Heft 
(1.1.2019) 04
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Nr. 4/93 Seite 12

KULTUR

Die Geschichte vomGroßin­quisitor in DostojewskisDie Brüder Karamasow ist nach der

| Bibel die sicher tiefgründigste

und bis heute wohl auch gültig­ste Darstellung des unauflösba­ren Dualismus zwischen dem Guten und Bösen im Menschen, und sie hat auch den Autor Tabo­ri immer wieder angeregt und fasziniert. In seinem neuesten Stück greift Tabori nun dieses Motiv von den beiden gegen­sätzlichen Brüdern erneut auf vom Vergewaltiger Iwan, kaputt vom Leben und voller Zerstö­rungswut, und vom Mönch Al­joscha, vom Leben unberührt und voller Glauben an die Liebe. Zwischen beiden entbrennt ein unerbittlicher Kampf um die Vorherrschaft von Gut und Böse, von Liebe und Haß. Zwischen ihnen steht Gruschenka, das

Freudenmädchen, mit ihrem ge­schundenen und gedemütigten Leib... Doch es wäre nicht Tabo­ri, wenn er nicht Dostojewskis Geschichte, in der sich Iwan umbringt, weil ihn Aljoscha mit seiner Liebe besiegt, neuge­schrieben hätte: Nicht Kain er­schlägt Abel, sondern der lie­bend-leidende Aljoscha seinen Bruder Iwan, als dieser Gru­schenka vor seinen Augen ver­gewaltigt. Tabori hat mit seinem Großinquisitor nicht nur ein außerordentlich leidenschaftli­ches und provozierendes Stück geschrieben, sondern durch sei­ne poetischen Erfindungen und gegenwärtigen Bezüge auch einen sehr sinnlichen und aktu­ellen Text geschaffen, der alle Menschheitsutopien als das zeigt, was sie sind: als an der Realität

gescheitert.

Dieses Stück von George Tabori in der Regie von Guido Huonder zeigt das Hans Otto Theater am 17. und 27. März, jeweils 19.30 Uhr in der Reithalle A(Schiffbauergasse) sowie am 8., 17. April und am 2. Mai, jeweils 19.30 Uhr im Theaterhaus Am Alten Markt.

Auf unserem Foto(Jauk) v. I. n. r.: Roland Kuchenbuch(Iwan), Viktor Neumann(Aljoscha), Ruth-Claire Lederle(Gruschenka)

Alexander von Humboldt Buchhandlung GmbH

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Öffnungszeiten: Am Kanal 47, 1560 Potsdam Montag bis Freitag 9-18 Uhr Telefon 2 25 39 oder 2 35 74 Samstag 9-13 Uhr

Eric Burdon spielt am 27. März, 22.00 Uhr mit der Brain Auger Band im LINDENPARK