Nr. 16/93— Seite 16
Schriftsteller sind auch Menschen
Zu einem Beitrag von Dr. Peter Görlich in der PUZ 14/93
Karten zu der Veranstaltung mit Christa Wolf, von der Dr. Görlich berichtete, bekam man wie in DDR-Zeiten nur mit Beziehungen, diesmal über die Buchhandlung Wist und Ressel. Aber ansonsten war doch so ziemlich alles anders. Ich hatte nicht das Gefühl, in einer verschworenen Gemeinschaft zu sitzen, die ihre Schriftstellerin gegen die Anfeindungen der bösen Welt da draußen verteidigen kann. Das muß sie allein tun, und das macht sie auch. Anders war aber der Ton, der zwischen Publikum und Schriftstellerin herrschte; es war nicht der großdeutsche Feuilletonton; man mag das bedauern, ich kann auf diesen Ton verzichten. Was mich interessiert und weswegen ich hingegangen bin, ist nicht des Langen und Breiten die „Opfer-Täter-Akte“ gegen diese Begriffe hat sich Christa Wolf auch gewehrt, aber lassen wir sie hier stehen— sondern die Frage, ob sie über ihre Vergangenheit mit ihren Maßstäben reden kann oder ob die verordneten Klischees der Lebensbewerter auch dieses Leben in den Kasten gebracht haben. Das war die interessanteste Stelle des Gesprächs— für mich—, als Christa Wolf die Gefahr beschrieb, die noch im Interview mit Günter Gaus spürbar wird: Aus einem Schuldkomplex heraus nicht mehr über ihre eigenen Lebenserfahrungen und Erkenntnisse verfügen zu können, sondern sich einzufügen in ein konsumierbares Klischee. Wer sich wirklich für neue Werke eines Autors/einer Autorin interessiert, müßte das Interesse an dem lebendigen Menschen, der da schreibt, nicht hintansetzen.
Dr. Margrid Bircken
KULTUR_
Buch-Tip
„Flieger und Flugplätze im Havelland“
Im heutigen Land Brandenburg wurden viele herausragende Kapitel der deutschen Luftfahrtgeschichte geschrieben, angefangen von den ersten Sprüngen Otto Lilienthals bis hin zu den verschiedensten Rekordflügen und zum Aufbau einer leistungsfähigen Luftfahrtindustrie. Bekannte Namen und Flugplätze sind darunter, aber auch solche, die der Öffentlichkeit und selbst Kennern der Luftfahrtgeschichte bislang kaum bekannt sind. Der Initiative des Luftsportlandesverbandes ist es zu danken, daß Ausschnitte aus dieser Entwicklung zum Teil erstmalig der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Viele weiße Flecke— besonders mit Blick auf die Geschichte der Segelflugplätze— harren aber noch der eingehenden Erforschung. Der Luftsportlandesverband Brandenburg im Deutschen Aero Club sieht auch darin eine seiner Aufgaben, und jeder, der dabei mittun will, ist willkommen.
Aus dem Inhalt: Der erste Flieger flog im Havelland Zeppeline über Sanssouci; Hans Grade — erster deutscher Motorflieger in Borkheide, W. A. Pietschker — fliegender Pfarrerssohn; Der erste Nachtflug startete in Teltow; Eine Flugzeugwerft in Golm bei Potsdam; Flugplatz Staaken— Aufstieg und Ende; Ein Brandenburger flog drei Weltrekorde; Wie sich der Luftsport im Land Brandenburg seit 1990 entwickelte; Verzeichnis aller Luftsportvereine und Flugplätze im Land Brandenburg; Zeittafel; Historische Fotos von Fliegern, Flugzeugen und Flugplätzen
In 10 Kapiteln vermitteln Luftfahrthistoriker und Flieger Interessantes und vieles noch Unbekannte über Aviatiker und Flugplätze in der Mark Brandenburg. Dr. Dieter Strüber, Präsident des Luftsportlandes
W. A. Pietschker im Albatros-Doppeldecker, 1911, mit dem er
zwei Weltrekorde flog.
verbandes Brandenburg e. V., gibt einen Überblick über die Entwicklung des Landesverbandes seit seiner Gründung im Jahre 1990. Umfang’ 140 Seiten mit ca. 100 Abb.(viele davon bisher noch unveröffentlicht); broschiert DM 19,80; ausge
zeichnet geeignet auch als Ge-| schenk zu besonderen Anläs-| sen.;
(aus: Werbematerial)}
P. S.: Erhältlich ist diese Publi-| kation in den Buchläden Am| Neuen Palais und Golm.
AOK für das Land Brandenburg
Auf die Plätzchen
fertig- los geht die
Vollkornweihnacht
Der AOK-Studenten
service greift in seine
Rezeptkiste
GUTSCHEIN
Bitte senden Sie mir eine AOK-Rezeptsammlung "Vollkorn-Weihnachtsbäckereien"
Name
Anschrift
Alter
Bitte einsenden an:
AOK-Studentenservice Potsdamer Str. 20, 14513 Teltow
oder ab in den AOK
Die Gesundheitskasse
Briefkasten an der Uni!