Nr. 18/93— Seite 16
KULTUR
Siegward Sprotte— Aug' in Auge
Jahrelang ist er mein Vorbild für meine Malerei, er— Meister der Aquarellmalerei. Welche Freude erfaßte mich, als ich erfuhr, ihn persönlich kennenlernen zu können, wenn er drei Vorträge in unserer Universität hält!
Dann stand er vor uns— dieser weise Mann. Viele waren gekommen, um ihn zu erleben. Mit Spannung lauschten wir seinen von Lebenserfahrung, Kunstverständnis und besonderer Sensibilität für Harmonie und Disharmonie unserer Welt getragenen philosophischen Ausführungen. So erfuhren wir von seiner Freundschaft mit dem berühmten Staudenzüchter Karl Förster, von seiner Faszination des„Blau‘— des Blau des von Karl Förster gezüchteten Rittersporns, des Cöllin Blau, des Preußisch Blau, des
Königs Blau, des Blau des Himmels, von seinen emotionalen Erfahrungen dieser nachhalti
gen Wunderwirkung des Blick-| kontakts, des offenen Blicks in; das Auge eines anderen Men
schen. Wie großartig, daß es uns gege
ben ist, auf unterschiedlichste|
Weise Augen-Blicke beständig zu machen, festzumachen und dabei Anregungen zu holen aus Reproduktionen seiner Bilder, seiner fixierten Blicke für unsere Welt! Dank dafür, daß wir seine Bilder genießen dürfen! Wir freuen uns auf die erneute Begegnung mit_Siegward Sprotte am 9. Dezember 1993, wenn er uns sicher wieder in seinen Bann zieht mit seinen Worten über„Naturästhetik und Kunstästhetik“.
Rosemarie Steinbach
Für einiges Aufsehen sorgte am 17. 10. 1906 eine Zeitungsmeldung:
„Ein als Hauptmann verkleideter Mensch führte gestern eine von Tegel kommende Abteilung Soldaten nach dem Köpenicker Rathaus, ließ den Bürgermeister verhaften, beraubte die Gemeindekasse und fuhr in einer Droschke davon.“
Diese wohl jedem bekannte Geschichte verarbeitete Carl Zuckmayer in seinem 1931 erschienenen„deutschen Märchen“.
In Potsdam hatte das Stück„Der Hauptmann von Köpenick“ im Juni Premiere. Am 18. Dezember, 19.30 Uhr ist es wieder im Theaterhaus Am Alten Markt zu sehen. Foto: Jauk
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