R KONFERENZ
ERGEBNISSE UND HISTORISCHE BEDEUTUNG DER KONFERENZ
Vor 50 Jahren, vom 17. Juli bis 2. August 1945, fand in Potsdam nach Teheran und Jalta die dritte der sogenannten „Kriegskonferenzen" der Großen Drei statt. Zwei Wochen lang verhandelten die Regierungschefs der USA, Großbritanniens und der Sowjetunion - der amerikanische Präsident Harry S. Truman, der sowjetische Staats- und Parteichef Josef Stalin und der britische Premierminister Winston Churchill bzw. dessen Nachfolger Clement Attlee - im Schloß Cecilienhof über eine politische, wirtschaftliche, soziale und militärische Neuordnung nach dem Zweiten Weltkrieg. Zu den wichtigsten Ergebnissen der Potsdamer Konferenz, die offiziell „Konferenz von Berlin" hieß, zählten die Festlegung der Oder-Neiße-Linie als neue polnische Westgrenze sowie das Abrücken der Alliierten von früheren Forderungen nach einer Zerstückelung Deutschlands und ihr
Bekenntnis zur deutschen Einheit, die trotz der vorangegangenen nationalsozialistischen Verbrechen erhalten werden sollte. Außerdem eröffnete Präsident Truman mit seiner am Rande der Konferenz in seiner Dienstvilla in Babelsberg getroffenen Entscheidung, die eben erst erfolgreich getestete Atombombe gegenjapan einzusetzen, das Atomzeitalter. Die geschichtliche Bedeutung der Potsdamer Konferenz wird aber auch dadurch unterstrichen, daß die „Potsdamer Ordnung“ bis zur Wiedervereinigung Deutschlands im Oktober 1990 Bestand hatte. Ihre Eckpunkte waren die Aufteilung Deutschlands in Besatzungszonen, die Einschränkung der deutschen Souveränität sowie die Übernahme der alliierten Verantwortung und damit die Festschreibung einer langfristigen Präsenz amerikanischer, britischer, sowjetischer und schließlich auch französischer Macht in Zentraleuropa, die erst durch die Wende von 1989 und den Zusammenbruch des sowjetischen Imperiums in Osteuropa beendet wurde. Denn das Ende des „Kalten Krieges“ zwischen Ost und West bedeutete zugleich den Beginn einer grundlegend neuen Konstellation, in der die seit dem Zweiten Weltkrieg bestehende Bipolantät der USA und der Sowjetunion durch eine Europäisierung
der europäischen Politik ersetzt wurde, in der auch Deutschland eine neue Rolle spielt. Allerdings war die Potsdamer Ordnung aus den Buchstaben des „Potsdamer Abkommens“, das formal nur ein Konferenzprotokoll darstellte, nicht ohne weiteres ersichtlich. Vielmehr zeichneten sich die Vereinbarungen von Potsdam dadurch aus, daß sie m aller Regel äußerst vage formuliert waren und keine klare weltpolitische Konzeption erkennen ließen. Der Verzicht auf „endgültige Beschlüsse“ wurde damit zum prägenden Merkmal für die Nach- kriegspolitik, weil nahezu alle wichtigen Fragen - vielleicht mit Ausnahme der Bestimmungen zur Oder-Neiße-Linie, über die in Potsdam zumindest politisch, wenn auch nicht juristisch, eindeutig entschieden wurde - offengehalten wurden, anstatt sie zu präjudizieren. Erst allmählich beginnen wir zu erkennen, welchen Vorteil dies, gerade aus deutscher Sicht, barg. Denn der deutsche Einigungsprozeß 1989/90 wäre gewiß ungleich komplizierter und schwieriger verlaufen, wenn die Alliierten sich 1945 auf ein - damals durchaus denkbares - Konzept zur dauerhaften Niederhaltung und Kontrolle Deutschlands, einschließlich seiner permanenten Tteilung oder Zerstückelung, geeinigt hätten. Manfred Görtemaker
Prof. Dr. Manfred Görtemaker vom Historischen Institut der Universität Potsdam trat als Redner auf dem Festakt zum 50. Jahrestag der Potsdamer Konferenz in Cecilienhof auf. Foto: Fritze
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