Heft 
(1.1.2019) 04
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reichte und in seiner Breite dem multidiszi­plinären Ansatz entsprach, der zum Ver­ständnis der komplexen Prozesse, die in Polarregionen ablaufen, notwendig ist. Be­sonders deutlich wurde dieser multidiszipli­näre Ansatz in Beiträgen, die über die wis­senschaftlichen Arbeiten in der Laptev-See und der sie umgebenden sibirischen Land­region handelten. In dieser Region werden in deutsch-russischer Zusammenarbeit seit einigen Jahren Forschungsprojekte durch­geführt, durch die die Umweltveränderung während der jüngsten Erdgeschichte sowie die Bedeutung dieser Region für die Büima- entwicklung unserer Erde, auch unter dem Gesichtspunkt des Treibhauseffektes, un­tersucht werden.

Die Rolle der Laptev-See als Eisfabrik des arktischen Ozeans wird von Arbeitsgrup­pen verschiedener Institute und Universitä­ten unter Nutzung von russischen For­schungsschiffen und des EisbrechersPo­larstern in jährlichen Expeditionen unter­sucht. Dabei arbeiten Meeresgeologen und -biologen eng mit Ozeanographen, Physi­kern, Chemikern und Atmosphärenfor­schern zusammen. Bei der Tägung wurden unter anderem neue Ergebnisse vorgestellt, die sich mit dem Süßwasser und Matenal- emtrag in die Laptev-See durch die einmün­denden Flüsse Lena und Yana und die da­mit verbundene spezielle hydrographische

Situation in den flachen Schelfbereichen befassen. Die Aufnahme von Sediment- material in das Meereis der Laptev-See war ein weiteres Thema. Da dieses Meereis mit der transpolaren Drift bis in den Nordatlan­tik transportiert wird und dort beim Schmel­zen die Sedimentfracht zum Meeresboden absinkt, ist das Verständnis dieser Prozes­se von besonderer Bedeutung für die Re­konstruktion der Änderung von Meeresströ­mungen und Erischwasserzufuhr während vergangener Warm- und Kaltzeiten. Ebenfalls von verschiedenen deutschen und russischen Arbeitsgruppen wird seit 1993 versucht, die natürlichen Umweltverände­rungen, die während der Klimaschwankun­gen der jüngsten Erdgeschichte abliefen, auf die westlich an die Laptev-See angren­zende Täimyr-Halbinsel zu verstehen. Dabei wird mit Datenarchiven wie Profilen in Permafrostböden oder Bohrkernen aus den Ablagerungen von Seen die Umweitsituation unter Klimabedingungen der Vergangenheit rekonstruiert. Aus einem See in der Umge­bung der Bergwerkstadt Norilsk wurde ein Pollendiagramm der letzten rund 15.000 Jah­re vorgestellt, in dem die Verschiebung der Vegetationszonen dokumentiert ist. Nach dem Ende der letzten Eiszeit hat sich von Süden her eine Waidvegetation in diese Re­gion bewegt, die auch heute noch als typi­sche Täiga vorherrscht. Offensichtlich hat

sich das Klima in den letzten 2500 Jahren je­doch wieder verschlechtert und seither zu einer langsamen Abnahme der Baum­vegetation geführt.

Die vorgestellten Ergebnisse haben gezeigt, daß nicht nur der multidisziplinäre Ansatz dieser Projekte, sondern auch die Verknüp­fung der Untersuchungen an Land, auf dem Schelf und im tiefen Ozean zum Verständnis der Reaktion einer Region auf Klimaänderun­gen notwendig sind. Nur damit kann es ge­lingen, mögliche Umweltveränderungen in der Zukunft, die durch den Eingriff des Men­schen in das System Erde entstehen, abzu­schätzen oder zu prognostizieren.

Am 20. März wurde die Tägung durch eine Halbtagsexkursion unterbrochen, die in die Umgebung von Potsdam führte. Prof. Dr. Roland Weiße gab den Tteilnehmern dabei einen Überblick über die Zeugen der Ver­gangenheit, die aus einer Zeit stammen, in der das Bild dieser Region durch von Nor­den her vorstoßende Gletscher geprägt wurde. Zum Abschluß der Tägung fanden dann noch zwei weitere ganztägige Exkur­sionen statt, bei der die Landschaftsent­wicklung der Havelniederung und der Ge­gend um Neuruppin und Rheinsberg ge­zeigt wurden. Auf besonderes Interesse stieß dabei der Besuch der Alfred-Wegener- Gedenkstätte in Zechlmer Hütte.

Hans-Wolfgang Hubberten

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PUTZ 4/96

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