Nr. 17/93— Seite 6
ZENTRUM/BERATUNGSSTELLE
Weiteres interdisziplinäres Zentrum
Zehn geplante interdisziplinäre Zentren weist die Denkschrift der Universität Potsdam(1993) aus. Sie sollen als zentrale wissenschaftliche Institutionen installiert werden, um dem Desiderat nach organisierter Interdisziplinarität Rechnung zu tragen. Diesem Anliegen entspricht auch die am 27. Oktober erfolgte Gründung des interdisziplinären Zentrums für Lernund Lehrforschung.
Schon am 17. Dezember 1992 hatte der Senat einen entsprechenden, diesen Akt anbahnenden Beschluß gefaßt. Einen Tag vor dem offiziellen Arbeitsbeginn der Forschungseinrichtung erfuhr sie die stellenmäßige Zuordnung. Mit der kommissarischen Leitung ist demnach Herr Prof. Lompscher beauftragt. In Vorbereitung ist ebenfalls die Gründung des interdisziplinären Zentrums für pädagogische Forschung und Lehrerbildung. Somit sind erste Schritte getan, um die Lehrerbildung in Potsdam durch entsprechende Institutionalisierungen mit Querstrukturen auszustatten. Beide Zentren sollen sowohl eine Grundlagenforschung mit studentischer Beteiligung als auch angewandte Forschung im Sinne einer Umsetzung der Konzeptionen des Potsdamer Lehrerbildungsmodells ermöglichen.
Während des eröffnenden ersten Kolloquiums sprach Herr
Prof. Lompscher zu einigen|
grundlegenden Vorstellungen bezüglich der inhaltlichen und organisatorischen Arbeit. Seinen Vortrag- als Diskussionsangebot gedacht- untergliederte er in die Punkte:
I. Traditionslinien und aktuelJe ‚Trends. der Lern- und Lehrforschung
].
für
themas gemeinsame
Lern- und Lehrforschung&
‚Wechselwirkungen Aneignungsweisen Lehrstrategien“
von und
Begründung des Komplex- ä
nimmt Arbeit auf
II. Vorschläge zur Struktur und Arbeitsweise IV. Vorschläge zur schungsplanung
Besonders interessiert zeigten sich die zahlreichen Teilnehmer des Kolloquiums an den Darlegungen zur Struktur und Arbeitsweise. Einig schien man sich in dem Ziel, das Zentrum zu einem Kristallisations- und Sammelpunkt für interdisziplinäre Lern- und Lehrforschung, zunächst für die Universität, aber auch darüber hinaus, werden zu lassen.
Die anwesenden Pädagogen, Psychologen und Fachdidaktiker betonten in der Diskussion die Notwendigkeit des Findens interner Arbeitsformen, die neben den vorgesehenen kontinuierlichen Kolloquien zu‘ wirklich nachvollziehbarer Forschungsarbeit beitragen sollen. Schwerpunkt des gesamten Vorhabens, so Prof. Lomp
For
scher, sei die Interdisziplinari
tät, wohl wissend, daß diese disziplinäre Forschung voraussetzt. Zu wünschen ist allen, die sich nun intensiv der Koordinierung der Lern- und Lehrforschung widmen werden, ein erfolgreiches Miteinander. Möge das Zentrum ein Ort des kulturvollen Streites, produktiver Auseinandersetzung und Forschung werden.
Petra Görlich
Nachbemerkung:
Das zweite Potsdamer Kolloquium findet am Mittwoch, dem 24. November 1993 um 16.15 Uhr in Golm, Haus 14, kleiner Konferenzsaal statt. Es referiert Prof. Dr. Edelstein vom Berliner MaxPlanck-Institut für Bildungsforschung zum Thema:“Entwicklungsorientierte Didaktik: Ein Erfahrungsbericht aus der Curriculum-Reform in einem Schulfach“‘.
Prof. Lompscher während seines Eröffnungsvortrages, links
neben ihm Prof. Bayer
3jähriges Bestehen der Erziehungsberatungsstelle
Ein kleines Jubiläum gibt es zu| feiern! Immerhin werden es am 5. November 1993 genau 3 Jahre, seit an der damaligen Brandenburgischen Landeshochschule die_KErziehungsberatungsstelle ihre Pforten öffnete und damit zum Anlaufpunkt für Eltern, Kinder und Erzieher wurde. Schauen wir zurück in die noch sehr junge Geschichte der Beratungsstelle: Die Idee zur Gründung einer solchen Einrichtung geht zurück auf die Zeit noch vor der „Wende“ in der DDR. Doch erst am 5. November 1990 fiel endlich der langersehnte Startschuß für die Erziehungsberatungsstelle, die inzwischen ein nicht mehr wegzudenkender Bestandteil des Fachbereiches Psychologie geworden ist. Mitarbeiter des Fachbereiches sind neben ihrer Tätigkeit in Lehre und Forschung als Berater wirksam und scheuen weder Zeit noch Mühe, Hilfestellung zu geben, wo es not tut. Trotz langem Anfahrtsweg zum Neuen Palais und kleiner MitarbeiterInnenanzahl bleibt der Bedarf nach Beratung nicht aus, was sich zudem in der Zahl der Klienten zeigt. Zu unseren grundsätzlichen Arbeitsprinzipien gehören: — daß die Ratsuchenden freiwillig zu uns kommen, — daß die Beratung kostenlos ist und — daß die MitarbeiterInnen der Erziehungsberatungsstelle der Schweigepflicht unterliegen. Welche Probleme führen die Klienten zu uns? Oft sind es Beziehungsprobleme zwischen Eltern und Kindern, wodurch Aggressivität oder Widerständig
| keit oder andere Verhaltensauf# fälligkeiten
zum Ausdruck kommen. Generell gibt es drei Schritte im Vorgehen des Bera
Foto: Görlich ters mit den Ratsuchenden: