STUDENTEN
Tee aus der selbst modellierten Schale zu trinken, Blumen in die eigenhändig geformte Vase zu stellen, ist nur Wenigen möglich. Jene, die dies können, sind Studenten des universitätsoffenen Kurses„Ton, Steine, Erde“. Sie demonstrierten kürzlich gemeinsam mit Angehörigen des Keramikvereins„Gebrannte Erde“ auf dem Gelände der Glindower Ziegelei GmbH die Kunst des Rakubrandes.
in kaltes Wasser zu tauchen.
Seine Anfänge finden sich in Korea und auch in Japan, wo bis heute in der 15. Generation dieses Freibrandverfahren fortgeführt wird. Daß es sich dabei um eine Kunst handelt und Wohlgefühl, Freude, Glück(so die
bis zur Vollendung der entstehenden Keramiken notwendigen Arbeitsschritte beobachtet Oder gar selbst ausführt. Das im Glasurbrand glühend geworde© Stück wird in Sägespänen &cräuchert, anschließend in kal(cs Wasser getaucht und poliert. le auf diese Weise gefertigten Jüge, Vasen, Tassen, Kannen, 18uren und vieles andere mehr
1duelle Handschriften, weil berflächenstruktur und Gilaurfarbe nur bedingt vorhersehST Sind. Es bleibt für die Künstler“ und"auch die Zu
Eveline Joppien(I.) entnimmt dem Ofen fertig gebrannte Keramiken, um sie in Sägespänen zu räuchern und anschließend
schauer bis zum Schluß ein spannendes Unternehmen.
Eveline Joppien(künstlerische Leiterin des Projektes) hatte die Idee— und den Elan, sie umzusetzen—, mit„ihren‘ Studenten der Freizeitpädagogik und der Primarstufe Kunst in die Glindower Ziegelei zu ziehen, d. h. Räume, Ton und Brennofen dort für die Ausbildung zu nutzen. Studenten des fakultativen Keramikkurses„produzieren“,
Foto: Eckardt
unter fachkundiger Anleitung von Frau Joppien, ebenfalls in Glindow. Sie alle denken aber nicht nur an den eigenen Bedarf. Wenn in diesen Tagen Kunden die Ziegelei aufsuchen, wird ihnen die künstlerisch verkleidete Wand der Lagerhalle auffallen. Zehn StudentInnen haben sie mit fehlerhaften und nicht mehr verwendbaren Ziegeln verziert, also eine Kunstwand geschaffen. Weiter geplant sind Plastiken aus Steinund Ziegelton für das Universitätsgelände in Golm.
Übrigens lohnt sich ein Besuch der Ziegelei in Glindow auch aus einem anderen Grund. Dort befindet sich der älteste auf dem Territorium der ehemaligen DDR erhaltene, vom Berliner Baumeister F. Hoffmann 1858 erfundene, Ziegelringofen.
Dr. Barbara Eckardt
Bus fahren, ohne zu bezahlen! Für die Studenten der Universität Potsdam könnte es Realität werden: Die„Arbeitsgruppe Verkehr“ des Studentenrates der Uni möchte ein Semestertikket für Studierende einführen.
Dabei zahlt jeder Student zu Semesterbeginn eine feste Summe an den Studentenrat, dieser zahlt für alle Studenten zusammen an die örtlichen Nahverkehrsbetriebe. Dafür kann dann
a|jeder Student ein Semster lang ||umsonst Busse und Bahnen be
nutzen. Der Dreh bei der Sache:
||Jeder zahlt unabhängig davon,
wie oft er öffentliche Verkehrs
||mittel nutzt. So sollen auch Au||tofahrer zum Umsteigen bewegt
werden.
Die studentischen Verkehrsexperten haben jetzt die Ergebnisse einer Umfrage vorgelegt, mit der sie Verkehrsströme und Akzeptanz eines Semestertickets untersuchen wollten. Die Ergebnisse bergen eine gute und ein schlechte Nachricht. Die gute: 81% aller Studierenden begrüßen die Einführung eines Semstertickets. Die schlechte: Jeder Student gibt pro Semester im Durchschnitt 80 Mark für öffentliche Verkehrsmittel aus, aber 52% der Studenten wollen
Nr. 17/93— Seite 15
Spannend bis zum Schluß|Semesterticket für Studierende
höchstens 55 Mark pro Semester zahlen.
Die Studenten von der AG Verkehr erwartet also eine Menge Arbeit: Die Kommilitonen müssen sicherlich überzeugt werden, daß sie etwas mehr als 55 Mark auf den Tisch legen müssen. In den Verhandlungen mit den Verkehrsbetrieben von Potsdam und Berlin steht die Aufgabe, die Preise zu drücken. Argumente haben sie genug: Die Verkehrsbetriebe sparen Verwaltungskosten; Busse und Bahnen werden außerhalb der Hauptverkehrszeiten besser ausgelastet; die Betriebe haben feste Einnahmen, die noch dazu im voraus bezahlt werden. Die Städte als Träger der Verkehrsbetriebe lassen sich vielleicht von der Tatsache locken, daß die überfüllten Straßen wenigstens vom Studentenverkehr befreit werden und Kostbarer Parkraum gespart wird. Und ein umweltfreundliches Image erfreut wohl jede Kommunalregierung. Alles in allem haben die Studenten einige Hoffnung, daß zumindest für die Uni Potsdam wahr wird: Bus fahren, ohne zu bezahlen.
AG Verkehr
Wie viele würden ein Semesterticket nutzen?
[1 MB NEIN
2,50%
73,00%
Mi Keine Angaben
Entnommen:„Auswertung der Umfrage zum Semesterticket“, durchgeführt von der AG Verkehr der Uni Potsdam