„MARSCH INS KÖRBCHEN" BEIM USV
Tolle Atmosphäre bei den 1. Potsdamer Basket-Open
Im Anfang war diesmal die Idee: Potsdamer Stadtligen, etwa im Volleyball, gibt es bereits seit längerem - warum eigentlich nicht im Basketball? Der Idee folgten klärende Worte: mit den Vereinsverantwortlichen des USV die die Halle stellen sollten, und mit den „Potsdamer Neuesten Nachrichten“, die als Tägeszeitung die Präsentation übernahmen. Nach der Idee und den Worten schritten die Uni-Basketballer zur Tät und ließen am 6. und 7. Mai den Tfestballon „Potsdamer Basket-Open ’95. Erste Offene Potsdamer Stadtmeisterschaften im Basketball 1 ' steigen. Der Ballon stieg in ungeahnte Höhen. Mit etwa zehn Tteams hatten die studentischen Veranstalter gerechnet - 21 Tteams traten zum Sprungball an. Korbkünstler zwischen 12 und 50 Jahren wagten den Wurf, so daß schließlich doch zwei Altersklassen -Jugend (unter 16Jahren) und Offene Klasse - eingerichtet werden mußten. In 49 Spielen ermittelten die fast 200 Basketballer den „Sieger Jugend“ und den „Meister". Bereits am Sonnabend spielten die Jugendlichen um ihren Titel. Das „Helm- holtz-lteam“ gewann das Finale gegen die „MVP-Kids“ deutlich mit 52:17. Dritter wurde „Dieselmotor Potsdam“, hinter dem sich ebenso wie hinter den zweiten die USV-C- Jugend (14/15 Jahre) verbirgt. Eine große Preisverlosung (Bälle, T-Shirts) bildete den Höhepunkt des ersten Basket-Open-läges. Die Play-offs um den Meistertitel fanden am Sonntag statt. In den Halbfinals ging es dabei am spannendsten zu. Zunächst behielten „Die fliegenden Eulen“ gegen die „Geltow gamblers“, überwiegend jugendliche OSC-Spieler, mit 23:22 (15:10) die Oberhand. Im Parallelspiel trafen die USV-Män- ner auf ihre eigene erweiterte B-Jugend, das „WC-Tteam“. Nach einem 29:29 (15:20) glückte dem Uni-Nachwuchs im „sudden death“ nach sage und schreibe drei Minuten der 30:29-Sieg. Den Platz 3 eroberte anschließend der USV (37:26 über die Geltower), den Meistertitel holte sich recht mühelos das WC-Tteam (75:54 über „Die fliegenden Eulen“). Die Bilanz der USV- Tteams kann sich erwartungsgemäß sehen lassen: ein erster, ein zweiter und zwei dritte Plätze. Damit bestätigten die Um-Korb- jager ihre ordentlichen bis überzeugenden Leistungen in den abgeschlossenen Landeswettbewerben der Saison 1994/95. Und nach diesem schönen Erfolg mit den Basket-Open wird der USV im nächsten Jahr gewiß eine zweite Stadtmeisterschaft aus- richten: Eine tolle Atmosphäre unter den vielen Zuschauern und Spielern, Einzelkunststückchen mit Szenen-Applaus sowie faire Partien waren eine Werbung für den Basketballsport in der Landeshauptstadt.
Stefan Köhler
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Basketballer versammelten sich zu den „1. Potsdamer Basket-Open“ in der Golmer Sporthalle.
Foto: Rüffert
Auch östlich der Elbe hatte der Fbßball immer hervorgehobene Bedeutung: So wurde der WM-Sieg 1954 der bundesdeutschen Rrßball-Auswahl nach den Recherchen vom Fachautor Arthur Heinrich (Bonn) in Ost- und Westdeutschland mit Zustimmung zur Kenntnis genommen.
