, Kul­turhausHans Marchwitza Am Alten Markt.

Mit der Ausstellungskonzeption

für die im Hause befindliche Ga­

lerie versucht er einen Spagat zwischen Avantgarde und Regio­nalität.Ich probiere erst einmal aus. Abwechslung ist ihm wich­tig. Als Abgrenzung zu anderen Galerien in Potsdam möchte er Einzelausstellungen vermeiden. In den Räumen des Hauses sind Be­dingungen gegeben, bzw. werden geschaffen, die private Galerien größtenteils nicht haben können. Soist das Ausstellen großformati­ger Kunstwerke möglich, wie beispielsweise die gerade beende­te ExpositionSurgence, Deut­sche Fotobilder 1984-1992, be­weist. Herr Hielscher stellt bei Potsdamern und ihren Gästen star­kes Interesse an historischen Themen und an Exponaten fest, die keinereine Kunst präsentie­ren. So fanden dieLeonardo Ma­schinen großen Publikumszu­spruch.

Dies will er bei den künftigen Vorhaben berücksichtigen. Vom 5. April bis 3. Mai werden Arbei­ten des Potsdamer Künstlervereins unter dem TitelCorpus D und vom 12. April bis 10. MaiWan­derungen durch die Mark Bran­denburg mit Fotografien von Michael Ruetz gezeigt. Viele weitere Ideen sollen in Zukunft umgesetzt werden. So schwebt ihm vor, Vorbilder für Potsdamer hi­

storische Gebäude in Stichzeich­nungen der Öffentlichkeit vorzu­stellen. Der Kunstwissenschaftler maßt sich bei der Auswahl der Themen und Werke kein absolu­tes Urteil an. Bei Fotografien z. B. kenne er aber. zahlreiches Ver­gleichsmaterial, das ihn einen sicheren Maßstab für Qualität entwickeln ließ. Abgesehen davon ist er von der These überzeugt: das Urteil über ein Werk ist umso unsicherer, je näher es zeitlich an der Realität liegt. Das Kulturhaus hat einen Etat- als Fortschreibung des ehemaligen Kulturfonds- der für Honorare viel, für Druckerzeugnisse sehr wenig vorsieht.Aber eine Aus­stellung ohne Katalog ist eigent­lich undenkbar*, meint sicherlich nicht nur der Leiter dieses Hauses. Er ist bestrebt, die Bedingungen für professionelle Arbeit zu schaf­fen. Das ist auch deshalb mit Schwierigkeiten verbunden, weil die Galerie auf nicht kommerziel­ler Basis betrieben wird. Prinzi­piell erfolgt kein Verkauf, gege­benenfalls wird zwischen Interes­sierten und Künstlern vermittelt (ohne Provision). Gegenwärtig ist das Kulturhaus und damit auch die Galerie eine kommunale Insti­tution. Es bleibt in unser aller In­teresse zu hoffen, daß ihr ein ähnliches Schicksal wie der Pots­dam-Galerie erspart bleibt. Herr Hielscher ist in diesem Zusam­menhang der Meinung, daß eine Konzeption der Potsdamer Kul­turlandschaft dringend erstellt werden muß.

Dr. Barbara Eckardt