Heft 
(1.1.2019) 15
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Nr. 15/92 Seite 16

KULTUR

Eine mutige Frau besaß das Haus in der Potsdamer Alleestraße 10, in dem sich heute Matschkes Galeriecafe befindet. Maimi Freiin von Mirbach, die 1899 in Antwerpen geborene und 1984 in Westberlin verstorbene Cello­lehrerin, half in der Zeit des Fa­schismus verfolgten Juden.

Das Andenken an diese Frau wachzuhalten, ist dem Galeri­sten Rainer Matschke ein wichti­ges Anliegen. Auch als Vorsit­zender desMärkischen Kunst­und Kulturvereins e. V. enga­gierte er sich im Sommer 1992 für eine Begegnung zum Thema Wieder jüdisches Leben in Pots­dam?. Eine Gedenktafel möch­te er anseinem Haus anbrin­gen. Außerdem bereitet er im Rahmen der 1000-Jahrfeier ein Projekt mit Prof. Dr. Julius H. Schoeps vom Moses-Mendels­sohn-Zentrum an der Universität Potsdam und anderen vor. Rainer Matschke, studierter Film- und Fernsehwirtschaftler, eröffnete Ende September 1990 nach seiner Kündigung bei der DEFA das Galeriecafe in der Alleestraße. Dort wohnt er übri­gens auch.

Kaffeetrinken und Bilder anschauen

Besuch in Rainer Matschkes Galeriecafe

Bei mir haben die Leute die Chance, beim Kaffeetrinken plötzlich mit Bildern konfron­tiert zu werden. Touristen, die den Neuen Garten besuchen, äl­tere Leute aus dem nahe gelege­nen Emmaushaus, Studenten und natürlich Kunstliebhaber sind seine Gäste. Zeigen möchte er die Kunst offen ist er für alle Materialien und Inhalte die in Potsdam anderswo weniger prä­sentiert wird.

Ich mache Ausstellungen für die Bevölkerung. Das heißt für ihn, die Interessen jener zu be­rücksichtigen, die ein Verlangen nach realistischen Darstellungen, haben, was immer darunter ver­standen wird, fügt Matschke hinzu.

Nach der Exposition Peter Wil­des mit Landschaften und Struk­turen ist seit 9. Oktober Malerei von Ruth Heider zu sehen.

Ich lasse mir von Künstlern nicht gerne Geschichten erzählen. ‚Meine Geschichten müssen nicht identisch mit denen der Künstler sein, aber eine Ge­schichte muß doch erkennbar sein.

Er will sich den Luxus leisten,

Rainer Matschke in seiner Galerie vor dem Bild Peter Wildes

Sommerfest bei Matschkes

auch das auszustellen, was dem Publikumnur gefällt, was nicht unbedingt gekauft wird. Kon­sumbedürfnisse zu bedienen, schließt dies natürlich nicht aus. Bisher hat er keine öffentlichen Fördermittel beantragt. Steht dahinter die Befürchtung, daß die Geldgeber inhaltlichen Einfluß nehmen könnten? Diesbezüglich hat er mit privaten Sponsoren gute Erfahrungen machen kön­nen. Konsequent vertritt Matsch­ke die Auffassung, daß Galeri­

Foto: Eckardt

sten private Geschäfte betreiben, also nicht aus öffentlichen Mit­teln zu fördern sind. Forderun­gen dieser Art sind für ihn unver­ständlich. Er sieht optimistisch in die Zukunft und hofft, im Einvernehmen mit den Erben Frau Mirbachs seine Galerie erhalten zu können. Matschkes Galeriecafe@(Tel. 2 12 64) ist dienstags bis sonn­tags von 15.00 bis 22.00 Uhr geöffnet.

Dr. Barbara Eckardt

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CITY wieder in Originalbeset­zung:

Joro Gogow(b, viol), Fritz Puppel(git), Toni Krahl(voc), Klaus Selmke(dr) v.l.n.r.

Foto: Ute Mahler

City lebt|

Nach über 10 Jahren spielt CITX wieder in Originalbesetzung. Pünktlich zum 20jährigen Jubi­läum der Band kommt ein reprä­sentativesBest Of Album heraus. Seit Sommer 1992 gibt City bis zum Jahresende Kon­zerte in verschiedenen Städten Deutschlands, Österreichs und der Schweiz. In Potsdam spielt City am 14. November ab 22.00 Uhr im Lindenpark. Der Ein­tritt beträgt 10.00 DM.

Vom Lindenpark wurden uns für unsere Leser freundlicher­weise 10 Freikarten zur Verfü­gung gestellt. Sie können in unserer Redaktion DECO werden. Wer zuerst kommt.

* Gitarrenkurs.

Der Fachbereich Musik bietet in diesem Semester einen Gitar­renkurs an. Teilnahmeberechtigt sind eingeschriebene Studen-; ten der Universität Potsdam. Mit der Leitung des Kurses ist Herr.

= Zacher betraut. Der erste Unterricht fand: Golm, Haus 6, statt. Auch für das nächst! Semester ist in solches Lehrangebot vorgesehen. 2;

PO SPANIER

BAREIT AM OBEUSK­

Kartenvorverkauf » Im Foyer des Kabaretts Ce Di. bis Sa. von 17.00-19.30

19. ‚Oktober in

in der Potsdam-Information

Friedrich-Ebert-Straße:

täglich von 9.00-18.00 Uhr

Tel.:2:11.00

im Hof des

Kabaretts(Büro)

Mo. bis Fr. 8.00-16.00 Uhr

Tel.:(0 37. 33) 2 10 69

oder 2 17 38

Tel.: Geschäftsführung 2 17 38 ad