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Zum Auftakt des Wintersemesters"93/94
UNI-FILMTAG
im Filmmuseum am Montag, 25.10.1993, 19.30 Uhr
Wir zeigen Detlev Buks Erfolgsfilm(Deutschland 1993) auf der 43. Berlinale (1993): „WIR KÖNNEN AUCH ANDERS“ Der Film ist ein„Pseudowestern‘, eine„Wessi-Ossi“Burleske. Mit komischen (auch satirischen), märchenhaften und anderen künstlerischen Mitteln wird auf vergnügliche Art eine„echte“ Story aus unseren„NachWende-Tagen“ erzählt. Wegen der großen Nachfrage sichern Sie sich bitte Karten im Vorverkauf: Ab sofort im Bereich Kultur (Haus 11, Zimmer 301). Studenten: 4,- DM Lehrkräfte: 6,- DM BK Bereich Kultur
Noch bis zum 19. Oktober 1993|
ist im Landtagsgebäude in Potsdam, Am Havelblick 8, die Ausstellung„Brandenburg-Rhein
KULTUR
Christa Wolf auf Marketing-Tour (Lesung am 27.9.1993 in der Staudenhof-Galerie)
Da hat der eine Verlag dem anderen eine ebenso bekannte wie umstrittene, alles in allem jedoch publikumswirksame Autorin abgeluchst. Ein zuvörderst Sieg der Tantiemen-Rechner, denn eine Autorin wie Christa Wolf ist eben nicht für die Durchschnittsrente geschaffen. Also schnellein neues Buch, und was bietet sich an: Nabelschau durch Ansichten zu Akteneinsichten. Um das Geschäft zu beleben erfolgt zwangsläufig die obligatorische Lesereise, die leider auch Potsdam nicht verschonte. So schlimm war das aber auch nicht, da sich vor allem eine andächtig lauschende und bedächtig nickende, sich mitunter auch mit dem Lesewissen aller verfügbaren Wolf-Texte selbst darstellende Fan-Ge
land-Westfalen. Historische Do- En kumente einer wechselseitigen|
Beziehung“ zu sehen.
Sonnabend, 16. Oktober 1993— 10.00 Uhr, Telegrafenberg Vortrag:„Die aktuellen Aufgaben der Sonnenphysik und die Geschichte des Einsteinturmes‘‘ mit anschließender Führung im Einsteinturm
meinde für das Heimspiel ohne Gegner einstellte.
Doch halt, es gab ihn, den vermeintlichen Gegner; besser gesagt, gekürzten Buh-Mann. Nein, falsch vermutet, nicht der literarische Schauspieldirektor Reich-Ranicki. Vielmehr der goethe-geschädigte TucholskyKenner Fritz J. Raddatz mußte als Feindbild herhalten für einen vom durch die Veranstaltung moderierenden Christa-WolfVerlagsvormund. Die Demagogie war schon wieder faszinierend,. mit, der. der: Raddatz' „Zeit“-Artikel zur Vergangenheit der Autorin aus dem Kontext zerstückelt und uminterpretiert wurde. Ein unbewußtes Lehrstück für jedes philologische Seminar!
Ach wäre man doch(im besten
bayrisch) in Film- oder anderen Theatern gesessen oder in der Mittelstraße versackt, als zum wievielten Male auch immer, sich abgestandene Zeitungsartikel anzuhören, es sei denn, man haßt die„Berliner Zeitung“ oder kann nicht lesen. Das Buch zur Vergangenheitsbewältigung hat Christa Wolf nicht nötig, ihr literarisches Werk ist manifest und spricht für sich. Anders offenbar der bekannte Verlag, der sicher in gleicher Weise auch ein Märkisches-Wolf-Kochbuch oder Christas-Häkel-Einmaleins vermarktet hätte.
Was bleibt: Die Gewißheit auf interessante literarische Texte der großen deutschen Autorin Christa Wolf.
Dr. habil. Peter Görlich
Das Hans Otto Theater zeigt am 15. Oktober, 19.30 Uhr auf der Studiobühne in der Heinrich-MannAllee Harald Müllers Stück„Stille Nacht‘‘. Es erzählt von einer alten Frau, die fünf Kinder großgezogen hat und nun im Altersheim lebt. Ihr ältester Sohn besucht sie vier Tage vor Weihnachten. Sie freut sich auf die gemeinsamen Feiertage, nicht ahnend, daß ihr Sohn andere Pläne hat, in denen für die Mutter kein Platz ist.
Auf unserem Foto(Jauk): Mutter(Gertraud Kreißig) und Werner(Michael Schenk).