Der Zeitzeuge Wolfgang Hempel (Radio DDR) kommentierte damals live und sprach sich aus sportlichen Gründen für das unterlegene Tteam aus Ungarn aus. Die Folgen: wochenlang eingeschlagene Fensterscheiben und über 3000 meist anonyme ablehnende Hörerbriefe. Günter Simon von der ehemaligen Fußballwoche („fuwo“) kennzeichnete den daraufhin folgenden Weg des Füßballs in der DDR mit den Worten: Er war eine „Droge für das Volk“. „Jeder kannte die Flißballer, doch selbst die Spitzenruderer waren in der breiten Öffentlichkeit total unbekannt.“ Die Bezirkschefs der SED und viele Kombinatsdirektoren „hielten“ sich ihre Mannschaften, wie sogar
Vorderer Platz der Leichtathleten
Eine kleine Delegation der besten Leichtathleten der Universität Potsdam war bei den Internationalen Deutschen Hochschulmeisterschaften in Marburg vertreten. Im Feld der 98 gemeldeten Hochschulen wurde durch beachtliche Einzelplazierungen ein vorderer Platz in der Gesamtwertung erzielt.
Besonderen Anteil hatten dabei Daniela Köpernick im Stabhochsprung (2. Platz mit 3,50 m), Kerstin Unterstem, Andrea John, Kathrin Tfechöpe und Steffi Gläser in der 4 x 400 m Staffel (3. Platz), Kathrin Thchöpe im 800 m Lauf (4. Platz), Holger Laube, Lars Steinhöfel, Folker Müller, Andreas Röhl in der 4 x 400 m Staffel (3. Platz) und Marco Runge im 800 m Lauf (4. Platz). Alle Athletinnen und Athleten gaben ihr Bestes und warben so für das Ansehen der Uni Potsdam. Helmut Baumann
der ehemalige DTSB-Präsident Manfred Ewald jüngst selbstkritisch feststellte. Auch deshalb konnte der Füßball trotz einzelner Erfolge international nie den Stand anderer Sportarten in der DDR-Zeit erreichen. Dr. Spitzer zeigte, daß sich die Parteispitze 1966 erstmals mit illegalen Verhältnissen auseinandersetzte und verwies anhand eines Dokumentes von 1955 auf das Problem, daß praktisch jeder SED-Politiker sich als vermeintlicher Fußballfachmann einmi- schen wollte. Die seinerzeit von Simon unter schweren persönlichen Konsequenzen veröffentlichte Darstellung der Bevorzugung des Erich Mielke-Renommierclubs Berliner FC leitete zum letzten Tteil über. Prof. Tteichler stellte die bislang unbekannten Fakten und Zahlen zur Fan-Problematik dar, die zur DDR-Zeit schlichtweg geleugnet wurde. Und das, obwohl sie in der Form (Art der Parolen und Zerstörungswut) der Bundesrepublik weitgehend entsprach.
G.S.
VON DER MISERE DES EINSTIGEN DDR-FUSSBALLS
Forum Sport des Instituts für Sportwissenschaft
Das Forum Sport des Instituts für Sportwissenschaft wird im laufenden Semester durch den Arbeitsbereich Zeitgeschichte des Sports und mit Unterstützung der Universität Potsdam fortgeführt. So standen am 11. Mai 1995 Fragen von Kontinuität und Neuanfang vor 50 Jahren anhand von hochkarätigen Zeitzeugen (damnter der ehemalige ZDF- Chefredakteur Reinhard Appel) sowie Sachvorträge von Prof. Dr. Hans Joachim Teichler und Dr. Giselher Spitzer aus dem Institut für Sportwissenschaft im Mittelpunkt. Beim zweiten Termin am 18. Mai 1995 ging es dann um „Fans, Geld und Politik im DDR-Fuß- ball“, wobei erneut Ergebnisse der wissenschaftlichen Arbeit des Arbeitsbereiches mit Sicht und Erlebnissen von Zeitzeugen konfrontiert wurden.
PUTZ 5/95
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