Heft 
(1.1.2019) 05
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MARSCH INS KÖRBCHEN" BEIM USV

Tolle Atmosphäre bei den 1. Potsdamer Basket-Open

Im Anfang war diesmal die Idee: Potsdamer Stadtligen, etwa im Volleyball, gibt es be­reits seit längerem - warum eigentlich nicht im Basketball? Der Idee folgten klärende Worte: mit den Vereinsverantwortlichen des USV die die Halle stellen sollten, und mit denPotsdamer Neuesten Nachrichten, die als Tägeszeitung die Präsentation über­nahmen. Nach der Idee und den Worten schritten die Uni-Basketballer zur Tät und ließen am 6. und 7. Mai den Tfestballon Potsdamer Basket-Open95. Erste Offene Potsdamer Stadtmeisterschaften im Basket­ball 1 ' steigen. Der Ballon stieg in ungeahn­te Höhen. Mit etwa zehn Tteams hatten die studentischen Veranstalter gerechnet - 21 Tteams traten zum Sprungball an. Korb­künstler zwischen 12 und 50 Jahren wagten den Wurf, so daß schließlich doch zwei Al­tersklassen -Jugend (unter 16Jahren) und Offene Klasse - eingerichtet werden muß­ten. In 49 Spielen ermittelten die fast 200 Basketballer denSieger Jugend und den Meister". Bereits am Sonnabend spielten die Jugendlichen um ihren Titel. DasHelm- holtz-lteam gewann das Finale gegen die MVP-Kids deutlich mit 52:17. Dritter wur­deDieselmotor Potsdam, hinter dem sich ebenso wie hinter den zweiten die USV-C- Jugend (14/15 Jahre) verbirgt. Eine große Preisverlosung (Bälle, T-Shirts) bildete den Höhepunkt des ersten Basket-Open-läges. Die Play-offs um den Meistertitel fanden am Sonntag statt. In den Halbfinals ging es da­bei am spannendsten zu. Zunächst behiel­tenDie fliegenden Eulen gegen dieGel­tow gamblers, überwiegend jugendliche OSC-Spieler, mit 23:22 (15:10) die Ober­hand. Im Parallelspiel trafen die USV-Män- ner auf ihre eigene erweiterte B-Jugend, dasWC-Tteam. Nach einem 29:29 (15:20) glückte dem Uni-Nachwuchs imsudden death nach sage und schreibe drei Minu­ten der 30:29-Sieg. Den Platz 3 eroberte an­schließend der USV (37:26 über die Gel­tower), den Meistertitel holte sich recht mühelos das WC-Tteam (75:54 überDie fliegenden Eulen). Die Bilanz der USV- Tteams kann sich erwartungsgemäß sehen lassen: ein erster, ein zweiter und zwei drit­te Plätze. Damit bestätigten die Um-Korb- jager ihre ordentlichen bis überzeugenden Leistungen in den abgeschlossenen Lan­deswettbewerben der Saison 1994/95. Und nach diesem schönen Erfolg mit den Bas­ket-Open wird der USV im nächsten Jahr gewiß eine zweite Stadtmeisterschaft aus- richten: Eine tolle Atmosphäre unter den vielen Zuschauern und Spielern, Einzel­kunststückchen mit Szenen-Applaus sowie faire Partien waren eine Werbung für den Basketballsport in der Landeshauptstadt.

Stefan Köhler

Ä*

Basketballer versammelten sich zu den1. Pots­damer Basket-Open in der Golmer Sporthalle.

Foto: Rüffert

Auch östlich der Elbe hatte der Fbßball im­mer hervorgehobene Bedeutung: So wurde der WM-Sieg 1954 der bundesdeutschen Rrßball-Auswahl nach den Recherchen vom Fachautor Arthur Heinrich (Bonn) in Ost- und Westdeutschland mit Zustimmung zur Kenntnis genommen.

