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(1.1.2019) 02
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STUDIOSI

MEHR STUDENTEN ZUR FORDERUNG VORSCHLÄGEN

Die Studienstiftung des deutschen Volkes sucht engagierte junge Leute

Die drei ersten Stipendiaten der Studienstiftung des deutschen Volkes an der Universität Potsdam sind Udo Krause, Maren Bedau und Ralf Schmauder (von hnks nach rechts), hier mit ihrem Betreuer, Prof. Dr. Wilhelm Bürklin (2. von rechts). Foto:Rüffert

In dem Wunsch, daß mehr Studenten in den Genuß der Förderung durch die Stu­dienstiftung des deutschen Volkes kom­men, sind sich Maren Bedau, Ralf Schmauder, Udo Krause und der Ver­trauensdozent der Stiftung an der Uni­versität Potsdam, Prof. Dr. Wilhelm Bürklin, einig. Die angehende Juristin, der künftige Biochemiker und der bal­dige Diplom-Biologe sind die ersten Studenten an der Potsdamer Hochschu­le, die eine Förderung über diese Stif­tung erhalten. Voraussetzung ist - so ein Grundsatz der Stiftung -Können, Initiative und Verantwortungsbewußt­sein weit über dem Durchschnitt ihrer Altersgruppe.

Im dritten Semester studiert Ralf Schmauder Biochemie, davon zwei Semester in Potsdam. Für die Anlaufschwierigkeiten dieses Studi­enganges an der neuen Universität bringt er Verständnis auf;nur die Abstimmung der beteiligten Fachrichtungen ist noch nicht ganz optimal". Sein Stipendium geht auf ei­nen Vorschlag der Schule zurück. Der Bewil­ligung gingen Gespräche und Diskussions­runden mit verschiedenen Wissenschaftlern im Erzgebirge voraus. Über Fachliches hin­aus waren auch allgemeine Themen gefragt, so der Komplex der Entwicklungshilfe und Probleme der Gentechnik.

Jedes Semester fertigt Ralf Schmauder nun einen zweiseitigen Bericht für die Stiftung an, in dem er über jene Dinge berichtet, die ihm in dieser Zeit wichtig waren - über Fachli­ches hinaus. Mit auf die Reise gehen die Scheine über Lehrveranstaltungen und Prak­tika.

Maren Bedau, gebürtig in Rheinland-Pfalz, hat sich gezielt eine kleine Universität fürs Studium ausgesucht, gleichwohl sie keine richtige Vorstellung mit der Potsdamer Hochschule verband. Mit ihrer Wahl ist sie insgesamt zufrieden, denndas Lehrangebot ist gut, und es gibt sehr gute Profs hier". Kummer bereitet ihr die Ausstattung der Bi­bliothek, die sie als unzureichend einschätzt. Da ihr politisches Leben an der Universität fehlt, arbeitet sie außerhalb in unterschied­lichen Gremien von Jungdemokraten/Junge Linke (z. B. im Bundeshauptausschuß) mit. Dort investiert sie Zeit und Kraft in die Her­stellung einer Zeitung und in die Mitarbeit bei Landesarbeitskreisen, was sie jedoch als eigene Fortbildung versteht. Die Vorlesungs­und DiskussionsreihePolitik aus erster Hand an der Universität findet ihr Interes­se. Sie würde sich wünschen, daß es neben dem Lehrangebot mehr Möglichkeiten zur Information und Diskussion über die spezi­elle Geschichte der Universität Potsdam gäbe

(vielleicht in einer ArtTag der offenen Tür). Alle Kinderkrankheiten und Erfolge des Uni­versitätsaufbaus miterlebt hat Udo Krause in den neun Semestern seines Studiums. Als es möglich wurde, Diplombiologie zu studieren, wechselte er vom Lehrerstudium der Fächer Biologie und Chemie zur neuen Richtung. Die Gestaltung dieses Studienganges erlebte er hautnah mit. So galt es u. a., die Struktur der Ausbildung und arbeitsfähige Institute zu schaffen sowie eine Prüfungsordnung zu er­arbeiten. Inzwischen stellt das Studium hohe Anforderungen.

Beispielsweise liegt der Praktikumsanteil um zwei Drittel höher als in den alten Ländern. Riesenvorteile in Potsdam sind, daß Profes­soren mit einem breiten Spektrum berufen wurden, persönliche Kontakte zwischen Leh­renden und Studierenden bestehen und man überall ohne Warten einen Praktikumsplatz erhält."

Udo Krause engagiert sich stark für die Fach­schaft Biologie, die er aufgebaut hat. Aller­dings berichtet auch er über die mangelnde Aktivität von Kommilitonen. Sie wäre vonnö­ten, denn er trägt viele Ideen mit sich her­um. So schwebt ihm ein Service-Katalog für Studenten vor, ferner eine Folien- und eine Klausurensammlung. Wenn sich neue Stu­denten einschreiben, sollte auch jemand von der Fachschaft anwesend sein. Vorstellen könnte er sich ferner Busfahrten für die Neu­ankömmlinge, auf denen sie die ganze Uni­versität kennenlernen (so etwas gab es be­reits). Den Fakultätsrat empfindet er - wie manch anderer Student - nicht als die Ebe­ne für Veränderungen im Sinne der Studen­ten. Dafür brauche es andere Ebenen.

Alle drei Potsdamer Studenten wirken ohne Zweifel im Sinne der ursprünglich 1925 in

Dresden gegründeten Stiftung. Sie wurde 1948 in Bad Godesberg wiedererrichtet und hat seit ihrer Gründung mehr als 30 000 Stu­dierende unterstützt. Derzeit erhalten jedes Jahr etwa 4500 Stipendiaten eine Förderung. 1300 kommen pro Jahr neu dazu. Der Haus­halt beträgt 40 Millionen DM.

Die Gelder kommen vom Bund, von den Län­dern, vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, von großen und kleinen Stif­tungen, aus Städten und Landkreisen sowie von privaten Spendern. Mit im Kuratorium vertreten sind die Präsidenten aller großen Wissenschaftsorganisationen. An der Spitze des Vorstandes der Stiftung steht der Nobel­preisträger Prof. Dr. Manfred Eigen.

Die Stiftung sieht ihre Aufgabe darin, Spitzenleute unter den Studierenden zwi­schen der Reifeprüfung und dem Promotions­abschluß geistig und materiell zu fördern. Gesucht werden junge Menschen,die durch ihre bisherigen Leistungen in selbst gewähl­ten Arbeits- und Interessenbereichen bewie­sen haben, daß sie mit persönlichem Einsatz etwas aus ihrem Können gemacht haben und daß sie dies mit wacher Verantwortung für Wissenschaft und Beruf, für den Mitmen­schen, für die Allgemeinheit und für sich selbst tun.

Die Aufnahme in die Studienstiftung erfolgt auf Vorschlag, Selbstbewerbung ist nicht möglich. Der Kreis der Vorschlagsberechtig­ten ist umfangreich, wobei immer die Gesamtpersönlichkeit gefragt ist. Ist eine positive Entscheidung gefallen, gibt es ein monatliches Büchergeld von 150,- DM, in Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Lage der Familie ein Lebenshaltungsstipendium in Anlehnung an das BAföG, jedoch ohne Rückzahlungspflicht sowie andere materiel-

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PUTZ 2/95