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(1.1.2019) 07
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R KONFERENZ

ERGEBNISSE UND HISTORISCHE BEDEUTUNG DER KONFERENZ

Vor 50 Jahren, vom 17. Juli bis 2. Au­gust 1945, fand in Potsdam nach Te­heran und Jalta die dritte der soge­nanntenKriegs­konferenzen" der Großen Drei statt. Zwei Wochen lang verhandelten die Regierungschefs der USA, Großbri­tanniens und der Sowjetunion - der amerikanische Präsident Harry S. Truman, der sowjetische Staats- und Parteichef Josef Stalin und der britische Premierminister Winston Chur­chill bzw. dessen Nachfolger Clement Attlee - im Schloß Cecilienhof über eine po­litische, wirtschaftliche, soziale und militä­rische Neuordnung nach dem Zweiten Weltkrieg. Zu den wichtigsten Ergebnissen der Potsdamer Konferenz, die offiziellKon­ferenz von Berlin" hieß, zählten die Festle­gung der Oder-Neiße-Linie als neue polni­sche Westgrenze sowie das Abrücken der Alliierten von früheren Forderungen nach einer Zerstückelung Deutschlands und ihr

Bekenntnis zur deutschen Einheit, die trotz der vorangegangenen nationalsozialisti­schen Verbrechen erhalten werden sollte. Außerdem eröffnete Präsident Truman mit seiner am Rande der Konferenz in seiner Dienstvilla in Babelsberg getroffenen Ent­scheidung, die eben erst erfolgreich gete­stete Atombombe gegenjapan einzusetzen, das Atomzeitalter. Die geschichtliche Be­deutung der Potsdamer Konferenz wird aber auch dadurch unterstrichen, daß die Potsdamer Ordnung bis zur Wiederverei­nigung Deutschlands im Oktober 1990 Be­stand hatte. Ihre Eckpunkte waren die Auf­teilung Deutschlands in Besatzungszonen, die Einschränkung der deutschen Souverä­nität sowie die Übernahme der alliierten Verantwortung und damit die Festschrei­bung einer langfristigen Präsenz amerika­nischer, britischer, sowjetischer und schließ­lich auch französischer Macht in Zentrale­uropa, die erst durch die Wende von 1989 und den Zusammenbruch des sowjeti­schen Imperiums in Osteuropa beendet wurde. Denn das Ende desKalten Krieges zwischen Ost und West bedeutete zugleich den Beginn einer grundlegend neuen Kon­stellation, in der die seit dem Zweiten Welt­krieg bestehende Bipolantät der USA und der Sowjetunion durch eine Europäisierung

der europäischen Politik ersetzt wurde, in der auch Deutschland eine neue Rolle spielt. Allerdings war die Potsdamer Ord­nung aus den Buchstaben desPotsdamer Abkommens, das formal nur ein Konfe­renzprotokoll darstellte, nicht ohne weiteres ersichtlich. Vielmehr zeichneten sich die Vereinbarungen von Potsdam dadurch aus, daß sie m aller Regel äußerst vage formu­liert waren und keine klare weltpolitische Konzeption erkennen ließen. Der Verzicht aufendgültige Beschlüsse wurde damit zum prägenden Merkmal für die Nach- kriegspolitik, weil nahezu alle wichtigen Fragen - vielleicht mit Ausnahme der Be­stimmungen zur Oder-Neiße-Linie, über die in Potsdam zumindest politisch, wenn auch nicht juristisch, eindeutig entschieden wur­de - offengehalten wurden, anstatt sie zu präjudizieren. Erst allmählich beginnen wir zu erkennen, welchen Vorteil dies, gerade aus deutscher Sicht, barg. Denn der deut­sche Einigungsprozeß 1989/90 wäre gewiß ungleich komplizierter und schwieriger ver­laufen, wenn die Alliierten sich 1945 auf ein - damals durchaus denkbares - Konzept zur dauerhaften Niederhaltung und Kontrol­le Deutschlands, einschließlich seiner per­manenten Tteilung oder Zerstückelung, ge­einigt hätten. Manfred Görtemaker

Prof. Dr. Manfred Görte­maker vom Historischen Institut der Universität Potsdam trat als Redner auf dem Festakt zum 50. Jahrestag der Potsda­mer Konferenz in Ceci­lienhof auf. Foto: Fritze

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