Heft 
(1.1.2019) 14
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Nr. 14/93 Seite 16

Zum Auftakt des Winterse­mesters"93/94

UNI-FILMTAG

im Filmmuseum am Mon­tag, 25.10.1993, 19.30 Uhr

Wir zeigen Detlev Buks Er­folgsfilm(Deutschland 1993) auf der 43. Berlinale (1993): WIR KÖNNEN AUCH ANDERS Der Film ist einPseudowe­stern, eineWessi-Ossi­Burleske. Mit komischen (auch satirischen), märchen­haften und anderen künstleri­schen Mitteln wird auf ver­gnügliche Art eineechte Story aus unserenNach­Wende-Tagen erzählt. Wegen der großen Nachfrage sichern Sie sich bitte Karten im Vorverkauf: Ab sofort im Bereich Kultur (Haus 11, Zimmer 301). Studenten: 4,- DM Lehrkräfte: 6,- DM BK Bereich Kultur

Noch bis zum 19. Oktober 1993|

ist im Landtagsgebäude in Pots­dam, Am Havelblick 8, die Aus­stellungBrandenburg-Rhein­

KULTUR

Christa Wolf auf Marketing-Tour (Lesung am 27.9.1993 in der Staudenhof-Galerie)

Da hat der eine Verlag dem anderen eine ebenso bekannte wie umstrittene, alles in allem jedoch publikumswirksame Au­torin abgeluchst. Ein zuvörderst Sieg der Tantiemen-Rechner, denn eine Autorin wie Christa Wolf ist eben nicht für die Durchschnittsrente geschaffen. Also schnellein neues Buch, und was bietet sich an: Nabelschau durch Ansichten zu Aktenein­sichten. Um das Geschäft zu beleben erfolgt zwangsläufig die obligatorische Lesereise, die lei­der auch Potsdam nicht ver­schonte. So schlimm war das aber auch nicht, da sich vor al­lem eine andächtig lauschende und bedächtig nickende, sich mitunter auch mit dem Lesewis­sen aller verfügbaren Wolf-Tex­te selbst darstellende Fan-Ge­

land-Westfalen. Historische Do- En ­kumente einer wechselseitigen|

Beziehung zu sehen.

Sonnabend, 16. Oktober 1993 10.00 Uhr, Telegrafenberg Vortrag:Die aktuellen Auf­gaben der Sonnenphysik und die Geschichte des Einstein­turmes mit anschließender Führung im Einsteinturm

meinde für das Heimspiel ohne Gegner einstellte.

Doch halt, es gab ihn, den ver­meintlichen Gegner; besser ge­sagt, gekürzten Buh-Mann. Nein, falsch vermutet, nicht der literarische Schauspieldirektor Reich-Ranicki. Vielmehr der goethe-geschädigte Tucholsky­Kenner Fritz J. Raddatz mußte als Feindbild herhalten für einen vom durch die Veranstaltung moderierenden Christa-Wolf­Verlagsvormund. Die Demago­gie war schon wieder faszinie­rend,. mit, der. der: Raddatz' Zeit-Artikel zur Vergangen­heit der Autorin aus dem Kon­text zerstückelt und uminterpre­tiert wurde. Ein unbewußtes Lehrstück für jedes philologi­sche Seminar!

Ach wäre man doch(im besten

bayrisch) in Film- oder anderen Theatern gesessen oder in der Mittelstraße versackt, als zum wievielten Male auch immer, sich abgestandene Zeitungsarti­kel anzuhören, es sei denn, man haßt dieBerliner Zeitung oder kann nicht lesen. Das Buch zur Vergangenheitsbewältigung hat Christa Wolf nicht nötig, ihr lite­rarisches Werk ist manifest und spricht für sich. Anders offenbar der bekannte Verlag, der sicher in gleicher Weise auch ein Mär­kisches-Wolf-Kochbuch oder Christas-Häkel-Einmaleins ver­marktet hätte.

Was bleibt: Die Gewißheit auf interessante literarische Texte der großen deutschen Autorin Christa Wolf.

Dr. habil. Peter Görlich

Das Hans Otto Theater zeigt am 15. Oktober, 19.30 Uhr auf der Studiobühne in der Heinrich-Mann­Allee Harald Müllers StückStille Nacht. Es erzählt von einer alten Frau, die fünf Kinder großgezogen hat und nun im Altersheim lebt. Ihr ältester Sohn besucht sie vier Tage vor Weihnachten. Sie freut sich auf die gemeinsamen Feiertage, nicht ahnend, daß ihr Sohn andere Pläne hat, in denen für die Mutter kein Platz ist.

Auf unserem Foto(Jauk): Mutter(Gertraud Kreißig) und Werner(Michael Schenk).