Zeichnung: Oliver Weiss
Jahresbilanz
1994
Mit insgesamt über 53.500 geförderten Deutschen und Ausländern im Jahr 1994 gelang es dem Deut
scher Akademischer Austauschdienst (DAAD), sein Austauschvolumen des Vorjahres trotz finanzieller Einschränkungen zu steigern. Innerhalb der neuen EU-Mobi- litätsprogramme SOKRATES und LEONARDO will der DAAD als 'nationale Agentur' seine bishengen Aufgaben fortführen. Allerdings seien die deutschen Studenten, Graduierten und Wissenschaftler noch zu sehr auf Europa und die USA orientiert und wären die deutschen Hochschulen bei den Partnern aus eben diesen Ländern oft nur zweite oder dritte Wahl.Hier besteht nach Meinung von DAAD-Präsident Prof. Dr. Theodor Berchem politischer Handlungsbedarf, um den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Deutschland attraktiv zu halten bzw. zu machen.
Die Steigerung der DAAD-Gesamtbilanz der Geförderten ist vor allem dem dynamischen Wachstum der EU-Programme zu verdanken, das allerdings zu ständig sinkenden Stipendienraten führt. Erfreulich ist primär der zahlenmäßige Anstieg geförderter Ausländer in den DAAD-Programmen um 1.716. Bei den Programmen für Deutsche steigt zwar die Zahl der Bewerbungen um Jahres- und Kurzstipendien, aber die Förderungszahlen bleiben wegen der stagnierenden Haushaltsentwicklung gleich. Interessenten können den Jahresbericht 1994" und die „Berichte der Außenstellen" beim Referat „Presse, Öffentlichkeitsarbeit und Publikationen“ des DAAD erhalten, sie werden nach Anfrage kostenlos zugesandt.
pm.
Berchem wiedergewählt
Mit deutlicher Stimmenmehrheit wurde der amtierende Präsident des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), Prof. Dr. Theodor Berchem, auf der Mitgliederversammlung des DAAD in Bonn in seinem Amt bestätigt und für weitere vier Jahre gewählt. Berchem, Professor für romanische Philologie, ist seit 1988 Präsident des DAAD und zugleich Präsident der Universität in Würzburg. Zum Vizepräsidenten des DAAD wurde der Rektor der Universität Bonn, der Physiker Prof. Dr. Max G. Huber, gewählt. Huber löst den Bonner Juraprofessor Dr, Jürgen Salzwedel ab, der nicht mehr kandidierte. wz.
KANADISCHES IM LESESAAL
Jüngst gab es Gelegenheit, Wissen über das ferne Kanada aufzubessern, die oft europäischen Vorstellungen zu präzisieren. In einer eigens zu diesem Zweck von der kanadischen Botschaft und dem Institut für Romanistik der Universität Potsdam organisierten Buchausstellung im Lesesaal der Golmer Hochschulbibliothek bot sich dem Leser viel Interessantes. Der International Council of Canadian Studies hatte ca. 400 Werke über den nordamerikanischen Staat zusammengetragen. Die aktuellen Erscheinungen aus dem Jahr '95 ermöglichten Einblicke in nahezu alle Lebensbereiche des Landes. Besucher der Exposition nutzten die Chance, die Titel nicht nur zu bestaunen, sondern darin auch nachzuschlagen. Auf diese Weise fand schnell jeder das, was er suchte. Die Wanderausstellung kam unmittelbar nach ihrer Präsentation im Berliner Kennedy-Institut in die branden- burgische Landeshauptstadt. In Potsdam nahmen Uni-Rektor Prof. Dr. Rolf Mitzner (links) und Dr. Adriaan De Hoog, Leiter der Außenstelle der kanadischen Botschaft m Berlin, deren Eröffnung vor.
PG./Foto: Tribukeit
BESSY soll in die Blaue Liste
Die 1979 gegründete Berliner Elektronen- Speicherring Gesellschaft für Synchrotronstrahlung (BESSY) betreibt den Speicherring BESSY I. Er erzeugt Synchrotronstrahlung, die für die Untersuchung von feinsten Strukturen der Materie wichtig ist. Im Juli 1994 ist in Berlin-Adlershof mit dem Bau des Speichernngs BESSY II begonnen worden. Dieser zur sogenannten dritten Generation gehörende Speicherring wird eine viel intensivere Strahlung erzeugen und die Forschungsmöglichkeiten vor allem in bezug auf die räumliche und spektrale Auflösung deutlich verbessern. BESSY II wird in erster Linie der Grundlagenforschung universitärer Forschergruppen dienen.
In einer Stellungnahme bescheinigt der Wissenschaftsrat BESSY II große Bedeutung für die Weiterentwicklung der nationalen wie der internationalen Forschung mit Synchrotronstrahlung. Er empfiehlt eine gemeinsame Förderung durch Bund und Länder für die BESSY GmbH und damit die Aufnahme von BESSY II als Service-Einrichtung in die Blaue Liste. Empfohlen wird ferner eine engere Zusammenarbeit zwischen der BESSY GmbH und dem Lehr- und Forschungsbetrieb von Hochschulen. pm.
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PUTZ 6/95
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