STUDIUM
Nr. 9/93— Seite 11
HRK-Präsident:„Hochschulrankings“ schaffen keine Transparenz
Zu den in den letzten Tagen von den Magazinen„Stern‘“ und „Spiegel“ veröffentlichten sogenannten„Rankings“ der Hochschulen äußerte sich der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz(HRK), Professor Dr. Hans-Uwe Erichsen, am Montag, dem 26. April 1993, in Bonn.
Er würdigte die Veröffentlichungen als Versuche, die deutsche Hochschullandschaft für Studieninteressierte, Studierende, Eltern und Interessierte aus Wirtschaft und Politik transparenter zu machen. Allerdings krankten diese Ansätze daran, daß sie nahezu ausschließlich auf subjektiven Einschätzungen und— das gilt insbesondere für den Spiegel— perspektivischer Verengung fußten. Ohne harte Daten über die Rahmenbedingungen von Studium, Lehre und Forschung seien die veröffentlichten Aussagen jedoch außerordentlich problematisch. Dies werde beim Vergleich der jetzt
von„Stern“ und„Spiegel“ vorgelegten Studien überdeutlich, da die erzielten Bewertungen von Fachbereichen und Hochschulen teilweise diametral entgegengesetzt seien. Insbesondere die Kondensation der fachbezogenen Bewertungen zu einer Gesamteinschätzung der Hochschulen sei angesichts der Vielfalt und Individualität der Hochschulen nicht vertretbar.
Der HRK-Präsident kritisierte, daß etwa der„Stern“ Professoren nach ihrer Einschätzung der Personal- und Sachmittel oder der Summe der eingeworbenen Drittmittel an anderen Fachbereichen gefragt hat, obwohl diese Daten veröffentlicht vorliegen.„Damit wird in Kauf genommen, daß eine solche Untersuchung zwar das Renommee eines Fachbereiches in Professorenkreisen widerspiegelt, aber nicht unbedingt die Wirklichkeit.“
Professor Erichsen kündigte an, daß die HRK im Juli Ergebnisse
EG-Mobil in Potsdam
ihres Modellversuchs zur Profilbildung der deutschen Hochschulen vorlegen wird. Damit versuche die HRK, auf der Basis objektiver Daten über die Studien-, Lehr- und Forschungssituation an einzelnen Fachbereichen und ausführlicher Darstellungen des jeweiligen Angebots einen vergleichenden Überblick vorzulegen.„Wir werden darauf
verzichten, ganze Hochschulen in eine letztlich nichtssagende Rangfolge zu zwängen. Stattdessen will die HRK durch Tranzparenz der Daten die Möglichkeit eröffnen, an konkreten Interessen ausgerichtete Nachfragen nach Hochschulleistungen zu befriedigen.“
Pressemitteilung
Gäste während der Veranstaltung„Studieren in Brandenburg“
Foto: Rüffert
TREFF
24. Mai 1993 Universität Potsdam, Am Neuen Palais Haus 9(I), Raum 218
Erste gemeinsame Veranstaltung der Berufsberatung für Abiturienten und Hochschüler des Arbeitsamtes Potsdam und der Zentralen Studienberatung der Universität Potsdam
16.30 Uhr
Vereintes Europa Studieren in Europa/Arbeiten in Europa
Referenten: Frau Dorothea Otte Deutscher Akademischer Austauschdienst Bonn/Bad Godesberg
18.15 Uhr
Mitarbeit im Entwicklungsdienst In basisorientierten Programmen WELTWEIT engagiert
Referent: Adelbert Eberhardt Deutscher Entwicklungsdienst
Die Universität Potsdam gehörte am 11. Mai 1993 zu den 45 Hochschulen, die von der Besatzung des EG-Infomobils aufgeSucht wurden bzw. noch werden in diesem Sommersemester. Interessierte konnten sich über Studienmöglichkeiten im euro
Päischen Ausland Auskünfte einholen. Foto: Rüffert
Hans-Joachim Hug/Auslandsabtei- Berlin-Karlshorst lung der Zentralstelle für Arbeitsvermittlung Frankfurt/Main
Moderation: Gertraude Kühl, Berufsberaterin für Abiturienten und Hochschüler Arbeitsamt Potsdam