Der Zeitzeuge Wolfgang Hempel (Radio DDR) kommentierte damals live und sprach sich aus sportlichen Gründen für das unterlegene Tteam aus Ungarn aus. Die Folgen: wochenlang eingeschlagene Fen­sterscheiben und über 3000 meist anonyme ablehnende Hörerbriefe. Günter Simon von der ehemaligen Fußballwoche (fuwo) kennzeichnete den daraufhin folgenden Weg des Füßballs in der DDR mit den Wor­ten: Er war eineDroge für das Volk.Je­der kannte die Flißballer, doch selbst die Spitzenruderer waren in der breiten Öffent­lichkeit total unbekannt. Die Bezirkschefs der SED und viele Kombinatsdirektoren hielten sich ihre Mannschaften, wie sogar

Vorderer Platz der Leichtathleten

Eine kleine Delegation der besten Leicht­athleten der Universität Potsdam war bei den Internationalen Deutschen Hochschul­meisterschaften in Marburg vertreten. Im Feld der 98 gemeldeten Hochschulen wur­de durch beachtliche Einzelplazierungen ein vorderer Platz in der Gesamtwertung erzielt.

Besonderen Anteil hatten dabei Daniela Köpernick im Stabhochsprung (2. Platz mit 3,50 m), Kerstin Unterstem, Andrea John, Kathrin Tfechöpe und Steffi Gläser in der 4 x 400 m Staffel (3. Platz), Kathrin Thchöpe im 800 m Lauf (4. Platz), Holger Laube, Lars Steinhöfel, Folker Müller, Andreas Röhl in der 4 x 400 m Staffel (3. Platz) und Marco Runge im 800 m Lauf (4. Platz). Alle Athle­tinnen und Athleten gaben ihr Bestes und warben so für das Ansehen der Uni Pots­dam. Helmut Baumann

der ehemalige DTSB-Präsident Manfred Ewald jüngst selbstkritisch feststellte. Auch deshalb konnte der Füßball trotz einzelner Erfolge international nie den Stand anderer Sportarten in der DDR-Zeit erreichen. Dr. Spitzer zeigte, daß sich die Parteispitze 1966 erstmals mit illegalen Verhältnissen auseinandersetzte und verwies anhand ei­nes Dokumentes von 1955 auf das Problem, daß praktisch jeder SED-Politiker sich als vermeintlicher Fußballfachmann einmi- schen wollte. Die seinerzeit von Simon un­ter schweren persönlichen Konsequenzen veröffentlichte Darstellung der Bevorzu­gung des Erich Mielke-Renommierclubs Berliner FC leitete zum letzten Tteil über. Prof. Tteichler stellte die bislang unbekann­ten Fakten und Zahlen zur Fan-Problematik dar, die zur DDR-Zeit schlichtweg geleug­net wurde. Und das, obwohl sie in der Form (Art der Parolen und Zerstörungswut) der Bundesrepublik weitgehend entsprach.

G.S.

VON DER MISERE DES EINSTIGEN DDR-FUSSBALLS

Forum Sport des Instituts für Sportwissenschaft

Das Forum Sport des Instituts für Sportwissenschaft wird im laufenden Semester durch den Arbeitsbereich Zeitgeschichte des Sports und mit Unterstützung der Universität Potsdam fortgeführt. So standen am 11. Mai 1995 Fragen von Kontinuität und Neuan­fang vor 50 Jahren anhand von hochkarätigen Zeitzeugen (damnter der ehemalige ZDF- Chefredakteur Reinhard Appel) sowie Sachvorträge von Prof. Dr. Hans Joachim Teichler und Dr. Giselher Spitzer aus dem Institut für Sportwissenschaft im Mittelpunkt. Beim zweiten Termin am 18. Mai 1995 ging es dann umFans, Geld und Politik im DDR-Fuß- ball, wobei erneut Ergebnisse der wissenschaftlichen Arbeit des Arbeitsbereiches mit Sicht und Erlebnissen von Zeitzeugen konfrontiert wurden.

PUTZ 5/95

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