ALLER GUTEN DINGE SIND DREI
Die achte „Ballnacht der Männer" im Rückblick
Ein Rißballhallenmasters in Potsdam? - Ja, das gibt es! Vor genau zehn Jahren hatte Manfred Thieme, Mitarbeiter des Bereiches Hochschulsport, die geniale Idee, für die Studierenden der Potsdamer Hochschule ein Rißballtur- nier zu organisieren. Als dieses Türmer unter den Studenten eine positive Resonanz hervorrief, war ein Highlight geboren. Unter dem Titel „Ballnacht der Männer“ mauserte sich das einst so kleine und bescheidene TUmier zu einem bedeutenden und spektakulären Sportereignis.
Von den anfänglichen Schwiengkeiten der Organisation und Durchführung spricht heute niemand mehr, Dieses groß angelegte Rißballturnier genießt einerseits bei den Studenten schon längst einen Kultstatus. Andererseits bietet die „Ballnacht der Männer" einigen namhaften Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Sport einen geeigneten medienwirksamen Auftritt in die Öffentlichkeit. Für den Erfolg dieser alljährlich im Sommersemester stattfindenden Riesensportfete steht das eingespielte Tändem Manfred Thieme/Siegfried Aldermann. So auch in diesem Jahr.
In der Nacht vom 21. zum 22. März war es für Potsdams Studenten wieder einmal soweit. In der Sporthalle der Heinnch-Mann- Allee fand die allseits geschätzte achte „Ballnacht“ statt. 14 Mannschaften kämpften in zwei Gruppen um die bestmögliche Plazierung. Ein Match dauerte zehn Minuten und wurde mit einem einfachen 4:1-System (ein Torhüter und vier Feldspieler), durchgeführt. Nach insgesamt 42 Vorrundenspielen kam es dann zu den Ausscheidungsspielen, in denen sich die jeweils gleichplazierten Mannschaften der beiden Gruppen gegenüberstanden. Unter den Tbilnehmern befand sich auch wieder ein Gästeteam, welches mit Hans Ullrich
Grapenthin, Klaus Galinat sowie Klaus und Lutz Herber besetzt war. Der Sympathien der über 250 zuschauenden Studenten durften sich aber die Mannschaften „Alemania Golm", „Musik-Tfechnik“ oder „1. FC Ethanol“ erfreuen. Mit Pauken und Trompeten feuerten die Fans ihre Fußballer an.
Während des Türmers hatte man sich um das leibliche Wohl der Spieler und Zuschauer mit einem kleinen Imbiß und kalten Getränken vorsorglich gekümmert, Sonnabend nacht, kurz nach 3.00 Uhr, stand dann das große Endspiel der Ballnacht fest. Die beiden Sportstudentenmannschaften, welche einen schweren Stand bei den Zuschauern hatten, spielten um die Siegertrophäe. Nach einer heraus- geschosseneh frühzeitigen 2:0-Führung der Mannschaft „Traktor Meniskuskicker“ (jüngerer Jahrgang) konnte das Tbam der „Red Bulls" zum 2:2 ausgleichen. Nun dachten alle schon an ein Neun-Meter-Schießen. Doch da wurde die Zahl drei zum Glücksbnn- ger für die „Red Bulls“. Um 3.33 Uhr, drei Sekunden vor dem Spielende konnte Kapitän Ed Bügel (Sven Thoß) mit einem plazierten Schuß ins rechte Eck der 3:2 Siegtreffer erzielen. Damit waren die „Red Bulls“ zum dritten Mal hintereinander die Sieger der Ballnacht. Wie ihr vollständiger Mannschaftsname „T3-Red Bulls“ deutlich machte, mußten sie es schon irgendwie mit der Glückszahl geahnt haben. Tja, aller guten Dinge sind nunmal drei. Ronald Huster
77
Zeichnung: Manfred Sünng
