Heft 
(1.1.2019) 17
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STUDENTEN

Tee aus der selbst modellierten Schale zu trinken, Blumen in die eigenhändig geformte Vase zu stellen, ist nur Wenigen möglich. Jene, die dies können, sind Studenten des universitäts­offenen KursesTon, Steine, Erde. Sie demonstrierten kürz­lich gemeinsam mit Angehöri­gen des KeramikvereinsGe­brannte Erde auf dem Gelände der Glindower Ziegelei GmbH die Kunst des Rakubrandes.

in kaltes Wasser zu tauchen.

Seine Anfänge finden sich in Korea und auch in Japan, wo bis heute in der 15. Generation die­ses Freibrandverfahren fortge­führt wird. Daß es sich dabei um eine Kunst handelt und Wohl­gefühl, Freude, Glück(so die

bis zur Vollendung der entste­henden Keramiken notwendi­gen Arbeitsschritte beobachtet Oder gar selbst ausführt. Das im Glasurbrand glühend geworde­© Stück wird in Sägespänen &cräuchert, anschließend in kal­(cs Wasser getaucht und poliert. le auf diese Weise gefertigten Jüge, Vasen, Tassen, Kannen, 18uren und vieles andere mehr

1duelle Handschriften, weil berflächenstruktur und Gila­urfarbe nur bedingt vorherseh­ST Sind. Es bleibt für die Künstler und"auch die Zu­

Eveline Joppien(I.) entnimmt dem Ofen fertig gebrannte Kera­miken, um sie in Sägespänen zu räuchern und anschließend

schauer bis zum Schluß ein spannendes Unternehmen.

Eveline Joppien(künstlerische Leiterin des Projektes) hatte die Idee und den Elan, sie umzu­setzen, mitihren Studenten der Freizeitpädagogik und der Primarstufe Kunst in die Glin­dower Ziegelei zu ziehen, d. h. Räume, Ton und Brennofen dort für die Ausbildung zu nut­zen. Studenten des fakultativen Keramikkursesproduzieren,

Foto: Eckardt

unter fachkundiger Anleitung von Frau Joppien, ebenfalls in Glindow. Sie alle denken aber nicht nur an den eigenen Be­darf. Wenn in diesen Tagen Kunden die Ziegelei aufsuchen, wird ihnen die künstlerisch ver­kleidete Wand der Lagerhalle auffallen. Zehn StudentInnen haben sie mit fehlerhaften und nicht mehr verwendbaren Zie­geln verziert, also eine Kunst­wand geschaffen. Weiter ge­plant sind Plastiken aus Stein­und Ziegelton für das Universi­tätsgelände in Golm.

Übrigens lohnt sich ein Besuch der Ziegelei in Glindow auch aus einem anderen Grund. Dort befindet sich der älteste auf dem Territorium der ehemaligen DDR erhaltene, vom Berliner Baumeister F. Hoffmann 1858 erfundene, Ziegelringofen.

Dr. Barbara Eckardt

Bus fahren, ohne zu bezahlen! Für die Studenten der Universi­tät Potsdam könnte es Realität werden: DieArbeitsgruppe Verkehr des Studentenrates der Uni möchte ein Semestertik­ket für Studierende einführen.

Dabei zahlt jeder Student zu Se­mesterbeginn eine feste Summe an den Studentenrat, dieser zahlt für alle Studenten zusam­men an die örtlichen Nahver­kehrsbetriebe. Dafür kann dann

a|jeder Student ein Semster lang ||umsonst Busse und Bahnen be­

nutzen. Der Dreh bei der Sache:

||Jeder zahlt unabhängig davon,

wie oft er öffentliche Verkehrs­

||mittel nutzt. So sollen auch Au­||tofahrer zum Umsteigen bewegt

werden.

Die studentischen Verkehrsex­perten haben jetzt die Ergebnis­se einer Umfrage vorgelegt, mit der sie Verkehrsströme und Ak­zeptanz eines Semestertickets untersuchen wollten. Die Er­gebnisse bergen eine gute und ein schlechte Nachricht. Die gute: 81% aller Studierenden begrüßen die Einführung eines Semstertickets. Die schlechte: Jeder Student gibt pro Semester im Durchschnitt 80 Mark für öf­fentliche Verkehrsmittel aus, aber 52% der Studenten wollen

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Spannend bis zum Schluß|Semesterticket für Studierende

höchstens 55 Mark pro Seme­ster zahlen.

Die Studenten von der AG Ver­kehr erwartet also eine Menge Arbeit: Die Kommilitonen müs­sen sicherlich überzeugt wer­den, daß sie etwas mehr als 55 Mark auf den Tisch legen müs­sen. In den Verhandlungen mit den Verkehrsbetrieben von Potsdam und Berlin steht die Aufgabe, die Preise zu drücken. Argumente haben sie genug: Die Verkehrsbetriebe sparen Verwaltungskosten; Busse und Bahnen werden außerhalb der Hauptverkehrszeiten besser ausgelastet; die Betriebe haben feste Einnahmen, die noch dazu im voraus bezahlt werden. Die Städte als Träger der Verkehrs­betriebe lassen sich vielleicht von der Tatsache locken, daß die überfüllten Straßen wenig­stens vom Studentenverkehr be­freit werden und Kostbarer Parkraum gespart wird. Und ein umweltfreundliches Image er­freut wohl jede Kommunalre­gierung. Alles in allem haben die Studenten einige Hoffnung, daß zumindest für die Uni Pots­dam wahr wird: Bus fahren, ohne zu bezahlen.

AG Verkehr

Wie viele würden ein Semesterticket nutzen?

[1 MB NEIN

2,50%

73,00%

Mi Keine Angaben

Entnommen:Auswertung der Umfrage zum Semesterticket, durchgeführt von der AG Verkehr der Uni Potsdam