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KULTUR
Die Geschichte vom ‚„Großinquisitor‘“ in Dostojewskis„Die Brüder Karamasow“‘ ist nach der
| Bibel die sicher tiefgründigste
und bis heute wohl auch gültigste Darstellung des unauflösbaren Dualismus zwischen dem Guten und Bösen im Menschen, und sie hat auch den Autor Tabori immer wieder angeregt und fasziniert. In seinem neuesten Stück greift Tabori nun dieses Motiv von den beiden gegensätzlichen Brüdern erneut auf— vom Vergewaltiger Iwan, kaputt vom Leben und voller Zerstörungswut, und vom Mönch Aljoscha, vom Leben unberührt und voller Glauben an die Liebe. Zwischen beiden entbrennt ein unerbittlicher Kampf um die Vorherrschaft von Gut und Böse, von Liebe und Haß. Zwischen ihnen steht Gruschenka, das
Freudenmädchen, mit ihrem geschundenen und gedemütigten Leib... Doch es wäre nicht Tabori, wenn er nicht Dostojewskis Geschichte, in der sich Iwan umbringt, weil ihn Aljoscha mit seiner Liebe besiegt, neugeschrieben hätte: Nicht Kain erschlägt Abel, sondern der liebend-leidende Aljoscha seinen Bruder Iwan, als dieser Gruschenka vor seinen Augen vergewaltigt. Tabori hat mit seinem „Großinquisitor‘““ nicht nur ein außerordentlich leidenschaftliches und provozierendes Stück geschrieben, sondern durch seine poetischen Erfindungen und gegenwärtigen Bezüge auch einen sehr sinnlichen und aktuellen Text geschaffen, der alle Menschheitsutopien als das zeigt, was sie sind: als an der Realität
gescheitert.
Dieses Stück von George Tabori in der Regie von Guido Huonder zeigt das Hans Otto Theater am 17. und 27. März, jeweils 19.30 Uhr in der Reithalle A(Schiffbauergasse) sowie am 8., 17. April und am 2. Mai, jeweils 19.30 Uhr im Theaterhaus Am Alten Markt.
Auf unserem Foto(Jauk) v. I. n. r.: Roland Kuchenbuch(Iwan), Viktor Neumann(Aljoscha), Ruth-Claire Lederle(Gruschenka)
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Eric Burdon spielt am 27. März, 22.00 Uhr mit der Brain Auger Band im LINDENPARK