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(1.1.2019) 03
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EINEKLEINE SENSATION" IN BRANDENBURG

Universität Potsdam Sitz des ersten Australien-Zentrums der Bundesrepublik

Ein zweifellos feierlicher Moment: Der Eintrag des australischen Premierministers Paul Keating (Mitte) in das Goldene Buch. Links von ihm seine Frau Annita, rechts Manfred Stolpe. Foto: Puffert

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Alskleine Sensation bezeichnete der brandenburgische Ministerpräsident Manfred Stolpe die Eröffnung des inter­disziplinären Zentrums für Australien­forschung an der Universität Potsdam. Der offiziellen Eröffnungsfeier, die am 10. März im Schloß Cecilienhof stattfand, wohnten als Redner neben dem branden- burgischen Ministerpräsidenten auch der australische Premierminister Paul Keating und Rektor Prof. Dr. Rolf Mitzner bei. Ihre Aussagen über das Zentrum alsneues Bindeglied zwischen den Partnern Au­stralien und der Bundesrepublik Deutsch­land wurden von über 100 geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft, Wissen­schaft und Kultur aufmerksam verfolgt. Das Australien-Zentrum der Potsdamer Hochschule stellt das erste Institut seiner Art in der Bundesrepublik Deutschland dar. Die Schirmherrschaft für dieses Zen­trum übernahmen gemeinsam die beiden Parlamentspräsidenten, Michael Beahan und Prof. Dr. Rita Süßmuth.

Wir sind sehr froh, daß wir nach jahrelan­ger Vorbereitung nun zur Gründung des Australien-Zentrums schreiten können, be­tonte Prof. Dr. Rolf Mitzner im Zuge der Er­öffnungsfeier, die er als den Abschluß einer dreijährigen Planungsphase deutscherund australischer Akademiker sowie des Senats der Potsdamer Universität bezeichnete. Dieses zehnte interdisziplinäre Zentrum der

Entspanntes Plaudern nach der offiziellen Eröff­nung: der australische Premier Paul Keating, Rektor Prof. Dr. Rolf Mitzner und der deutsche Gründungsdirektor des Australien-Zentrums, Prof. Dr. Wilhelm Bürklin (von rechts nach links).

Foto: Rüffert

Hochschule soll künftig Initiator, Koordina­tor und Träger australienbezogener For­schung und Lehre sein, als Lieferant von In­formationen für die wirtschaftliche Zusam­menarbeit fungieren, den kulturellen Aus­tausch befördern und eine Begegnungs­stätte für dieAustralian Community und Australieninteressierte im Großraum Berlin- Potsdam darstellen. Bereits jetzt beteiligen sich Wirtschaftswissenschaftler, Anglisten und auch zahlreiche Naturwissenschaftler der Universität an der australienbezogenen Forschungsarbeit. Eine Ausdehnung auf weitere Wissenschaftsdisziplinen ist vorge­sehen, wobei ausdrücklich auch Studieren­de mit einbezogen werden und von dem verstärkten Austausch profitieren sollen. Neben regelmäßigen australienbezogenen Lehrveranstaltungen in den Bereichen Sprache und Literatur, Geographie, Ge­schichte, Wirtschafts- und Politikwissen­schaften sowie Soziologie ist darüber hin­aus der schrittweise Aufbau eines interdis­ziplinären GraduiertenkollegsAustralian Studies geplant. Ferner sollen Informati­onsveranstaltungen zu Fragen der Wirt­schaft, Gesellschaft, Politik und Kultur mit australischen und deutschen Referenten angeboten werden. Doch auch Ausbil- dungsgänge für Interessenten aus der Wirt­schaft sind geplant. Ihnen möchte man po­litische, kulturelle und sprachliche Fähig­keiten vermitteln, die für den Zugang zu pa­zifischen Märkten erforderlich sind.

Die Betonung dieses wirtschaftlichen As­pektes lag vor allem dem australischen Pre­mierminister Paul Keating am Herzen. So

betonte erin seiner Rede anläßlich der Er­öffnung des Zentrums:Australien ist ent­schlossen, zu neuen Ufern aufzubrechen. Es legt großen Wert auf neue Entwicklun­gen im Bereich der Wirtschaft und hofft, daß sich das Australien-Zentrum der Potsdamer Universität zu einer Verbindungsstelle zwi­schen beiden Partnern entwickelt. Insge­samt, so Keating, verfügten die Bundesre­publik und Australien zwar bereits über harmonische politische und wirtschaftliche Beziehungen; doch wären die Kenntnisse über das moderne Australien durchaus noch verbesserungsfähig.

Dieser Einschätzung konnte Ministerpräsi­dent Manfred Stolpe nur zustimmen. In be­zug auf Brandenburg ging er dabei sogar noch einen Schritt weiter und wertete die Gründung des Australien-Zentrums alsein Signal für den Aufbruch aus erzwungener Provinzialität. Wir haben nun die Chance, an moderne Entwicklungen anzuschlie­ßen , erklärte Stolpe und bekundete die Be­reitschaft der Landesregierung, bei noch zu klärenden Fragen - wie beispielsweise der der räumlichen Unterbringung des neuen Australien-Zentrums -entschieden mitzu­helfen.

Dies vernahm nicht nur der deutsche Grün­dungsdirektor des Zentrums, Prof. Dr. Wil­helm Bürklin, mit großem Interesse. Denn schließlich wurden von australischer Seite bereits einige Vorleistungen erbracht, die insgesamt eine Summe von rund 200.000 Australischen Dollars ausmachen. Ihr Kooperationsinteresse haben nach Anga­ben des australischen Co-Direktors Peter

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PUTZ 3/95