Heft 
(1.1.2019) 12
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HOCHSCHULLEBEN

Nr. 12/94-Seite 15

offen, konsequent. Ansonsten hats keinen Zweck. Und wenn wir das alle wollen, dann brau­chen wir auch nicht zu fragen: Herr Enderlein, Herr Mitzner, vielleicht könnte man ja mal.. sondern wir müßten damit selber beginnen. Denn Opfer/Täter sind wir alle, die Frage ist nur, wie wir damit umgehen, ob wir uns als arme kleine Idioten hin­stellen, die von nichts gewußt haben und für nichts können oder als Menschen, die wenig­stens ein wenig in der Lage sind, ihre Umwelt zu beeinflussen. Noch sind die Leute da, die da­beigewesen sind, noch ist unser Bild von der DDR nicht so ver­schwommen, daß wir uns an nichts mehr erinnern könnten.

Stephan Telschow V/94

Joschka Fischer kommt

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Politik aus erster Hand spricht am 29. Mai 1994, 18.00 Uhr, der Mini­ster für Umwelt, Energie und Bun­desangelegenheiten und Stellvertre­ter des Ministerpräsidenten des Lan­des Hessen, Joschka Fischer, zum ThemaMöglichkeiten und Gren­zen ökologischer Politik.

Alle Studierenden und Mitarbeiter sind herzlich eingeladen. Die Veran­staltung findet im Unikomplex II, August-Bebel-Straße 89, Hörsaal II. statt.

Die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät verabschiedet die ersten Diplom-Politikwissenschaftler

Potsdam-Babelsberg im Früh­jahr 1994, Dekanat des Fachbe­reiches Politikwissenschaft: Die ersten zwölf Absolventen des Diplomstudienganges Politik­wissenschaft nehmen ihre Di­plome entgegen.

Aus den Händen des Dekans des Fachbereiches, Prof. Wilhelm Bürklin, des Prüfungsausschuß­vorsitzenden, Prof. Günter Behrmann, und in Anwesenheit von Frau Lembcke als Vertrete­rin des Prüfungsamtes der Uni­versität erhalten sie die Früchte einer letztlich siebenjährigen wissenschaftlichen Ausbildung, niedergeschrieben auf amtlich gesiegeltem Papier.

Im Jahre 1987 als zukünftige di­plomatische Vertreter eines in­zwischen nicht mehr existenten Staates immatrikuliert, hatten sie, so Prof. Bürklin in seiner kurzen Ansprache anläßlich der Übergabe, nicht nur die Proble­me eines Studiengangwechsels zu kompensieren. Sie mußten auch erleben, unter völlig unter­schiedlichen politischen Ver­hältnissen ihre wissenschaftli­che Ausbildung aufzunehmen und abzuschließen. Daß die zwölf Absolventen nur weniger als die Hälfte der 1987 einge­

schriebenen Matrikel verkör­pern, zeigt schon ein wenig die Tiefe der Einschnitte des Jahres 1989 auf. Was aber für den ein­zelnen Menschen zweifelsohne eine teilweise erhebliche indivi­duelle Belastung darstellte, war für den angehenden Sozialwis­senschaftler die nahezu einmali­ge Chance der direkten theoreti­schen und empirischen Beglei­tung eines umfassenden System­wechsels. Inwieweit es ihnen gelingt, diese Erfahrungen in ihre spätere Tätigkeit einzubrin­gen, wird sich zeigen.

Eines wurden sie von Prof. Bürklin jedoch mit Nachdruck

versichert: Die Tore der Univer­sität stehen für ihre Absolventen jederzeit offen, und sie legt größten Wert darauf, mit ihnen auch weiterhin Kontakt zu hal­ten. Zur symbolischen Unter­mauerung dieses Wunsches überreichte der Dekan sodann einem jeden Diplomanden zum Zeichen der Verbindung einen Binder mit dem Logo der Uni­versität. Ein Luxus, so Bürklin, den sich die Universität in Anbe­tracht wachsender Studenten­zahlen bei den nächsten Diplo­mierten nicht mehr leisten kann.

Jörg Machatzke

Physiksludenten besichtigten Hahn-Meitner-Institut

Auf Initiative des Institutes für Festkörperphysik war es einer Studentengruppe ermöglicht worden, sich vor Ort mit der Hi­storie und der gegenwärtigen und perspektivischen Forschung des Hahn-Meitner-Institutes (HMI) bekannt machen zu lassen.

Das HMI im Südwesten Berlins (in unmittelbarer Nähe der Glie­nicker Brücke) erbaut, ist eine überregionale Großforschungs­einrichtung und arbeitet vor al­lem in der Grundlagenforschung auf physikalischen und chemi­schen Gebieten. Von den insge­samt rund 800 Mitarbeitern des HMI sind etwa 400 Naturwis­senschaftler.

Nach einer theoretischen Einfüh­

rung, der Strahlenschutzbeleh­rung mit Ausgabe von Dosime­tern ist dann der Forschungsre­aktor BER II besichtigt worden. Er ist, wie die meisten Kern­spaltungsreaktoren für die Forschung, ein sogenannter Schwimmbadreaktor; das Wasser im Becken dient gleicher­maßen als Moderator, als Kühl­mittel und als Strahlenabschir­mung. Die bei der Spaltung der Atomkerne des Urans freiwer­denden Neutronen werden im Wasser abgebremst. Diese soge­nannten thermischen Neutronen haben eine mittlere Geschwin­digkeit von etwa 2 Kilometer pro Sekunde. Mit diesen thermischen Neutronen kann man atomare

Strukturen untersuchen, wie z. B. Kristallgitter. Noch stärker abgebremste, sogenanntekalte Neutronen, werden zu Untersu­chungen auf dem Gebiet der Metall- und Werkstofforschung eingesetzt.

Anschließend wurde der Schwer- ionenbeschleuniger VICKSI (Van-de-Graaff-Isochron-Cyclo- tron-Kombination für schwere Ionen) besichtigt. Die große Bandbreite der Endenergie, die Vielzahl an Ionensorten erlauben ein breites Spektrum von For­schungsthemen der Atom-, Fest­körper- und Kernphysik.

Eine beeindruckende Exkursion in die Vielfalt kemphysikalischer Meßtechnik und deren Anwen­

dung in der Grundlagenfor­schung und eine hervorragende Ergänzung zur universitären Ausbildung der Studierenden in der Kernphysik.

Eine beeindruckende Exkursion in die Vielfalt kemphysikalischer Meßtechnik und deren Anwen­dung in der Grundlagenfor­schung und eine hervorragende Ergänzung zur universitären Ausbildung der Studierenden in der Kernphysik.

Weil die Resonanz der Studen­ten groß, die maximale Teilneh­merzahl aber begrenzt ist, ist für das Wintersemester eine weitere Exkursion zum HMI vorgesehen.

Günter v. Szada- Borryszkowski