Heft 
(1.1.2019) 19
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| DAAD

Nr. 19/92 Seite 3

Ohne Ausländer wären wir ärmer

| Im Potsdamer Residence-Hotel

trafen sich vom 4. bis 6. Dezem­ber rund 80 ausländische Studie­

= rende der Bundesländer Berlin

und Brandenburg, die aus den Austauschprogrammen der ehe­maligen DDR vom Deutschen

| Akademischen Austauschdienst |(DAAD) übernommen wurden, | zu ihrem 1. Stipendiatentreffen.

DAAD und Universität Potsdam

hatten gemeinsam eingeladen.

Im letzten Jahr förderte der zung für die Stipendiaten doku- Zeugnis zu geben, was der Gei­

DAAD durch Gelder aus öffent­licher Hand über 50 000 in- und ausländische Studierende und Wissenschaftler. 23 000 Deut­

sche waren durch diese Unter­stützung im Ausland. 27 000 Ausländer weilten auf Einladung

des DAAD zu Studien- und For­

schungszwecken in unserem*

Land. Das Treffen solle die Unterstüt­

mentieren und die Freude zum Ausdruck bringen, daß qualifi­zierte junge Leute nach Deutsch­

Gewal

land kamen und kommen, die hoffentlich ihr Leben lang unse­re Freunde bleiben, so Prof. Berchem, der Präsident des DAAD.

Von den rund 6 500 Stipendia­ten, die vom DAAD 1990 in die Betreuung der Arbeitsstelle Ber­lin-Mitte übernommen wurden, sind gegenwärtig 3 175 zum Studienabschluß an ostdeutschen Hochschulen immatrikuliert. Betont wurde, daß trotz vielfälti­ger Umstrukturierungen an den Bildungseinrichtungen niemand sein Studium wegen der deut­schen Einheit abbrechen mußte. Entschieden tritt der DAAD gegen Angriffe auf ausländische Zufluchtsuchende, Mitbürger und Gäste auf.... auch im All­tag gilt es, ganz konkret davon

steshaltung eines zivilisierten Landes entspricht, nämlich Hochachtung vor der Würde

ttäter soll wissen, >mder ist fertige Fremde.

Rainer Kunze

jedes Menschen und Toleranz gegenüber seiner persönlichen Prägung, besonders wenn sie der Geburt in einem anderen, noch fremden Land entspringt, for­mulierte Prof. Berchem in seiner Rede vor den Stipendiaten. In einem Pressegespräch stellte er, zusammen mit weiteren Ver­antwortlichen des DAAD, das PlakatOhne Ausländer wären wir ärmer vor, das im Dezem­ber zum Aushang an alle deut­schen Hochschulen versendet wurde. Deutsche StudentInnen werden aufgerufen, sich mit ih­ren ausländischen Kommilitonen zu solidarisieren.

B. E. (Weiteres zum Stipendiaten­treffen in unserer nächsten Ausgabe.)

Die ersten Beratungslehrer beendeten erfolgreich ihr Studium

Die I. Matrikel Beratungslehrer hat am Fachbereich Psychologie

| der Universität Potsdam ihr Stu­

dium erfolgreich beendet! Für die Beteiligten ein über 4 Seme­

| Sster gehender mühsamer, aber

lohnenswerter Weg angesichts der vor uns stehenden und in der

Schule zu lösenden Probleme.

Zunehmend gewinnt die Bera­tungsaufgabe der Lehrer an Bedeutung.

Vor den Beratungslehrern ste­hen 3 Aufgabengebiete:

1. Schul- und Bildungslauf­bahnberatung

Sie soll begründete Wahlent­scheidungen ermöglichen durch:

|= Information über schulische

und schulanschließende Bil­dungsgänge,

Ermittlung und Vermittlung individueller Schuleignungsvor­aussetzungen sowie

Abstimmung dieser beiden mit den besonderen Bildungser­wartungen von Schülern und Eltern.

2. Einzelfallhilfe

Sie hat die Behebung individuel­ler Schwierigkeiten und Störun­gen des Erlebens, des Sozial- und Leistungsverhaltens zum Ziel. 3. Systembezogene Beratung Durch sie sollen eine Optimie­rung der schulischen Lernsitua­tion und eine bildungswirksame­re Gestaltung des gesamten Schulgeschehens erreicht wer­

den. Sie schließt die Vermittlung von Konzepten zur Individuali­sierung schulischer Lernförde­rung sowie zur Prävention von Lern- und Verhaltensstörungen ein.

Abgesehen davon, daß Lehren, Erziehen und Beraten eigentlich Aufgaben eines jeden Lehrers sind, schafft er es niemals allein. Schulen brauchen Beratungs­lehrer!

Das Land Brandenburg hat sich für die Etablierung eines Netzes von Beratungslehrern entschie­den. Beratungslehrer werden an vielen Schulen des Landes in enger Zusammenarbeit mit dem noch weiter auszubauenden schulpsychologischen Dienst

wirksam sein. Beratungslehrer werden durch ihren Einsatz an der Schule viel Positives für die Kinder bewirken! Der Fachbe­reich Psychologie tut sein Be­stes, dieses Vorhaben durch das StudienangebotBeratungsleh­rer zu unterstützen. Wir meinen, daß die Möglich­keiten einer Reform des Bil­dungswesens nur dann durch­greifend wirksam werden kön­nen, wenn sie durch ein differen­ziertes Beratungsangebot beglei­tet wird, und wünschen den er­sten Absolventen viel Erfolg auf dem Weg der weiteren Ausge­staltung der Schule.

Prof. Dr. habil. Bärbel

Kirsch, FB Psychologie