Heft 
(1.1.2019) 06
Einzelbild herunterladen

Nr. 6/93 Seite 8

FREMDSPRACHEN

Die dreitägige Konferenz, die vom 19.-21. März am Neuen Palais stattfand, führte 180 Wis­senschaftler und Englischlehrer von Schulen, Studienseminaren, Hochschulen und anderen Bil­dungseinrichtungen aus Lettland, Litauen, Polen, der Tschechi­schen Republik, der Slowakei, Ungarn, Großbritannien, den USA und Deutschland zu einem Informations- und Erfahrungs­austausch zusammen.

Die Idee zur Durchführung die­ser Konferenz kam von Dr. Jämes Ward, Leiter des USIS Regio­nalbüros für die neuen Bundes­länder, die Tschechische Repu­blik und die Slowakei. Mitarbei­ter anglistischer Bereiche der Universität verfolgten sie ge­meinsam weiter. Durch großzü­gige finanzielle Unterstützung des Informationsdienstes der Vereinigten Staaten(USIS), ei­nem Zuschuß des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur sowie Honorarmitteln und umfangreichen materiellen Lei­stungen der Universität wurde aus der Idee Realität.

Hauptziel der Konferenz war die Förderung der Diskussion über neue professionelle Perspektiven für das Lehren des Englischen. In seiner Begrüßung hob Prof. Dr. Mitzner, Rektor der Univer­sität, die Wichtigkeit von Eng­lischkenntnissen hervor, und er unterstrich die Bereitschaft der Potsdamer Universität, eine Mittlerrolle im wissenschaftli­

Integrating Chance: Perspectives in English Language Teaching

1. gemeinsame Konferenz der Universität und USIS

chen Austausch zwischen den traditionellen Partnern in Mittel­und Osteuropa und dem Westen zu übernehmen. Der Kulturatta­che der amerikanischen Bot­schaft in Bonn, Paul Smith, wies darauf hin, daß dies die bislang größte Konferenz dieser Art von USIS in Deutschland wäre.

Das Konferenzprogramm um­faßte fünf Plenumsvorträge von erfahrenen Wissenschaftlern und

Praktikern wie Dr. Mary Ann|

Christison, a. o. Professor für Englisch als Zweitsprache am Snow College(USA, Utah), zu Perspektiven der Veränderun­gen beim Lehren der englischen Sprache; Dr. Dick Allwright, Direktor des Zentrums für Sprachlehrforschung der Univer­sität Lancaster(England), über Interaktion im Englischunter­richt: Warum ist sie wichtig?; Dr. Mary Hines, Präsidentin der (amerikanischen) Vereinigung von Englischlehrern(TESOL), überMethodenübergreifende Prinzipien beim Lernen von Fremdsprachen; Prof. Dr. Die­ter Wolff, Professor für Psycho­linguistik an der Bergischen Universität, Gesamthochschule Wuppertal, überDie Bedeutung des prozeduralen Wissens für das Lehren und Lernen von Fremd­sprachen und Doz. Dr. Brigitte Krück, Stellvertretende ge­schäftsführende Direktorin des Fachbereiches für Anglistik und Amerikanistik der Universität Potsdam, überZweitsprachen­

Fotos: Rüffert

erwerb: Was können wir von der Forschung in den USA lernen? In etwa 40 Vorträgen und Works­hops hatten die Teilnehmer Ge­legenheit, insbesondere zu den Themenkreisen Entwicklung von Lehr- und Lernmaterialien, neu­ere methodische Erkenntnisse für den Englischunterricht, Lehre­rausbildung, Landeskunde im Englischunterricht und die Ver­bindung von Sprach- und Sach­unterricht ihre Erkenntnisse dar­zulegen und Erfahrungen auszu­tauschen. Die Konferenz, so wurde während der abschließen­den Plenumsdiskussion hervor­gehoben, bot hervorragende Gelegenheit zu einem für alle Teilnehmer fruchtbringenden Erfahrungsaustausch. Verlage präsentierten relevante Erschei­nungen, und aus den USA war eine 400 Bände umfassende spezielle Sammlung geschickt worden. Für großzügige Buch­geschenke an die Teilnehmer aus Mittel- und Osteuropa bedanken wir uns bei den Verlagen. Von besonderem Interesse war eine Diskussion über Satellit, in der zwei Expertinnen in den USA befragt werden konnten. Mini­ster Enderlein, Gastgeber des offiziellen Empfangs am Abend des ersten Konferenztages, be­tonte in seinen Begrüßungswor­ten:Knowing another language also means becoming acquain­ted with another culture, which

contributes to a better unterstan­ding between peoples. Vielfach geäußerte Meinungen über die Konferenz: Das breit gefächerte Programm eröffnete allen Teilnehmern gute Möglichkeiten, neue Aspekte für die tägliche Arbeit zu erschlie­ßen. Für die Teilnehmer aus Deutschland, die fast ausschließ­lich aus den neuen Bundeslän­dern kamen, waren die drei Tage in Potsdam eine relativ selten gewordene Gelegenheit zum Gespräch mit Kollegen aus die­sem Teil Deutschlands. KollegInnen von der Freien Universität und der Technischen Universität Berlin begrüßten den Kontakt mit einem erweiterten Kollegenkreis. Potsdam wird allen in ange­nehmer Erinnerung bleiben. Ein Spiegelbild der generell ausge­zeichneten Arbeitsatmosphäre war nicht zuletzt die Tatsache, daß die Spannung von der Eröff­nung bis zur letzten Plenumsdis­kussion am Sonntag Vormittag anhielt. Ausdruck dafür waren ein voll besetzter Hörsaal und die lebhafte Diskussion zum Abschluß. Wo und wann findet die zweite Konferenz dieser Art statt,... in Warschau? Dr. Heidrun Klemm FB Anglistik und Amerikanistik