und Brandenburg auf ihren gesamten Entwässerungsbereich wie der Einbau eines Abflußrohres mit größerem Querschnitt in eine Badewanne wirken. Die Dimensionen eines Fließgewässers sind von Natur aus der Wassermenge angepaßt, die aus dem Einzugsgebiet abfließt. Wird der Flußgrund, die Flußsohle, durch Ausbaggern tiefer gelegt, senkt sich auch der Wasserspiegel, wenn nicht sofort, dann im Laufe der nächsten Monate und Jahre, und zwar insbesondere in Zeiten des Wassermangels. Es fließt solange Grundwasser aus dem Flußumland in das ausgebaute Fließ- gewässer, bis sich der Grundwasserstand auf die Tiefe des Fließwasserspiegels ein- reguliert hat. In Zeiten der DDR herrschte die agrarpolitische Doktrin, daß die landwirtschaftliche Produktion durch weitere Entwässerung und Beregnung unter dem Motto Wasser nach Maß“ intensiviert werden könnte. Vermutlich ging der „gesellschaftliche Druck" für die Durchführung daraus resultierender kostenaufwendiger Ausbau- und Meliorationsmaßnahmen seinerzeit vor allem von den „leitenden Kadern" des Meliorationswesens mit ihren 29.000 Mitarbeitern aus, - So wie man auch für den Havelausbau nicht ganz selbstlose Interessenten vermuten kann, wie z. B. Tiefbaubetriebe, die erst vor kurzem mit dem Rhein-Main-Donau-Kanal fertig wurden und sich nun nach neuen großen Aufgaben sehnen, sowie die Besitzer der großen Binnenschiffe, die dann „Vollast" fahren könnten und Konkurrenzvorteile gegenüber kleinen Schiffen bekämen. Wird die Havel wie geplant ausgebaut, führt das mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem weiteren Absinken des Grundwasserspiegels in ihrem Einzugsbereich und zur Beschleunigung des Baumsterbens. Die unendliche Kette sonstiger ökologischer Folgeschäden sind nur zu erahnen. Dr. Hans-Joachim Gläser
Institut für Systematik und Didaktik der Biologie
Der Autor des Beitrages, Dr. Hans-Joachim Gläser, befaßt sich seit seinem Studium mit der Biologie und Ökologie von Wassertieren, insbesondere mit verschiedenen wirbellosen Heren und Fischen. Eine Reihe von Landschaften und Gewässern sind ihm durch seine Untersuchungen seit den fünfziger Jahren bekannt. Daher entstand die Möglichkeit, die Auswirkungen der komplexen Meliorationen und der erneuten Flußausbauten der siebziger und achtziger Jahre zu verfolgen, so in der Altmark und im Bereich der Ökologischen Station Gül- pe der Universität Potsdam an der Unteren Havel. Dabei war er an verschiedenen diese Thematik betreffenden Forschungsvorhaben beteiligt, die nach der Wende vom „World Wide Fund For Nature“ (WWF) unterstützt wurden.
Schwimmer
Die Deutschen Hochschulmeisterschaften im Schwimmen wurden in diesem Jahr vom 26.-28.05.95 in Darmstadt durchgeführt,
Die Uni Potsdam, mit neun Aktiven angereist, hatte hier ihren guten Ruf aus den Vorjahren zu verteidigen.
Mit acht Medaillen (zwei Gold, fünf Silber, einer Bronze) und einem 5. Platz in der Gesamtwertung bei 58 gemeldeten Universitäten und Hochschulen gelang ihr das recht überzeugend.
Hervorzuheben aus dieser geschlossenen Mannschaft sind die Gewinner der Einzel-
überzeugten
medaillen Marcel Häckel (eine Gold, eine Silber, eine Bronze), Carsten Schulz (eine Gold, eine Silber) und Heide Jahn (eine Silber). Für die Siegerzeit von 0:30,05 min, über 50 m Brust wurde Marcel Häckel mit einem Ehrengeschenk für die beste Leistung bei den Männern ausgezeichnet. Die Höhepunkte bildeten aber wie immer die Mixstaffeln (drei Männer, drei Rauen), Über 6 x 50 m Brust und 6 x 50 m Rücken wurde jeweils der 2. Platz belegt, noch vor der sieggewohnten Sporthochschule Köln.
Wolfgang Thielscher
PUTZ 5/95
Seite 30