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RÜCK- UND AUSBLICKE
VON PROF. DR. ROLF MITZNER UND PROF. DR. WOLFGANG LOSCHELDER
Am 30. September dieses Jahres wird die Amtszeit des früheren Rektors der Branden- burgischen Landeshochschule, Gründungsrektors der Universität Potsdam und derzeitigen, erstgewählten Rektors, Prof. Dr. Rolf Mitzner, enden. Dem Potsdamer Naturwissenschaftler, der aus Altersgründen
Prot. Dr. Rolf Mitzner, der derzeitige Rektor.
Foto: Fritze
PUTZ: Prof Mitzner, Sie haben als Rektor der Brandenburgischen Landeshochschule, als Gründungsrektor der Universität Potsdam und als deren erster, gewählter Rektor die Gründerjahre der Universität Potsdam miterlebt und mitgestaltet. Wie würden Sie das heutige Ergebnis dieser Gründungszeit in Form der Universität Potsdam beurteilen wollen? Wo entspricht es Ihren Intentionen und wo nicht?
Mitzner: Ich muß hier ausgehen von dem, was in der Brandenburgischen Landeshochschule gegeben und geplant war, und das Jetzt damit vergleichen. Daß sich die Erwartungen inzwischen verändert haben, ist eine andere Sache. Vom Ausgangspunkt her ist eigentlich alles gelungen, was ich mir damals vorgenommen hatte. Die Institution und der vernünftige, konstruktive Ifeil der Brandenburgischen Landeshochschule blieben erhalten, die neuen Möglichkeiten, die sich durch den gesellschaftlichen Wandel ergeben haben, sind voll zum Tragen
gekommen. Übertroffen wurden die damaligen Ziele zweifellos in der Ausdehnung der Universität, der Mitarbeiter, in der Zahl der Studierenden und vor allen Dingen in der starken Vernetzung mit außeruniversitären Einrichtungen. Das ist zwar damals
nicht mehr kandidieren wollte, wird dann ab dem 1. Oktober der Bochumer Jurist und jetzige Prorektor für Entwicklungsplanung und Finanzen, Prof. Dr. Wolfgang Loschelder, im Amt folgen. Er wurde am 15. Juni 1995 mit 41 Ja- und 14 Nein-Stimmen bei drei Enthaltungen vom Konzil zum
mit angedacht worden, aber daß es so ein Ausmaß und so eine Bedeutung für die Universität annehmen würde, das war bei bestem Willen nicht zu sehen. Ich glaube, daß der Stamm, der Kern der Universität, steht, was die Lehre, die Forschung und die Verwaltung anbetrifft; das müßte ein gutes Rmdament sein, um die letzten 30 bis 50 % auszubauen.
PUTZ: Wo würden Sie die Universität Potsdam heute in der Brandenburgischen Hochschullandschaft und durchaus auch schon im Vorgriff auf die geplante Länderfusion in der Berliner Hochschullandschaft ansiedeln?
Mitzner; Unabhängig von der Fhsion - es ist ja eine Region, in der uns gewissermaßen die Freie Universität näher ist als z. B. Cottbus, möchte ich dazu Folgendes sagen: Die brandenburgische Idee, eine große akademische Einrichtung auf Universitätsniveau mit verteilten Schwerpunkten zu etablieren, das ist doch recht gut gelungen. Aber ich lege mehr Wert darauf, von der Sicht der Studenten im Großberliner Raum auszugehen, und da haben die Studenten eben die Wahl zwischen der FU, TU, Humboldt Universität und der Universität Potsdam. Unsere Trümpfe sind da sicherlich nach wie vor, daß wir verhältnismäßig klein und übersichtlich sind, daß wir in fast allen Fächern eine deutliche Profilierung haben. Unsere Profilierungen sind dabei sehr interessant, man findet sie in Berlin nicht. Dank unserer Kooperation mit zahlreichen außeruniversitären Einrichtungen entsteht ferner eine Großzahl interessanter Forschungsplätze und Lehrmöglichkeiten, die sich eine normale Universität aus ihrem Haushalt gar nicht leisten kann. Dann spielt eine gewisse Rolle, daß in dieser Universität das Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen Studenten, im Lehrkörper, auch zwischen Lehrkörper und Studenten, gut ausgeprägt ist. Hier kennt man seine Professoren noch persönlich, werden die Lehraufgaben von den Professoren ernst genommen und beispielsweise auch die Anfänger
neuen Rektor für eine Amtszeit von vier Jahren gewählt. Für die PUTZ erkundigte sich Myriam Honig bei dem derzeitigen Rektor Rolf Mitzner und dem designierten Rektor Wolfgang Loschelder nach deren Rück- und Ausblicken, Zielen und Schlußfolgerungen:
Vorlesungen im allgemeinen vom Lehrstuhlinhaber gehalten.
PUTZ: Wie beurteilen Sie das inneruniver- sitäre Arbeitsklima an der Universität für deren Mitarbeiter und Angehörige aller Statusgruppen?
Mitzner: Wenn man überlegt, daß aus einer - im wesentlichen jedenfalls - Pädagogischen Hochschule und aus Neuberufenen und Neueingestellten aus 16 Bundesländern etwas zusammengekommen ist, dann ist die Übereinstimmung verhältnismäßig gut. Dies hängt auch damit zusammen, daß das Gründungskonzept des Gründungssenats weitgehend akzeptiert wird. Was die einzelnen Statusgruppen betrifft, so sind unsere Studenten sehr normal, sehr fleißig, sie gehen dauernd zu Vorlesungen und Übungen. Ich sage gelegentlich in den alten Bundesländern, daß unsere Studenten wirklich jeden läg zur Universität kommen;
wir haben praktisch keine Karteileichen. Daß sie politisch genauso wie in anderen Universitäten nicht sonderlich interessiert sind, dokumentieren die Tfeilnehmerzahlen an den entsprechenden Wahlen. Das Verhältnis der Studenten untereinander ist so, daß man Ost und West häufig nur noch an den spezifischen Defiziten in der Vorbildung erkennen kann: den einen fehlt es häufig an technisch/naturwissenschaftlicher Vorbildung, bei anderen sind die Sprachkenntnisse mangelhaft. Der Mittelbau hat sicherlich die komplizierteste Reise hinter sich. Wir haben auch jetzt noch nominell zu viele Mitglieder im Mittelbau. Ich kann jedoch sagen, daß alle Kollegen, die hier sind und nicht zum „normalen“ Bestand gehören, genug zu tun haben. Die lätsache, daß die alten, unbefristeten Arbeitsverträge mit dem Mittelbau bestehen geblieben sind, ist natürlich ein Akt der sozialen Sicherung und ganz bestimmt angemessen für die älteren Angehörigen des Mittelbaus. Es ist aber auch eine Deformation der Struktur, wenngleich wir wohl erhebliche Schwierigkeiten bekämen, unseren hohen Betreuungsgrad ohne sie halten zu wollen. Bei den Professoren konnten wir nach eingehenden Evaluierungen den größten Ifeil
PUTZ 6/95
'Besonders gefahkn hat mir die Ärheit der Dekane im Senat.
Prof. Dr. Rolf Mitzner
Unsere Trofikfindet man in Berdn nkht.
Prof. Dr. Rolf Mitznef
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